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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

39 Beiträge, Schlüsselwörter: Rassismus, Flüchtlinge, Zivildienst, Soziales Jahr

Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

05.01.2016 um 08:21
@Aldaris
Was genau hast du nicht verstanden an meinem Post?
Rassismus kann man nicht durch erzwungene Konfrontation heilen.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

05.01.2016 um 10:57
Ich finde sowas könnte man machen, aber freiwillig, das heißt das die Finanzierung dann auch vom Staat übernommen wird. Man sollte die Leute nicht zwingen, denn einige können vielleicht aus bestimmten Gründen soetwas nicht machen, physische oder psychische Gründe.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

08.01.2016 um 21:51
Nur keinen Zwang. Ein freiwilliges! soziales Jahr in Entwicklungsländern kann etwas Positives sein, es erweitert den Horizont, aber auch nur, wenn man sich freiwillig darauf einläßt. Ich bezweifle allerdings, daß man den Menschen in den ärmeren Ländern dadurch hilft. Dort braucht man Lehrer, Mediziner, Wissenschaftler, gut ausgebildete Menschen die dort die Wirtschaft, die Infrastruktur, das Schul- und Gesundheitswesen auf- bzw. ausbauen. Auf zwangsverpflichtete deutsche Praktikanten wartet dort niemand.

Eigentlich ein typischer Precht-Vorschlag, der Mann ist ein eitler Selbstdarsteller der von praktischen Problemen keine Ahnung hat.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

08.01.2016 um 21:54
Aldaris schrieb am 04.01.2016:Kann da was dran sein? Vorausgesetzt, die finanziellen und logistischen sowie die sicherheitsrelevanten Mittel wären gegeben,
Ja also ich finde die Idee so schlecht nicht, unter diesem Aspekt.

Befürchte nur um das zu gewährleisten, müssten wir ein Land dort kaufen und zuerst alle vertreiben und dann paar Darsteller casten.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

08.01.2016 um 22:03
Frannie schrieb:Eigentlich ein typischer Precht-Vorschlag
In der Tat. Es war ein Vorschlag von Richard David Precht.
Frannie schrieb: der von praktischen Problemen keine Ahnung hat.
Das haben viele Philosophen nicht. Ich denke, das muss auch nicht der Anspruch sein, schließlich sind sie keine Politiker. Ich würde das bloß als Vorschlag begreifen, den man diskutieren kann.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

09.01.2016 um 19:22
@Aldaris

Ein richtiger Philosoph ist Precht nicht, eher ein Philosophendarsteller. Man diskutiert in diesem Forum ja auch über den Vorschlag. Wer so etwas tun will, hat schon jetzt die Möglichkeit dazu, aber Zwang ist kontraproduktiv und zu glauben, daß so etwas gegen Rassismus helfen würde, ist naiv.

In den Entwicklungsländern hat man eigentlich auch keinen Bedarf an gutmeinenden jungen Leuten aus dem Westen die mal für ein paar Monate "etwas Gutes " tun wollen. Die Menschen dort zur Erziehung deutscher bzw. allgemein europäischer Jugendlicher zu benutzen, zeugt von gutgemeintem Kolonialdenken.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

09.01.2016 um 21:21
@Frannie schrieb:
Die Menschen dort zur Erziehung deutscher bzw. allgemein europäischer Jugendlicher zu benutzen, zeugt von gutgemeintem Kolonialdenken.
So sehe ich das auch. Aber du hast es besser ausgedrückt.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

09.01.2016 um 23:01
Frannie schrieb:Ein richtiger Philosoph ist Precht nicht, eher ein Philosophendarsteller.
Wie kommst du darauf? Hast du einen akademischen Grad, der dieses Urteil untermauern würde?


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

09.01.2016 um 23:16
Dann soll doch der gute Herr Precht mit gutem Beispiel vorangehen und mal damit anfangen.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

10.01.2016 um 20:26
@Aldaris

Man braucht keinen akademischen Grad um so etwas beurteilen zu können. Man braucht schließlich auch keine Abschlüsse in Literatur- und Musikwissenschaft um beurteilen zu können, daß Hera Linds Bücher keine große Literatur sind, und Dieter Bohlen kein genialer Komponist ist. Wenn man die Werke der großen Philosophen mit denen Prechts vergleicht, fällt einem schon auf, daß der Mann in dieser Branche eher zu den Leichtgewichten zählt und man muß keine große Menschenkenntnis haben um zu merken, daß er ein eitler Schauspieler ist. Beweist er ja gern im TV.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

31.08.2019 um 21:27
Aldaris schrieb am 04.01.2016:Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?
Upps, das hatt ich wohl falsch verstanden. Ich dachte, in armen Ländern sollen verpflichtende soziale Jahre eingeführt werden, für die Einwohner dort. Das hört sich doch gut an, oder?


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

31.08.2019 um 22:01
@Katebeckett
Katebeckett schrieb:Upps, das hatt ich wohl falsch verstanden.
War es nur ein Gedankengang, der kausal für deinen jetzigen Beitrag war, oder habe ich irgendeinen deiner Beiträge in dem im Abgesang begriffenen Thread übersehen?


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

01.09.2019 um 17:40
Ich bin gegen jede Art von Dienstpflicht - hier oder in Afrika.
Das letzte Mal, dass dienstverpflichtete Deutsche in Afrika waren, endete im Mai 1943 in Tunesien.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

01.09.2019 um 17:47
Aldaris schrieb:War es nur ein Gedankengang, der kausal für deinen jetzigen Beitrag war, oder habe ich irgendeinen deiner Beiträge in dem im Abgesang begriffenen Thread übersehen?
Nur ein Gedankengang.
Aber mal ehrlich, das wäre doch eine gute Idee. Ich meine, wieso gibt es das nicht in Tunesien? Oder im Kosovo? Oder in Ghana? Oder gibt es das dort auch? Deutsche unterstützen Deutsche. Ein Freiwilliges/verpflichtendes soziales Jahr könnte doch als Vorbild für andere Länder dienen, oder gibt es das sogar schon?


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

01.09.2019 um 18:00
@Katebeckett

Dienstpflichten, meist nur für Männer, gibt es in vielen Ländern. Allerdings meist als militärischen Dienst, nicht als sozialen.
Einen "Sozialstaat" incl. Hilfsorganisationen und Freiwilligen/Ehrenamtlichen, wie wir es in der BRD bzw. in anderen europäischen Ländern kennen, gibt es in vielen ärmeren Regionen der Welt nicht mal ansatzweise.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

01.09.2019 um 19:13
Doors schrieb:Einen "Sozialstaat" incl. Hilfsorganisationen und Freiwilligen/Ehrenamtlichen, wie wir es in der BRD bzw. in anderen europäischen Ländern kennen, gibt es in vielen ärmeren Regionen der Welt nicht mal ansatzweise.
Wobei die fetten Jahre auch vorbei sind seit Ende der 80er


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

01.09.2019 um 19:25
@ayashi

Verglichen mit Nordkorea oder Somalia ist das Leben hierzulande aber immer noch recht angenehm. Jedenfalls für mich.


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

06.09.2019 um 01:16
Aldaris schrieb am 04.01.2016:Womöglich wäre dies eine harte Entgegnung auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Und was wenn der Schuss nach hinten losgeht? Nichts für ungut aber dort in Afrika wo man Hilfe braucht ist es oft nicht sicher und wo es sicher ist braucht man wahrscheinlich keine Praktikanten. Denkt ihr eine Gruppe Jugendlicher die nen Monat als Geiseln einer Islamistenmiliz zugebracht hat wird nach ihrer Rückkehr sensibilisiert sein?


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Verpflichtendes soziales Jahr in armen Ländern?

20.09.2019 um 12:49
Hier noch ein interessanter Artikel, der meiner Meinung nach sehr gut hier herein passt, und auch meine Meinung wiederspiegelt. Der Artikel betrifft Afrika:
Gleichwohl werfe der Fall ein Schlaglicht auf andere freiwillige «Hilfseinsätze» in Entwicklungsländern, die sich auch in Europa grosser Beliebtheit erfreuen. Das Grundmotiv, das viele dieser sogenannten «weissen Retter» («white saviors») antreibe, sei im Wesentlichen das gleiche wie bei Bach: «Es ist die Annahme, dass dort nichts ist und nichts funktioniert. Und dass also gilt: Egal, was ich mache, es ist besser als nichts.»

Wie zahlreiche andere Entwicklungsexperten ist Denskus überzeugt, dass diese Art von vermeintlicher «Entwicklungshilfe» oft mehr schadet als nützt. Man müsse die Frage, was junge, unqualifizierte Freiwillige in einem fremden Land innert weniger Wochen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können, ehrlich beantworten: «In den meisten Fällen sehr wenig.»

Den verbreiteten Glauben, in Afrika mit einfachen Mitteln und ohne Vorkenntnisse helfen zu können, führt Denskus auch auf ein verzerrtes Bild zurück: «Viele Medien und Hilfsorganisationen zeigen ein klischiertes, negatives Abziehbild des Kontinents, das um Jahrzehnte veraltet ist.» Afrikanerinnen und Afrikaner würden dabei oft als dringend Hilfsbedürftige dargestellt, die ausserstande seien, ihre eigenen Probleme zu lösen. In diesem Verständnis des Kontinents, schreibt der Journalist Alex Perry, verkämen die Menschen in Afrika zu «eindimensionalen Objekten, die darauf warten, dass freundliche Ausländer sie retten oder ihre Lage verbessern».
Und sie gehen noch weiter:
Widerstand in Afrika

Der hilflose Afrikaner auf der einen Seite, der strahlende weisse Retter auf der anderen: Gegen dieses Bild formiert sich längst auch in afrikanischen Staaten Widerstand. Bestes Beispiel dafür ist die Online-Kampagne «No White Saviors», die von der Uganderin Olivia Alaso und der Amerikanerin Kelsey Nielsen angeführt wird. Die beiden Frauen waren – in unterschiedlichen Rollen – früher selbst in einem Hilfswerk tätig. Heute kämpfen sie für eine Veränderung in der Missionars- und Entwicklungszusammenarbeit. Ihre Kernbotschaft: «Gute Absichten allein reichen nicht.»

Die Überzeugung, Probleme auf der anderen Seite der Welt bewältigen zu können, obwohl einem diese zu Hause niemals anvertraut würden, sei typisch für die «white saviors», schreibt die Organisation. Schädliche Hilfe dürfe nicht mit dem guten Willen entschuldigt werden. Um die Helfer und deren emotionale Befriedigung dürfe es nicht gehen. «Afrika ist kein Spielplatz, um sich selbst zu finden.»

Auch Teju Cole glaubt, dass es bei diesen kurzen «Hilfseinsätzen» kaum je um die Bedürftigen geht. «Es geht um eine grosse emotionale Erfahrung, durch die die eigenen Privilegien bestätigt werden.» Afrika biete, so schreibt der Autor, einen Raum, «auf den man bequem sein weisses Ego projizieren kann».
Das Geschäft mit dem Helfersyndrom

In vielen Ländern Europas ist diese Kritik ausserhalb von Fachkreisen noch kaum angekommen. Freiwilligeneinsätze in Entwicklungsländern erfreuen sich grosser Beliebtheit. Der sogenannte Voluntourismus, eine Kombination aus kurzzeitiger Freiwilligenarbeit und Erlebnisreise, hat sich in den vergangenen Jahren gar zu einem wachsenden Trend entwickelt.
aus: https://www.nzz.ch/international/wenn-weisse-afrika-retten-wollen-ld.1508637?utm_source=pocket-newtab


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