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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

10 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schweiz, Häusliche Gewalt, Femizi ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

gestern um 19:11
In der Schweiz wird durchschnittlich etwa alle zwei Wochen eine Frau durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner getötet. Trotzdem wird immer wieder darüber gestritten, ob dafür der Begriff Femizid überhaupt sinnvoll ist.

Die eine Seite sagt: Der Begriff macht sichtbar, dass viele dieser Taten nicht zufällig passieren, sondern das Ende einer Vorgeschichte aus Kontrolle, Besitzdenken, Drohungen oder häuslicher Gewalt sind. Deshalb müsse man sie als eigenes gesellschaftliches Problem benennen.

Die andere Seite hält dagegen: Mord bleibt Mord – unabhängig davon, ob das Opfer eine Frau oder ein Mann ist. Ein eigener Begriff oder gar ein eigener Straftatbestand schaffe eher Unterschiede zwischen Opfern, als dass er bei der Aufklärung oder Bestrafung etwas ändere.

Mich interessiert, wie ihr das seht.

- Ist der Begriff Femizid notwendig oder eher politisch aufgeladen?
- Sollte man jede Tötung einer Frau durch den (Ex-)Partner als Femizid bezeichnen oder nur, wenn eine geschlechtsspezifische Motivation nachweisbar ist?
- Braucht die Schweiz einen eigenen Straftatbestand oder reichen die bestehenden Gesetze?
- Liegt das eigentliche Problem eher in der Prävention und beim Umgang mit häuslicher Gewalt als im Strafrecht?

Bitte sachlich diskutieren und die verschiedenen Positionen mit Argumenten begründen.


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

gestern um 19:15
Die Seite Stop Femizid dokumentiert Femizide und versuchte Femizide in der Schweiz und möchte auf das Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam machen. Sie liefert Informationen zu den einzelnen Fällen und setzt sich für mehr Sensibilisierung und Prävention ein.

https://www.stopfemizid.ch/deutsch

Was haltet ihr von diesem Projekt und seiner Definition von Femizid?


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 03:28
Zitat von NatsukiNatsuki schrieb:Trotzdem wird immer wieder darüber gestritten, ob dafür der Begriff Femizid überhaupt sinnvoll ist.
@Natsuki
Heißt das dann, das es ohne Femizid auch keinen Androzid gibt und man generell nicht mehr von einem Genderzid sprichtt?


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 04:01
Zitat von NatsukiNatsuki schrieb:Die Seite Stop Femizid dokumentiert Femizide und versuchte Femizide in der Schweiz und möchte auf das Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam machen. Sie liefert Informationen zu den einzelnen Fällen und setzt sich für mehr Sensibilisierung und Prävention ein.

https://www.stopfemizid.ch/deutsch

Was haltet ihr von diesem Projekt und seiner Definition von Femizid?
Auf mich wirkt die Seite auf den ersten Blick unseriös. Es ist nicht ganz transparent, wer hinter der Seite steckt. Kein Impressum. Ist das eine Organisation, ein Verein, einfach Leute, die Daten abgreifen wollen?


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 06:13
@Moabiterin
Hinter der Website stopfemizid.ch steht ein unabhängiges, zivilgesellschaftliches Kollektiv aus feministischen Aktivistinnen und Journalistinnen. Eine der bekanntesten Mitinitiantinnen und Sprecherinnen des Rechercheprojekts ist die Schweizer Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Nadia Brügger.

Ehrenamtliche Arbeit: Das Team arbeitet weitgehend im Hintergrund und investiert private Ressourcen, um Medienberichte und Polizeimeldungen systematisch auszuwerten.

Politische Unabhängigkeit: Die Plattform ist an keine staatliche Behörde gebunden, arbeitet jedoch punktuell für wissenschaftliche oder publizistische Arbeiten mit Organisationen wie FemWiss zusammen.


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 06:14
@Dr.Edelfrosch

Nein, das heißt es nicht. Femizid, Androzid und der Oberbegriff Genderzid sind unterschiedliche Begriffe. Ob man den Begriff Femizid für Partnerschaftstötungen verwenden sollte, wird kontrovers diskutiert. Das ändert aber nichts daran, dass es den Begriff Androzid (Tötung von Männern aufgrund ihres Geschlechts) und den Oberbegriff Genderzid als wissenschaftliche Konzepte gibt.

Die eigentliche Diskussion dreht sich also weniger darum, ob diese Begriffe existieren, sondern darum, wann ihre Verwendung fachlich gerechtfertigt ist.


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 09:47
Ich weiß jetzt nicht was du hier, im Krimibereich mit der Diskussion erreichen willst. Ich habe jetzt mal ein wenig recherchiert...
Femizide: 2023 wurden 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten (+1,0 Prozent, 2022: 929). Dies entspricht einem Anteil von 32,3 Prozent aller Opfer von Tötungsdelikten. Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, liegt bei 80,6 Prozent. Insgesamt wurden 360 Mädchen und Frauen Opfer vollendeter Taten. Demnach gab es 2023 beinahe jeden Tag einen Femizid in Deutschland.
Quelle: https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2024/Presse2024/241119_PM_BLB_Straftaten_gegen_Frauen.html

Ich weiß nicht wie das in der Schweiz ist aber hier in Deutschland gibt es für Frauen viele Anlaufstellen um zu fliehen, wenn man einen gewalttätigen Ehemann hat, soweit man dazu in der Lage ist bzw. man es als Frau merkt das die Beziehung nicht gesund ist.

Hier nochmal ein ein Doku über das Thema

https://www.3sat.de/gesellschaft/37-grad/37-femizid---toedlicher-hass-auf-frauen-102.html


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 10:12
@Dini1909

Das stimmt, in Deutschland gibt es verschiedene Anlaufstellen wie Frauenhäuser und Beratungsstellen. Trotzdem ist der Schritt, eine gewalttätige Beziehung zu verlassen, nicht immer einfach. Viele Betroffene stehen unter psychischem Druck, haben Angst vor weiteren Übergriffen, finanzielle Abhängigkeiten oder sorgen sich um gemeinsame Kinder.

Auch wenn Hilfsangebote vorhanden sind, bleibt die Frage, wie früh Gewalt erkannt wird und ob gefährliche Situationen rechtzeitig verhindert werden können. Prävention und Schutzmaßnahmen sind daher genauso wichtig wie die vorhandenen Anlaufstelle.

Auch in der Schweiz gibt es verschiedene Anlaufstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt. Dazu gehören die Opferhilfe Schweiz, kantonale Beratungsstellen sowie Frauenhäuser, die Schutz und Unterstützung anbieten. Die Beratung ist vertraulich und kann auch helfen, weitere Schritte wie eine Trennung, rechtliche Fragen oder einen sicheren Aufenthaltsort zu organisieren.

Das Problem ist also nicht nur, ob Hilfsangebote vorhanden sind, sondern auch, ob Betroffene sie rechtzeitig erreichen können und ob sie die Kraft und Sicherheit haben, eine gewalttätige Beziehung zu verlassen.


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 10:13
@Dini1909

Gerade im Krimibereich geht es doch darum, Ursachen, Hintergründe und gesellschaftliche Zusammenhänge von Taten zu diskutieren. Es geht nicht darum, jede Tat auf ein einziges Thema zu reduzieren.

Die Diskussion über Femizide stellt daher nicht die Existenz von Hilfsangeboten infrage, sondern beschäftigt sich mit der Frage, warum es trotz dieser Möglichkeiten immer wieder zu schweren Gewalttaten bis hin zu Tötungen kommt.


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Femizide in der Schweiz – Ein gesellschaftliches Problem

um 13:56
@Moabiterin
Ist ja auch keine deutsche Seite. Initiatorinnen:

Nadia Brügger
https://nadiabrueggger.ch/

Sylke Gruhnwald
https://ch.linkedin.com/in/sylke-gruhnwald-1470ab30
Wikipedia: Sylke Gruhnwald


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