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Entschuldbarkeit

81 Beiträge, Schlüsselwörter: Verhalten, Endschuldigung
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Entschuldbarkeit

12.04.2006 um 23:21
Es gibt kein "nicht wirklich", genausowenig wie ein "eigentlich", doch gibtes
Geschehnisse, die man nachvollziehen könnte.

Like a fable, there is sorrow, there is wonder and happiness.


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Entschuldbarkeit

12.04.2006 um 23:23
Nehmen wir mal ein Beispiel.

Einem Hitler ist millionenfacher Völkermord zuverdanken. Dies ist seine Schuld.

Selbst wenn jetzt alle Völker dieser Welt,Hitler vergeben würden..wäre dann seine Schuld getilgt? Oder hätte diese nicht weiterhinBestand.. meinetwegen bis zum Tage des jüngsten Gerichts?



Immer schön sachlich bleiben..


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Entschuldbarkeit

12.04.2006 um 23:24
Jeder soll die Möglichkeit haben, Fehler zu machen, um daraus zu lernen. Somit mussich sie auch verzeihen können.

Doch wo liegen die Grenzen? Am meistenverabscheue ich mutwillige Böswilligkeit. Wenn jetzt einer es braucht, 7x7x7 Male ;) sozu sein, um zu lernen? Ich werde ihm nicht so viele Male vergeben können.

Eswird zu seinem Lernprozess gehören, dass ich ihm gegen eine
angemesseneEntschuldigung und Begründung verzeihen kann, wie auch, dass ich irgend wann mal sage:Fertig, zisch ab!

Jeder hat da seine eigenen Grenzen, jeder ist am lernen -keinen Mist zu bauen wie auch zu vergeben.

Ich muss natürlich noch sagen, dasskörperliche Übergriffe jeglicher Art nicht tollerierbar sind! Hm, seelische/geistigeGewalt gegenüber Kindern gehört eigentlich da auch noch dazu.

Da gibt es nochdie vielen Grenzfälle, z.B. wenn ein "seriöser" Autofahrer in einer unachtsamen Sekundeein Kind totfährt, weil er gerade nach dem Strassenschild geguckt hat. Kann jedempassieren. Dieser Autofahrer ist selber Opfer seiner eigenen Tat, wird nie mehr friedvolleinschlafen können, ist (auch wie die Eltern des Kindes) gezeichnet für sein Leben.Unverzeihlich, und dennoch...

Gruss



Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen. (St.Augustin, ?-604/605)


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gsb23
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12.04.2006 um 23:25
"Das ist ja eben der Punkt an dieser Metapher: Es gibt nur diese Lösung - Mord oder allesterben. Das ist eins der Gedankenspiele, die die Buddhisten halt haben. Keine Zeit,Hilfe zu holen. 2 Sek Zeit, um die Entscheidung zu treffen."


Kimo,

vielleicht findest du ja die ganze Geschichte noch und reichst sie nach. DeineErklärung, der Mord möge geschehen, um den zukünftigen 800fachen Mörder vor seinem Karmazu schützen - nun ja, dagegen spricht nunmal, dass ein Buddhist jedes Leben schützenmuss, anstatt Leben auszulöschen. Die Motivation für einen Mord spielt keine Rolle - erbringt schlechtes Karma über den Täter. Ein "gutgemeinter" Mord findet also nicht statt.- Ein "er darf" ist also keine Lösung des Problems. Er "darf" nicht - er tuts vielleichttrotzdem, verhindert aber damit garnichts und ändert nicht den Lauf der Dinge. Das zuerkennen, gehört zu deinem Gedankenspiel dazu.

Schlechte Motivation mit einer(zufällig/ungewollt) guten Tat, ist wie ein schönes Gefäß auf dem Markt mit ekelhaftenInhalt. Niemand wird es kaufen wollen. Ein hehrer Gedanke/Motivation aber eine (auchungewollt) schlechte Ausführung/Tat, ist wie ein schlecht gepflegtes Gefäß (auf demMark). Hässlich anzusehen und niemand wird sich den Inhalt ansehen, geschweige es kaufen.

Im Buddhismus wird jede Form der Gewalt als leidverursachend angesehen. Auch dieadministrative Gewalt. So stellte Buddha klar, dass ein Soldat, der mit Gewalt eine Stadtvor Plünderung und Mord schützt, seine Bevölkerung vor Leid bewahrt, aber selberschlechtes Karma auf sich lädt und früher oder später dafür leiden wird. Es gibt also imBuddhismus keine „schuldfreie Tötung“ wie „Selbstverteidigung“ imchristlich-abendländischen Verständnis. Einzig das ungewollte unvermeidbare Töten mitfriedlicher uneigennütziger Haltung hat keine negativ karmische Wirkung, z.B. dasungewollte Zertreten von kleinen Tieren auf dem Weg. Bei Regenzeit wo viele Tiere an dieOberfläche kommen, dürfen die (buddhistischen) Mönche deshalb auch nur inallerdringlichsten Fällen auf Wanderschaft gehen (Patimokkha).

Vielleicht hilftdir der Hinweis für deine Überlegungen weiter...

Gruß





Ein Mensch fühlt sich oft wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt!


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12.04.2006 um 23:28
kafate..es gibt kein gut und böse. Und wenn jetzt einer mein Kind umbringen würde under/sie keine Reue zeigen würde oder sich entschuldigen würde, für mich bleibt esentschuldbar!! Man muss nur die Kraft dazu haben durch den Hass hindurch zu sehen und dieUrsachen finden, es gibt IMMER eine.

Zwischen Reden~~~~und~~~~Tun liegt das Meer doch der Weg ist das Ziel


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12.04.2006 um 23:29
Es gibt immer eine Ursache..sorry

Zwischen Reden~~~~und~~~~Tun liegt das Meer doch der Weg ist das Ziel


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12.04.2006 um 23:29
Hmja.. Gut erklärt anhand des Buddhismus..


Immer schön sachlich bleiben..


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12.04.2006 um 23:33
Einem Hitler ist millionenfacher Völkermord zu verdanken. Dies ist seine Schuld.

Selbst wenn jetzt alle Völker dieser Welt, Hitler vergeben würden..wäre dann seineSchuld getilgt? Oder hätte diese nicht weiterhin Bestand.. meinetwegen bis zum Tage desjüngsten Gerichts?


Das ist schon ein ziemlich extremes Beispiel.
Daich aber nicht davon ausgehe, dass alle Völker, jeder einzelne Mensch, der unter ihmgelitten hat, ihm das je verzeihen würden, ist seine Schuld somit nicht getilgt. Und ermuss, wenn du denn so willst, bis zum jüngsten Gericht warten, bei dem dann über ihngeurteilt wird.
Nehmen wir aber mal an, dass dem so wäre, jeder Betroffene verzeihtihm, dann wäre, in meiner Sichtweise, seine moralische Schuld getilgt. Was nicht heissenmag, dass ich das für gut heissen würde, aber extrem gesehen, wäre er von der Schuld freigesprochen.

Mit leerem Kopf nickt es sich leichter


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iduna
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12.04.2006 um 23:37
@SuiCyco

gehen wir doch von dem positiven bespiel aus: alle sagen gut wirverzeihen dir.
hätte das überhaupt noch eine bedeutung? nein.


Anarchismus ist der Versuch, das kleineres Übel durch das Größere zu ersetzen


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12.04.2006 um 23:45
gehen wir doch von dem positiven bespiel aus: alle sagen gut wir verzeihen dir.
hätte das überhaupt noch eine bedeutung? nein.


Ich denke schon, geradefür die Menschen, die darunter gelitten haben. Ich empfinde das Leben als wesentlichleichter, wenn ich mich nicht von Rachegefühlen zerfressen lasse.
Und außerdem würdevielleicht endlich die Erbschuld aufhören, die immer noch auf die Folgegenerationen desHitlerdeutschlands abgewälzt wird. In sofern hätte das ganze in meinen Augen schon eineBedeutung.

Mit leerem Kopf nickt es sich leichter


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iduna
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12.04.2006 um 23:48
für die hinterbliebenen vielleicht aber, für die zukunft?
es war schon lange her undich denke, oder besser hoffe dass viele schon damit abgeschlossen haben, aber wozu? fürsie selbst ja klar aber sonst hat es doch keine bedeutung...

Anarchismus ist der Versuch, das kleineres Übel durch das Größere zu ersetzen


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12.04.2006 um 23:51
Wie schon oben erwähnt, hätte es für mich zumindest schon mal die Bedeutung, dass dieFolgegenerationen des Nazidtl. nicht mehr unter der Schuld zu leiden hätten. In meinemEmpfinden ist das nämlich so.
In so fern, würde es sogar sehr viel für die Zukunftbringen. Gerade was Dtl. angeht.

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13.04.2006 um 00:03
@gsb

ein Soldat, der mit Gewalt eine Stadt vor Plünderung und Mord schützt,..., aber selber schlechtes Karma auf sich lädt und ... dafür leiden wird.
Es gibtalso im Buddhismus keine „schuldfreie Tötung“ wie „Selbstverteidigung“ imchristlich-abendländischen Verständnis.


Hm, Wikipedia sagts. Ich meineeigentlich mich zu erinnern, dass die Pointe war, dass das bewahren des Mörders vorseiner Tat im Endeffekt des Mönchs Tat aufwiegt. Dem widerspricht die Söldneranalogie.Ich hoffe, ich finde diese Geschichte...

Gruss

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13.04.2006 um 00:13
"Ich meine eigentlich mich zu erinnern, dass die Pointe war, dass das bewahren desMörders vor seiner Tat im Endeffekt des Mönchs Tat aufwiegt."

Genau das habe ichdeiner Geschichte entnommen, dass du das meinst, Kimo, denn du schriebst ja: ""...kannnicht die Schuld kleiner sein wie die "gute" Tat, indem der Mörder vor sich selberbeschützt wird? (Jetzt auf die Geschichte bezogen) Ein Akt des Abwägens?".

Demist nicht so. Und dies zu Erkennen ist der Punkt bei diesen Geschichten, die es imBuddhismus so zahlreich gibt.

Ein Mord ist nicht zu entschuldigen - ein Mord isteine schuldhafte Tat. Ein Buddhist ist natürlich auch nur ein Mensch und kann sich irren- er weiss aber, dass er mit einem guten Gedanken viel mehr bewirkt, als mit einemkurzentschlossenen Mord.

Gruß




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13.04.2006 um 00:31
Himmel und Hölle

Ein sehr kämpferischer und aggressiver Samuraiforderte einmal einen Zenpriester auf, ihm zu erklären, was Himmel und was Hölle ist.

Der weise Priester erwiderte verächtlich: "Du bist nichts als ein Flegel, mitdeinesgleichen vergeude ich nicht meine Zeit!"

Da war der Samurai natürlich inseiner Ehre getroffen und wurde rasend vor Wut. Er zog sein Schwert aus der Scheide undschrie den Priester an: "Für deine Frechheit sollst du sterben!"

"Das ist", gabihm der Priester gelassen zurück, "die Hölle."

Verblüfft von der Erkenntnis derWahrheit dessen, was der Priester über die Wut gesagt hatte, die er gerade erlebt hatte,beruhigte sich der Samurai. Er steckte das Schwert in die Scheide und dankte dem Priestermit einer Verbeugung für die Einsicht.

"Und das", sagte der Priester, "ist derHimmel."




Gruß





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13.04.2006 um 00:36
...und weil's so schön ist, noch eine kleine Gute-Nacht-Geschichte:


Die Schuldfrage


Ein Meister ging eine Straße entlang. Plötzlich stürzteein Mann aus einem Hauseingang, so dass die beiden heftig gegeneinander stiessen.

Der Mann war furchtbar wütend, schrie und schimpfte und beleidigte den Meister.

Daraufhin verbeugte sich der Meister mit einem milden Lächeln und sprach: "Ich weißnicht, wer von uns an dem Zusammenstoß die Schuld trägt. Ich bin aber auch nicht gewillt,meine kostbare Zeit mit der Beantwortung dieser Frage zu vergeuden. Deshalb: Wenn ich dieSchuld trage, entschuldige ich mich hiermit und bitte Sie für meine Unachtsamkeit umVerzeihung. Falls Sie der Schuldige waren, können Sie die Sache einfach vergessen."

Er verbeugte sich noch einmal und ging mit einem Lächeln im Gesicht seines Weges.


Gruß







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13.04.2006 um 00:40
gsb 23

Too much

Ein "gutgemeinter" Mord findet also nicht statt.

Too much

Du gibst Weises preis, doch geht vieles davon unter, was schadeist.

Auf dns oder allmy ist kein Verlass, ich kopiere daher fleissigst.


Gruß,
q.



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gsb23
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13.04.2006 um 00:47
Too much?

Nun ja, es geht so vieles unter - aber manches kommt, wieTreibgut, wieder ans Ufer zurück. ;)


Gruß



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13.04.2006 um 00:49
Und Städte haben sich aufbauen können, yes.

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gsb23
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13.04.2006 um 00:51
;)

Jenau...selbst_ständig...

:D


Gruß



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