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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

35.778 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:29
Zitat von Bane77Bane77 schrieb:Ich vermute die TV ist weder in der Lage Empathie zu verspüren, noch sie zu imitieren.
Ich muss Dir recht geben. Ich habe eben nochmal gegoogelt und folgendes gelesen, als es darum ging, ob Menschen ohne Empathie auch Wut empfinden können:

Empathie ist die Fähigkeit, die Gefühle anderer zu teilen oder nachzuvollziehen. Wut hingegen ist eine Basisemotion, die primär auf den eigenen Frust, verletzten Stolz oder blockierte Ziele reagiert und unabhängig von Empathie existiert.
Während empathische Menschen ihre Wut oft bremsen, weil sie den Schmerz des anderen nachfühlen, fehlt diese Blockade bei Menschen ohne Empathie. Ihre Wutausbrüche können daher rücksichtsloser, intensiver oder kalkulierter ausfallen.


Erschreckenderweise passt das.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:31
Zitat von heavythoughtsheavythoughts schrieb:Und jede Person, die der Meinung ist, die Angeklagte sei unschuldig, darf mir gerne eine entsprechende Indizienkette zeigen, die sie eindeutig von einer Tatbeteiligung freispricht.
Indizien als "Unschuldsbeweise" finde ich lustig. Und das wäre auch schwierig, weil ja die TV mit ihren Lügen-Fettnäpfchen sich immer wieder selbst reinreitet. Und ein "Ich war das wirklich nicht" ist in der Tat als Unschuldsbeweis nicht tauglich.
Ich persönlich habe KEINE Zweifel an der Schuld der Angeklagten, auch wenn offiziell bis zu einem rechtskräftigen Urteil die "Unschuldsvermutung" per Gesetz gilt. Aber ich bezweifle dennoch, dass die Beweislage erdrückend genug ist, um Gina H. am Ende auch lebenslang hinter Gitter zu bringen. Es reicht eben auch nicht, wenn die etwas träge agierende Staatsanwaltschaft von der Schuld der TV überzeugt ist. Dann sollte man von der Seite auch etwas mehr dafür tun, um das hieb- und stichfest zu beweisen. Wenn ich die diversen Ticker und Berichte zum Prozess lese, habe ich manchmal das Gefühl, dass der Richter und die Vertreterin der Nebenklägerin eine Menge tun, um das Verfahren zu einem zielführenden Abschluss zu bringen.
Die Verteidiger sind vielleicht keine Staranwälte, aber sie versuchen zumindest im Rahmen ihrer geringen Möglichkeiten, zumindest Zweifel zu streuen, die Ankläger aber sind für mich in diesem Prozess ein großer Schwachpunkt, gerade was die Beweisführung angeht.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:34
Zitat von SuppengespenstSuppengespenst schrieb:Dieses rausgepicke von einzelnen Sätzen und damit aus dem Kontext nervt
Das ist übliche Praxis hier, oder nicht?


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:36
Zitat von Newbie190626Newbie190626 schrieb:Aber ich bezweifle dennoch, dass die Beweislage erdrückend genug ist, um Gina H. am Ende auch lebenslang hinter Gitter zu bringen
Doch. Das reicht locker. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Es wurden schon Menschen verurteilt mit deutlich weniger Indizien.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:37
Zitat von MissM.16.50MissM.16.50 schrieb:Ich für meinen Teil finde es - bis zu einem gewissen Punkt - dann schon auch wichtig, dass nicht alle dem gleichen Gedanken hinterherlaufen, sondern man eine Weile gerne alle Argumente anhören und abwägen sollte. Nicht immer basiert eine andere Auffassung auch auf dem Wunsch, grundsätzlich gegen den Wind zu agieren.
Da schließe ich mich vollkommen an.
Ich finde es wichtig, dass man Aussagen, Handlungen usw. hinterfragt und auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.
Das heißt noch lange nicht, dass man Gina für unschuldig hält oder die Tat entschuldigen will.
Zitat von MissM.16.50MissM.16.50 schrieb:Ich bin zwar nicht VoodooMissy :-)), aber ich denke, Du meinst mich.
Ok...aber ich sehe tatsächlich Unterschiede in der Darstellung der Männer. Den Vater ihres Kindes sehe ich als deutlich drastischer dargestellt.
Das empfinde ich auch so, denke aber, dass sich die beiden Männer tatsächlich nicht sehr unterscheiden. Dass sie Matthias nicht ganz so krass darstellt, wie den Vater ihres Sohnes, ist klar, denn irgendwie scheint er ihr noch immer eine Stütze zu sein.
Zitat von SuppengespenstSuppengespenst schrieb:Das wäre möglich.
Mit einer etwas größeren Menge an Spurenmaterial und einer Vergleichsprobe vom Wasser des Badesees hätte man da vielleicht was gefunden.
Nun ja. Ich denke es ist auch so schon alles ausreichend und in trockenen Tüchern.
Wäre Gina unschuldig, warum besteht sie dann nicht auf solchen Untersuchungen?
Das ist doch alles schon seit Monaten bekannt? Warum wird nicht schon vor der Verhandlung versucht, solche belastenden Indizien zu entkräften?
Liegt es an den Verteidigern, oder sind die Ausgaben dafür zu hoch?
Darf man als Angeklagter sowas nicht aus eigener Tasche finanzieren und muss sich damit abfinden, dass nicht alles genaustens untersucht wird?

Ich kann mich dran erinnern, als ihr Verteidiger mit dem Kleidersack im Gericht erschien.
Das war doch eine Lachnummer und gar nicht ernst zu nehmen.
Zitat von RitterTrenkRitterTrenk schrieb:Genau. Es ist wirklich wahnsinnig schwer, einen komplexeren Tagesablauf mit mehreren verschiedenen "Stationen", Uhrzeiten und menschlichen Interaktionen schlicht zu erfinden und mit allen Details konsistent über Stunden, Tage, Wochen und Monate gegenüber verschiedenen Personen und auf ganz unterschiedliche Nachfragen antwortend wiederzugeben, zumal man ja auch noch einkalkulieren muss, was die anderen Personen wissen können/erzählen, wo man vielleicht von Kameras erfasst wurde oder sonst irgendwelche Spuren hinterlassen hat.
Da ihr aber unterstellt wird, dass sie die Tat geplant hat, sei es Wochen zuvor, einen Tag zuvor oder erst, als sie Fabian im Auto hatte, ist dabei erstmal unerheblich, verstehe ich nicht, dass sie sich selber so reinreitet mit ihren Lügen.
Sie selbst könnte doch am Besten nachvollziehen, welche Wege zu welchen Zeiten sie gefahren ist und mit wem sie gesprochen hat. Gute Erklärungen dafür zu überlegen und auch bei denen zu bleiben.

Wäre ich die Täterin, dann würde ich mich nicht so verhaspeln.
Wäre ich unschuldig, dann würde mir das eher passieren, weil ich dann nicht mehr genau sagen könnte, ob ich irgendwas durch ein Telefonat, WhatsApp Call, Textnachricht oder im Internet erfahren habe. Dann würde ich auch nicht so auf meine Wortwahl achten und was ich wem gesagt habe oder wo ich lang gefahren bin.

Sie hat so viele Fehler gemacht und war schon vor ihrem Auffinden von Fabian für andere und selbst für Matthias verdächtig.
Dann noch diese 3 Tümpelzeugen und das Auffinden, was sollte das?
Einerseits so schlau, sich eine Erwerbsminderungsrente zu sichern und immer wieder Geld von ihren Gönnern aufzutreiben, auf der anderen Seite so blöd, sich noch mehr in den Fokus zu bringen, durch das Auffinden.

Ich will ihr nicht unterstellen, dass die Erwerbsminderungsrente nicht gerechtfertigt ist. Aber ich kenne einige Menschen, die gar nicht die Kraft haben, sich da durchzukämpfen und weiter arbeiten.

Dennoch lasse ich zumindest 1% Zweifel zu, denn manchmal gibt es Zufälle, die sich einfach nicht erklären lassen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:43
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Es wurden schon Menschen verurteilt mit deutlich weniger Indizien.
Ja, das ist tatsächlich so..

Ein Freispruch wäre, bei allem, was momentan schon vorliegt, ein Skandal.
Es sitzt die Richtige auf der Anklagebank und das wird das Gericht definitiv auch so sehen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:44
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Wäre ich die Täterin, dann würde ich mich nicht so verhaspeln.
Wäre ich unschuldig, dann würde mir das eher passieren, weil ich dann nicht mehr genau sagen könnte, ob ich irgendwas durch ein Telefonat, WhatsApp Call, Textnachricht oder im Internet erfahren habe. Dann würde ich auch nicht so auf meine Wortwahl achten und was ich wem gesagt habe oder wo ich lang gefahren bin.
Auch hier greift scheinbar die Erfahrung der TV, dass sie mit ihren Geschichten durchkommt.
Das beschriebene Verhör durch die Beamten, bei der sie noch als Zeugin geladen war, ließt sich von außen schon deutlich wie eine Geschichte, die sich jemand bereits schon mal penibel vorbereitet hat. (Was ja nicht so selten ist).
Ich bin mir sehr sicher dass die Beamten das exakt so wahrgenommen haben.

Die Inkonsistenz der beschriebenen Handlungen fällt ihr deshalb jetzt auch auf die Füße.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 13:50
Zitat von Newbie190626Newbie190626 schrieb:Das ist übliche Praxis hier, oder nicht?
Bei mir nicht.
Nicht dann, wenn ich es dadurch aus dem Zusammenhang reiße, wie es die andere Person gemeint hat, und wie du Dinge damit andeutest, die nicht zutreffen.
Ich habe in diesem Thread bisher kein einziges Mal behauptet, mehr Ermittlerinstinkt als die Anklage oder auch alle mitwirkenden Einsatz- und Arbeitskräfte zu besitzen, die bisher an diesem Fall beteiligt waren.
Ferner bin ich keine Hobbykriminalistin, sondern schreibe in diesem Forum / dieser Rubrik wie tausend andere, von denen du ein Teil bist mit.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 14:13
Ob Gina H. am Vormittag des 10. Oktober 2025 tatsächlich Bankangelegenheiten in Güstrow erledigen wollte, hat für den Prozess enorme Bedeutung. Denn wenn sich herausstellen sollte, dass dies lediglich eine Erfindung war, verstärkt das unweigerlich den Verdacht, dass sie nur deswegen in Güstrow war, um in Mordabsicht Fabian aus der Wohnung zu locken.

Im Zusammenhang mit der Fahrt hat sich die Angeklagte mehrfach in erhebliche Widersprüche verwickelt. Eine kleine Übersicht:

1.
Auftrag von der Oma?

In ihrer Einlassung hat Gina .H. erklärt, sie habe den Bankbesuch im Auftrag ihrer Oma geplant. In einem abgehörten Gespräch in der JVA schilderte sie dagegen Matthias R., sie habe ihrer Oma gesagt, dass sie in Güstrow etwas zu erledigen habe, dass sie also gar keinen Auftrag von der Großmutter hatte.
Zitat von margarethamargaretha schrieb:
Ich habe Oma gesagt, ich muss in Güstrow was erledigen“, sagte Gina H. Matthias R. bei einem Haftbesuch am 11. Dezember 2025. Eine Audioaufnahme dieses Besuchs wird im Gericht abgespielt. Gina H. verdreht daraufhin die Augen und sagt genervt: „Ich darf in Haft nicht detailliert reden.“ Richter Schütt wird nun deutlicher und weist auf die Ungereimtheit hin: „In Ihrer Einlassung sagen Sie, die Oma hat sie gebeten etwas zu erledigen.“
[/wuote]

Quelle: https://www.rtl.de/news/live-ticker-zum-mordprozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-angeklagte-gina-h-wurde-befragt-ihre-widersprueche-im-ueberblick-id31224931.html
2.
Bankkarte und Portemannaie

Tatsächlich war Gina H. nicht in der Bank, weil sie die Bankkarte (ihrer Oma?) angeblich vergessen hatte. Das habe sie bei der Ankunft auf einem Parkplatz festgestellt.

Doch auch da gibt es krass gegensätzliche Versionen. Mal sagte sie, die Karte, die sie bei solchen Anlässen immer in die Mittelkonsole ihres Wagens steckte, habe sie im Fußraum und auch im Portemonnaie vergeblich gesucht. Mal betonte sie, das Portemonnaie vergessen, also gar nicht dabei gehabt zu haben.
Zitat von Jesse6Jesse6 schrieb am 02.09.2026:
Zitat von wobelwobel schrieb am 26.08.2026:
Danach sei sie nach Güstrow gefahren, weil sie Bankgeschäfte für die Großmutter erledigen wollte. Normalerweise würde sie die Bankkarte der Oma immer in der Mittelkonsole ihres Pick-ups aufbewahren. „So denke ich immer daran, sie meiner Oma wieder zurückzugeben“, sagt Gina H. Doch als sie in Güstrow bei der Bank parkte, habe sie gemerkt, dass die Karte nicht da war. Sie habe im Fußraum und Portemonnaie gesucht. Da sei ihr eingefallen, dass sie die Karte in der Sattelkammer abgelegt hatte.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c
Ich habe mein Portemonnaie vergessen“, gibt Gina H. heute an.
Quelle: https://www.rtl.de/news/live-ticker-zum-mordprozess-im-fall-fabian-8-aus-guestrow-angeklagte-gina-h-wurde-befragt-ihre-widersprueche-im-ueberblick-id31224931.html

Wie konnte sie dann aber die Karte außer im Fußraum auch im Portemonnaie, das sie gar nicht dabei gehabt haben will, gesucht haben?

Übrigens jene Bankkarte der Oma, die sie ja gar nicht benötigte, weil sie laut Aussage gegenüber MR gar keinen Auftrag von der Großmutter hatte?

3.
Noch mal nach Hause?

Gina H. beteuerte, nach dem gescheiterten Bankbesuch sei sie direkt in den Wald gefahren und mit ihrem Hund spazieren gegangen. Noch einmal zu Hause gewesen sei sie nicht.

Ins Schleudern geriet die Angeklagte jedoch, als Richter Schütt sie mit Aufnahmen konfrontierte, die sie im Edeka in Krakow beim Bezahlen mit jenem Portemonnaie zeigte, das sie angeblich vergessen hatte, als sie zu den Fahrten nach Güstrow, in den Wald und nach Krakow aufbrach.
Lapidare Erklärung von Gina H.: Na und, dann müsse sie zwischendurch ja wohl doch zu Hause gewesen sein…
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:
Zitat von Interesse01Interesse01 schrieb:
Auf Nachfrage des Richters erklärt Gina H. zunächst, sie sei nach dem Treffen mit Christian D. nicht nach Hause gefahren. Dann hält Schütt ihr Edeka-Aufnahmen vom Tattag vor. Darauf ist zu sehen, wie sie an der Kasse ihr Portemonnaie in der Hand hält.

Plötzlich erinnert sich Gina H. anders: Sie müsse vorher doch noch einmal zu Hause gewesen sein, um ihr Portemonnaie zu holen. „Sonst hätte ich ja nicht einkaufen können“, sagt sie. Der Richter weist darauf hin, dass sie zuvor mehrfach verneint hatte, zwischenzeitlich nach Hause gefahren zu sein.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c#6aa26c58240b302c8a83fc50
Im Übrigen: Hatte Gina H. anfänglich nicht auch bestritten, am Tattag überhaupt in Güstrow gewesen zu sein? Kam die Erklärung mit der Bank nicht erst, als durch Zeugen und Videoaufnahmen ihr auffälliger Wagen dort registriert worden war?



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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 14:14
Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:Es sitzt die Richtige auf der Anklagebank und das wird das Gericht definitiv auch so sehen.
Dass das Gericht das auch so empfindet, daran habe ich wenig Zweifel. Ob es ihr die Tat zweifellos (!) nachweisen kann, ist aus meiner Sicht nicht sicher. Aber sie tun schon ihr Bestes, um alternative Szenarien auszuschließen. Mehr geht in diesem Fall auch nicht.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 14:28
Zitat von Scooby7Scooby7 schrieb:Ob es ihr die Tat zweifellos (!) nachweisen kann
Das ist so nicht richtig ausgeführt, verstehe aber was du meinst.

Für eine Verurteilung muss das Gericht von Ginas Täterschaft überzeugt sein. Der BGH sagt ausdrücklich: Es braucht keine absolute Gewissheit, die jede andere Möglichkeit denklogisch ausschließt. Es genügt ein Maß an Sicherheit, bei dem vernünftige Zweifel nicht mehr bestehen. Rein theoretische Alternativen ohne konkrete Tatsachengrundlage muss das Gericht nicht ausschließen.

Absolut und ohne null komma nix Zweifel, muss es nicht geben. Es geht um Logik, Sicherheit, Indizien, vielleicht Beweise. Rein mathematisch könnten die Kinderzeugen einen gewissen Zweifel auslösen. Das ist aber unerheblich, wenn das Gericht den Zeugen nicht glaubt.

Also insofern würde ich deinen Satz mit "vernünftige Zweifel" korrigieren.

Quelle:
„Die Überzeugung des Tatgerichts von einem bestimmten Sachverhalt erfordert keine absolute, das Gegenteil denknotwendig ausschließende Gewissheit.“
Es genügt vielmehr ein nach der Lebenserfahrung ausreichendes Maß an Sicherheit, das vernünftige Zweifel nicht aufkommen lässt.
BGH, Urteil vom 21. August 2024 – 6 StR 72/24


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 14:37
Zitat von margarethamargaretha schrieb:Im Übrigen: Hatte Gina H. anfänglich nicht auch bestritten, am Tattag überhaupt in Güstrow gewesen zu sein? Kam die Erklärung mit der Bank nicht erst, als durch Zeugen und Videoaufnahmen ihr auffälliger Wagen dort registriert worden war?
Zumindest hatte sie solch ein Alibi mit ihrem Nachbarn abgesprochen, nämlich dass sie den ganzen Tag mit den Pferden beschäftigt gewesen sei.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 14:41
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:
Zitat von MissM.16.50MissM.16.50 schrieb:Ich für meinen Teil finde es - bis zu einem gewissen Punkt - dann schon auch wichtig, dass nicht alle dem gleichen Gedanken hinterherlaufen, sondern man eine Weile gerne alle Argumente anhören und abwägen sollte. Nicht immer basiert eine andere Auffassung auch auf dem Wunsch, grundsätzlich gegen den Wind zu agieren.
Da schließe ich mich vollkommen an.
Ich finde es wichtig, dass man Aussagen, Handlungen usw. hinterfragt und auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.
Das heißt noch lange nicht, dass man Gina für unschuldig hält oder die Tat entschuldigen will.
Zitat von MissM.16.50MissM.16.50 schrieb:Ich bin zwar nicht VoodooMissy :-)), aber ich denke, Du meinst mich.
Ok...aber ich sehe tatsächlich Unterschiede in der Darstellung der Männer. Den Vater ihres Kindes sehe ich als deutlich drastischer dargestellt.
Das empfinde ich auch so, denke aber, dass sich die beiden Männer tatsächlich nicht sehr unterscheiden. Dass sie Matthias nicht ganz so krass darstellt, wie den Vater ihres Sohnes, ist klar, denn irgendwie scheint er ihr noch immer eine Stütze zu sein.
Wichtiger zusätzlicher Punkt! Genau...es bedeutet natürlich nicht automatisch, dass man die verdächtige Person für unschuldig hält etc.!!
Es erweitert lediglich die Sichtweisen und kann andere Denkimpulse geben.

Möglicherweise stimmt Deine Vermutung, dass sich die beiden Männer in ihrem Verhalten tendenziell nicht allzu sehr unterscheiden und ihre Darstellung von M. verhaltener ausfällt, weil sie ihn und seine Hilfe ja tatsächlich noch sehr benötigt.
Aber da sie den Vater ihres Kindes doch sehr extrem geschildert hat, kann ich das in einer so heftigen Form bisher nicht auf M. übertragen. Da passt sicher einiges, aber eben nicht dermaßen zerstörerisch wie beim Kindsvater.
Aber wer weiß? Vielleicht werde ich da auch noch eines Besseren belehrt.:-((


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 15:09
Zitat von Newbie190626Newbie190626 schrieb:voll Indizien wie an einer Perlenkette aufzureihen. Ist schon erstaunlich, dass hier Hobbykriminalisten in diesem Forum scheinbar mehr Ermittlerinstinkt haben als die Ankläger
Verrate mir doch mal, woher du zu wissen glaubst was alles und auch wie ermittelt wurde und vor allem was nicht getan wurde?


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 15:13
Zitat von paddgopaddgo schrieb:Das ist so nicht richtig ausgeführt, verstehe aber was du meinst.

Für eine Verurteilung muss das Gericht von Ginas Täterschaft überzeugt sein. Der BGH sagt ausdrücklich: Es braucht keine absolute Gewissheit, die jede andere Möglichkeit denklogisch ausschließt. Es genügt ein Maß an Sicherheit, bei dem vernünftige Zweifel nicht mehr bestehen. Rein theoretische Alternativen ohne konkrete Tatsachengrundlage muss das Gericht nicht ausschließen.

Absolut und ohne null komma nix Zweifel, muss es nicht geben. Es geht um Logik, Sicherheit, Indizien, vielleicht Beweise. Rein mathematisch könnten die Kinderzeugen einen gewissen Zweifel auslösen. Das ist aber unerheblich, wenn das Gericht den Zeugen nicht glaubt.

Also insofern würde ich deinen Satz mit "vernünftige Zweifel" korrigieren.

Quelle:
„Die Überzeugung des Tatgerichts von einem bestimmten Sachverhalt erfordert keine absolute, das Gegenteil denknotwendig ausschließende Gewissheit.“
Es genügt vielmehr ein nach der Lebenserfahrung ausreichendes Maß an Sicherheit, das vernünftige Zweifel nicht aufkommen lässt.
BGH, Urteil vom 21. August 2024 – 6 StR 72/24
So ist es. Sonst könnte sich jede(r) Angeklagte ja auch stets mit Erfolg auf eine jedenfalls nicht 100%ig auszuschließende Möglichkeit einer Alien-Täterschaft oder einer Fälschung des DNA-Tests oder der Videoaufnahmen vom Tatort berufen.

Jede persönliche Einschätzung oder Meinung ist sicher legitim. Aber zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass die vorliegenden Indizien nicht für eine Verurteilung reichen, kann ich mir nur mit einer Unkenntnis oder einer eben solchen Fehleinschätzung des in einem deutschen Strafprozess geforderten Beweisniveaus und der entsprechenden Entscheidungspraxis erklären. Es mag einem ja alles persönlich nicht reichen, völlig ok, aber maßgeblich sind nun einmal die Maßstäbe von Gesetz und BGH-Rechtsprechung und nach denen reicht es.


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11.09.2026 um 15:14
Zitat von UltravoxfanUltravoxfan schrieb:Zumindest hatte sie solch ein Alibi mit ihrem Nachbarn abgesprochen, nämlich dass sie den ganzen Tag mit den Pferden beschäftigt gewesen sei.
Das war als Fabian noch vermisst wurde. Danach hieß es ja sie war bis 11 Uhr mit Olaf zusammen (sie hätten die Pferde gemacht) und sei anschließend mit ihrem Hund spazieren gewesen und danach habe sie sich mit Christian getroffen. Sie erinnerte ja Olaf daran unbedingt zu sagen, dass sie bis 11 Uhr zusammen waren, sonst wäre sie dran sozusagen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 15:20
In der Aussage des Kriminalkommissars am 10.09.26 kam ja auch zur Sprache, dass die Testung des Handys von Gina H. während der Vergleichsfahrt nicht einwandfrei möglich war.

Grund dafür wäre, dass durch äußere Einflüsse die Genauigkeit der Erkennung beeinflusst werden kann. Und es kam ja auch zu Fehleinträgen. Damit wäre doch die ganze Handytestung umsonst gewesen, da keine Aussagekraft.

Ich würde dem Verdeidiger Recht geben, indem er um Wiederholung bat. Dem wurde m. M. aber nicht stattgegeben.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 15:23
Zitat von Newbie190626Newbie190626 schrieb:Das setzt aber voraus, dass die Staatsanwaltschaft etwas mehr Eifer an den Tag legt anstatt eine Hand voll Indizien wie an einer Perlenkette aufzureihen. Ist schon erstaunlich, dass hier Hobbykriminalisten in diesem Forum scheinbar mehr Ermittlerinstinkt haben als die Ankläger. Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre am Ende ein Freispruch aus Mangel an Beweisen.
Der gesamte Prozess beruht auf den Ermittlungsergebnissen und der Anklage eben dieser Staatsanwaltschaft. Alle Zeugenaussagen, soweit die Zeugen nicht von der Verteidigung oder der Nebenklage in den Prozess eingebracht wurden, sind Teil der bereits vorhandenen Ermittlungsergebnisse. Und das war bisher weit mehr als "eine Hand voll Indizien".

Was soll die Staatsanwaltschaft denn noch (besser) machen? Nach allem, was wir bisher gesehen bzw. gehört haben, hat die Anklage offensichtlich "Hand und Fuß". Die können bei einzelnen Zeugen nochmal nachfragen, ja. Aber wozu, wenn doch aus Sicht der Staatsanwaltschaft der Fall klar ist?

Da, wo das Gericht Zweifel und Unklarheiten hat, wird es diese Punkte klären. Und ich habe die leise Vermutung, an den Einlassungen der Angeklagten hat das Gericht durchaus einige Zweifel.

Spannend bleibt, ob seitens der Staatsanwaltschaft auch noch ein paar Fragen an die Angeklagte gestellt werden - falls diese dann noch willens ist, sich dazu weitere unterhaltsame Geschichten auszudenke.

So ruhig wie in diesem Prozess sowohl Verteidigung - egal, wie man zu den beiden Experten steht - als auch die Staatsanwaltschaft ist, scheint die Akte nicht nur umfangreich sondern auch ziemlich fundiert zu sein. Und die Nebenklage-Vertreterin macht auch keinen sonderlich beunruhigten Eindruck in Bezug auf den Ausgang des Verfahrens.

Also meine Schlussfolgerung: Es sitzt die richtige Person auf der Anklagebank, alle Beteiligten wissen das und das Gericht arbeitet sorgfältig auf ein revisionssicheres Urteil hin.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

11.09.2026 um 15:30
Zitat von TriceratopsTriceratops schrieb:Grund dafür wäre, dass durch äußere Einflüsse die Genauigkeit der Erkennung beeinflusst werden kann. Und es kam ja auch zu Fehleinträgen. Damit wäre doch die ganze Handytestung umsonst gewesen, da keine Aussagekraft.
So läuft Beweiswürdigung nicht. Es war kein beeindruckender Auftritt des Ermittlers, aber das Fazit war, dass die Testung insgesamt gut und verlässlich funktioniert und die bisherigen Annahmen bestätigt hat. Weil es auf unzähligen Excel-Seiten einzelne (erklärbare) Fehleinträge gab, spricht man einem Beweisergebnis nicht gleich jede Aussagekraft ab und kloppt es in die Tonne. Wenn ein Zeuge sich in einem Punkt irrt/nicht erinnern kann, ist auch nicht gleich die ganze Aussage für die Katz und wertlos. Man berücksichtigt und würdigt die Stärke/ Schwäche des Beweismittels im Rahmen der Gesamtwürdigung, aber es gilt nicht die Regel, dass nur 100% starke, unangreifbare und fehlerfreie Beweisergebnisse zu Lasten der Angeklagten berücksichtigt werden (dürfen).


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