ickebindavid schrieb:Auf die Schulter kann man sich klopfen lassen wenn man auf diese scheiss Propaganda hereinfällt. Wer nicht merkt wohin diese Gesellschaft driftet, den kann ich persönlich nur noch verachten. Oder nicht ernst nehmen.
Man möge mir den vlt. zu salopp formulierten Satz im Zitat von mir oben verzeihen.
Aber was ich im Grunde ja sagen will ist:
Es ist relativ leicht, sich mit Gleichgesinnten beim politischen Gegenüber zu einigen, dass es ein Problem, Wahnsinn, Scheiße, schlecht, etc. ist.
Anstrengender ist in aller Regel (je nachdem auf welcher Ebene) der Diskurs mit dem politischen Gegenüber.
Auch "AfD ist Scheiße" (Beispiel) ist ein Feedback. Leute die zustimmen, werden nicken. Aber spätestens wenn ich mir Deradikalisierung als Ziel setze, muss ich überlegen ob/wie ich ein Gegenüber erreichen kann.
Niemand muss sich das antun. Es gibt Stellen dafür. Aber ich sage mal: Man hat immer als Individuum die Möglichkeit, daran teilzunehmen - über Diskurs auf Social Media. Ne starke Zivilgesellschaft braucht das Individuum, nicht nur irgendeine NGO oder Institution. Ich werde ein Gegenüber nicht zum Nachdenken anregen wenn ich es stumpf beleidige. Ich kann es beleidigen oder seine Standpunkte ablehnen, alles gut. Aber ich erreiche jemanden ggf. dann nicht (so) nachhaltig als wenn ich die Kommunikationsstrategie anpasse.
Man möge mich nicht falsch verstehen, ich sag nicht jede/r hier soll jetzt anfangen den Diskurs von ad-hominem etc. weg zu mehr nachhaltigem Diskurs zu verschieben, zu bekehren. Ich mach mir auch nicht immer die Mühe online.
Aber wenn man mich fragen würde, was in Summe die beste Strategie wäre, vor allem mit Hinblick auf die allgemeine Diskursqualität auf den breiten Social Media Plattformen? Definitiv eine sachlichere Argumentation, die versucht, harte Punkte beim politischen Gegenüber aufzubrechen. Offene Fragen stellen, zum Nachdenken anregen. Beleidigung etc. geht auch aber da gehen mental meist nur dann Gitter runter und man blockt ab für Argumente. Stimmen dann ggf. andere zu, aber die Person oder auf der Kippe stehende Dritte werden so nicht so effektiv erreicht.
Edit:
Optimist schrieb:mal eine gutgemeinte Anmerkung ganz direkt zu deinem Beitrag:
Leider glaube ich, dass nicht Alle Lust und Ausdauer haben, solch einen langen Beitrag vollständig zu lesen (meine Erfahrung halt, dass viele Menschen SO "gestrickt" sind.
Und so könnten einige deiner guten Gedanken verpuffen.
Das Risiko ist mir generell bekannt, dann ist es so. Ich überlege künftig aber mehr "Kurzversionen" reinzupacken. Notfalls können Leute ja KI fragen, zusammenzufassen
:D