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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

30 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Stuttgart, Homosexuell, Magstadt, Detlef S., Esslingen, Parkplatzmörder
KonradTönz1
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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

15.07.2015 um 14:31
RedRalph schrieb:Wenn er diese Neigungen hatte und sich gleichzeitig dafür hasste, dann war er mit dieser neurotischen Veranlagung auch schon in den Jahrzehnten zuvor eine tickende Zeitbombe.
Kann durchaus sein, dass er seine eigenen verhassten Neigungen an anderen bekämpfte, die diese Neigungen frei auslebten.

Ich kann mir auch einen weitaus banaleren Grund dafür vorstellen, dass er sich auf Homosexuelle spezialisiert hatte: Die einfache Verfügbarkeit der Opfer.
Ein Mensch der sich auf einen sexuellen Kontakt mit einem anderen einlässt ist extrem leicht anzugreifen, weil die alltäglichen Schutz- und Abstandsmechanismen in dem Moment bereits überwunden sind. Orte an denen es ausschließlich um die Anbahnung und Realisierung sexueller Kontakte geht sind daher ideale Jagdgründe für einen der aus reiner Mordlust Menschen umbringen will, ohne sich dabei groß anstrengen zu müssen. Dass Detlef die Signale und die Sprache der Szene beherrschte, war sicher zusätzlich hilfreich.


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

15.07.2015 um 18:26
@RedRalph

ich frage mich, ob solche 'defekte in der sozialstruktur' (gibt's den ausdruck? wenn nicht, dann hab ich den grad erfunden) nicht einfach jahrelang latent in einem menschen vorhanden sein können.

es gibt doch - trotz allem - sowas wie eine hemmschwelle. auch wenn man irgendwelche fantasien hat (und hey, wer hat die nicht, irgendwelche komischen fantasien?!) muss man die ja nicht unbedingt ausleben...
um mal ein völlig banales beispiel zu konstruieren... millionen frauen träumen davon, von karlheinz pitt-clooney-depp verführt zu werden, männer dann eher davon, uschi anderson-ferres-jolie zu vernaschen. nach allen regeln der kunst. unabhängig von der geringen chance, diese fantasie auch auszuleben (die zahl möglicher stalker ist vermutlich recht überschaubar...), sind die meisten menschen wohl damit zufrieden, sich das ganze eben nur im kopfkino vorzustellen.
oder: sexuelle vorlieben. kommt ja oft vor, dass in einer partnerschaft da ein ungleichgewicht herrscht, sofern beide partner da überhaupt drüber reden. manchmal bleiben diese wünsche ja auch unausgesprochen.
aber sobald das ausgesprochen im raum steht (und das muss noch nicht mal was furchtbar abartiges sein), dann gibt es auch nur die möglichkeiten, dass der eine mit unerfüllten wünschen leben muss, der andere ihm zuliebe etwas tut, was er selbst eigentlich gar nicht möchte, oder aber der 'bedürftige' lebt seine bedürfnisse außerhalb des geschützten raumes der partnerschaft aus. was im vorliegenden fall ja offenbar auch geschehen ist...

aber genauso stelle ich mir das auch bei einem mörder vor, wenn man sich das überhaupt vorstellen KANN.
am anfang steht da erst die fantasie, die immer konkretere formen annimmt.
irgendeiner der deutschen serienmörder hat doch auch 'klein' angefangen, indem er das eigene meerschweinchen getötet hat, dann irgendwann auf pferde 'umgestiegen' ist, und als die hemmschwelle dann so weit gesunken war, ermordete er frauen. ich weiß nicht mehr, welcher das war (bin zu faul zum googeln, denn google hätte die antwort..) ;-)
wenn dann die hemmschwelle erst mal überwunden ist und man sich an 'leichten' opfern versucht hat, kann man das dann ja ausweiten... und wenn man in reiferem alter die erste tat begeht, liegt es vielleicht nicht nur an der hemmschwelle, sondern auch am mangel an gelegenheit..

das ist vielleicht das schwierigste: an einen punkt zu gelangen, wo das verlangen groß genug, die hemmschwelle niedrig genug, die vorbereitung zufriedenstellend abgeschlossen und ein opfer vorhanden ist...


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

16.07.2015 um 09:42
@spiky: Das kann in der Tat so sein, wie von Dir beschrieben. Aber alles ist, was ich zum Ausdruck bringen wollte, ist die Hoffnung, dass die Polizei in Stuttgart schon einmal in Betracht gezogen hat, ob der eine oder andere Mord an homosexuellen Männern nicht doch eine Verbindung zu Detlef S. aufweist. Seine Geschichte kann stimmen, sie muss es aber nicht. Gerade bei diesen Leuten muss man alles hinterfragen, was sie sagen. Viele überführte Serienmörder haben einen perfekten Verdrängungsmechanismus und gestehen dennoch weit weniger Taten, als sie tatsächlich begangen haben bzw. gestehen nur das, was ihnen klar nachgewiesen wird, selbst dann wenn sie ohnehin keine Hoffnung haben können, jemals wieder in Freiheit zu kommen.


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

16.07.2015 um 09:57
Morde an Homosexuellen werden in der Regel von Homosexuellen begangen.


Innere Ambivalenz wegen seiner offensichtlich nicht akzeptierten Homosexualität...Externalisierung des gehassten Anteils auf "offene Schwule"...und das Rachemotiv, von einem Schwulen (was er für sich ablehnt zu sein) mit HIV infiziert worden zu sein.

Da braucht es keinen Magic Petermann.

;-)


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

16.07.2015 um 13:39
@RedRalph

ist ja fast logisch. irgendwann verliert man den überblick, lach.

(aber ich frage mich wirklich, ob das nicht möglich ist. also, dass ein serientäter irgendwann anfängt, die taten durcheinander zu werfen, oder nicht mehr auf die reihe zu bekommen)...


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

16.07.2015 um 13:45
@planetzero

ich weiß nicht, ob man das so verallgemeinern kann.

ich hätte jetzt eher gesagt, dass es überwiegend täter sind, die sich im homosexuellenmilieu aufhalten (ohne selbst zwingend homosexuell zu sein...)... es ist ja auch nicht jeder homosexuelle einem 'milieu' zuzuordnen. viele leben völlig normal und unauffällig, u.u. in jahrelanger fester partnerschaft (so ein beispiel gibt es in meiner verwandschaft, derjenige lebte über dreissig jahre mit einem festen partner zusammen, der inzwischen leider verstorben ist. beide etabliert und gut situiert und vollkommen unauffällig...).

ich würde ja eher dazu tendieren, dass täter, die homosexuelle töten, eben selbst nicht schwul sind. und viele homosexuelle wurden opfer von beschaffungskriminalität (stichwort: stricher).
ich verweise auf den fall mooshammer. soweit ich mich erinnern kann, wurde doch in der presse kolportiert, dass sein mörder eben nicht schwul war... aber stricher. und pleite.


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

16.07.2015 um 15:34
egaht schrieb:bei seiner dritten tat ändert detlev aber seinen modus operanti.
er verlässt die einsamen schwulentreffs auf parkplätzen und wählt einen
marktplatz!!!!!!! aus. aus der pistole wird ein messer!!!!!!!!!!!
Das stimmt nicht, der erste Mord war im Mai, der zweite im Juli, die versuchte Tötung mit dem Messer war im Juni (siehe zitierter Artikel im Ausgangsposting).

Es deutet eher darauf hin, dass er das mit dem Messer "mal versucht hat", und dann wieder zurückgekehrt ist zu dem Modus Operandi, der zuvor bereits funktioniert hat.

Wenn man betrachtet, was er im Kofferraum hatte (speziell: Zettel mit Geldforderung und die Handschuhe) vermute ich, dass er auch andere Straftaten begangen hat oder begehen wollte, bspw. Raubüberfälle. Ergibt ja auch Sinn, da er anscheinend verschuldet war.

So richtig zusammenpassen will das in meinem Kopf nicht, alles, was mir an Motivlagen dazu einfällt, scheitert an dem einen oder anderen Aspekt.

Interessanter, seltsamer Fall jedenfalls.


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

07.06.2019 um 17:40
Mir ist dieser Fall (kenne ihn erst seit gestern) auch gleich komisch vorgekommen.
Los ging es mit den Zigarettenkippen am Tatort und der größeren Reichweite (München, Stuttgart, Enfernung der Tatorte).
Es gab nämlich Anfang der 80er Jahre einen (wg nicht identifizierbarer Leichen) mysteriösen Parkplatzmord https://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/ungeklaerter-mordfall-wer-waren-die-toten-bei-erlangen-15562225.htm... nahe Erlangen, bei dem ein Ehepaar hinterrücks erschlagen und bäuchlings auf einem angrenzenden Feld mit dem Benzin aus dem Reservekanister ihres Autos, das der Täter anschließend allem Anschein nach geraubt hatte, verbrannt wurde. Als Tatwaffe kam ein Wagenheber infrage. Am Tatort fanden sich zahlreiche Zigarettenkippen.

Was mir auch aufgefallen ist, war der Selbstmordversuch nach Inhaftierung. Denn diesen begehen meist Serientäter, die über einen längeren Zeitraum ungehindert ihren Bedürfnissen freien Lauf lassen konnten (spontan fällt mir der Görde-Mörder KWW dazu ein).

Zu der Kindheit des Täters ist mir nichts bekannt. Aber häufig sollen die Taten furchtbare Erlebnisse aus der Kindheit (das ist der Regelfall, aber es gibt Ausnahmen) kompensieren.

Mir scheint es auch so, als habe er sich seine Partnerin eher 'gehalten', wie es zb auch Feeder tun.

Mit Inhaftierung (oder Tod) schwinden häufig die Anlässe, zu weiteren Taten zu ermitteln - beendet ist eine Mordserie ja zumindest garantiert.

Ich befürchte, dass es sich bei DS um einen kapitalen Fang handelt. Einen dieser Täter, die sehr selten sind, aber doch mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit auftreten und für die meisten ungeklärten Morde außerhalb des häuslichen Milieus verantwortlich sind, meist mit linearer Historie (selten nicht vorbestraft) - klassische Serienmörder. Für mich weist vieles darauf hin, dass es sich hier um das Vollbild eines Pyschopathen, der keine Empathie mit den Opfern empfinden kann, handelt.

Auch dieser leichtsinnige Ansatz, in aller Öffentlichkeit in das Auto einzusteigen, lässt ein mögliches Spiel mit den eigenen Machtgrenzen annehmen, das diese Täter häufig zeigen. Manchmal wirkt es so, dass Täter sich so auch selbst zu sabotieren versuchen.


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Detlef S. ein Homosexuellenmörder scheinbar ohne Motiv

07.06.2019 um 18:23
Falls noch Interesse an der Doku besteht:

https://www.kabeleins.de/tv/die-spektakulaersten-kriminalfaelle/videos/56-mein-mann-ist-ein-moerder-ganze-folge


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10.06.2019 um 18:31
Danke @E_M
... hatte sie schon vergeblich geSUCHT


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