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Mordfall Charlotte Böhringer

24.445 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, München, 2006 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer

Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 13:14
Zitat von LaBaLiLaDyLaBaLiLaDy schrieb:Ich halte es für wahrscheinlich, dass CB tatsächlich in der Wohnung und nicht an der Wohnungstür angegriffen wurde, wie es das Gericht annimmt..An dem Punkt halte ich Axel Petermann ( den ich im übrigen nicht besonders mag) für plausibel. Ich könnte mir vorstellen, dass BT zunächst zu seiner Tante gefahren ist, in der Hoffnung sich wieder mit ihr zu versöhnen. Vielleicht hat sie ihn auch zu sich gebeten ( der erwähnte erwartete Besuch) um ihn entgültig zu entlassen. BT merkt im Laufe des Gesprächs, dass er seine Tante nicht umstimmen kann und es eskaliert ein heftiger Streit, der dann als CB aufbrechen wollte, für sie tödlich endet.
So kann es nicht gewesen sein, weil BT als Täter nur in Frage kommt, wenn die Tat unmittelbar nach Betreten der Wohnung geschehen wäre. Das Zeitfenster in dem er kein Alibi vorweisen kann ist bekanntlich sehr klein.


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 13:18
@meermin
Das ist auch so ein Punkt, wo ich mich frage wieso immer auf ein sehr kleines Zeitfenster herumgeritten wird. Der letzte gesicherte Nachweis, dass CB noch lebte war um 18:15 ( das Telefonat mit R.). BT war um 19:32 wieder zu Hause. Soweit ich mich erinnere, wurde festgestellt, dass BT ab 18 Uhr allein zu Hause war. Dazwischen liegen 1,5 Stunden...


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16.06.2021 um 13:23
Zitat von LaBaLiLaDyLaBaLiLaDy schrieb:Ich halte es für wahrscheinlich, dass CB tatsächlich in der Wohnung und nicht an der Wohnungstür angegriffen wurde, wie es das Gericht annimmt..An dem Punkt halte ich Axel Petermann ( den ich im übrigen nicht besonders mag) für plausibel. Ich könnte mir vorstellen, dass BT zunächst zu seiner Tante gefahren ist, in der Hoffnung sich wieder mit ihr zu versöhnen. Vielleicht hat sie ihn auch zu sich gebeten ( der erwähnte erwartete Besuch) um ihn entgültig zu entlassen. BT merkt im Laufe des Gesprächs, dass er seine Tante nicht umstimmen kann und es eskaliert ein heftiger Streit, der dann als CB aufbrechen wollte, für sie tödlich endet.
Ich denke auch, dass der Ablauf so in etwa war. Sie hatte wenig Zeit wegen dem Stammtisch, BT drängte aber auf ein Klärungsgespräch, da er seine Felle davon schwimmen sah, dazu passt auch eine mehr oder weniger ironische Aussage von CB an ihre Freundin "gleich kommt noch der "(Möchtegern) Anwalt". Es kam zum Gespräch, vielleicht sogar mit einem schnellen Glas Wein, es gab keine Einigung, CB wollte los zum Stammtisch und ging zur Tür und BT sind die Sicherungen durchgebrannt und hat sie erschlagen, evtl auch mit vorherigem packen, umdrehen usw. Danach ging er wieder hoch ins Büro, suchte was er brauchte, räumte schnell noch Glas und sonstiges weg, nahm die Zeitungen und ab die Post.
Zitat von LaBaLiLaDyLaBaLiLaDy schrieb:Denn warum sollte man mit einem 500 €- Schein an der Tankstelle eine Apfelschorle kaufen ?
Um sie loszuwerden. 500 als Schein sind für einen, der nur einen Hilfsjob hat, schon auffällig. Das hätte fragen aufgeworfen zb im Freundeskreis oder Zuhause. Vielleicht dachte er, dass sich niemand an ihn erinnern an der Tanke.

Grundsätzlich finde ich das Verhalten der ehemaligen Verlobten echt merkwürdig. Er hebt Mal eben so Geld von ihrem Konto ab und ihr fällt das nicht auf. Sie gibt ihm ein falsches Alibi usw usw. sie redet trotz Mordanklage und lügen ohne ende von heiraten und familienplanung...Auf mich wirkt diese Frau grenzenlos naiv oder hat sie all diese Merkwürdigkeiten toleriert in der Hoffnung aufs grosse Geld irgendwann?

Andere Frage.... Wäre es nicht zum Streit und Rauswurf von BT gekommen, aufgrund seiner Betrügereien und CB hätte noch 30 Jahre gelebt, wäre aber auch Essig gewesen mit Erbe und Zukunft. Dieses abgebrochene Studium usw mag man ja eine Zeitlang verheimlichen können, aber im Falle, dass die Tante 90 geworden wäre, dann ja nicht über Jahrzehnte hinweg. Ich Frage mich, was er dann so geplant hätte, um seine Lebenslügen aufrecht zu erhalten? Selbst du dümmste Familie, Freundeskreis, Partnerin wäre doch irgendwann stutzig geworden, warum ein studierter Jurist auf Dauer bei 1000 Einkommen im Monat bleibt.... Oder war der tod der Tante schon lange geplant und er hat nur die erstbeste Gelegenheit genutzt?


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 13:40
Zitat von criminal_mindscriminal_minds schrieb:Das Werkzeug der Spusi müsste dazu die Distanz von München zum Ammersee und 1,5 Jahre überbrückt haben. Richtig? Bzw. Spurensicherung findet eigentlich nur direkt am Tatort statt. Also Jahrzehnte.
Da verweise ich auf den Beitrag von @Palio ...
Zitat von PalioPalio schrieb:Es gibt dabei auf den zweiten Blick einen engen zeitlichen Zusammenhang, der meiner Meinung nach eine DNA-Übertragung bei der Spurensicherung wahrscheinlich macht.

Alle Tatmittel und Asservate im Fall Herrmann wurden erst ab Juni 2005 auf mögliche DNA-Spuren untersucht. Die betreffende Schraube gelangte im November 2005 zur Untersuchung, dabei kam auch ein Q-Tip zum Einsatz.

Der Mordfall von Charlotte Böhringer ereignete sich relativ kurze Zeit später, im Mai 2006. Direkt danach wurden Spuren in der Wohnung gesichert und untersucht und dies umfasste natürlich auch die DNA-Spuren.

Wir haben also weit auseinander liegende, völlig unterschiedlich gelagerte Verbrechen aus 1981 und 2006, aber zeitlich eng beieinander liegende DNA-Untersuchungen Ende 2005/Anfang 2006.



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Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 13:41
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:Danach ging er wieder hoch ins Büro, suchte was er brauchte, räumte schnell noch Glas und sonstiges weg, nahm die Zeitungen und ab die Post.
Die Zeitungen wurden erst am nächsten Morgen an die Tür der Wohnung gehängt.
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:Andere Frage.... Wäre es nicht zum Streit und Rauswurf von BT gekommen, aufgrund seiner Betrügereien und CB hätte noch 30 Jahre gelebt, wäre aber auch Essig gewesen mit Erbe und Zukunft. Dieses abgebrochene Studium usw mag man ja eine Zeitlang verheimlichen können, aber im Falle, dass die Tante 90 geworden wäre, dann ja nicht über Jahrzehnte hinweg. Ich Frage mich, was er dann so geplant hätte, um seine Lebenslügen aufrecht zu erhalten? Selbst du dümmste Familie, Freundeskreis, Partnerin wäre doch irgendwann stutzig geworden, warum ein studierter Jurist auf Dauer bei 1000 Einkommen im Monat bleibt.... Oder war der tod der Tante schon lange geplant und er hat nur die erstbeste Gelegenheit genutzt?
Es wird immer wieder vergessen, dass Bence Toth keine dahergelaufene studentische Aushilfskraft mit Aussicht auf Beförderung im Parkhaus Böhringer war. Er war der Sohn der Schwester von Frau Böhringer und er sollte dem Betrieb einmal erben. Diese Pläne beruhten ganz sicher nicht auf seinen phantastischen beruflichen Qualifikationen obwohl Frau Böhringer als sorgende Tante Wert darauf legte, dass berufliche Qualifikationen und Abschlüsse geliefert werden sollten. Der familiäre Aspekt dürfte bei vielen Vorfällen, die vom Gericht später aufgedeckt wurden, eine bedeutsame Rolle gespielt haben, die Einsetzung des Neffen als Erbe dürfte nur das Sahnertörtchen auf einer Torte voller familiärer Vergünstigungen gewesen sein. Dabei dürfte es Frau Böhringer nicht nur um ihren Neffen, sondern insgesamt um die Familie gegangen sein. Ich finde es sehr befremdlich, dass das Gericht auf diesen Aspekt in keinster Weise eingegangen ist und auch hier ab und zu der Eindruck entstehen kann, es handele sich bei BT um einen Erbschleicher, statt um einen legitimen Erben aus der eigenen Familie.


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16.06.2021 um 13:50
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:500 als Schein sind für einen, der nur einen Hilfsjob hat, schon auffällig
Eben. Deswegen sieht es für mich danach aus, dass er nach der Tat überlegt hat, wie er sich nachträglich ein Alibi konstruieren könnte und kam dann auf die Idee mit der Augsburg- Fahrt und morgens noch schnell die Zeitungen von der Tür wegnehmen, in der Hoffnung man denkt, die Tat wäre erst an dem Vormittag passiert.
Das ganze Verbrechen hat soviele absurde Anteile, dass sich mir der Eindruck aufdrängt, dass das kein geplanter Mord gewesen sein kann. Ich denke auch nicht, dass das angenommene Motiv korrekt ist. Es ist für mich durchaus plausibel, dass CB vom Studienabbruch wusste. Aber genau das war im Nachhinein sein Dilemma:
Ihm war klar, dass nun nach seiner Affekt-Tat die Polizei ermittelt und herausbekommen wird, dass er nicht mehr studiert. Also sein Umfeld wird unsanft in Kenntnis gesetzt über seine Lüge. Damit war dann auch die Tür geschlossen zu einem Geständnis. Denn er wusste, dass er seinem Umfeld schon sehr viel zugemutet hat mit dieser Lüge. Da sah er vielleicht noch eine Chance, dass ihm das verziehen wird, aber dazu noch die Tötung, auch wenn sie im Affekt war...
Ich denke, dass daraus seine Unschuldslegende gewachsen ist. Wenn die Studienlüge nicht gewesen wäre, hätte er vielleicht den Schneid haben können zu sagen: Ich war's.

Und da ist der Punkt, an dem man dem Gericht keinen Vorwurf machen kann: Sie konnten, wenn sie ihn verurteilen, nur wegen Mordes verurteilen. Da BT sich nicht geäußert hat, konnte das Gericht etwaige Anhaltspunkte, die für einen Totschlag sprechen, nicht berücksichtigen.


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16.06.2021 um 14:14
Zitat von meerminmeermin schrieb:Ich finde es sehr befremdlich, dass das Gericht auf diesen Aspekt in keinster Weise eingegangen ist und auch hier ab und zu der Eindruck entstehen kann, es handele sich bei BT um einen Erbschleicher, statt um einen legitimen Erben aus der eigenen Familie.
Von Erbschleicher spricht ja keiner.

Da er aber kein Sohn von Frau Böhringer war, hatte er auch keinen gesetzlichen Anspruch auf Erbe bzw. Pflichtteil.

Mit anderen Worten: Frau Böhringer konnte ihn jederzeit aus dem Testament entfernen...und dann hätte es gar nix gegeben.

Oder noch anders formuliert, er war auf ihr Wohlwollen angewiesen, wenn er etwas erben wollte.


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16.06.2021 um 14:24
Zitat von LaBaLiLaDyLaBaLiLaDy schrieb:Das ständige Argument "5 Richter haben entschieden" ist für mich auch nicht unbedingt valide, wenn man sich damit auseinandersetzt, dass Schöffen durchaus nicht immer mit ihrer Meinung ernstgenommen werden.
Trotz und alledem hat jeder Schöffe das gleiche Stimmrecht wie ein Berufsrichter...und wer dann nicht mit mir als Schöffin diskutieren möchte oder mich nicht für voll nimmt, der hat letztendlich halt Pech gehabt.


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16.06.2021 um 14:31
Zitat von meerminmeermin schrieb:Es wird immer wieder vergessen, dass Bence Toth keine dahergelaufene studentische Aushilfskraft mit Aussicht auf Beförderung im Parkhaus Böhringer war
Eigentlich war er das ja schon. Ein gesetzliches Anrecht auf diesen Job oder irgendwas hatte er definitiv nicht.
Zitat von meerminmeermin schrieb:Der familiäre Aspekt dürfte bei vielen Vorfällen, die vom Gericht später aufgedeckt wurden, eine bedeutsame Rolle gespielt haben, die Einsetzung des Neffen als Erbe dürfte nur das Sahnertörtchen auf einer Torte voller familiärer Vergünstigungen gewesen sein. Dabei dürfte es Frau Böhringer nicht nur um ihren Neffen, sondern insgesamt um die Familie gegangen sein.
Ich denke, es war eher umgekehrt. Die Familie und auch der Freundeskreis haben sich darauf verlassen, dass die Zukunft gesichert ist und genauso werden die Neffen auch erzogen worden sein.
Zitat von meerminmeermin schrieb:es handele sich bei BT um einen Erbschleicher, statt um einen legitimen Erben aus der eigenen Familie.
Legitimer Erbe war er nicht. Sie hätte abgesehen vom Pflichtteil an Schwester und Mutter den kompletten Rest Gott weiss wohin vererben können und nicht ohne Grund hat sie Bedingungen an das Erbe für die Neffen gestellt, nämlich ein abgeschlossenes Studium in einem von ihr gewählten Bereich, den sie für am sinnvollsten hielt. Damit war aber auch klar, dass wenn die Bedingung nicht erfüllt wird, auch das Erbe weg ist. Man weiss natürlich nicht, wieviel Druck von Seiten der Familie da auch ausgeübt wurde, die Neffen als Erben einzusetzen und wieviel Druck auch auf den Neffen lag, die Erwartung zu erfüllen zb von den Eltern.


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16.06.2021 um 14:50
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:Sie hätte abgesehen vom Pflichtteil an Schwester und Mutter d
Der Schwester, also der Mutter von BT und MT, erst recht nicht MT und BT, stand ein Pflichtteil zu. Geschwister und Nichten und Neffe sind nicht pflichtteilsberechtigt.

https://www.erbrechtsinfo.com/erben/pflichtteil-fuer-geschwister/

CB hätte also ihr gesamtes Vermögen hinterlassen können, wem sie wollte. Ein Recht „der Familie“ auf das Erbe gab es nicht, auch wenn die Familie das glaubte bzw. für irgendwie für selbstverständlich gehalten mag.

MT und BT haben einfach Glück gehabt, dass CB sie - und nicht jemand anderen - testamentarisch zu Erben einsetzte.


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16.06.2021 um 14:56
Zitat von cassandra71cassandra71 schrieb:Trotz und alledem hat jeder Schöffe das gleiche Stimmrecht wie ein Berufsrichter...und wer dann nicht mit mir als Schöffin diskutieren möchte oder mich nicht für voll nimmt, der hat letztendlich halt Pech gehabt
Als starke selbstbewsste Persönlichkeit, kann man seine Ansichten auch gut vertreten. Aber es gibt sicherlich auch einige, die von der Aufgabe so beeindruckt sind, dass sie einfach der Meinung der Berufsrichter folgen.
Letztendlich wollte ich mit dem Beitrag einfach mal weg von dem eingefahrenen "Das Gericht hat festgestellt " und den Blick eröffnen zu zu lassen, dass Gerichte unfehlbar sind.


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16.06.2021 um 14:57
Zitat von LaBaLiLaDyLaBaLiLaDy schrieb:dass Gerichte unfehlbar sind.
korrektur: Meinze natürlich nicht unfehlbar.


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16.06.2021 um 15:08
Zitat von bey0ndbey0nd schrieb:Da verweise ich auf den Beitrag von @Palio ...
@Palio
Da du die DNA Untersuchungen so nah beieinander legst, kannst du bitte ein Quelle nennen für die DNA Untersuchung im Fall BT. Danke.


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16.06.2021 um 16:26
Zitat von criminal_mindscriminal_minds schrieb:Da du die DNA Untersuchungen so nah beieinander legst, kannst du bitte ein Quelle nennen für die DNA Untersuchung im Fall BT. Danke.

Meine Überlegungen einer Verunreinigung zielten auf Material zur Spurenaufnahme ab wie beim Heilbronner Phantom, also z.B. ein Wattestäbchen, das die DNA bereits enthält. Der Wattestäbcheneinsatz liegt so nah beieinander wie ich geschrieben habe. Das ist aber auch nicht zwingend erforderlich für diese These. Wichtig ist, dass das Material vom gleichen Hersteller bezogen worden sein könnte und dass der Bezug vor 2009 war.

Böhringer:
Die beiden Spuren in der Tatwohnung Böhringer wurden am 24.05.2006 bzw. 02.06.06 gesichert.
Quelle: Anfrage an den Bayerischen Landtag der Abgeordneten Claudia Stamm BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 06.07.2016, hier verlinkt:
Beitrag von Jamegumb (Seite 968)

Herrmann:
Die Schraube der Kiste wurde im November 2005 mit einem Q-Tip bearbeitet.
Der im Verfahren „Hermann“ tätige Spurensicherungsbeamte KOK N. berichtet glaubhaft, er habe am 16.11.2005 von Beamten des Landeskriminalamtes Hermann-Asservate übergeben bekommen. Darunter habe sich ein Umschlag mit der Beschriftung „Deckel-E“ befunden. In einer offenen Tüte hätte sich neben anderen auch eine Sechskantschraube, bezeichnet mit „E-V“, befunden. Diese Schrauben seien in die Holzkiste aus dem Verfahren Herrmann eingedreht gewesen sei. Die Schrauben sei sichtlich „blank und sauber“ gewesen. Er habe (S. 173) weder Russ noch Magnabrush, was Anfang der 1980-iger Jahre zur daktyloskopischen Spurensicherung verwendet worden sei, an den Schrauben festgestellt. Auch in der Verpackungstüre seien keinerlei Rückstände von Russ/oder Magnabrush festzustellen gewesen. Er habe zunächst versucht, DNA mit dem sogenannten Waschverfahren zu sichern. Dafür habe er alle überbrachten Sechskantschrauben gemeinsam verwendet. Anschliessen habe er jede Schraube und damit auch die Schraube „E-V“ mit je einem Q-Tip noch im Gesamten, also Schraubenkopf und Gewinde, abgerieben. Für jeden Abrieb sei eine Spurnummer vergeben worden. Der Schraubenabrieb „E-V“ erhielt die Nummer J 73.03.3

Quelle: Urteil im Wiki

Nach dem Waschen kam der Q-Tip zum Einsatz, für jede Schraube ein anderer, einer war dann bei meiner Vermutung kontaminiert. Danach kam die Schraube zur Rechtsmedizin, wo eine Verunreinigung ausgeschlossen wurde.

Auf Qualitätsstandards und strikte DNA-Freiheit wurde erst später geachtet, als das Heilbronner Phantom gefunden war (2009).


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 16:40
Zitat von meerminmeermin schrieb:Er war der Sohn der Schwester von Frau Böhringer und er sollte dem Betrieb einmal erben. Diese Pläne beruhten ganz sicher nicht auf seinen phantastischen beruflichen Qualifikationen obwohl Frau Böhringer als sorgende Tante Wert darauf legte, dass berufliche Qualifikationen und Abschlüsse geliefert werden sollten. Der familiäre Aspekt dürfte bei vielen Vorfällen, die vom Gericht später aufgedeckt wurden, eine bedeutsame Rolle gespielt haben, die Einsetzung des Neffen als Erbe dürfte nur das Sahnertörtchen auf einer Torte voller familiärer Vergünstigungen gewesen sein. Dabei dürfte es Frau Böhringer nicht nur um ihren Neffen, sondern insgesamt um die Familie gegangen sein. Ich finde es sehr befremdlich, dass das Gericht auf diesen Aspekt in keinster Weise eingegangen ist und auch hier ab und zu der Eindruck entstehen kann, es handele sich bei BT um einen Erbschleicher, statt um einen legitimen Erben aus der eigenen Familie.
Gehen wir doch mal zurück zu den Anfangen und erinnern uns, wie die ursprüngliche Planung aussah. Denn es ging zunächst gar nicht ums Erben, höchstens im zweiten Schritt. Oskar Böhringer plante seinen Ruhestand. Doch dann verstarb er mit Mitte 70.

Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer
Der selbstbewusste, souveräne, freundliche und wirtschaftlich erfolgreiche Oskar Böhringer beeindruckte den Angeklagten. Herr Böhringer wiederum war dem Angeklagten und dessen Bruder M. ebenfalls zugetan. Oskar Böhringer verfolgte den Gedanken, den Angeklagten und dessen Bruder als seine Nachfolger aufzubauen und sie nach seinem geschäftlichen Rückzug in dem von ihm aufgebauten Betrieb als Leitung einzusetzen. Auch C.B., die Tante des Angeklagten, hatte keine eigenen Kinder. Ihre nächsten Verwandten warn ihre in Ungarn lebenden Eltern, ihre Schwester und ihr Schwager – also die Eltern des Angeklagten – sowie deren Kinder M. und Benedikt, der Angeklagte. Damit wuchsen der Angeklagte und sein Bruder, die Vertreter der nächsten Generation, geradezu selbstverständlich in die Rolle als Nachfolger Oskar Böhringer und ihrer Tante hinein. Sie arbeiteten bereits seit ihrer Schulzeit in der Parkgarage und wurden von ihrer Tante auch im Übrigen finanziell unterstützt. Oskar Böhringer starb jedoch im Jahr 1995, also zu einer Zeit, als die Toth-Brüder noch Gymnasiasten waren und nicht über die Kenntnisse verfügten, die sie zur Leitung des von Herrn Böhringer hinterlassenen Gewerbebetriebs befähigt hätten. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm daher Frau Böhringer die Führung der Parkgarage. Da sie aber weder über eine entsprechende kaufmännische Ausbildung noch über einschlägige geschäftliche Erfahrungen verfügte, war sie mit der Leitung des Betriebs überfordert. Aus diesem Grunde war sie abhängig von technischen, betriebswirtschaftlichen und juristischen Beratern. Diese Situation missfiel ihr sehr, zumal sie auch immer argwöhnte, sie würde als Frau von ihren Geschäftspartnern regelmässig übervorteilt.
Hier ist mit keinem Wort von Erbschaft die Rede. Bence und Mate sollten in das Unternehmen einsteigen bzw. es übernehmen.


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16.06.2021 um 17:00
Zitat von emzemz schrieb:Hier ist mit keinem Wort von Erbschaft die Rede. Bence und Mate sollten in das Unternehmen einsteigen bzw. es übernehmen.
Er wird sich ums Erbe keine grossen Gedanken gemacht haben, da er seinen Ruhestand plante und nicht sein baldiges Ableben. 70 ist ja heute kein alter mehr. Ausserdem dürfte klar sein, dass seine erhebliche jüngere Frau ihn als erstes Mal beerbt. Dass sie nach dem plötzlichen Tod des Mannes eigene Überlegungen zu ihrem Erbe anstellt, scheint mir auch nicht ungewöhnlich, ging es sich doch um eine erhebliche Summe. Die vorher schon eingeplanten Neffen zu nehmen ist nachvollziehbar. Dass sie ihre Meinung ändern wollte nach all den Vorkommnissen, ist ebenso nachvollziehbar. Selbst wenn es diese ganzen Streitigkeiten und Vorkommnisse nicht gegeben hätte, hätte sie ihre Meinung zum Erbe noch ändern können. Sie war doch noch relativ jung, dazu Recht gutaussehend und Vermögend. Hätte sie nochmals geheiratet, wäre das Erbe für die Neffen höchstwahrscheinlich auch weg gewesen. Nur weil man Jugendlichen da was verspricht oder in Aussicht stellt, leitet sich daraus kein unumstösslicher Anspruch ab. Besonders BT schien das aber so gesehen zu haben.
Ich Frage mich, wie er reagiert hätte, wenn sie 85 geworden wäre und er so lange hätte warten müssen? Oder wenn sie geheiratet hätte und der Ehemann Erbe geworden wäre. Die ganze Erbschaft stand doch auf tönernen Füssen, erst Recht, als er nicht mehr den Erwartungen entsprach mit seiner unehrlichen, kriminellen Art.


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16.06.2021 um 17:19
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:Dass sie nach dem plötzlichen Tod des Mannes eigene Überlegungen zu ihrem Erbe anstellt, scheint mir auch nicht ungewöhnlich, ging es sich doch um eine erhebliche Summe.
Sie hat das fortgeführt, was ihr Mann geplant hatte. Sehe da keine eigenen Überlegungen.
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:Hätte sie nochmals geheiratet, wäre das Erbe für die Neffen höchstwahrscheinlich auch weg gewesen.
Warum das denn? Es geht um ihr alleiniges Vermögen, das fällt doch bei Eheschließung nicht dem Ehemann zu. Die Neffen hätten dennoch die Verwaltung übernehmen können.
Zitat von Spekulatius666Spekulatius666 schrieb:Ich Frage mich, wie er reagiert hätte, wenn sie 85 geworden wäre und er so lange hätte warten müssen?
Wäre es gelaufen wie geplant, dann hätten Mate und Bence nach Abschluss des Studiums die Verwaltung übernommen. Den Eindruck, dass sie die Verwaltung unbedingt selbst machen wollte und das bis ins hohe Alter, habe ich nicht gewonnen.


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 17:20
Zitat von LaBaLiLaDyLaBaLiLaDy schrieb:Ich halte es für wahrscheinlich, dass CB tatsächlich in der Wohnung und nicht an der Wohnungstür angegriffen wurde, wie es das Gericht annimmt..An dem Punkt halte ich Axel Petermann ( den ich im übrigen nicht besonders mag) für plausibel. Ich könnte mir vorstellen, dass BT zunächst zu seiner Tante gefahren ist, in der Hoffnung sich wieder mit ihr zu versöhnen. Vielleicht hat sie ihn auch zu sich gebeten ( der erwähnte erwartete Besuch) um ihn entgültig zu entlassen. BT merkt im Laufe des Gesprächs, dass er seine Tante nicht umstimmen kann und es eskaliert ein heftiger Streit, der dann als CB aufbrechen wollte, für sie tödlich endet.
So kann es nicht gewesen sein, denn das Zeitfenster von BT lässt keinen Platz mehr für eine Dramaturgie zu.


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.06.2021 um 17:40
Zitat von PalioPalio schrieb:Auf Qualitätsstandards und strikte DNA-Freiheit wurde erst später geachtet, als das Heilbronner Phantom gefunden war (2009).
OK. Aber wäre es nicht der Fairness geboten, dass um deiner These von der Verunreinigung bei Produktion nachzukommen, der Verpackungsmitarbeiter identifiziert werden muss? Denn wenn du dich über den Spur-zu-Spur Treffer lustig machst und ihn verhöhnst, weil man diese Abformungserklärung des Gerichts im Rücken hat und mehr nicht, hat es doch irgendwie auch etwas von Trollen. Ein Sachverständiger müsste eigentlich erklären können, dass eine Gewindeschraube, die DNA per Fett, Hautzelle etc. in ihren Gewindegängen gewiss beherbergen kann und eine Abformung oder Bepinselung bestimmt durchaus überdauern.


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16.06.2021 um 17:57
Zitat von SonnenenergieSonnenenergie schrieb:So kann es nicht gewesen sein, denn das Zeitfenster von BT lässt keinen Platz mehr für eine Dramaturgie zu
Okay, mag durchaus sein, dass ich da was überlesen habe oder falsch verstanden habe. Aber ich bin mir sehr sicher, dass BT ab 18 Uhr spätestens allein in der Wohnung war, CB noch um 18:15 mit R. ( Geschäftsführer) telefoniert hat. Wieso kann BT nicht um kurz nach 18 Uhr losgefahren sein und gegen evtl. 18:20 oder 18:30 bei CB angekommen sein ?
Was hab ich in meiner Überlegung übersehen oder nicht berücksichtigt?


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