martenot schrieb:Wobei die Aufgabe dann lauten wird, auch große Städte weitgehend zu entvölkern, weil sich hier überwiegend Menschen tummeln, die dem völkischen AfD-Anspruch nicht entsprechen (in den Großstädten leben nämlich nach wie vor bunte, (auch politisch) diverse Gesellschaften und es gibt eine bunte vielfältige Kultur. Also lauter Menschen und Dinge, die die AfD wohl eher loswerden will.
Es gibt grundsätzlich Radikale bzw. Extremisten die sogar für Bevölkerungsschwund wären; die hätten lieber ein "kleineres aber reineres Deutschland", soweit gehen die. Manche argumentieren damit, dass homogenere/autochtonere Gesellschaften in Europa mitunter auch kleiner wären, mit Verweis auf Nachbarländer - oft in Osteuropa.
Dass damit aber oft auch volkswirtschaftlichere Kraft verloren geht bzw. ein weiterer Schwund der Bevölkerung (denen geht es ja oft auch um Migration und vermeintliche Abwehr 'Kulturfremder' als Wurzel allen Übels) wg. geringer Geburtenrate einhergeht - Südkoreaproblem etc - scheint jenen nicht einzuleuchten oder egal zu sein. Oder sie glauben ggf,. dass Zuwanderung nur aus bestimmten Ländern oder Kreisen ausreichen würde. Hier kommt dann aber teils auch wieder die generelle Fachkräfte-Thematik ins Spiel.
Man muss es mal ganz nüchtern betrachten: Der MENA (Middle East; North Africa) Zuwanderer ist vielleicht Feindbild von Karl Heinz aus der tiefsten Provinz in Sachsen oder Bayern oder sonst wo aber er übernimmt am Ende auch relevante Jobs für die sich die gleiche Person zu fein wäre oder zu inkompetent - ob das ne Reinigungskraft oder ein Arzt ist.
Das tangiert für mich wieder das Kernproblem: Schubladendenken. Ja, ich verstehe soziokulturelle und soziopolitische Probleme die mit breiter Einwanderung einhergehen können. Das negiere ich gar nicht. Da muss man feinjustieren. Aber es werden von vielen letztendlich Leute über einen Kamm geschert und pauschalisiert, die einfach aus deren Sicht quasi nur die falsche Herkunft oder Hautfarbe bzw. Ethnie haben.
Es wird nicht auf den individuellen Charakter geschaut, es wird einfach stumpf in gut und böse bzw. potenziell gut und böse eingeteilt.
Dass das töricht ist dürfte jeder Person mit genug Intelligenz und Weitsicht einleuchten. Dass es närrisch ist, da es eine verzerrte Wahrnehmung und ein verzerrtes Weltbild aufzeigt auch. Nur weil jemand helle/dunkle Hautfarbe bzw. Abstammung XY hat ist die Person nicht automatisch gut, böse, (un)produktives Mitglied der Gesellschaft in der sie lebt.
Leider ist diese Erkenntnis nicht allen wirklich klar. Oder es wird dann relativiert mit "Ja kann sein aber dennoch sind XYZ im Schnitt dann mehr/weniger auffällig". Aber das ist eine "slippery slope" - mit fällt gerade kein passender Deutscher Begriff ein - auch wenn man in gewissen Fällen damit argumentieren kann und etwaige Statistiken einem argumentativ hierfür eine Grundlage geben (Kriminalität ggf.)
Nach den Ausschreitungen in England von der brutalen Messerattacke (Abscheulich!) habe ich nämlich genug Leute gesehen, die in Wut und Emotion Angriffe auf beliebige Leute rechtfertigten, die einfach nur fremd/migrantisch/whatever aussahen. Da hat die Logik komplett ausgesetzt. Man hat einfach 'alle' in einen Topf geworfen.