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Degowski kommt frei nach fast 30 Jahren

62 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Gladbeck, Geiseldrama

Degowski kommt frei nach fast 30 Jahren

12.03.2018 um 17:58
St89 schrieb:Wer ein kleines Mädchen als Geisel nimmt und die Waffe an ihre Stirn hält mit den Worten "Sonst knall ich sie ab!" ist auch nicht viel besser...
Ich will keine Haarspalterei betreiben, aber das war nicht Rösner, sondern Degowski.
Thalassa schrieb:Alles in allem halte ich sowieso Rösner für den Haupttäter und Degowski eher für einen Mitläufer,
Den Eindruck hatte man (zumindest als Fernsehzuschauer) schon 1988 während der Tat.


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12.03.2018 um 19:41
AlteTante schrieb:Ich will keine Haarspalterei betreiben, aber das war nicht Rösner, sondern Degowski.
Neeeee, das war Rösner! Währenddessen war D. im Bus und kurz danach hat er den Jungen erschossen, der zu seiner Schwester wollte, mit der Rösner draußen war.
Zwei Polizeibeamte nahmen ohne Weisung der Einsatzleitung Rösners Freundin fest, als diese die Toilette der Raststätte aufsuchen wollte. Wer die Anweisung über Funk zum Zugriff gegeben hatte, konnte im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden. Rösner und Degowski verlangten die sofortige Freilassung und drohten, nach fünf Minuten eine Geisel zu erschießen. Obwohl die Einsatzleitung die sofortige Freilassung Löblichs befahl, kam es zu Verzögerungen (Löblich war bereits mit einem Fahrzeug weggefahren worden, der Schlüssel in den Handschellen war abgebrochen). Noch innerhalb der Frist schoss Degowski dem fünfzehnjährigen Italiener Emanuele de Giorgi, der seine neunjährige Schwester schützen wollte, in den Kopf. Erst eine Minute später konnte Rösners Freundin freigelassen werden. De Giorgi verblutete, da kein Rettungsfahrzeug mit Sanitätern zur Erstversorgung bereitstand. Die Polizisten, die Löblich festgenommen hatten, beriefen sich später auf Notwehr.
Quelle


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12.03.2018 um 20:46
@Sungmin_Sunbae
Danke für deine ausführlichen Schilderungen.
Ich kam nicht vorher zum Antworten. Sorry.
Sungmin_Sunbae schrieb:Eine Menge. Wenn ich von den Degowskis rede, meine ich natürlich auch die ganzen Mörder, Körperverletzer und Vergewaltiger.
Das ist mir völlig klar, hab ich auch so verstanden.
Sungmin_Sunbae schrieb:Da dies nicht wirklich einfach ist, braucht man eben Personal und da die finanziellen Mitteln eines Staates begrenzt ist und wenn man gewisse Dinge vorbeugen will, einen größeren Aufwand betreiben
Aber da ist ja schon ein nicht unbeachtliches Problem. Deshalb meine Frage, was der kleine Bürger tun kann. Im Endeffekt ist man auf die Mithilfe des Staates angewiesen.
Sungmin_Sunbae schrieb:Erst seit einigen Jahren gibt es Präventivstellen, wo Pedofile sich kostenlos therapieren lassen können.
Es ist wirklich so, dass es sehr viele Pedofile gibt, die es leid sind, Pedofil zu sein und die auch wirklich alles getan haben, um einen Kind nichts anzutun. Diesen menschen muss man jedwede Unterstützung zusagen.
Wie viele Pädophile nehmen das in Anspruch?
Es gibt Drogenhilfe, Suchtberatung, Selbsthilfegruppen für Alkol- und Drogenabhängige. Wie viele wollen sich überhaupt helfen lassen?
Es gibt Bordelle und dennoch werden Frauen vergewaltigt.
Leider steht meist bei solchen Tätern der Gewalttrieb im Vordergrund. Und bei einigen eben auch die Lust am Töten.
Sungmin_Sunbae schrieb:Damit sich aber wirklich was bewegt- da will ich ehrlich sein - müssen viel mehr mitmachen und ein anderes Bewusstsein über die Problematiken muss her. Ich rege mich ja auch darüber auf, denkt nicht, einer wie ich würde das toll finden...
Es hilft aber nicht.
Das sind aber ja alles Dinge, die eben präventiv wirken und die Quote an Verbrechen mildern sollen. In wieweit das realistisch und umsetzbar ist...Nunja, schön wär es. Eine Welt ohne Verbrechen, Kinderschänder etc...eben utopisch schön.

Es ging aber ja in der Umfrage nicht darum, die Rechtssprechung zu ändern. Dass die Umfrage das nicht bewirkt, dürfte klar sein. Es ging doch darum, ob man es richtig findet, dass Degowski freikommt. Nur um die einzelnen Meinungen eben.

Degowski hat seit frühester Jugend großes Gewaltpotential gezeigt. Selbst eine vorangegangene Haftstrafe hat ihn von der nächsten Straftat nicht zurückgehalten. Menschen haben hierdurch ihre Leben gelassen. Und wie skrupellos muss man sein, ein kleines Kind töten zu können?
Die einzige sichere Prävention in so einem Fall ist mMn nur eine lebenslange Haftstrafe.


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12.03.2018 um 20:56
Die Befürworter werden sich spätestens dann wundern, wenn Degowski den nächsten gekillt hat


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13.03.2018 um 02:00
Ich selbst habe jetzt für "ja" gestimmt.
Das kann ich aber wahrscheinlich nur, da ich an dieser Sache nicht beteiligt bin.
Ich weiß auch gar nicht, wie ich mich jetzt ausdrücken soll, um meine Meinung zu begründen. Habe das Gefühl, ich finde nicht die richtigen Worte.
Solch eine Tat kann man nicht wieder gut machen. Ich halte allerdings nichts davon, dass wir Menschen uns in die Position stellen, einem anderen Menschen für immer seine Freiheit - was für mich das höchste Gut ist- zu nehmen.
Er hat eine Strafe bekommen und diese nun abgesessen, also hat er für mich eine neue Chance verdient. Obwohl "eine neue Chance" für mich auch irgendwo eine Floskel ist.

Ich bin noch jung und habe dementsprechend damals die Entführung nicht miterlebt.
Habe nur zahlreiche Dokus geschaut und eben jetzt den Film.
Ich kann mir nicht genau erklären wieso, aber ich hatte während des Films öfter mal Mitleid mit den Tätern.
Ich stelle es mir am Schlimmsten vor mit Schuld leben zu müssen. Ich glaube ganz fest daran, dass wenn man anderen so viel leid zugefügt hat, man selbst keinen Frieden mehr mit sich hat. Darüberhinaus hat er endlos lange Zeit im Gefängnis gesessen.

Diese Freilassung als "Schlag ins Gesicht für die Angehörigen" zu betiteln, halte ich übrigens für Blödsinn.
Ich wünsche allen Angehörigen, dass sie keinen Groll mehr hegen, denn Hass zerfrisst die Seele.

Auf der anderen Seite kann ich aber auch alle Gegenargumente - manche mehr, manche weniger- nachvollziehen.
Es ist ein schwieriges Thema.


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13.03.2018 um 11:55
Rotkäppchen schrieb:Wie viele Pädophile nehmen das in Anspruch?
Es gibt Drogenhilfe, Suchtberatung, Selbsthilfegruppen für Alkol- und Drogenabhängige. Wie viele wollen sich überhaupt helfen lassen?
Nach wie vor, ist es auf bestimmte Städte reduziert.

Angefangen hat es mit der Charité in Berlin, im Jahre 2005. Das Programm heißt: Kein Täter werden.
Danach kamen viele Stiftungen dazu, wie die Volkswagenstiftung und wie die Opferorganisation Hänsel und Gretel.
Mittlerweile wird das Projekt auch an Standorten in
Kiel, Regensburg, Leipzig, Hannover, Hamburg, Stralsund, Gießen, Düsseldorf, Ulm und Mainz angeboten. Darüber hinaus gibt es seit 2015 eine Nebenstelle des Regensburger Standortes in Bamberg. Die Standorte haben sich im Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden" zusammengeschlossen und arbeiten nach gemeinsamen Qualitätsstandards. Weitere Standorte sind geplant.
Wikipedia: Kein_Täter_werden

Die einzige Zahl, die ich die wirklich anbieten kann, ist aus dem Jahre 2016.
Da ist, die rede von 7075 Patienten die an einer Therapie teilnehmen oder teilgenommen haben.
Aus anderen früheren Artikeln weiß ich aber, dass es zumindest früher so, dass die Kapazitäten nicht ausreichend waren und mehr mitmachen wollten, als man selber dachte.
2016 Hat man auch die erste Analyse gemacht, mit dem was anfangen kann.
251 Patienten die ihre Therapie schon 5 Jahre hinter sich haben, sind bis dato nicht straffällig geworden, zumindest offiziell.
Inoffiziell kann es natürlich keiner wissen aber die Zahlen wirken gut.
https://www.n-tv.de/panorama/Wo-Paedophile-ihren-Trieb-kontrollieren-lernen-article18928881.html

Immer noch gibt es in vielen Städten dieses Angebot nicht und immer noch ist die Konstruktion die das betreuen soll, suboptimal.
Dazu kann man, wenn man sich ein wenig auf die Suche macht, einiges finden.
Manche Psychiater regen sich fürchterlichst darüber aus, dass die Politik, die Öffentlichkeit im Bezug auf die Pädophilie und Kindesmissbrauch wenig Ahnung haben, es verschiedene arten gibt und dementsprechend die Leute ausgebildet werden müssen. Das Unterscheidungsmerkmal von Kernpedofilen( also nur auf Kinder sexuell reagierende Personen) sind lächerliche Sachen wie das Kindheitsschema. Was will man damit anfangen? Deren Gehirn interpretiert dieses Schema sexuell. Gegen sowas kannst du kein Medikament entwickeln, was mit unseren Erkenntnisstand im Einklang steht.
Chemische Kastration hilft vielleicht bei allen Kernpädophil dabei, den Druck als solches zu minimieren aber das hilft gegen sadistische menschen nicht viel. Und auch hier ist alles suboptimal aufgebaut.
Ein Fünftel der Patienten nimmt Präparate ein, welche wirksam die sexuellen Impulse dämpfen", sagt der Arzt. Um sich diese verschreiben zu lassen, brauchten Pädophile spezialisierte Anlaufstellen.
"Anlaufstellen müsste es in jedem Bundesland geben", sagt Beier, "um denen Hilfe anzubieten, die Verantwortung für ihre pädophile Neigung übernehmen wollen.
https://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/143867/index.html

In der Sache ist das alles sehr komplex. Rein nach einem Reiz Reaktionstext haben 25% der Männer eine Erregung, wenn sie Kinder sehen.
Mediziner unterscheiden mehrere Tätertypen
Der Mediziner unterscheidet mehrere Tätertypen: "Die, die erst eine Beziehung eingehen mit den Kindern, sind meistens die, die nicht gewalttätig sind. Sie lassen dem Kind auch einen gewissen Entscheidungsraum. Die gewalttätigen hingegen benutzen das Kind oft wie einen Fetisch, wie einen attraktiven Gegenstand und nicht wie eine Person, und die sind für die Kinder die noch schädlicheren."
"Die männliche Sexualität hat etwas sehr Unspezifisches, sie ist relativ wahllos, was die Stimulation betrifft", erklärt Sexualtherapeut Berner. "Wir wissen, dass etwa ein Viertel aller Männer auf kindliche und pubertierende Körper mit sexueller Erregung reagieren können. Das heißt aber nicht, dass ein Viertel der Männer pädophil sind, sondern die meisten denken ihr Leben lang nicht an solche Dinge."

Ein bis drei Prozent der Täter, die Kinder oder Jugendliche sexuell missbrauchen, sind "Kernpädophile". Darunter versteht man Erwachsene, die sexuell ausschließlich von Kindern unter zwölf Jahren erregt werden. Jedes Jahr werden 15.000 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland offiziell bekannt. Die Dunkelziffer liegt bis zu fünfmal so hoch.
Verstehst du die Problematik, die Verzwicktheit, wenn es darum geht, eine ERSTTAT zu verhindern? Viele der Kinderschänder sind keine reinen pädophilen,einige sind überhaupt nicht pädophile. Viele von denen haben einen massive Beziehungsstörung, woraus sich diese Gewaltphantasien mit der Zeit entwickeln.
Wir können all diese dinge nicht eindämmen, wenn wir kein Bewusstsein dafür aufbauen, nur dann traut sich die Politik Programme zu entwickeln, die diesem Problem gerecht wird.
Rotkäppchen schrieb:Degowski hat seit frühester Jugend großes Gewaltpotential gezeigt. Selbst eine vorangegangene Haftstrafe hat ihn von der nächsten Straftat nicht zurückgehalten. Menschen haben hierdurch ihre Leben gelassen. Und wie skrupellos muss man sein, ein kleines Kind töten zu können?
Die einzige sichere Prävention in so einem Fall ist mMn nur eine lebenslange Haftstrafe.
Dann muss man entsprechend ein Justitsystem aufbauen, was in sich schlüssig ist.
Ich sage gar nicht, dass ein Dagowski nicht im Knast bleiben soll.
Die Gesetzt die Existent sind, geben das aber so nicht her.
Nach einer bestimmten Zeit kann man nur noch die Sicherheitsverwahrung anwenden und die Gerichte kippen in der Regel diese Beschlüsse. Das machen sie ja nicht aus Jux und dollerei, sondern weil sie sich mit der Verfassung auseinandersetzen.
Man muss halt dementsprechend in gewissen Bereichen die Verfassung Stringent ändern und gleichzeitig dabei Kompatibel mit dem Rest der Verfassung sein. Das ist gar nicht so einfach aber möglich.


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13.03.2018 um 19:36
Sungmin_Sunbae schrieb:Aus anderen früheren Artikeln weiß ich aber, dass es zumindest früher so, dass die Kapazitäten nicht ausreichend waren und mehr mitmachen wollten, als man selber dachte.
Aber das sollten doch auch Leute in die Hände nehmen, die was davon verstehen.
Nicht jeder ist ein Therapeut.
Ich würde mir nicht zutrauen, einen potentiellen Gewaltverbrecher oder Kinderschänder zu therapieren.
Sungmin_Sunbae schrieb:Chemische Kastration hilft vielleicht bei allen Kernpädophil dabei, den Druck als solches zu minimieren aber das hilft gegen sadistische menschen nicht viel.
Richtig, gegen den Drang zum
Töten hilft es sicher nicht..
Sungmin_Sunbae schrieb:Verstehst du die Problematik, die Verzwicktheit, wenn es darum geht, eine ERSTTAT zu verhindern? Viele der Kinderschänder sind keine reinen pädophilen,einige sind überhaupt nicht pädophile. Viele von denen haben einen massive Beziehungsstörung, woraus sich diese Gewaltphantasien mit der Zeit entwickeln.
Wir können all diese dinge nicht eindämmen, wenn wir kein Bewusstsein dafür aufbauen, nur dann traut sich die Politik Programme zu entwickeln, die diesem Problem gerecht wird.
Ich finde deine Ausführungen wirklich interessant, nur dreht sich momentan sehr viel um Pädophilie und ich bekomme langsam das Gefühl, dass wir alle Schuld haben, dass es überhaupt Gewaltverbrecher gibt, weil wir nicht genügend Verständnis haben und nichts gegen sie unternehmen.
Ich habe einen Fulltime-Job (im Übrigen arbeite ich mit Kindern), wie viele andere auch, deren Existenz, Job und Familien an erster Stelle stehen und die einfach sich und ihre Kinder sicher fühlen wollen.
Sungmin_Sunbae schrieb:Dann muss man entsprechend ein Justitsystem aufbauen, was in sich schlüssig ist.
Ich sage gar nicht, dass ein Dagowski nicht im Knast bleiben soll.
Die Gesetzt die Existent sind, geben das aber so nicht her.
Richtig, aber genau darum ging es doch in der Umfrage. Ob man diese Rechtsentscheidung für richtig hält oder nicht.
Sungmin_Sunbae schrieb:Nach einer bestimmten Zeit kann man nur noch die Sicherheitsverwahrung anwenden und die Gerichte kippen in der Regel diese Beschlüsse. Das machen sie ja nicht aus Jux und dollerei, sondern weil sie sich mit der Verfassung auseinandersetzen.
Man muss halt dementsprechend in gewissen Bereichen die Verfassung Stringent ändern und gleichzeitig dabei Kompatibel mit dem Rest der Verfassung sein. Das ist gar nicht so einfach aber möglich.
Aber dann sehen wir doch eigentlich beide den Kern des Problems gleich...
Es müsste sich grundlegend etwas ändern. Das können wir nicht. Daher verstehe ich schon deinen Wunsch und dein Engagement, was man tun kann, wenn schon die Justiz so entscheidet, dass Schwerverbrecher irgendwann wieder frei rumlaufen dürfen.

Und nach wie vor dürfte ein Degowski meiner Meinung nach nicht wieder frei rumlaufen.

Übrigens beginnt Rösner nun auch nach all der Zeit mit einer Therapie, da er auch auf eine Entlassung hofft.
An der Ehrlichkeit dieser Absicht kann man tippen..


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13.03.2018 um 20:41
Rotkäppchen schrieb:Aber das sollten doch auch Leute in die Hände nehmen, die was davon verstehen.
Nicht jeder ist ein Therapeut.
Ich würde mir nicht zutrauen, einen potentiellen Gewaktverbrecher oder Kinderschänder zu therapieren.
Ist schon klar, die Therapie als solche muss von Experten durchgeführt werden.
Ich meine aber um die Wirksamkeit zu erhöhen, muss man in allen Bereichen Umdenken.
Sich bei der Polizei regelmäßig melden, eine Therapie machen, reicht in meinen Augen nicht aus.
Wir brauchen daneben auch Menschen, die diese auch begleiten.
Über das wie kann man sich viele Konzeptionen ausdenken.
Da haben ja die Zivilgesellschaftlichen Einrichtungen verschiedenste Ansätze und dementsprechend kann man dann sich entscheiden, welche man für sich logisch erachtet oder es für Lohnenswert und wichtig ansieht.
Mein Ansatz ist zwar Allgemein gehalten aber ich weiß, dass nicht jeder zeitlich die Chancen dazu hat.
Ich kann auch alle verstehen, die einfach nicht den nerv dazu haben, weil ihr eigenes leben für die anstregend ist.
Rotkäppchen schrieb:Ich finde deine Ausführungen wirklich interessant, nur dreht sich momentan sehr viel um Pädophilie und ich bekomme langsam das Gefühl, dass wir alle Schuld haben, dass es überhaupt Gewaltverbrecher gibt, weil wir nicht genügend Verständnis haben und nichts gegen sie unternehmen.
Natürlich ist in erster Linie nur der Täter schuld. Der Gesellschaft als solcher würde ich eher keine Schuld geben, da unser Sozialsystem, was ja von der Gesellschaft getragen wird, mit all seinen Fehlern einen Rahmen schafft, wo die allermeisten nicht automatisch ins kriminelle Milieu abrutschen müssen und sich dabei Automatismen entwickeln müssen, wo nur das schlechte im Menschen zum Vorschein kommt. Es gibt selbstverständlich Faktoren, die einem Individuum ziemlich zusetzen können, das alleine würde ich aber niemals als ausrede akzeptieren. Höchstens um daraus Schlüsse zu ziehen.

Um Verständnis geht es des Weiteren gar nicht. Ich kann mich auch an kein Fall erinnern, wo ich einen Mörder oder einen Kinderschänder irgendwas positives abgewinnen konnte. Es geht einzig allein um Prävention. Ich versuche bei solchen dingen, sie so nüchtern wie möglich zu betrachten und natürlich haben nicht alle Menschen Zeit, um hier zu partizipieren.
Ist schon klar, wenn man Fulltime Arbeiten geht oder/und noch Kinder hat, dann sind die Kapazitäten ziemlich erschöpft.
Und wie gesagt, es gibt natürlich auch noch eine Menge Menschen, die aus den verschiedensten Gründen nicht infrage kommen, manche sind ungeeignet,weil sie selber Probleme haben, anderen ist es egal.
Ich spreche ja auch wirklich die an, die auch mal bereit wären, was zu tun.
Rotkäppchen schrieb:Aber dann sehen wir doch eigentlich beide den Kern des Problems gleich...
Im Bezug auf die Strafsystem ja. Ich versuche dennoch die Realitäten zu akzeptieren und das beste daraus zu machen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Realitäten in meinen Leben immer akzeptieren musste, dabei dennoch menschen hatte, die sich für mich eingesetzt haben. Ich weiß vom Fühlen her, wie es ist, wenn fast alles trostlos erscheint und man durch Hilfe von außen sich aus dieser Hoffnungslosigkeit befreit. Es gibt da draußen, neben vielen wirklich bösen menschen auch welche die eine gequälte seele haben und gerade bei denen kommt es darauf an, was für Möglichkeiten man ihnen anbietet.
Und dieser Satz beißt sich auch nicht, mit dem oben angeführten Satz, wonach unser System im großen und ganzen nicht dafür schuld sein kann, dass jemand zum Mörder, Intensivtäter usw wird, denn final trifft jeder seine Entscheidungen selber. Andere können nur Entscheidungshelfer sein, sie können vielleicht einen besseren, positiveren weg schmackhaft machen, etwas was vielleicht sich der einzelner aufgrund seiner Kapazität, Perspektive nicht sehen kann.


Final möchte noch folgendes sagen.
Auch im großen gibt es Möglichkeiten.
In vielen Staaten dieser Erde gibt es die Pflicht, ihren Präsenzdienst zu absolvieren.
Ich möchte gar nicht so sehr in Detail, über den Sinn und Unsinn, sondern darauf hinweißen, dass dieser in Deutschland abgeschafft wurde. Da frage ich mich doch, warum man das damals nicht als anstoß genommen hat, eine Debatte darüber zu führen, ob man stattdessen ein verpflichtendes soziales Jahr ( vielleicht sogar 2) für Männlein und Weiblein einzuführen.
Menschen die schon mitten im leben stehen, kann man natürlich da nicht mehr hinzuziehen.
Wir fokussieren uns da dementsprechend an die, die gerade mit der Schule fertig sind und mindestens 18 Jahre alt sind.
Was spricht eigentlich wirklich dagegen?
Wenn man da als Bürger da eine breitgefächerte Initiative starten würde, wenn würde es schaden, wenn man es versuchen würde?


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