Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Pflegenotstand in Deutschland

161 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Pflege, Fachkräftemangel, Gesundheitspolitik ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Do-X ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Pflegenotstand in Deutschland

16.07.2023 um 09:55
Zitat von paxitopaxito schrieb:wo das Geld herkommen soll, wo dafür gespart
In der ambulanten Pflege gibt es nicht nur den Gehaltsposten, sondern auch noch die betriebsintensiven Ausgaben wie Unterhaltung der Mobilität, Steuern/Sozialabgaben, dann sicher noch kostenintensive Mietverträge des ambulanten Anbieters, diese Kosten sind in der Pflege"sach"leistung sicher enthalten.

Diese Kosten hat man bei Familienangehörigen doch gar nicht.
Es gibt diverse Optionen, wo die Pflegekasse sparen könnte, u.a. sogar an ihrem ,,eigenen Blähapparat"!

Mumpitz, was die Gesundheitspolitik einem da an Mehrausgaben suggeriert. Man sollte nicht alles glauben.


1x zitiertmelden
paxito Diskussionsleiter
Profil von paxito
anwesend
dabei seit 2020

Profil anzeigen
Private Nachricht
Link kopieren
Lesezeichen setzen

Pflegenotstand in Deutschland

16.07.2023 um 10:05
Zitat von Do-XDo-X schrieb:In der ambulanten Pflege gibt es nicht nur den Gehaltsposten, sondern auch noch die betriebsintensiven Ausgaben wie Unterhaltung der Mobilität, Steuern/Sozialabgaben, dann sicher noch kostenintensive Mietverträge des ambulanten Anbieters, diese Kosten sind in der Pflege"sach"leistung sicher enthalten.
Etwa 75% aller pflegenden Angehörigen machen das bereits heute ohne ambulanten Pflegedienst. Dass du da Kosten sparen könntest ist eine Milchmädchenrechnung, nur weil du pflegende Angehörige finanziell entlastest, gibt es doch nicht weniger Bedarf bei ambulanten Pflegediensten.
Zitat von Do-XDo-X schrieb:Mumpitz, was die Gesundheitspolitik einem da an Mehrausgaben suggeriert. Man sollte nicht alles glauben.
Das ist ein simpler Überschlag, was deine Idee der Gehaltsübernahme durch Pflegekassen kosten würde. Lass es 50 Milliarden statt 90 Milliarden sein, trotzdem kostet die Idee das Vielfache von dem was alle ambulanten Pflegedienste in Deutschland kosten.
Und die Idee, das es effizienter ist, wenn Angehörige das zu Hause übernehmen (1 oder mehr Angehörige pflegen 1 Pflegebedürftigen), statt das ambulant ein Pfleger am Tag 20 oder mehr Pflegebedürftige versorgt - das ist aberwitzig. Da spart man nix, das wird ganz logisch deutlich teurer.
Zitat von Do-XDo-X schrieb:Es gibt diverse Optionen, wo die Pflegekasse sparen könnte, u.a. sogar an ihrem ,,eigenen Blähapparat"!
Die gesamten Einnahmen der Pflegekassen reichen nicht um diese Idee zu finanzieren.


1x zitiertmelden
Do-X ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Pflegenotstand in Deutschland

16.07.2023 um 10:12
Zitat von paxitopaxito schrieb:Die gesamten Einnahmen der Pflegekassen reichen nicht um diese Idee zu finanzieren.
Kommen wir wieder zum Fazit...

Die Pflege-,,Kassen" sämtlicher an Vielfalt nicht zu toppenden Krankenkassen (vieeeel Geld kostend!!!) knausern sich auch morgen noch durch die unendliche ,,uneigennützige Hilfe" von Familienangehörigen, sparen mit scheinheiligsten Gründen an erforderlichem Pflegepersonal und stoßen sich (finanziell) einen Reibach. Hauptsache den Pflegekassenvorständen geht's gut. So sieht's aus! Und nicht anders!


melden

Pflegenotstand in Deutschland

16.07.2023 um 17:00
Es wird ja viel "gemosert" über die Zustände in der Pflege.

Deshalb ist es mir ein Bedürfnis, mal kurz zu berichten, wenn in Deutschland auch mal richtig gut gearbeitet wird.


Meine Mutter laboriert, nicht zuletzt wegen der anhaltenden Hitze, seit Anfang Mai mit sehr viel Wasser in den Beinen und einer daraus resultierenden, oberflächlich offenen Wunde am Unterschenkel.

Den Mai über wurde das, mehr "schlecht als recht", vom Hausarzt verbunden und behandelt.

Ab Mitte Juni, schrieb er dann eine Verordnung für einen ambulanten Pflegedienst.

Dieser erscheint seitdem jeden Vormittag und verbindet meine Mutter neu.

Immer freundlich, entspannt und kompetent. Da kann ich nur den Hut ziehen.


Theater gab es aber trotzdem.

Da die Wunde sehr nässt, war der Verband vom Doc und zu Beginn auch vom Pflegedienst immer komplett durchnässt.


Kein Wunder, sagte mir die Leiterin des Pflegeteams, im Fall ihrer Mutter hilft nur eine "superabsorbierende Abdeckkompresse". Diese ist in der Lage, die Wunde 24 Stunden trocken zu halten.

Der Doc hat immer nur normale Kompressen, dreifach drauf gehauen.

Da musste ich richtig, nervig und biestig werden, weil er sie erst nicht verschreiben wollte. Stückpreis liegt bei 20 €. Da wollte er wohl, bei der Krankenkasse "Lieb Kind" machen.

Aber nicht mit mir. Schließlich hat er klein beigegeben.

Nun läuft die Sache. Die Wunde ist "trockengelegt" und wird sich wohl Mitte/Ende August wieder schließen.


Super Pflegeteam !


2x zitiertmelden
paxito Diskussionsleiter
Profil von paxito
anwesend
dabei seit 2020

Profil anzeigen
Private Nachricht
Link kopieren
Lesezeichen setzen

Pflegenotstand in Deutschland

16.07.2023 um 17:20
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Da musste ich richtig, nervig und biestig werden, weil er sie erst nicht verschreiben wollte. Stückpreis liegt bei 20 €. Da wollte er wohl, bei der Krankenkasse "Lieb Kind" machen
Nein, wollte er nicht. Da die Krankenkasse das Verbandsmaterial bei gegebener Diagnose nicht zahlt, wird der Arzt die Kosten wahrscheinlich selbst tragen müssen.
Der Hausarzt hat überhaupt keinen Vorteil davon, dass er sich bei einer einzelnen Krankenkasse „beliebt“ macht, die interessiert das auch nicht die Bohne. Wenn ein Medikament, Verbandsmaterial oder Ähnliches lt. Diagnose nicht gerechtfertigt ist (und da zählt nur die Diagnose) gibt es einen Regress und fertig. Wenn der Arzt zuweit über dem Durchschnitt der Verbandskosten in seiner Sparte liegt - Regress. Wenn der Arzt nicht die günstigste Variante aufgeschrieben hat - Regress.


melden

Pflegenotstand in Deutschland

16.07.2023 um 19:23
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Da musste ich richtig, nervig und biestig werden, weil er sie erst nicht verschreiben wollte. Stückpreis liegt bei 20 €. Da wollte er wohl, bei der Krankenkasse "Lieb Kind" machen.
@EDGARallanPOE
Glückwunsch und danke für den Tipp. Behalte ich im Hinterkopf. Ein Angehöriger hat auch Wasser in den Beinen.


Aber mit "Lieb Kind machen" hat das nichts zu tun. Die Ärzte haben ein bestimmtes Budget zur Verfügung und das muss für alle Patienten reichen.
Davon ausgenommen sind Krebspatienten. Deren Versorgung wird nicht aus diesem Rahmen bestritten.


melden

Pflegenotstand in Deutschland

29.09.2025 um 20:41
In den aktuellen Medien liest man ja das die Regierung in Erwägung zieht den Pflege-Grad 1 abzuschaffen. Das würde 863.000 Menschen treffen, wo Pflegegeld etc von heute auf morgen wegfällt. Die Regierung hätte ein Ersparnis von 1,8 Milliarden Euro im Jahr. Aber ist das fair? Ein Pflegegrad bekommt man ja nicht aus Jux sondern weil man im Alltag Unterstützung oder ähnliches braucht. Ich finde wenn da anfängt spart man definitiv an der falschen Stelle.

Quelle https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/pflegestufe-koalition-100.html


1x zitiertmelden

Pflegenotstand in Deutschland

03.10.2025 um 14:59
Zitat von Dini1909Dini1909 schrieb am 29.09.2025:Ein Pflegegrad bekommt man ja nicht aus Jux sondern weil man im Alltag Unterstützung oder ähnliches braucht.
Ja, glaub das sind 131 EUR den Monat. Klingt erstmal nach immerhin etwas. Effektiv sind das aber gerade 3 Stunden Unterstützung pro Monat im Alltag, wenn das nicht über Nachbarschaftshilfe geht.

Und das dann auch noch streichen wollen. Puh


melden

Pflegenotstand in Deutschland

03.10.2025 um 19:17
@Lanza
Sind sogar 138 € aber mal ernsthaft, man hat nicht umsonst einen PG egal ob 1, 2 oder 5 ... Es ist ja auch nicht so einfach einen PG zu bekommen (rede aus Erfahrung) aber ich kenne einige die in der PG 1 sind , die u.a. darauf angewiesen sind um an Inkontinenz Material zu kommen oder an Pflegeunterstützung etc. würde das alles wegfallen reißt das ja auch ein Finanzielles Loch in die Haushaltskasse


melden

Pflegenotstand in Deutschland

04.10.2025 um 20:13
waren.Klar ist, dass die Pflegeversicherung ein Defizit hat, für 2026 wird dies trotz eines Bundesdarlehens zusätzlich noch auf rund zwei Milliarden Euro beziffert - und der Pflegegrad 1 könnte laut Hochrechnung des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in etwa Ausgaben in dieser Höhe erzeugen. Streichen klingt so nach schneller Problemlösung.
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/pflegegrad-koalition-100.html

Ah zufällig passt das Defizit zu den Kosten aus Pflegegrad 1 und dann lässt man mal einfach den "Testballon" aufsteigen...

Vermutlich wird uns diese Arbeitsgruppe noch einiges mehr streichen wollen:
Es dürfte jedenfalls kein Zufall sein, dass die Debatte gerade jetzt aufkommt: Denn derzeit tagt eine von der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken beauftragte Bund-Länder-Arbeitsgruppe mit dem Titel "Zukunftspakt Pflege" - in zwei Wochen soll sie erste Ergebnisse vorlegen. Zum Jahresende soll sie Eckpunkte unter anderem für eine nachhaltige Finanzierbarkeit der Pflegeversicherung, eine Stärkung der ambulanten und häuslichen Pflege erarbeiten.
Quelle: Wie oben


1x zitiertmelden

Pflegenotstand in Deutschland

14.10.2025 um 19:14
Zitat von LanzaLanza schrieb am 04.10.2025:Vermutlich wird uns diese Arbeitsgruppe noch einiges mehr streichen wollen:
Was wie folgt aussehen könnte:
Ein Bluff. Klar, die Regierung selbst lässt dazu erst mal nichts verlauten, wohl aber eine von ihr eingesetzte Kommission. Und dort gibt es den Vorschlag sehr wohl. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe »Zukunftspakt Pflege« schlägt vor, die Leistungen im Pflegegrad 1 grundlegend zu reformieren, wie mein Kollege Matthias Kaufmann berichtet. Der bisher monatliche Entlastungsbetrag von 131 Euro soll ganz oder teilweise »umgewidmet« werden – man kann auch sagen: in dieser Form abgeschafft. Stattdessen soll damit eine frühzeitige pflegerische und präventionsorientierte Begleitung finanziert werden.

Außerdem diskutiert die Arbeitsgruppe, die Pflegeleistungen an Lohn- oder Inflationsentwicklung zu koppeln und eine verpflichtende private Zusatzversicherung einzuführen.
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/news-des-tages-rene-benko-pflegestufe-1-vermisster-fabian-aus-guestrow-a-372d50d2-760e-409e-94b4-6fe5b8d8850f

Markierungen im Zitat von mir


melden

Pflegenotstand in Deutschland

08.11.2025 um 14:46
Lol, bzgl. dem Pflegegrad 1 soll der Entlastungsbetrag auf den Prüfstand, weil durchs eigene Putzen z.B. der Betroffene mobil bleiben könne:
„Was aus meiner Sicht nicht hilfreich wäre, wenn das Geld dazu verwendet wird, dass jemand anderes die Wohnung putzt, während der Pflegebedürftige, für den Aktivierung möglicherweise hilfreich wäre, nur auf der Couch hockt“, fügte Staffler mit Blick auf den Entlastungsbetrag hinzu. „Das birgt doch die Gefahr, noch immobiler zu werden. Gerade Bewegung ist im Alter enorm wichtig, um den Kreislauf zu stärken und dem Muskelabbau entgegenzuwirken.“
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article690f38622e71575527eee078/fuer-pflegegrad-1-putzen-ist-keine-physiotherapie-patientenschuetzer-empoert-ueber-haushaltshilfe-debatte.html


1x zitiertmelden

Pflegenotstand in Deutschland

08.11.2025 um 16:11
Zitat von LanzaLanza schrieb:Lol, bzgl. dem Pflegegrad 1 soll der Entlastungsbetrag auf den Prüfstand, weil durchs eigene Putzen z.B. der Betroffene mobil bleiben könne:
Na, danke auch. Klar, Fenster putzen, Gardinen waschen, Bett beziehen, Einkäufe schleppen – alles Spocht. Der Herr Staffler wird die sicher später selber finanzieren können.


melden

Pflegenotstand in Deutschland

08.11.2025 um 18:15
Meine schwiegermama bekam den ersten Pflegegrad, mit fast 90.
Wir waren vor kurzum auf ein geburtstag. sie würde 103 und hat noch keins.
Sie macht noch vieles selber.

Dann wiederum kenne ich welche, die brauchen es schon früher.

Ich weiß nicht wie es in Deutscland ist, aber das Pflegepersonal in Holland darf nicht auf eine Leiter.
Also schrank von oben putzen oder die Küche oben ist nicht.
Mal eben die Vorhänge runter machen und waschen ist nicht.


1x zitiertmelden

Pflegenotstand in Deutschland

10.11.2025 um 23:57
Zitat von klompje1klompje1 schrieb:Meine schwiegermama bekam den ersten Pflegegrad, mit fast 90.
Wir waren vor kurzum auf ein geburtstag. sie würde 103 und hat noch keins.
Sie macht noch vieles selber.
Das ist super und das Optimale.
Zitat von klompje1klompje1 schrieb:Ich weiß nicht wie es in Deutscland ist, aber das Pflegepersonal in Holland darf nicht auf eine Leiter.
Also schrank von oben putzen oder die Küche oben ist nicht.
Mal eben die Vorhänge runter machen und waschen ist nicht.
Es geht hier nicht um die eigentliche Pflege.

Bei Pflegegrad 1 geht es in der BRD um Menschen, die eine Vorstufe der eigentlichen Pflege brauchen und Unterstützung benötigen.

Gerade bei den Vorstufen der Pflege, den Haushalt zu bewältigen.

Da klingt mir das Statement von Staffler schon ziemlich doof.


melden

Pflegenotstand in Deutschland

04.06.2026 um 10:55
Der Gesetzentwurf zur Pflege ist raus.

U.a. soll wer häusliche Pflege leistet und Leistungen in Anspruch nehmen will, sich "begleiten" lassen:
Für bestimmte Leistungsbezieher bleibt es nicht bei einem freiwilligen Angebot. Wer das sogenannte Entlastungsbudget nutzt, soll die Pflegebegleitung regelmäßig in Anspruch nehmen müssen. Wird ein Termin nicht wahrgenommen, kann die Pflegekasse das Budget zunächst kürzen und im Wiederholungsfall sogar vollständig entziehen. Der Entwurf sieht außerdem verpflichtende Folgetermine vor, wenn Pflegebegleiter die Versorgung als unzureichend einstufen.
Quelle: https://www.focus.de/finanzen/pflegereform-entwurf-hoehere-beitraege-weniger-leistungen_e71c84ad-28b8-4a8f-b2c8-bcef5a65b246.html

Das kommen die "Experten" dann also daheim vorbei und labern Dir rein oder man wird sanktioniert wenn zuwenig "Vorsorge" betrieben wird?

Pflegegrad 1 soll wohl auch der Entlastungsbetrag mind. halbiert werden.

Na mal schauen ob und wann die SPD losdonnert


1x zitiertmelden

Pflegenotstand in Deutschland

04.06.2026 um 11:19
Zitat von LanzaLanza schrieb:Der Gesetzentwurf zur Pflege ist raus.
Zitat von LanzaLanza schrieb:Na mal schauen ob und wann die SPD losdonnert
Ach, Quatsch - es ist Fußball-WM, da ist es gute Tradition dass die ganzen unangenehmen Gesetzesvorlagen vorgebracht und im Eiltempo durchgedrückt werden, während der Durchschnittsbürger zu sehr mit Fernsehen und Saufen beschäftigt ist um zu merken, dass er gerade ungeschmiert in den Arsch gef***t wird.


melden

Pflegenotstand in Deutschland

04.06.2026 um 13:07
Also ich bin jetzt 64 mein Mann fast 75.
Habe mir auch gedanken gemacht drüber. Wir haben 2 Kinder, davon ein adoptiv sohn mit drei kinder, beide arbeiten, und sein echten papa ist auch noch da.

Da bleibt unsere leiblichen Sohn noch, der auch arbeiten muss.

habe etliches durch, manches auch bei der stadt versucht.


Aber ich finde, das junge leute die in der Schule sind, durchaus mal ein nachmittag mit anpacken können. Würde ich kein mitleid mit haben.

Mal rasen mähen bei ältern, mal vorhänge abnehmen und waschen. Muss nicht nur schlecht sein. Kann auch ganz gemütlich werden.

Sie werden oft nachmittags aufbewahrt weil doch so eltiche eltern arbeiten. Ab ein gewisses alter mal mit anpacken lassen.
Statt sinnlos beschäftigen (ist bestimmt nicht alles sinnlos) aber so ein nachmittag, finde ich völlig ok.

Bin auch mit 12 nebenebei angefangen zu arbeiten weil mein papa damals krank war. Und es hat mich nicht geschadet.


melden

Pflegenotstand in Deutschland

17.06.2026 um 18:18
Der demografische Wandel kommt nicht, der ist JETZT und seit "gestern" da.
Man gehe mal an einem x-beliebigen Tag in ein x-beliebiges Krankenhaus.
Ich kann jetzt keine genaue Statistik machen, aber ich habe als Arzt bereits in vielen Kliniken gearbeitet und berichte kurz subjektiv:

Es gibt eine feste Fraktion, eine feste "Verschiebemasse", mit der das gesamte Gesundheits- und Pflegesystem nicht mehr umgehen kann:
Menschen über 80, chronisch vorerkrankt (bestehende Demenz, immobil, Herzkreislaufgeschichten, etc....). Viele Patienten oder deren Angehörige wollen nicht begreifen dass der biologische Körper, dieser Organismus der dann schon fast 100 Jahre auf der Erde existent ist, dann auch irgendwann einmal anfängt zu versagen. Demzufolge ist man meisten mit Ü80 halt doch schon etwas angenagt, es sind nicht alle so rüstig wie "Oma Erna aus Ostpreussen, die doch mit 95 noch Zigarre geraucht hat und nebenbei das Hühnchen entfederte).
Alleine das zu begreifen, dass man alt wird und schlussendlich stirbt, dazu sollten die vorangegangenen Lebensjahren unter anderem auch gedient haben. Ich habe oft das Gefühl, dass diesem nicht so ist. Wir sind auch "nur" Lebewesen und sterben halt, das haben selbst viele meiner Zunft nicht verstanden und therapieren über (ich betone, dass ist meine Privatmeinung, alles subjektiv). Am Ende haben wir den Pflegefall mit Pflegegrad 4-5, im Heim liegend, aufgrund vorangeschrittener Demenz nicht mehr voll am Leben partizipierend oder gar schlimmer, dass eigene Kinder gar nicht mehr erkannt werden. Das sind dann meistens Menschen über 85 J. und höher. Wenn man den ganzen Tag im Pflegebett liegt bekommt man klassischerweise irgendwann seine Lungen- oder Harnblasenentzündung, oder akutes Nierenversagen, weil man nicht mehr Flüssigkeit zu sich nimmt und die Pflegekräfte in den Altenheimen natürlich keine 1 zu 1 Betreuung leisten können. Es gibt vielfache Gründe, aber am Ende dieser Kaskade wird irgendwann der Notruf gerufen, oder der Kassenärztliche Notdienst macht einen Einweisungsschein fertig oder der Hausarzt, der den Patienten manchmal gar nicht selber gesehen hat, macht eine Ferneinweisung. So oder so, die Patienten kommen ins Krankenhaus, das akute Krankheitsbild wird mit einem Antibiotikum behandelt, oder es wird intravenös Flüssigkeit gegeben und es geht wieder zurück ins Heim. Und dann....man kann die Uhr danach stellen, kommt dieser chronisch Kranke Mensch wieder in die Klinik.
Ich wiederhole mich jetzt: An irgendetwas muss man sterben
Patientenverfügung, letzter Wille, Patientenvollmacht, das sind alles so Sachen da ist man in der Selbstpflicht diese zu erstellen, da sollte im Kreise der engsten Angehörigen ein Konsens drüber bestehen. Es gibt ab und zu löbliche Beispiele, aber oft sind Angehörige in solchen potenziellen end-of-life Situationen völlig überfordert Entscheidungen zu treffen und geben ehrlich zu, darüber nie so wirklich gesprochen zu haben. Und das ist etwas, was ich irgendwie begreifen kann, es liegt in der Natur des Menschen über Übel zu schweigen, denn dann ist es nicht da. Und wozu sollte man sich mit Anfang 70, wenn man rüstiger fitter froher Rentner ist, sich über das bitter schmeckende Thema Tod unterhalten? Dies ist ein gesellschaftliches Phänomen und begegnet mir wöchentlich mehrfach.
Oder dann gibt es diese Patientenverfügungen wo mal schnell Kreuzchen gesetzt wurden und die so allgemein formuliert worden sind nach einem Standardjuristentext, dass man keine klaren therapeutischen Entscheidungen faellen kann.

Meiner Meinung nach sollte man eine Art Schulfach etablieren, das kann dann von mir aus "Gesellschafts- und allgemeine Lebenskunde" genannt werden. Wo Themen wie Ernährung, Gesundheitsprävention, Sterben, Pflegeheim und so weiter besprochen wird. Weil diese Themen sind echt nicht in den Köpfen der Leute drinnen (ich betone, ich habe Feierabend, das ist meine subjektive Auffassung).

Gut ich habe jetzt von den extremen Beispielen der Pflegegrade 4-5 gesprochen und auch nur einen Teilaspekt beschrieben. Es gibt Menschen die haben Erkrankungen wie multiple Sklerose oder ALS, sind völlig an das Bett angewiesen, aber geistig völlig klar.
Aber deswegen ist es so wichtig, zu "Lebzeiten" zu eruieren, was soll alles medizinisch geschehen, wenn mein Mann/ meine Frau / mein Vater/Mutter /Oma/Opa schwer dement ist. Alleine wenn man diese Frage zu Lebzeiten geklärt hätte, dann wäre es für alle Beteiligten (Angehörige + Gesundheitspersonal) bereits morgen am 18.06.2026 leichter.

Der eigene Wille muss einmal ermittelt werden, das kann man mit 18 machen und mit 30,40, jeden Tag , jede Stunde blabla....Hauptsache man hat mit einem Angehörigen darüber gesprochen und dann dieses verschriftlichen. Weil sonst kommt es dazu, was im 21ten Jahrhundert Alltag ist. Die geriatrischen multimorbiden Menschen liegen ab.......und siechen vor sich hin.
Das kann mich einst auch erwischen, was weiß ich, was mit mir in ein paar Dekaden ist. Aber grobe Rahmenbedingungen habe ich für meine Angehörigen schon vorgegeben.

Weiterhin:
Die sozialen Strukturen sind andere seit Jahrzehnten, aber das Thema "Pflege" ist uralt. Der Mensch ist und wird immer mobiler. Kernfamilie in einem Haus, in einem Ort wird immer seltener.
Oft erlebe ich, dass das Thema vorübergehende häusliche Pflege, also die Möglichkeit dieser, absolut exkludiert wird. Also schon als reine Grundannahme. Es beißen sich bei diesem Gesellschaftsthema alle Parteien die Zähne aus. Ich verstehe dass man, wenn man berufstätig ist, nicht einfach mal von heute auf morgen seinen Job und gewohntes Leben quittieren kann, weil man urplötzlich Mutter/Vater/Onkel/Oma etc. pflegen muss. Würde mir genauso gehen. Lösung? Pflegekapazitäten erhöhen ambulant und volle Heimbetreuung. Aber das kostet alles ein Haufen Geld ! Und da liegt der Hase im Pfeffer. Man kann nur die Kapazitäten erhöhen, oder die Versorgungsstrukturen entlasten auf natürlichem Wege, indem "wir" aufhören alles medizinisch auszureizen. Da müssen dann aber alle Beteiligten ehrlich miteinander umgehen. Man darf ja nicht vergessen, mit Gesundheit kann ja mittlerweile auch Geld erwirtschaftet werden (habe ich mal irgendwo gelesen).
Und an dieser Stelle müssen wir uns als Gesellschaft fragen: Quo vadis (Wohin gehst du?).
Ja wo wollen wir denn hin?
Das ewige Leben gibt es nicht.
Punkt.
Was sind unsere höchsten ethischen Werte und Prinzipien zu Lebzeiten. Ab wann darf man sterben.



Entschuldigt ich bin ein wenig am Threadthema vorbei, ich wollte ein wenig Galle ablassen.
Ich habs in meiner eigenen Familie gesehen und erlebe es auch in meiner Nachbarschaft: ambulanter Pflegedienst ist vital/ essentiell ! Damit erhöht man die Lebensqualität und das Lebensglück ungemein. Gesundheit-Prävention-Pflege-Patientenwille das ist ja alles ein Konglomerat. Vielleicht sollte man auch abwägen, ob eigene Lebensführung sich in Beitragszahlungen abbilden soll? Jemand der 50 Jahre geraucht hat, wird sicherlich mehr Ressourcen verbrauchen als jemand der 50 Jahre nicht rauchte (nur ein Bilderbuchbeispiel). Ich finde man muss vielmehr die primärpräventiven Reize stärken ! Deswegen bin ich stark dafür dass man sowas bereits in der Schule behandelt. Für einen Wandel bedarf es eh Jahrzehnte.
Weil es geht schon, man kann rüstig alt werden wie Oma Erna. Dazu Gehören: Genetik-Lebensweise (Rauchen, Bewegung, Alk, Ernährung) und halt auch Glück/Schicksal. Manche Menschen haben halt Pech und kriegen trotz gesunder Lebensweise eine schwere Diagnose und werden ein Pflegefall. Das sind zum Glück statistische Ausnahmen.

Die Zuzahlungspflicht von 100 000 € willkürlich runterzunehmen halte ich für gewagt und nicht zumutbar. Es muss eine andere Lösung her. Ich weiß nicht wie man sich spontan über 3000 Euro monatlich aus dem Ärmel leiern soll. Ich denke dieses neue Gesetz, welches ja kommen muss, wirds natürlich nicht lösen. Und ich befürchte dass durch diesen Kostendruck auch das Thema Sterbehilfe in Zukunft wieder beleuchtet wird und dieses mal dann politisch liberaler. Und das fände ich dann richtig pervers.

Achso, irgendwo las ich von der Idee eines allgemeinen gesellschaftlichen Beitrags. Ich denke auch dass es nicht schaden kann, nach der Schule ein wenig mit anzupacken. Aber frische Schulabgänger können und sollen nicht die examinierte Pflegekraft ersetzen. Und man muss bedenken. Selbst wenn so eine Taetigkeit für junge Menschen nur so definiert ist: Fahr einfach zu Oma Meier und bringe ihr den Einkauf hoch. Kann es immer noch sein, dass Ömchen Meier dann in der Wohnstube auf dem Boden liegt, vollgekotet ist oder dergleichen.
Als ich mein Pflegepraktikum damals unmittelbar vor dem Studium absolvierte (als Medizinstudent muss man 3 Monate in der Pflege praktizieren), also ich kam gerade frisch vom Abitur und dann gleich rein ins Pflegepraktikum, da war das allererste was man von mir selbstverständlich abverlangte ungefähr so: Morgens war Waschrunde auf Station..... " hey du Praktikant, geh mal ins Zimmer, hilf in waschen (also Geschlechtsteile), zuvor saß der Patient aber auf Klo und ich durfte ihm den Pöcker abwischen" , Eiskalte Feuertaufe war das. Im Prinzip hat man mir als Praktikant damals alles was Körperpflege betrifft mit abverlangt.

Freue mich auf eine interessante Weiterdiskussion.

BG


2x zitiertmelden

Pflegenotstand in Deutschland

17.06.2026 um 19:47
Zitat von KurlandKurland schrieb:Freue mich auf eine interessante Weiterdiskussion
da gibt's mMn nichts hinzuzufügen, weil das alles sowas von wahr ist.

Was du z.B. auch aus dem Pflegeheim-Alltag beschreibst, sehe und sah ich auch bei vielen Familien.

Alles nur noch traurig und es kann einem grauen, alt zu werden, sofern man es nicht verhindern kann, ein Pflegefall zu werden.

Und was das Ausreizen der medizinischen Möglichkeiten betrifft, das sehe ich alles ganz genauso.


melden