zaeld schrieb:
Optimist schrieb:In einer Fernsehsendung hörte ich gerade folgende Worte bezüglich des Kapitalismus:
"Unendliches Wachstum ist die Logik einer Krebszelle"
Diesen Vergleich finde ich sehr passend
zaeld schrieb:Ist er aber nicht, denn Kapitalismus benötigt kein Wachstum. Er kommt auch mit Stagnation problemlos zurecht
ja, schön wäre es. Sag das mal denjenigen, die immer davon reden, dass das Bruttosozialprodukt jedes Jahr steigen muss.
abbacbbc schrieb:Wir haben halt oft Reformen und Anpassungen über Wachstum aussitzen können
so siehts aus.
Und das wird sich wohl nie ändern, solange der Weg des geringsten Widerstandes genommen wird.
mitH2CO3 schrieb:Kapitalismus per se ist nicht schlecht, wenn er durch staatliche Rahmenbedingungen gebändigt wird.
Der Turbokapitalismus ist die entfesselte Form des Kapitalismus, der zu unkontrollierbaren Wachstum führt, und damit system- also demokratiegefährdend werden kann
Dieser Turbokapitalismus war sicher auch gemeint.
Den haben wir doch schon partiell, indem Monopole bestimmen, wie es alles läuft, sich mit ihrem Geld viele Lobbyisten leisten kann.
Mittelständler z.B. haben nicht genug Geld und Einfluss um Gesetze durchzudrücken.
In der Sendung gings z.B. u.a. darum, dass ein Dorf weichen musste für einen Kohletagebau und anderer Raubau an der Natur.
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ApexOne schrieb:Wenn unendliches Wachstum die Logik einer Krebszelle ist, welche Logik haben Zellen die gar nichts tun und miternährt werden? Was sollte ein Organismus mit ihnen machen?
Da brauche ich einen passenden Vergleich, hast Du da was?
Die paar - prozentual gesehen - "faulen" Zellen (im Vergleich zu denen die nützlich sind) füttert ein Organismus problemlos durch.
Krebszellen haben aber erst recht keinen Nutzen und können einen Organismus töten.
Ich habe dem Copilot von Edge mal folgende Frage gestellt:
"arbeiten" Krebszellen und falls ja, was für eine Aufgabe haben diese?
KI (unterstreichung durch mich):
Krebszellen arbeiten tatsächlich – aber nicht im Sinne einer sinnvollen Aufgabe für den Körper.
Sie sind aktive, hochstoffwechselnde, energiehungrige Zellen, die aber keinen Nutzen mehr für den Organismus haben.
Ihre „Arbeit“ besteht im Grunde darin, sich selbst zu erhalten und zu vermehren, und genau das macht sie gefährlich
Wen diese Zellen darstellen, diese Bewertung überlasse ich jedem selbst.
ApexOne schrieb:Sachliche Fragen die zusammenhängen, angenommen der Konsum stagniert wie gewünscht:
- braucht es noch Lohnerhöhungen? wenn nein, aus was zahlen wir die Staatsschulden?
1.:
Staatschulden werden sowieso nie vollständig zurück gezahlt, soviel ich weiß, sondern es geht mehr um die Zinszahlungen - diese dürfen nicht zu hoch werden.
2.:
Vielleicht die Arbeit im unteren und mittleren Lohnbereich nicht mehr oder nur sehr gering besteuern und dafür mehr die Produkte besteuern (nicht die MWSt anheben, sondern über höhere Preise meine ich und Lebensmittel natürlich nur gering besteuern). Dann wird automatisch weniger konsumiert und alles ist nachhaltiger. Vielleicht werden dann evtl. auch wieder mehr Geräte hergestellt, die länger halten.
Hohe Löhne müssten natürlich weiterhin ausreichend besteuert werden.
Auch die Gewinne weiterhin besteuern.
Frag mich jetzt aber bitte nicht wie hoch die Steuern sein sollen, ich bin kein BWLer
Der Staat wird die Steuern und Gebühren erhöhen, die Firmen werden immer weniger haben, und dann?
wer sagt denn dass die Firmen weniger haben müssten, wenn die Besteuerung der Arbeitskraft im unteren Level der Löhne wegfällt oder viel geringer ist?
- wenn die Länder aus denen wir importieren die Preise erhöhen, wie zahlen wir das? Weniger kaufen, sprich noch weniger konsumieren?
weniger Konsum und nachhaltiger leben kann nie schaden, finde ich.
- wenn wir weniger konsumieren weil wir mehr zahlen und immer noch das gleiche Geld zur Verfügung haben, aus was zahlen wir den Sozialstaat der hier wachsen soll ? (lol, da darf es schon Wachstum geben!)
wer sagt denn, dass der wachsen soll? Der soll wenigstens nicht weiter abgebaut werden.
- wenn man die Lücke mit Substanzssteuern finanziert (Vermögen, Milliardär, Erbschaft), was machen wir wenn die Substanz weg ist?
Dann müsste man halt so klug und geschickt besteuern, dass die Substanz nicht weg geht.
Ich habe gelernt, dass sowas in manch anderen Ländern möglich ist.
Wozu gibts die Politiker, wofür werden die bezahlt und haben Wirtschaftsberater?
Die müssen sich einen Kopf über das WIE machen.
Im Moment siehts aber nach wie vor so aus, als wollen sie immer weiter nur "unten absaugen".
Bei sich selbst fangen die auch nie an, den Gürtel enger zu schnallen, obwohl sie dann keinesfalls "verhungern" würden.
Am unteren Ende, die sind aber schon am Limit, wenn demnächst die Preise weiter steigen und weiterhin gesagt wird: die kriegen keine Erhöhung, haben sie nicht verdient die faulen Säcke, der Lohnabstand ist zu gering...
Und ja, ich bin doch auch dafür, dass diejenigen die jung, gesund und noch kraftvoll sind, auch mehr gefordert werden müssten zu arbeiten (z.B. junge Männer 😉)
Es sollte sich jedoch nicht an denjenigen abgearbeitet werden, die diverse
Einschränkungen (physisch und psychisch) haben, aber dennoch nicht als arbeitsunfähig gelten.
Wozu solch ein Aufwand, wo der Nutzen nur sehr gering wäre?