inkaspesbach schrieb:Wäre es nicht naheliegender, eine Leiche in die Elbe zu werfen, wenn die in der Nähe ist, statt sich die Mühe zu machen, im Winter eine Grube im Wald oder in den Dünen oder wo auch immer auszuheben?
Apo_Andreas schrieb:Selbst eine vorübergehende Ablage des Körpers in Tatnähe und anschließendem Weitertransport Richtung Elbe oder Jeetzel - bspw. am nächsten Tag - erachte ich als sehr riskant für den Täter. Kann ich mir nicht vorstellen, dass das der Täter dies ernsthaft in Erwägung gezogen oder tatsächlich durchgeführt hat.
2cent schrieb:Spätestens im Bereich der Staustufe Geesthacht hätte die Wahrscheinlichkeit doch deutlich zugenommen, dass es zu einem Auffinden gekommen wäre.
"In die Elbe" (oder einen anderen Fluss) werfen klingt zunächst recht einfach. Aber man kann nicht einfach irgendwo ans Ufer fahren und die Leiche reinwerfen, weil sie da im flachen Wasser am Ufer nicht sicher abtreiben, sondern liegen bleiben würde. Man müsste sie denke ich von einer Brücke aus in die Mitte des Flusses werfen. Und selbst dann würde sie ja nicht einfach untergehen, sondern an der Oberfläche treiben. Es sei denn, man hätte sie igrendwie zuverlässig beschwert.
Und dann ist man eben schon wieder nicht bei "spontan in möglichst kurzer Zeit" verschwinden lassen, sondern bei einem Vorgang der Planung, Werkzeug und Zubehör, Kraft (zum über ein Geländer heben), Risikobereitschaft, Zeit und eine weitere Fahrtstrecke veraussetzt.
Akte-X schrieb:Das ist allerdings auch gut so. Für alle diese n Personen gilt die Unschuldsvermutung. Mindestens n-1 dieser Personen sind tatsächlich unschuldig. Selbst wenn sie erst verspätet oder widersprüchlich ausgesagt haben, haben sie ein Recht darauf, zum Bäcker oder auch sonstwohin zu gehen, ohne schief angeschaut zu werden.
Da stimme ich Dir absolut zu. Ich hatte nur besonders nach dem NDR-Podcast eine ganz andere Vorstellung davon, was zumindest die Bekanntheit der Identitäten von Martin, Sven, Christian und Kurt angeht. Da klang es für mich so, als habe die Polizei diese vier Personen mit sehr viel Aufwand "durchleuchtet" und dazu gehört ja auch, dass Personen aus ihrem Umfeld intensiv befragt werden. Und in einem kleinen Ort wie Bergen hätte ich erwartet, dass das nicht geheim gehalten werden kann - nicht weil jemand aus den Ermittlerkreisen plaudert, sondern eben jemand aus deren Umfeld, der genau befragt wurde, wie er denn zu Martin, Sven, Christian oder Kurt steht und ob ihm bei demjenigen nach Neujahr 2001 irgendwelche Verhaltensänderungen aufgefallen sind...
Opti-Mist schrieb:Und keiner hat Katrin dort gesehen. Außer Martin.
Es würden so nur zwei bis vier Minuten bleiben, in denen Katrin verschwunden sein könnte. Zu wenig für ein Fahrzeug, dass dorthin fahren muss, Katrin aufnimmt (freiwillig von beiden Seiten) und ungesehen wegfährt.
Dass jemand "nichts" gesehen hat, also z.B. nicht gesehen hat, dass Katrin an der Bushaltestelle stand oder dass Martin, Sven, Christian und Ralf sich nicht gegenseitig gesehen hat meiner Meinung nach keinerlei Bedeutung. Zumindest bedeutet es nicht, dass der jeweile ander nicht da war, sondern liegt in meinen Augen am wahrscheinlichsten einfach daran, dass sie nicht drauf geachtet haben, wer sonst noch unterwegs ist, dass sie auf was anderes geachtet haben, dass sie sich gesehen, aber nicht erkannt und die Begegnung gleich wieder vergessen haben etc.
Ich könnte schon am nächsten Tag nicht sagen, ob und wo mir auf einer Strecke Autos entgegen gekommen sind, welche Farbe und welches Modell das war, ob an einer bestimmten Stelle eine Fußgängerin unterwegs war etc. Noch weniger würde ich wahrscheinlich wahrnehmen, wenn ich gerade am Autoradio rumfummel, ich mich mit einem Beifahrer unterhalte, ich mich auf die Straße konzentrieren muss, weil Blitzeis ist.... Es müsste mir schon irgendwas besonderes an der Sichtung auffallen, damit ich sie mir merke, also z.B. dass man einen Bekannten im entgegenkommenden Auto erkennt, dass das Auto ein Modell ist, das mich interessiert, dass mir ein Auto wegen dem Blitzeis entgegenschlittert und wir nur kanpp eine Kollision vermeiden.
Das niemand sonst Katrin gesehen hat, bedeutet halt nicht, dass sie nicht da war.
Und hinzu kommt, dass ich das Zeitfenster gar nicht so klein finde. Sie ist kurz nach 18:46 Uhr losgegangen und Martin ist wohl irgendwann nach 19:10 Uhr bei seiner Schwester losgefahren (in der 5. LiD-Folge hieß es meine ich sogar "zwischen 19:10 Uhr und 19:30 Uhr). Der Bus kam gg. 19:30 Uhr und da stand niemand an der BHS. Diese "Nicht-Sichtung" durch den Busfahrer halte ich für verlässlich. Er hat wohl angehalten - was ich nachvollziehen kann, denn das Haltehäuschen liegt ja im Heckenweg, d.h. er konnte von der Neuen Straße nicht unbedingt sehen, ob da nicht doch jemand steht, der sich wegen der Kälte ins Häuschen zurückgezogen hat - und sagt, es sei niemand eingestiegen und es habe dort auch niemand gestanden.
Es bleiben Minimum 20 Minuten (18:50 bis 19:10 Uhr), wahrscheinlich sogar eher 25 bis 30 Minuten, in denen Katrin auf der Straße war und von den Zeugen gesegen wurde. Da ist locker Zeit, damit einer vom Ortseingang bis zurm Ortsausgang Bergen fährt und jemand anderes zu einem anderen Zeitpunkt (1 bis 2 Minuten Unterschied reichen denke ich) in die entgegengesetzte Richtung fährt, ohne dass die beiden sich begegnen, sondern sich zeitlich einfach verpassen.
Sie Sichtungen können halt nicht auf die Minute genau eingeordnet werden. Ich finde es schon stark, dass es überhaupt gelungen ist, die Sichtungen relativ gut zeitlich einzuordnen. Heute wäre das wahrscheinlich durch Handy- und KFZ-GPS-Daten viel einfacher und genauer möglich.
Die Zeitspanne, in der Katrin unbeobachtet von der BHS verschwindet, kann also auch deutlich größer sein.
Und ich stimme zudem auch noch
@Triquetrum zu: selbst 2 bis 4 Minuten sind für eine Fahrt in der Neuen Straße, eine Kontaktaufnahme, zwei, drei gewechselte Sätze und ein Einsteigen und Weiterfahren, mehr als genug Zeit. Wenn Katrin eh eine MFG suchte, dann wird sie nicht lange gefackelt und diskutiert haben, wenn sie ein Angebot bekommen hat und eingestiegen sein.
Und wenn sie es geschafft hatte, eine MFG zu organsisieren, dann das Anhalten, Einsteigen und Weiterfahren sogar noch schneller gegangen, denn dann hätte man nicht erst klären müssen, wohin der Fahrer unterwegs ist und wohin sie will.