sceptical schrieb:Hier hat jemand konkrete Anschuldigungen gegen die Autoren:

Wir hätten nie gedacht, dass der Fall der verschwundenen niederländischen Mädchen solche Ausmaße ...
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Was gibts dazu zu sagen?
Ich bin da bei @cyclic. Ich finde The Lore Lodge allerdings in seiner Art etwas überheblich, auch wenn ich manche Kritikpunkte auch sehe. Insgesamt finde ich aber, dass er hart mit den Autoren ins Gericht geht, und da teils auch aus dem Kontext reißt.
Zum Beispiel: Er wirft Annette vor, naiv zu sein, als sie mit der sogenannten Pandilla spricht. Er stellt es so hin, als hätte sie von einer Person gehört, wer die Personen auf dem Bild sind und Zack, wäre sie zufrieden gewesen. Dabei hat sie mehrere besucht. Natürlich wäre es 100 % ig, wenn das Original-Foto noch da wäre. Auch das eine Person kein großes Interesse hat, über die Holendesas zu sprechen, heißt doch nicht, dass da eine Schuld vorliegt. Meiner Meinung nach falsch geframt.
Er lässt das völlig außer Acht, auch dass das Bild total unscharf ist, und wirklich in vielen Punkten einen Rotstich aufweist. Auch geht er gar nicht darauf ein, wer das Foto geleakt hat (Mark H.), wie er da eigentlich dran kam und welche Intention er damit verfolgt. Das ist doch mindestens genauso interessant.
Welchen Punkt ich sehe: Dass der Kalendereintrag für Henri, Felicianos Sohn, mehr Fragen aufwirft als Antworten (Henri habe am 1. April seinen Vater auf seiner Tour vertrete, da Feliciano ja ins Krankenhaus nach David gefahren ist). Ich denke, dass da Anette mehr weiß, aber die Betroffenen schützen möchte. So wirft es natürlich erstmal mehr Fragen auf, und entlastet nicht wirklich. Das ist mir beim Lesen des Buches auch aufgefallen.
Das Ende könnte ich mir nicht anschauen; wieder diese Pandilla-Theorie, ohne jede kritische Einordnung, dass das auch eine falsche Spur sein könnte und die Faktenlage da wirklich dünn ist.
Annette und Christian haben mit vielen Falschaussagen aufgeräumt, und das wirkte vielleicht auch Mal etwas hart. Aber ich kann es verstehen, wenn man so viel Absurdes liest, was einfach nicht stimmt, wie die Aussage von Pitti mit der Kuhhaut (Dabei schrieb der Forensiker, er seziert menschliche Haut vom Knochen). Und damit macht man sich halt keinen Freunde.
Was Annette und Christian gut getan hätte (im Nachhinein betrachtet), die viele Arbeit von andern kurz zu honorieren, bevor sie berechtigte Kritik los geht.
Da sich beide eher für eine Unschuld von Feliciano, Henri und der Pandilla aussprechen, und das gegen der landläufigen Meinung ist (Podcast Lost in the Jungle, Scarlet R., ...), bekommen sie viel Gegenwind, da sicgh das so festgestezt hat, und auf den ersten Blick auch plausibel ist. Trotzdem kommen Zweifel. Allein: Wenn Osman laut seiner Mutter wirklich Angst um sein Leben hatte, vor der Pandilla, warum geht er dann auf einen Badeausflug in den Regenwald mit ihnen. Also ich würde das nicht machen
;)"Alle" stürzen sich so auf Feliciano und Henri. Für mich unverständlich, warum nicht auf Plinio. Da gibt es ebenso viele Ansatzpunkte, die verdächtig sein könnten. Er war bekanntlich zu der Zeit nun auch Mal der, der auf dem Trail war.
Und dass The Lore Lodge den Zeugen vorwirft, zu lügen. Also bitte, klar alle Zeugen, die sie auf dem Pianista-Trail gesehen haben, lügen. Dafür muss es andere Erklärungsansätze geben. Ich finde es schon unverschämt, dies ihnen so zu unterstellen, ohne es kritisch zu beleuchten.
cyclic schrieb:Man findet kaum brauchbare Fotos von solchen Fingerhaaren im Netz, deswegen war ich mir selbst nicht so ganz sicher, ob das in der Ausprägung normal vorkommt. Jetzt weiß ich es: ja sowas gibt's
Biologin hier. Diese Härchen sind ganz typisch für das dritte Fingerglied. Da haben es auch Frauen, häufig ganz dünn und bei Europäerinnen eher hell. Im zweiten Fingerglied kommt es bei Männern durchaus vor, gerade bei eher dunkleren Typen.
Und bezüglich der Zeugenaussagen:
@PARAMOUR Ja, das ist richtig. Eine Rekonstruktion ist aber enorm wichtig, denn jede kleine Aussage könnte von Bedeutung sein und Hinweise liefern. Es ist natürlich schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Und natürlich ist es mit Zeugenaussagen auch immer schwierig.
Hinzufügen möchte ich, dass unser Blick, was wir wahrnehmen, sehr geprägt von unser Kultur ist. Ich habe mich mal länger damit beschäftigt, warum so viele Japaner*innen mir gesagt haben, dass wir Europäer*innen alle gleich für sie aussehen. Auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen, da sich ja allein die Augenfarbe und die Haarfarbe unterscheiden. Sie achten auf ganz andere Merkmale im Gesicht, so sind sie geprägt. Die für sie eben deutliche Unterschiede machen. So sind sie geprägt.
Auch das hier könnte ich mir hier vorstellen. Deshalb finde ich aber das Detail mit der Dreiviertelhose sehr relevant; weil das hat einige überrascht, da sie das so nicht kennen. Andere Merkmale können deshalb in der Wahrnehmen stark variieren (siehe kulturelle Prägung).