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Gedichte, die berühren

109 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gedichte, Lyrik, Poesie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gedichte, die berühren

26.01.2026 um 22:40

Acció de gràcies (katalanisch)

Gràcies, àngel. Gràcies, dimonis de la nit.
Gràcies, hivern del cor on cremen
els troncs secs del desig. Gràcies,
llum del fred, nit de les aigües.
Gràcies, odi biliós de mitjanit,
llor de la matinada, puput de l’alba.
Per allò diferent, inesperat, esquerp,
pel dolor i pel mal, gràcies.
Per tot el que som i el que no som,
per allò que evitem, o que volem.
Gràcies per tu i per mi.
Per la paraula perdó, argent,
amor. Gràcies pel sí i pel no.
Per poder donar-te les gràcies
i perquè no calgui fer-ho.
Gràcies per la por, pel pa,
per l’oli, gràcies per la nit.
Gràcies per l’amor de matinada,
per la moneda que trobem al terra,
per l’aigua de la font,
per la teva mà damunt la galta.
Gràcies pels teus ulls i pels teus llavis,
gràcies per cridar amb joia el meu nom.
Gràcies, mort, perquè existeixes
i fas que allò que és
sigui ara tan viu endins de mi,
i sigui bell, ple, rodó, teu.

Francesc Parcerisas, * 30.11.1944, Begues, Spanien

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Dankgebet

Dank sei dir, Engel. Dank sei euch, Dämonen der Nacht.
Dank sei dir, Winter des Herzens, in dem
das Verlangen wie trockene Baumstämme brennt. Dank sei dir,
Licht der Kälte, Nacht der Wasser.
Dank sei dir, galliger Hass der Mitternacht,
Lorbeer der Morgenstunden, Wiedehopf der Dämmerung.
Für das andere, das Unerwartete, das Spröde,
für den Schmerz und das Übel, Dank sei dir.
Für alles, was wir sind und was wir nicht sind,
für das, was wir meiden und was wir wollen.
Dank sei für dich und für mich.
Für das Wort Verzeihung, Silber,
Liebe. Dank für das Ja und das Nein.
Dafür, dir Dank sagen zu können
und dafür, dass es nicht sein muss.
Dank für die Angst, für das Brot,
für das Öl, Dank für die Nacht.
Dank für die Liebe im Morgengrauen,
für die Münze, die wir auf dem Boden finden,
für das Brunnenwasser,
für deine Hand auf meiner Wange.
Dank für deine Augen und für deine Lippen,
Dank dafür, dass du mit Freude meinen Namen rufst.
Dank sei dir, Tod, dafür, dass es dich gibt
und dass du was es gibt
in mir jetzt so lebendig machst und
dass es schön ist, voll ist, rund, und dir gehört.

Francesc Parcerisas | Übertragen von Michael Mechner

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https://www.lyrikline.org/de/gedichte/accio-de-gracies-3090


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Gedichte, die berühren

29.01.2026 um 21:12

Bukolisches Sonet

ich stand der tür im rahmen als ich dachte
wie immer ich es wende u. betrachte
wohin ich auch mein hab u. gut verfrachte
ich weiß nicht wo ich morgen übernachte

der mond ging auf u. ab als ob er schmachte
als ich bei meinen schafen nächtlich wachte
am horizont das weideland verflachte
ich weiß nicht was der schäferhund da machte

worauf ich sonst normalerweise achte
auf einmal fiel ein schuß wobei es krachte
ich sagte zu den schafen sachte sachte

ich sah das schwarze schaf das heimlich lachte
ich sagte sieh dich vor dass ich nicht schlachte
es ist vielleicht dein fell wonach ich trachte

Norbert Hummelt


Schafe



https://www.planetlyrik.de/norbert-hummelt-singtrieb/2010/04/
Foto: https://www.rtva.ad/ca/noticies/societat/ramat-900-ovelles-pastura-prats-comapedrosa


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Gedichte, die berühren

30.01.2026 um 02:02
Screenshot 20260130 015610 Samsung Inter


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Gedichte, die berühren

30.01.2026 um 11:12
Do not stand
By my grave, and weep.
I am not there,
I do not sleep—
I am the thousand winds that blow
I am the diamond glints in snow
I am the sunlight on ripened grain,
I am the gentle, autumn rain.
As you awake with morning's hush,
I am the swift, up-flinging rush
Of quiet birds in circling flight,
I am the day transcending night.
Do not stand
By my grave, and cry—
I am not there,
I did not die.



Clare Harner


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Gedichte, die berühren

02.02.2026 um 19:25

Freiheit SomaryOriginal anzeigen (0,5 MB)




Freiheit –
du bist ein König, der die Treppen scheuert
und nie beteuert,
er habe einst in diesem Schloss gewohnt;

du bist ein Diener, der die Feder führt
und nie berührt
wird von der Frage: hat es sich gelohnt?

Du bist die lächelnde Genügsamkeit -
in karger Zeit
wirst deinen besten Wein dem Freunde geben;

du bist so ganz dabei in deinem Sein
und doch so klein,
dass dich noch freuen kann
das nackte Leben.

Wolfgang Somary



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Gedichte, die berühren

02.02.2026 um 20:24
Das Mozart – Requiem
- Ein elegisches Poem -

... Nun denn, das Requiem ist bestellt. Schreib!
Schreib!
Lass die sinnlosen Fragen.
Wer gab dir den Auftrag?
Ein Geist in Schwarz oder ein Sterblicher,
der einen Toten beweinen will?
Ist dir das nicht gleich?
Als gäbe die Stimme des Windes dir ein: »Schreib, Mozart!«
Wie Sommerregen über ein Ziegeldach
rinnt die Musik,
und Mozart hört sie, sein Herz erklingt, wie eine Saite,
und – für wen es auch sei! – er schreibt
Musik der Ewigkeit, Sehnsucht der Erde.
– Was ist das?
Ist es ein Traum oder Wirklichkeit, die an der Seele nagt?
Die Klaviertasten beben vor Gram.
Und mein Herz wiederholt:
»Leb wohl, Teuerster! Lebe wohl,
leb wohl, lebe wohl auf ewig!«
Mein Gott!
Warum nur nimmt es von mir Abschied? Und wieder diese Stimme,
die lautlos fleht im Halbdunkel der Seele:
» Mozart, schreib! «


Muqaghali Maqatajew


Mozart - Requiem


Der Beginn des Dies irae im Autograph mit Eyblers Instrumentation. Rechts oben Nissens Anmerkung: „Alles, was nicht mit einer Bleyfeder eingezäunt ist, ist Mozarts Handschrift bis auf pagina 32.“ „Eingezäunt“ sind, wie auf der Abbildung sichtbar, die Bläserstimmen (Zeile 4–7) sowie ab Takt 5 die zweiten Violinen und Bratschen (Zeilen 2 und 3). Die Stimme der ersten Violinen (Zeile 1), die Chorstimmen (Zeilen 8–11) und der bezifferte Bass (letzte Zeile) sind ganz von Mozart.


Muqaghali Maqatajew war ein kasachisch-sowjetischer Dichter und Übersetzer.
Wikipedia: Muqaghali Maqatajew
Das Requiem aus dem Jahr 1791 ist Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition.
Wikipedia: Requiem (Mozart)




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Gedichte, die berühren

03.02.2026 um 22:35
Berührend auf eine eher humoristische Weise, aber in seiner Botschaft noch aktuell:


Bertolt Brecht: Siebenhundert Intellektuelle beten einen Öltank an

Ohne Einladung
Sind wir gekommen
Siebenhundert (und viele sind noch unterwegs)
Überall her,
Wo kein Wind mehr weht,
Von den Mühlen, die langsam mahlen,
Und den Öfen, von denen es heißt,
Daß kein Hund mehr vorkommt.

Und haben dich gesehen
Plötzlich in der Nacht,
Öltank.

Gestern warst du noch nicht da,
Aber heute bist nur du mehr.

Eilet herbei, alle
Die ihr abgesägt den Ast, auf dem ihr sitzet,
Werktätige!
Gott ist wiedergekommen
In Gestalt eines Öltanks.

Du Häßlicher,
Du bist der Schönste,
Tue uns Gewalt an,
Du Sachlicher!

Lösche aus unser Ich!
Mach uns kollektiv!
Denn nicht wie wir wollen
Sondern wie du willst.

Und bist du nicht gemacht aus Elfenbein
Und Ebenholz, sondern aus
Eisen.
Herrlich, Herrlich, Herrlich!
Du Unscheinbarer!

Du bist kein Unsichtbarer,
Nicht Unendlich bist du!
Sondern sieben Meter hoch.
In dir ist kein Geheimnis
Sondern Öl.
Und du verfährst mit uns
Nicht nach Gutdünken, noch unerforschlich
Sondern nach Berechnung.

Was ist für dich Gras?
Du sitzest darauf.
Wo ehedem Gras war
Da sitzest jetzt du, Öltank,
Und vor dir ist ein Gefühl
Nichts.

Darum erhöre uns
Und erlöse uns von dem Übel des Geistes
Im Namen der Elektrifizierung
Der Ratio und der Statistik!

https://www.gedichte7.de/siebenhundert-intellektuelle-beten-einen-oeltank-an.html


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Gedichte, die berühren

gestern um 19:52





DER SUMMIT-TEMPEL

Am Summit-Tempel stand ich in der Nacht,
Um zu den Sternen meine Hand zu strecken.
Nicht einen Laut hab ich hervorgebracht
Der Angst, in Angst, den Himmel zu erschrecken.

Li Tai Pe


Summit Tempel


Foto: https://mymodernmet.com/fanjingshan-buddhist-temples-china/

The Atlantic | Das zweite Foto ist besonders beindruckend:
https://www.theatlantic.com/photo/2019/04/a-photo-visit-to-mount-fanjing/586879/

https://www.chinahighlights.com/tongren/attraction/fanjing-mountain.htm

https://www.amusingplanet.com/2019/04/the-temples-of-mount-fanjing.html

Wikipedia: Fanjingshan

http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Li-tai-pe


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Gedichte, die berühren

um 19:48
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