Leitsgeheier schrieb:Dein Vergleich in allen Ehren, aber ich finde, er hinkt.
da hast Du mich missverstanden. Das war ein bewusst ins Extreme getriebene hypothetische Annahme. Mir ist natürlich klar, dass es weder die Gruppe A noch B in der Wirklichkeit gibt, dass Gewalt in der Öffentlichkeit und Gewalt im Heim Hand in Hand gehen und es deshalb solche Gruppen A und B in purer Form gar nicht geben kann.
Es ging mir darum, wie Taten das Sicherheitsgefühl der Menschen berühren und damit, wie stark die Resonanz auf solche Taten in der Öffentlichkeit ausfällt.
Und da kann ich für mich sagen, dass
a) Gewaltverbrechen innerhalb eines Kriminellenmillieus, also wenn ein Drogenhändler einen anderen Drogenhändler umbringt oder ein Zuhälter einen andern Zuhälter zusammenschlägt, mich solange übrhaupt nicht berühren, solange diese Dinge "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" stattfinden. Ich gehöre keinem kriminellen Millieu an, verkehre in keinem kriminellen Millieu, daher interessiert mich nicht, was die da treiben, solange unschuldige Dritte da nicht hineingezogen werden.
Etwas zynisch würde ich sogar sagen, dass ich es begrüße, wenn ein Krimineller einen anderen Kriminellen umbringt, reduziert das doch die Zahl der Kriminellen...
b) häusliche Gewwalt mein Sicherheitsgefühl nicht berührt. Wer nicht Partner/Kind einer zu häuslicher Gewalt neigenden Person ist, der ist da nicht gefährdet, auch wenn die Gesamtzahl solcher Vorfälle steigt, und wer mit einer zu Gewalt neigenden Person zusammenlebt, zusammenleben muss, hat auch keinen Gewinn daraus, wenn die Gesamtzahl solcher Vorfälle sinkt.
Aus a) folgt gleich auch noch eine Antwort für
@RayWonders zum Thema Yakuza: die "arbeiten" in Japan jedenfalls sehr "leise". Liegt sicher auch an der Art, wie in Japan Polizei und Politik damit umgehen, nämlich die weitgehend in Ruhe lassen, wenn sie unter sich bleiben und massiv einschreiten, wenn sie für die Öffentlichkeit sichtbar werden.
Abseits davon muss man noch bedenken, dass die Yakuza inzwischen große Nachwuchsprobleme hat. Wie überall in Japan, aber dort noch mehr als anderswo, da auch kulturelle Veränderungen das Interesse der Jugend hat schwinden lassen. 1963 hatten die verschiedenen Yakuza Organisationen nach Polizeischätzungen rund 180.000 Mitglieder, um die Jahrtausendwende waren es noch um die 80.000, 2010 dann nur noch 60.000 und inzwischen unter 20.000, wobei rund die Hälfte der Mitglieder über 50 Jahre alt ist, 11,6% über 70, aber nur 5,4% unter 30. (Quelle:
https://www.asahi.com/articles/DA3S15592618.html )
Kurzum, selbst wenn 1 Mio Japaner nach Deutschland kämen, würde die Yakuza wahrscheinlich kein Problem darstellen, weil die derzeit eher gegen das Aussterben kämpft als neue Märkte erschliessen kann...
RayWonders schrieb:wenn in der AfD Politiker auffallen durch Rechtsextremistische oder anderweitig grenzwertige Aussagen oder Postings oder sowas dann kommt man immer schnell mit der Erklärung das seien doch alles nur Einzelne Personen und die stehen nicht für die Gesamtheit der Partei.
wenn mehrere Syrer Gewaltverbrechen begehen wird hier so ein Thread aufgemacht und es wird die gesamte Volksgruppe in einen Topf geworfen auch von genau denen die bei der AfD sich auf Einzeltäter berufen..
hier nun hoffe, Dich missverstanden zu haben: Du willst doch hoffentlich nicht ernsthaft "Aussagen oder Postings" einerseits und "Gewaltverbrechen" andererseits auf eine Stufe stellen?
Eine Aussage, ein Posting, so hetzerisch, hasserfüllt und abscheulich es auch sein mag, kann nie auch nur ansatzweise das Level einer Gewalttat erreichen.