Lanza schrieb:Sorry du kapierst den Zshg nicht. Es geht darum, dass durch den Pflegereformvorschlag der Regierung pflegende Angehörige schlechter gestellt werden sollen, die maßgeblich dafür momentan sorgen, dass nicht bereits Pflegeheime überquillen.
Das war eine Aussage der AfD im letzten Bundestagswahlkampf. Also vor der Schwarz-Roten-Koalition.
Lanza schrieb:die müssten sich was einfallen lassen bei den gegenwärtigen Plänen von der Regierung (u.a. SPD)
Ah, der Mythos der sozialen AfD.
Aber wenn man sich dann die Lösungsvorschläge anschaut, merkt man, wohin die Reise wirklich geht:
Privatisierung des Risikos.
Die AfD fordert private Zusatzversicherungen und "steuerliche Anreize", um die Pflegekassen zu entlasten und die "Eigenverantwortung" zu stärken.
Wie soll jemand, der wegen 49 Stunden Pflege in der Woche seinen Job aufgeben musste, von Steuererleichterungen profitieren? Wer kein Einkommen hat und keine Einkommensteuer zahlt, dem nützen steuerliche Anreize exakt null.
Gleichzeitig wird der Druck auf die Familien erhöht. "Eigenverantwortung" und "private Zusatzversicherungen" klingen immer super - bis man merkt, dass man sich diese Versicherungen erst einmal leisten können muss. Wer wenig Geld oder Vorerkrankungen hat, fällt durchs Raster.
Letztlich widerspricht sich die AfD hier selbst:
Man kann nicht einerseits beklagen, dass pflegende Angehörige wegen fehlender Erwerbsarbeit in die Altersarmut rutschen, und andererseits ein Konzept fordern, das auf privater Finanzkraft und Lohnsteuer-Vorteilen aufbaut.
Unterm Strich bedeutet dieses Konzept:
Der Staat zieht sich aus der Finanzierung zurück, die gesetzliche Pflegekasse wird geschont, und die Familien dürfen zusehen, wie sie die Pflegezeit mit ihrem eigenen Ersparten überbrücken. Von echter Entlastung für diejenigen, die die eigentliche Arbeit machen, fehlt da jede Spur.
Optimist schrieb:Die AfD wird diesbezüglich auch keine Ausnahme machen.
Aber, aber, die AfD ist doch so anders…
Und so sozial…