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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

20.835 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

25.10.2016 um 19:28
@eckhart
ok...eh OT.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

25.10.2016 um 19:45
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Der Lohn ist immer weniger an der Produktivität gebunden, das an der Erschöpfung zu koppeln stelle ich mir schwer vor. Maurer vs. Herzchirurg z.B...Mauern können viele, Herz OP Wenigere.
Der Staat mischt sich eh dauernd in die freie Marktwirtschaft ein.
So wird z.B. die Windenergie mit vielen Milliarden subventioniert oder auch die Luftfahrtindustrie oder die Kulturindustrie. Unter den Apotheken existiert kein echter Wettbewerb, usw...

Der sogenannte freie Markt und die angeblichen Kräfte von Angebot und Nachfrage sind eine Illusion.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 07:07
Nun ... über genaue Zahlen hab ich mir keine Gedanken gemacht - bisher. Nur die grobe Idee. So lang da sowieso auch niemand in der Politik das umsetzen will braucht man nicht so viel drüber nachdenken. Wäre verschwendete Zeit. (Wenn dann müsste das im Detail die Politik ausarbeiten.)

Spitzensteuersatz ist ja in den letzten Jahren eher gesunden - statt gestiegen. Man ist also den Reichen eher entgegen gekommen (was natürlich bedeutet, dass anderswo Geld fehlt). Problematik bei Erhöhungen wäre natürlich, dass Leute aus Deutschland fliehen könnten - und dann auch keine Steuern hier zahlen und das zu weniger Einnahmen führt, statt zu mehr.

Gesetz mit Berechnungsformel ist hier:
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html

Da sieht man unter 8652 ist frei. Ab 53666 wird linear besteuert mit 42 Prozent. Ab 254447 mit 45. Zwischendrin bissl anders aufgebaut, dass das dann wohl nicht-linear zunimmt wie jeder zusätzliche Euro besteuert wird.

Würde sagen dass man da zumindest bei 53666 es noch so belassen kann. Aber 254447 höher machen und dann noch darüber irgendwelche Stufen für wirklich die Leute die richtig viel Kapital haben und daraus Millioneneinnahmen bekommen. Die hätten ja trotzdem noch sehr sehr viel übrig und könnten sich zig Ferraris kaufen. Bei 53666 oder 254447 kann ich es ja verstehen dass die noch etwas ungern eine Erhöhung in Kauf nehmen würden da man bestimmte Luxusgüter sich dann weniger leisten kann.


Interessanter wird es tatsächlich bei der Sozialversicherung. Gerade bei den niedrigen Einkommen macht die mehr aus. Meine Schwester ist in der Bäckerei (Verkäuferin) - mit 9 Euro in der Stunde brutto aber die wird auch teils 7 Tage die Woche eingesetzt ... bekommt dafür dann 1600 brutto irgendwas in der Gegend und teils auch mal (je nach Sonntagszuschlägen) 1200, fast 1300 netto - das reicht zum Leben.

Aber wenn man auf die Zeitarbeiter guckt und mit den Stundenkonten - da wird teils viel gearbeitet und nur bis 35 Stunden pro Woche ausgezahlt (140 Stunden pro Monat etwa). Und hängt auch von den tatsächlichen Arbeitstagen ab. (Februar kann das mal weniger sein.) Da kommt vielleicht grad mal 1200 bis 1300 brutto raus und netto grad an die 1000 was bei Fahrtkosten und teurer Wohnung (und selbst bei preiswerter Wohnung!) viel sein kann - wenn man allein wohnt und nicht nen Partner hat der mit einem wohnt und noch verdient (und mit Partner kämen dann aber Kosten für Kinder dazu eventuell - falls man Kinder hat).

1200 bis 1300 fänd ich erstrebenswert. Und Steuer fällt da bei dem Brutto was man hat um dieses Netto zu kriegen nicht viel an. Eventuell die Gleitzonenregelung ausbauen hier.

So viel ich weiß steigen dort die Sozialversicherungsbeiträge auch langsam an - während sie darüber fix sind und linear mit nem festen Satz. Aber das is dann nich für jeden "zusätzlichen Euro" - wie bei der Steuer ... wenn man über der Zone ist wird alles mit dem höheren Betrag. (Meines Wissens nach - müsste mich noch mal einlesen dazu.)

Wiki-Eintrag wäre hier:
Wikipedia: Midijob

Sollte man von 850 hochsetzen die Grenze - deutlich höher. Und wenn man drüber liegt das was unter der Grenze ist trotzdem damit berechnen - und nur das was drüber ist mit dem hohen vollen Sätzen.


Stattdessen eben alle die sonst nur privat versichert sind gesetzlich verpflichten. Beamte die dann auch zahlen müssten (was der Staat ihnen erstezen müsste) - ... da wären zwar dort Zusatzkosten aber damit müsste man leben. Die verdienen auch nicht Millionen, dass es da in die Höhe schießen könnte unbegrenzt die Beiträge.

Sollte dann halt bei Millioneneinkommen halt auch auf jeden Euro Beiträge berechnet werden, nich ab ner Grenze irgendwo gekappt.

Problem: Dann hätten die Steuer + Beiträge (man argumentiert ja dass die da weniger SV-Beiträge haben, weil da die Steuer mehr greift, in niedrigeren Einkommen eher umgekehrt) - müsste man gegeneinander abwägen und die Steuer eventuell doch nicht so erhöhn dann - oder sogar senken (fehlt dem Staat dann wieder). Eventuell hälfe hier auch eine stark angehobene Beitragsbemessungsgrenze mit "Spitzenbeitrags-Sätzen" (aber nich unbegrenzt, irgendwo dann auch ein Limit).

Aber raus können sollte man nicht mehr (halt Privat nur als ZUSATZ, nicht nur privat und nich mehr in der gesetzlichen). Außer mehr Beiträge hätte man ja bei den Leistungen keine Nachteile - wenn das Private immer als Zusatz ginge.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 09:36
@lkdwpi

Wie wäre es mit folgendem Modell?:

Alle Betriebe leisten je nach Mitarbeiter, Gewinn (diesen dürfte man nicht klein rechnen können) und vielleicht noch anderen Parametern bestimmte Abgaben an den Staat.
Dieser zahlt den AN dafür die Nettolöhne aus (die Betriebe haben damit also nichts zu tun, sparen somit die Lohnbuchhaltung usw).

Man könnte sich staatlicherseits dadurch das gesamte komplizierte Steuer- und Abgaben-System sparen (auch wieder Geldersparnis, da zB das Finanzamt unnötig wäre), denn der Staat würde ja alle Ababen automatisch einbehalten, weil er ja nur NettoLöhne zahlt.

In die Arbeitslosenversicherng müsste auch nicht eingezahlt werden.
Es gäbe vielleicht nicht mal so viele Arbeitslose, weil ja die Betriebe abgabentechnisch quasi belohnt würden, je mehr Mitarbeiter sie haben.
Dieses müsste natürlich irgendwelchen Normen unterliegen (welche sicher berechenbar sind). Da könnte dann z.B nicht sein, dass übertrieben gesagt, eine normal kleine Bäckerei 100 Mitarbeiter hat. Oder die Anzahl der Mitarbeiter müsste sich aus den Gewinnen heraus berechnen oder was weiß ich.

Glaube auch kaum, dass dann AG in großem Stil abhauen würden, wenn man die Abgaben so gestalten würde, dass sie nicht schlechter gestellt sind als jetzt, sondern sogar etwas besser ... und der Staat hätte möglicherweise trotzdem die gleichen Einnahmen, wenn nicht gar mehr, weil ja auch vieles im Gegensatz wegfallen würde.
Man könnte zB. die Bedürfnisprüfungen bei Hartz4 wegfallen lassen, dieses also bedingunslos auszahlen, sobald jemand seine Arbeitslosigkeit nachweist. Die ganze Bürokratie könnte man sich sparen, weil das ja dann auch der Staat von den Einnahmen zahlen würde.

Ansonsten natürlich auch wie bei dir - in die KV zahlen alle ein, aber auch das behält ja der Staat bei den AN gleich mit ein und zahlt es dann an die KV. Diese müsste staatlich sein und es dürfte nur EINW geben. Der wettbewerb funzt ja sowieso nicht, wie man sieht. Und solch ein Lebenswichties Gut wie Gesundheit (genau wie Wasser) dürfte - wenn es nach mir ginge - niemals privatisiert werden... Naja, anderes Thema :)

Wo siehst du bei solch einem (leider utopischen) Modell den Pferdefuß (von mir aus die Passage mit Hartz4 und Krankenkassen ausgenommen)?

Utopisch deshalb, da soetwas von einigen Leuten, welche Einfluss auf politische Entscheidungen haben, sicherlich nicht gewollt wäre, selbst wenn es tatsächlich umsetzbar ist.
Für mich wäre jetzt also nur mal so interessant, ob das machbar wäre, wenn man sich über deren Willen hinwegsetzen würde.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 10:36
KV
Ich habe den Eindruck Du rechnest nicht richtig, deswegen muss ich ein Beispiel konstruieren.
1 Single über Beitragsbemessungsgrenze
4 köpfige Familie, Vater verdient DE Durchschnittsgehalt, Mutter daheim
Alle sind im Jahr gleich krank, "kosten" die KV gleich viel pro Person.

Der Single zahlt 2015 max. Beitrag 4158/Person, der Vater/Familie 2742€ -> 685,5/Person.
Hier zahlt der vermeintlich reichere das 6fache, sollte er auch Familie bekommen 1039€/ pro Person, immerhin das 1,5fache pro Person.
Also leistet einer an der Beitragsbemessungsgrenze wirklich zu "wenig" im Vergleich zu einem mit

Hmmm:
Zitat von lkdwpilkdwpi schrieb:Die hätten ja trotzdem noch sehr sehr viel übrig und könnten sich zig Ferraris kaufen.
Du bist aber großzugig - ich halte es für den falschen so zu argumentieren...nämlich zu sagen was einem reicht.
Macht die Bundesregierung auch mit H4 genauso, sie sagt das ist ausreichend.
Wenn ein "Reicher" sich einen Ferrari oder Porsche kauft (ca. 200.000€), zahlt er schon mal 18.000 MwSt. und die Gehälter hochqualifizierter Mitarbeiter die wiederum dieses Geld zu Verfügung haben - wir können natürlich auch diese Werke indirekt schließen lassen in dem wir die Steuern hochschrauben....wäre für die Mitarbeiter kein Problem, es gibt ALGI und ALGII.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 10:51
Ja aber Fakt ist dass es einem der viel hat weniger weht tut wenn man da mehr wegnimmt. Ist halt der abnehmende Grenznutzen. ... wenn man sehr viel Geld hat ist jedes weitere Geld weniger Wert (und man kann da mehr wegnehmen).

Einer der 1000 hat dem man 100 wegnimmt - dem tut das mehr weh als einer der 10000 hat dem man 100 wegnimmt.

Es macht also durchaus Sinn bei den Wenigverdienern zu versuchen weniger wegzunehmen (damit die weniger aufstocken müssen mit Hartz IV - und es für manche sogar mehr lohnt sich Arbeit von sich aus zu suchen statt Hartz IV + Krankmeldung -> dauerhaft Hartz IV ohne Sanktion).

Und das gleicht man halt aus in dem man bei denen die mehr verdienen mehr wegnimmt. Wenn dann einer das 1,5-fache zahlt bei der Krankenversicherung - dann mag das so sein. Und man mag durchaus ihn noch mehr zahlen lassen können und er könnte dennoch damit überleben.

Können natürlich auch alles so belassen wie es ist. Aber bitte bitte: Wenn für manche es lohnender ist Hartz IV + Krankmeldung (also gar nich viel bewerben müssen und ohne Sanktionen Hartz IV kriegen können) - dann hat auch absolut niemand das Recht sich darüber aufzuregen. (Wenn dann bitte nur über die Ärzte aufregen. Offiziell wäre derjenige ja krank - wenn die Ärzte das halt so sagen.)

Sich bei Bewerbungen negativ darstellen geht auch (kann man geschickt machen, dass es nicht als Negativbewerbung ausgelegt wird). Das sind durchaus Kosten die da entstehen, wenn für Leute sich sowas lohnt. Und man kann es einem ja nich verübeln - man sucht halt den für sich optimalsten Weg. Politker betrügen und bescheißen auch. (Und fälschen auch mal Lebensläufe um nen Abgeordnetenplatz zu kriegen.)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 11:21
@lkdwpi
Beitrag von Optimist (Seite 748) möchtest du hierzu nicht deine Meinung schreiben?

Gerne auch jemand anderes, welcher von Wirtschaft Ahnung hat, @Abahatschi du zB?


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 16:29
@lkdwpi
Ich habe Daten von 2011 und kann ziemlich genau rechnen...wenn Du mal schreiben würdest wo die Grenzen wären...Beispiele:
Zwischen 1000 und 1300€ zahlen 10% weniger Abgaben
zwischen 1300 und 1600€ zahlen 5% weniger Abgaben
Zwischen 2400 und 3000€ zahlen 5% mehr Abgaben
...und dann sehen wir wie das ausgeht.
Zitat von lkdwpilkdwpi schrieb:Wenn dann einer das 1,5-fache zahlt bei der Krankenversicherung - dann mag das so sein. Und man mag durchaus ihn noch mehr zahlen lassen können und er könnte dennoch damit überleben.
So wenig wie ich H4 Gebasche mag, kann ich nur den Kopf schütteln, einer arbeitet vielleicht länger in der Woche, geht studieren ist vielleicht fleißiger und soll sich mit dem Überleben zufrieden geben.
Solche Sätze führen zu Unverständnis, Gleichgültigkeit oder Gegenangriffe gegen H4 Empfängern - auch DE hat einen Abgang an fähigen Fachkräften...nicht alle möchten Arbeitsdrohnen sein.
Zitat von lkdwpilkdwpi schrieb:Wenn für manche es lohnender ist Hartz IV + Krankmeldung (also gar nich viel bewerben müssen und ohne Sanktionen Hartz IV kriegen können) - dann hat auch absolut niemand das Recht sich darüber aufzuregen.
Doch! Über Betrug und Betrüger muss man sich sogar aufregen - und wenn sie erwischt werden darf man sich Höchststrafen wünschen. Wie bei Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher.

@Optimist
Es handelt sich nur um andere Wege der Finanzströme, auf dem ersten Blick ist die Umsetzung vielleicht komplizierter und teuerer weil der Staat mehrere Leute einstellen muss.
Aber zu deiner Idee als Vorschlag was die Probleme löst: es gibt eine nicht absetzungsfähige Umsatzsteuer.
So könnten z.B. Apple und andere Steuerakrobaten Designkosten in der Karibik und Unternehmenssteuern in Irland nicht absetzen...dann sprudeln auch die Quellen in den Ländern wo der Gewinn gemacht wird (Produkte verkauft werden).


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 16:56
Ich würd konkret sagen dass jeder der Vollzeit arbeitet mindestens 1200 bis 1300 (sagen wir 1200) netto in der Tasche haben soll. Bei Zeitarbeitsfirmen wird ja durchaus Vollzeit 40 Stunden gearbeitet, aber 35 ausbezahlt (Rest auf dein Stundenkonto). Da kommt man grad mal auf zwischen 1200 bis 1300 brutto.

Das was man da dann bei denen weniger abziehen müsste (dürfte zum größten Teil fast nur SV-Beiträge sein) anderswo sparen.

Es sollte zwischen 100 und 50 Prozent vom Brutto als Netto übrig bleiben - auch bei den Vielverdienern. (Da wär der Extremfall halt dann nur 50 Prozent.) - Wäre noch immer besser als früher zu Zeiten in denen der Spitzensteuersatz mal über 50 Prozent lag (da blieb dann weniger als 50 Prozent übrig in ganz hohen Bereichen in denen hauptsächlich die Einkommensteuer ne Rolle spielte, die SV-Beiträge eher nicht mehr so stark - wegen Beitragsgrenze).

Habe mal bei einem Brutto-Netto-Rechner geguckt Bei Beitragsbemessungsgrenze ... aber auch bei Beträgen viel höher (mit Brutto 8000 getestet) bleibt - bei Lohnsteuerklasse 1, keine Kinder (wichtig wegen Pflegeversicherung), Kirchensteuer (wenn man in Kirche ist könnte man sich ja auch sparen er es möchte) - noch über 50 Prozent ... aber da wär halt noch was was man wegholen könnte wenn man sagt mindestens 50 Prozent solltne verbleiben. (Könnte man den Spitzensteuersatz Richtung 50 Prozent erhöhen und das dann in die Sozialversicherung pumpen um dort die Beiträge zu verringern in niedrigen Bereichen.)

Konkrete Prozentsätze kann ich dir nich nennen - muss dir ein Experte aus den Parteien die sowas "hauptberuflich" machen nennen. Ich kann nur sagen was "hinten" rauskommen muss/soll. Wenn das mit der Anpassung bei den Vielverdienern nicht reicht (ohne dass diese unte 50 Prozent vom Brutto als Netto hätten) - dann muss man anderswo umverteilen. Halt weniger für Verteidigung oder so.

Wenn halt jemand nur 1200 bis 1300 brutto hat stimmt es schon - dass da sehr sehr viel weniger abgeht prozentual im Vergleich zu einem der viel verdient und fast die Hälfte weggenommen kriegt. Aber man muss halt das mit den Anreizen sehen. Dass es kaum lohnt zu arbeiten (und dann viele lieber Hartz IV beziehen ... oder die Leute halt arbeiten und unzufrieden sind und sich Ausländer als Sündenböcke suchen die dafür nix können).

Wenn am Ende grad knapp 1000 bleiben und man Wohnung und Fahrkosten hat zu zahlen - dann ist das halt heftig. Hängt aber halt auch von den tatsächlichen Kosten ab - vielleicht müsste man das berücksichtigen. Steuer spart man in dem Bereich (fällt ja kaum Steuer an!) halt kaum bzw. gar nicht - da reisst das nich viel wenn man Fahrtkosten hat die man absetzen könnte. Eventuell deren SV-Beiträge daran orientieren wie hoch die Wohnkosten und Fahrtkosten sind. Das kann durchaus sehr unterschiedlich sein je nach Region - und nicht immer ist öffentlicher Verkehr viel billiger oder angemessen (wenn dadurch viel längere Fahrtzeiten). Und ein KfZ kann dann - grad bei Fahranfängern - auch mal mehr Versicherung kosten.

Für Leute die sehr günstig wohnen und sehr günstig fahren (oder neben der Arbeit wohnen = gar keine Fahrtkosten) - da mag die 1000 Netto sogar vielleicht ganz gut sein und man kann noch in Urlaub fahren ohne täglich so stark drauf achten zu müssen an Lebensmitteln zu sparen um dafür was weglegen zu können.

Ja das wäre evntuell ein Gedanke ... in ner bestimmten Lohngegend die SV-Beiträge davon abhängig zu machen - von Fahrtkosten und Wohnkosten - die man dann selber nachweisen/beantragen müsste (nich automatisch gewährt) ... oder halt man nimmt einen Durchschnitt für die Region in der derjenige wohnt/arbeitet.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 20:37
@lkdwpi
..wenn Du mich ansprechen willst, nutz doch einen @ vor meinem Nick.

Ich habe aus deinem Text Folgendes interpretiert - über der Beitragsbemessungsgrenze soll die Steuer so steigen dass ab Reichensteuer 50% übrig bleiben, deswegen -> 52882€=42 % bis 250731€=50%.
Auf der Basis der Einkommensteuerdaten von 2014 wären das Mehreinnahmen von 12,23 Mrd.€ - wenn man jetzt sagt alle die unter dem Durchschnittslohn sind bekommen diesen Betrag als Entlastung würden alle bis ca.27000 Brutto keine Einkommensteuer mehr zahlen (müssen).

Eine Zahl nebenbei, die 20% AN über der Beitragsbemessungsgrenze inkl. den Superreichen zahlen 71,80% der gesamten Einkommensteuer....wenn die sich auch mal überlegen dass sich Arbeit nicht lohnt, fällt ordentlich was weg.

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Zitat von lkdwpilkdwpi schrieb:Ja das wäre evntuell ein Gedanke ... in ner bestimmten Lohngegend die SV-Beiträge davon abhängig zu machen - von Fahrtkosten und Wohnkosten
Die Fahrtkosten sind bei der Steuer schon berücksichtigt, sollten sie diese Pauschale übersteigen können sie genau angegeben werden...für die Wohnkosten gibt es Zuschüsse auf Antrag (niedriger Verdienst in einer teueren Stadt).


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 21:03
@Abahatschi
Ja, das wäre schon eine Summe ... die 12,23 Mrd. Da bei niedrigeren Einkommen eher die SV-Beiträge greifen - statt Steuer (die da nich sooo viel anfällt) - müssten eher die SV-Beiträge entlastet werden. (Und das halt dann durch die Mehreinnahmen der Steuer finanziert.)

Problem bei den Fahrtkosten und bei der Steuer ist ja, dass man dann dadurch niedrigere Steuern zahlt. Bei Leuten die sowieso fast gar nix zahlen an Steuern (da in niedrigen Einkommen nicht so viele Steuern anfallen) - dürfte da gar nich das ganze Einsparpotenzial ausnutzbar sein. Die Ersparnis ist hier natürlich höher, je höher das Einkommen ist. Da diese Kosten dann ja vom versteuerbaren Einkommen (wenn ich das richtig weiß) abgezogen werden und bei höheren Beträgen (da da mehr Steuern gezahlt werden) natürlich auch mehr gespart wird.

Im Idealfall hätte man: Brutto. Vom Brutto 0 bis 50 abziehen damit das Netto rauskommt. Unten der Freibetrag (0 Abzug). Dann leichter Anstieg. Ab höheren Beträgen stärkerer Anstieg. Oben irgendwann ab einer Grenze 50 prozent linear (und darüber immer 50 Prozent).

Das dann verteilen auf Steuer und SV-Beiträge. Könnte man doch so machen - dass der Staat alles einzieht zentral und es dann verteilt. (Und nur eine gesetzliche Krankenversicherung - das mit den verschiedenen Versicherungen und der Konkurrenz die da das Geschäft beleben soll ... weiss nicht ob das soooo zielführend ist, wenn dan noch gegenseitig Werbung gemacht wird um sich Versicherte abzuwerben und dann in die Werbung auch Geld fließt, was Kosten bedeutet - wo dann der Beitragszahler damit die Werbung noch mitfinanziert statt dass möglichst viel in Leistungen fließt die ihm tatsächlich zu Gute kommen.)

In gewisser Weise macht es schon Sinn, dass bei den niedrigen Einkommen dann auch (so wie es jetzt der Fall ist) die SV-Beiträge den größten Anteil ausmachen. Damit werden ja Leistungen finanziert die derjenige tatsächlich braucht oder mal brauchen könnte. Die Steuer finanziert ja alles mögliche. Können dann die mehr zahlen die mehr haben - die sind sicher froh wenn damit auch ihre Sicherheit (Polizei) gut finanziert wird z. B. und sie geschützt leben können (sonst würd ihnen der Wohlstand auch nicht viel bringen).

Und man muss bedenken: Wenn die Wenigverdiener mehr Netto haben, dann würden die auch mehr konsumieren können, was dann zu Mehrwertsteuereinnahmen führt. (Wenn sie denn schon nicht so viel Einkommensteuer zahlen dann da wenigsten sein bisschen an Mehrwertsteuer.) Halte ich durchaus für plausibel. Grad wenn man sehr wenig hat und dann ein bisshen mehr hat - dann gönnt man sich vielleicht auch mal ein bissl mehr im Alltag und gibt schnell mal mehr aus.

Die Besserverdiener die sowieso sich schon viel Luxus leisten können die geben vielleicht nicht soo viel mehr aus im Alltag. Für Luxusprodukte dann schon - aber damit man ein zusätzliches Luxusprodukt kaufen kann muss man auch gleich mal zusätzlich viel mehr irgendwo zusätzlich haben und nicht nur ne kleinen Mehrbetrag. (Fraglich ist ob der große Luxus dann nich im Ausland auf teuren Auslandsreisen erworben wird von denen der dt. Staat keine Mehrwertsteuer dann sieht.)

Ich denke schon dass das was ausmacht - die Kaufkraft der Wenigverdiener und deren Konsum. (Sicher auch allgemein für die Wirtschaft und die Unternehmen privat und nicht nur für den Staat und dessen Steuereinnahmen.)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 21:25
@lkdwpi
Ich sage es mal gerade aus - Du hast noch kein Gefühl für diese Zahlen.
Es ist zwar richtig dass 12,23 Mrd eine große Zahl, aber im Vergleich zur Gesamtkaufkraft...sind sie nichts ca. 0,6%.
Ich bleibe bei meiner Kernaussage...man kann nicht mehr viel holen. Die Bürger von denen man sich das holen will sind ca. 6 Mio - die können die Politik schon nennenswert beeinflußen.
Ich fände es besser wenn keine Verschwendung mehr statt fände....da dürfte die gleiche Summe rausspringen, die echte (keine umgelagerte) Kaufkraft wäre.
Bei der KV kann man alleine durch Verzicht auf Schwachsinn wie Homöpathie und Co. sparen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 21:43
Dann sollte man das auch machen. Aber Verschwendung hat man überall wo Menschen arbeiten. Allein "Ineffizienz" ist auch Verschwendung. Das haben wir ja zum Beispiel auch bei den Jobcenter (um die es hier im Hartz IV-Thread ja auch geht) - dadurch dass sich da so ein System gefestigt hat bei dem die Mitarbeiter vom Jobcenter Menschen in teils sinnlose Maßnahmen stecken und die Maßnahmeträger halt sinnlose Maßnahmen anbieten.

Aber das ist schwer zu durchbrechen - wenn im Jobcenter die Mitarbeiter überlastet sind (und mehr Leute einstellen würd auch erst mal kosten) - und dann halt froh sind, wenn Leute in Maßnahmen sind (die muss man dann nicht einladen so lang die Maßnahme läuft). Und die Maßnahmeträger freuen sich halt auch weil sie damit Geld verdienen und alle Möglichen Träger da ihre Chance aufs Geld sehen.

Homöpathie könnte man ganz einfach streichen - falls da tatsächlich was von den geseztlichen Kassen übernommen wird. Dafür können Leute sich ja freiwillig Zusatzversicherungen abschließen falls sie sowas brauchen - das stimmt, wenn um so Sachen geht dann wäre das einfach durch ein paar Zeilen in irgendeiner Regelung zu ändern.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

26.10.2016 um 23:08
@Abahatschi

dazu noch mal Beitrag von Optimist (Seite 748)
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Es handelt sich nur um andere Wege der Finanzströme
Ja, irgendwie schon.
Nur bei meinem Modell hätten die AG vielleicht einen größeren Anreiz, Leute einzustellen?
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:auf dem ersten Blick ist die Umsetzung vielleicht komplizierter und teuerer weil der Staat mehrere Leute einstellen muss.
Für den Staat wäre es teurer, aber die Betriebe wären entlastet und könnten dementsprechend höhere Abgaben zahlen, welche sich mit den erhöhten Kosten des Staates aufheben könnten?

Komplizierter evtl einerseits. Andererseits könnte man das Steuersystem nebenbei erheblich vereinfachen (auf nem Bierdeckel... :) )

Als Nebeneffekt des Ganzen wäre vielleicht auch die Monopolbildung erschwert (zB. wegen mangels der Möglichkeit von "Armrechnen")?
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb: es gibt eine nicht absetzungsfähige Umsatzsteuer.
ja, aber das unterbindet doch sicher kein "Armrechnen" bezüglich der anderen Steuern die ein Unternehmen abführen muss, oder ? (ich meine die Steuern welche sich aus dem Gewinn errechnen)


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2016 um 01:35
Ich finde, dass diese Globalisierungsverlierer und unterprivilegierten Menschen ausstreichend versorgt sind. Wer mit den Veränderungen im Leben nicht klarkommt und anschließend im Jammerstatus verharrt, der hat etwas grundlegendes nicht gelernt.


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Realo ehemaliges Mitglied

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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2016 um 01:49
Ja, man muss die Opfer bestrafen. Sind selber Schuld, dass sie sich nen Job bei einem Unternehmer gesucht haben, der dann bald wegrationalisiert wurde. Hätten se doch selber Unternehmer werden sollen, dann wärn se wenigstens nicht Opfer sondern Täter.

"Eure Armut kotzt mich an."


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2016 um 01:53
@Realo

Auch wenn du es sarkastisch meintest: Du hast nicht gänzlich Unrecht.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2016 um 02:49
nächste woche mittwoch läufts wieder ;D


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2016 um 04:17
@CoffinNail
Realo:
Ja, man muss die Opfer bestrafen. Sind selber Schuld, dass sie sich nen Job bei einem Unternehmer gesucht haben, der dann bald wegrationalisiert wurde. Hätten se doch selber Unternehmer werden sollen, dann wärn se wenigstens nicht Opfer sondern Täter.

-->C:
Auch wenn du es sarkastisch meintest: Du hast nicht gänzlich Unrecht.
Es können doch nicht alle Arbeitslosen einen auf "Unternehmer" machen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.11.2016 um 17:06
Für das SGB-II-System wäre es schon sehr hilfreich, wenn man all jene ausscheiden würde, die langjährig (z.T. schon seit 2005!) im Leistungsbezug sind. Denn diese sind entweder arbeitsunwillig (dann schuldet die Gesellschaft ihnen nichts) oder tatsächlich arbeitsunfähig (weil sie gering qualifiziert oder nicht zu qualifizieren sind oder weil sie krank sind).

Arbeitsunfähige gehören konsequent in die Grundsicherung. Ich finde schon, daß jemand, der ohne sein Zutun arbeitsunfähig ist, von der Solidarität der Gesellschaft erfasst werden sollte. Allerdings ist auch von solchen Personen ein solidarisches Verhalten zu verlangen. Dazu gehört z.B., daß diese Personen einsehen müssten, daß sie keine Kinder in die Welt setzen sollten, wenn sie diese nicht aus eigenen Mitteln ernähren können.

Durch eine Entlastung dieses Systems um die angesprochenen Personen würde die Arbeitsvermittlung erst instand gesetzt, sich um Menschen zu kümmern, die Unterstützung für eine erfolgversprechende Arbeitssuche benötigen. (Bei teils 400 Kunden pro Arbeitsvermittler ist das nicht möglich.) Dann wäre es möglich, den Grundsatz "Fördern und Fordern" umzusetzen, unter dem die Reform damals gestartet ist.


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