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Polizistenmord in Heilbronn

420 Beiträge, Schlüsselwörter: Polizei, Heilbronn, Polizistenmord

Polizistenmord in Heilbronn

07.11.2011 um 20:24
Mal abwarten, was die Tage dazu berichtet wird. Manchmal wird schnell berichtet und am Ende war es dann doch ganz anders...

Wäre jedenfalls interessant, wenn sich mal wieder was tut in der Sache - vor allem wäre es an der Zeit, dass diese grauenhafte Sache aufgeklärt wird!


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25h.nox
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Polizistenmord in Heilbronn

08.11.2011 um 00:16
@am11 serben und moslems???? die können sich nicht mal auf den ort einigen an dem sie sich beschießen wollen...


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Polizistenmord in Heilbronn

09.11.2011 um 08:50
So, wie sich die Spuren verdichten, haben wir es offenbar mit Rechts-Terroristen zu tun.


SZ von heute:

Polizistenmord von Heilbronn Schlussakt eines realen Krimis

08.11.2011, 18:08
Von Christiane Kohl, Erfurt, und Roman Deininger, Stuttgart

Jahrelang jagte die Polizei im Fall der ermordeten Polizistin Michele Kiesewetter ein Trugbild. Doch die wahren Hintergründe der Tat von 2007 sind fast ebenso unglaublich: Es geht um Banküberfälle, ein ausgebranntes Wohnmobil in Thüringen und Bombenbauer aus der rechtsradikalen Szene. Beate Z. könnte nun vielleicht alle offenen Fragen beantworten. Die Frau hat sich der Polizei gestellt.




Würde ein Drehbuchschreiber auf die Idee kommen, die Story für einen Tatort-Krimi zu verarbeiten - sein Text würde wohl abgelehnt werden, weil der Sachverhalt zu kompliziert und vor allem auch zu unwahrscheinlich klingt. Denn es geht hier um einen Polizistinnen-Mord in Heilbronn, eine spektakuläre Ermittlungspanne der Polizei, mehrere Banküberfälle in Thüringen und eine Neonazigruppe.

Zwei Männer und eine Frau sollen die Protagonisten der Taten sein, zu denen auch Bombenanschläge einer Gruppe von Neonazis gehören. Irgendwann waren die drei dann verschwunden, doch zwei Männer aus dem Trio tauchten jetzt wieder auf - verbrannt in einem Wohnmobil, in dem sich auch die Dienstwaffe der getöteten Polizistin wieder fand. Wer soll solch eine verworren klingende Geschichte glauben? Thüringer Polizisten und Staatsanwälte arbeiten derzeit daran, Licht ins Dunkel dieses realen Krimis zu bringen.

Für die Ermittler in Thüringen begann alles mit einem Banküberfall in Eisenach. Das war am vergangenen Freitag, als in der Stadt eine Sparkassenfiliale überfallen wurde. Die Täter flüchteten auf Fahrrädern mit etwas mehr als 10.000 Euro im Gepäck und versteckten sich dann in einem Wohnmobil. Als die Polizei auf das Wohnmobil aufmerksam wurde, das ein Kennzeichen aus dem sächsischen Vogtland trug, stach bald eine Stichflamme aus dem Wagen heraus - offenbar hatten die Männer das Wohnmobil angezündet und sich selbst getötet.
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Bei der Durchsuchung des ausgebrannten Wagens fanden die Polizisten nur noch die Leichen der beiden Männer vor - es handelt sich um Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, zwei Männer, die schon früher mal von der Thüringer Polizei gesucht wurden. Überdies stießen die Ermittler auf ein wahres Waffenlager aus Gewehren, Pistolen und Revolvern. Darunter fand sich die spektakuläre Entdeckung: die Dienstwaffe der Polizistin Michele Kiesewetter, die im Frühjahr 2007 in Heilbronn ermordet worden war - die damals 22-jährige stammte aus dem thüringischen Ort Oberweißbach.

Hat der Mord in Heilbronn etwas mit den Thüringer Bankräubern zu tun? Sind die zwei Männer womöglich die Mörder der Polizistin? Seit vier Jahren suchen die Ermittler einer Sonderkommission "Parkplatz" in Baden-Württemberg nach möglichen Tatverdächtigen. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat nun seine Sonderkommission in dem Fall verstärkt. Die Ermittlungsgruppe sei von 15 auf 32 Beamte aufgestockt worden, sagte ein LKA-Sprecher am Dienstag in Stuttgart. Mehrere Beamte seien seit Samstag in Thüringen vor Ort.

Schüsse auf dem Festplatz

Der Fall begann am 25. April 2007. Damals hatten zwei junge Bereitschaftspolizisten ihren Streifenwagen auf der Heilbronner Theresienwiese geparkt, vermutlich für eine Mittagspause. Gegen 14 Uhr hallten mehrere Schüsse über den Festplatz. Wenig später fanden Polizeibeamte ihre Kollegen: Die 22-jährige Michele Kiesewetter lag tot neben dem Auto, ihr ebenfalls junger Begleiter hatte schwer verletzt überlebt. Vermutlich seien zwei Täter von hinten gekommen, mutmaßten die Ermittler, hätten die beiden Beamten in den Kopf geschossen und dann ihre Handschellen und Dienstwaffen mitgenommen - jene Pistolen vom Typ P 2000, die nun in Eisenach entdeckt wurden.

Der verletzte Polizist erholte sich, hatte aber jede Erinnerung an die Tat verloren. Auf der Theresienwiese hätte an jenem Abend ein Volksfest beginnen sollen, dennoch gab es keine Zeugen. Dafür gab es bald eine Spur: An dem Streifenwagen der Opfer wurde die DNS einer "unbekannten weiblichen Person" gesichert. Diese "UWP" sollte dann zwei Jahre lang in Deutschland und Österreich mehr als 100 Ermittler beschäftigen, fünf Staatsanwaltschaften und sechs Sonderkommissionen. 300.000 Euro wurden als Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Frau führen. Aber die "Frau ohne Gesicht" war nicht mal im Ansatz zu greifen. Man kannte ihre DNS, ihr Blut und ihren Speichel, aber sonst kannte man nichts. Die Jagd auf das "Phantom von Heilbronn" hielt die ganze Republik in Bann.

39 Taten wurden der Frau zugeordnet, ihre DNS fand sich in einem Radius von 400 Kilometern auf angebissenen Keksen, aufgestemmten Haustüren und Drogenspritzen. Doch das Bild wurde nicht klarer: 1993 schien das Phantom in Idar-Oberstein eine Rentnerin erdrosselt zu haben, und 2001 in Freiburg einen Frührentner erwürgt. Aber die brutale, offenbar teuflisch raffinierte Serientäterin schien auch an einer Disco-Schlägerei im oberösterreichischen Linz beteiligt gewesen zu sein, bei der Zeugen nur Männer gesehen hatten. Dann hatte sie offenkundig beim Einbruch in eine Schule im Saarland gemeinsame Sache mit Zwölfjährigen gemacht. Die Jugendlichen beteuerten, da sei keine Frau gewesen.

Im März 2009 war das Rätsel um das Phantom dann gelöst, nicht aber das um die Mörder von Heilbronn. Die Polizei musste eine der größten Ermittlungspannen der Nachkriegszeit eingestehen: Die DNS-Spur stammte von einer 71-jährigen Dame aus Bayern, die in der Firma arbeitete, in der die Wattestäbchen der Polizei abgepackt worden waren. Die Kriminaltechniker hatten die Spuren mit verunreinigter Watte aufgenommen - die UWP hatte es niemals gegeben.

Nach dem Brand in dem Wohnmobil suchte die Polizei nun wieder fieberhaft nach einer Frau: nach Beate Z. Sie war aktenkundig geworden, als sie in den 1990er Jahren gemeinsam mit zwei Kumpels in der rechtsradikalen Gruppe "Heimatschutz Thüringen" aktiv war. Das Trio, zu dem auch Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehörten, baute Rohrbomben. Ein Bombenkoffer wurde 1997 vor dem Theater in Jena deponiert - die Bombe war funktionstüchtig, nur der Zünder versagte, deshalb blieb die Katastrophe aus.

Nach Hausdurchsuchungen wurden die drei Tatverdächtigen seinerzeit ausfindig gemacht. Doch sie verschwanden irgendwann so spurlos, dass böse Zungen behaupteten, das Trio könnte behördliche Fluchthilfe bekommen haben - womöglich vom Thüringer Verfassungsschutz, der die Heimatschutz-Gruppe infiltriert haben soll, wie die sächsische Landtagsabgeordnete der Linkspartei Kerstin Köditz berichtet. Jahrelang gab es keine Spur von den Dreien, 2003 wurden ihre Taten für verjährt erklärt. Erst durch den Bankraub in Eisenach machten sich Mundlos und Böhnhardt nun wieder bemerkbar.

Am Dienstag schließlich stellte sich die gesuchte dritte Person des Verbrecher-Trios, Beate Zschäpe, zusammen mit einem Anwalt den Behörden. Sie hatte mit den beiden Männern in einem Haus in Zwickau gewohnt, womöglich schon seit Jahren, ohne dass die Behörden eine Ahnung hatten, wer sie waren. Das Haus war am Freitagnachmittag explodiert. Die Frau sei mit den Worten "pass mal auf meine Katze auf", aus dem Haus gerannt, und habe seiner Tochter das Tier in den Arm gedrückt, sagte ein Nachbar. Dann verlor sich die Spur der 36-Jährigen - bis sie sich nun stellte. Der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger hält diesen unglaublichen Fall nun für aufgeklärt.


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Polizistenmord in Heilbronn

09.11.2011 um 09:38
Wahnsinn, was für eine verrückte Geschichte.

Wobei ich noch unschlüssig bin, ob die beiden verbrannten Bankräuber tatsächlich auch die Polizisten in Heilbronn angegriffen haben. Das gefundete Waffenlager führt mich zu dem Schluss, dass die Dienstwaffe irgendwo "organisiert" wurde, zumal ja nur eine der beiden Waffen gefunden wurde.
Ein Straftäter, der abgebrüht genug ist, Polizisten am hellichten Tag hinzurichten, wird sich wohl der Tatsache bewusst sein, dass die Dienstwaffen identifizierbar sind und man damit einen Beweis für den Polizistenmord mit sich herumträgt. Wenn man also nicht komplett abgedreht ist, und die Waffen als Trophäe behält, so wird man diese schnellstmöglich abstossen und zu Geld machen.


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Polizistenmord in Heilbronn

09.11.2011 um 09:49
@dragon46

Polizeiwaffen sind schwer zu verkaufen. Ausserdem wurde bei den Tätern auch die Handschliesse der getöteten Polizistin gefunden.


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Polizistenmord in Heilbronn

09.11.2011 um 10:22
Ja blöd halt den sobald man die waffe verkauft besteht das risiko ertappt zu werden und sie zu horten ist mindestens so dähmlich ,woher wissen die beamte das sich die 2 Bankräuber selbst verbrannt haben und vorallem warum.Ist ein selbstmord mit einer schusswaffe nicht die bessere lösung ,und warum bringen sich 2 leute gleichzeitig um sowas ist doch äusserst selten.


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Polizistenmord in Heilbronn

09.11.2011 um 10:39
@informer

Ebenso ist das Wohnhaus, in dem die beiden Verbrecher lebten, abgebrannt, nachdem die Leichen im Wohnwagen gefunden wurden. Das ist schon mehr als merkwürdig.


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Polizistenmord in Heilbronn

09.11.2011 um 13:44
Latest news:

Heilbronner Polizistenmord
Das perfekte Versteck

Aus Zwickau berichtet Julia Jüttner
Kriminalfall: Der Heilbronner Polizistenmord

SPIEGEL ONLINE, 9.11.11

Sie zündete das Wohnmobil an, in dem ihre toten Freunde lagen, brachte ihre Katzen in Sicherheit und sprengte dann ihr Haus in die Luft: Beate Z., offenbar Mitglied der militanten Neonazi-Szene, soll 2007 auch am Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter beteiligt gewesen sein. In ihrem Wohnhaus fanden Ermittler die Tatwaffe.


Weißenborn gehört zu den distinguierten Stadtteilen Zwickaus: Honiggelbe und beigefarbene Ein- und Zweifamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten und Holzzäunen säumen die verkehrsberuhigten Straßen. Das ideale Versteck.


Besser hätten sich Beate Z., Uwe M. und Uwe B. nicht tarnen können, sagt der Wirt der Puppenstube, einem Lokal am Rande der angrenzenden Kleingartenkolonie. In diesem Viertel wohnen "die Chefs", wie er sagt, der ehemalige Bürgermeister, der Bankchef, die, die in der Stadt "ganz oben mitmischen". Drei mutmaßliche Neonazis aus der militanten Szene hat dort niemand vermutet.

Sie stehen im Verdacht, die Polizistin Michèle Kiesewetter im April 2007 in Heilbronn getötet zu haben. In ihrem Wohnhaus in Zwickau fanden die Ermittler nun die Tatwaffe mit der die Beamtin erschossen wurde, ein vom Balkan stammendes Modell. Vier Tage lang war nach Beate Z. mit einem internationalen Haftbefehl gefahndet worden, am Dienstag stellte sie sich in Begleitung eines Rechtsanwalts der Polizei in Jena. Nach der Vernehmung wurde sie nach Zwickau gebracht. Laut Staatsanwaltschaft Heilbronn hat Z. bisher keine Angaben zu dem Polizistenmord gemacht. Inzwischen hat der Thüringer Verfassungsschutz dementiert, dass Z.s mutmaßliche Komplizen V-Männer der Behörde gewesen seien.

Nicht auffallen, sondern anpassen

Anfang 2008 tauchen Beate Z., Uwe M. und Uwe B. im Stadtteil Weißenborn auf, nachdem sie jahrelang im Untergrund gelebt haben. Sie ziehen in ein gerade renoviertes Mehrfamilienhaus in der Frühlingsstraße, mit zwei Eingängen, einem weitläufigen Garten hinten und einer wuchtigen Thuja vorne. Im Parterre befinden sich eine Drogerie und ein griechisches Restaurant. Sie mieten zwei Wohnungen, die sie nach Rücksprache mit dem Verwalter auf eigene Kosten zu einem 120-Quadratmeter-Quartier umbauen. Ein Zimmer gestalten sie als Fitnessraum. Sie zahlen pünktlich ihre Kaltmiete von 500 Euro. Wer nicht auffallen will, muss sich anpassen.

Uwe M., 38 Jahre, kurzgeschorene Haare, und Beate Z., 36 Jahre, gelten für die Nachbarn als Paar. Uwe B., 34 Jahre, hält man für den Bruder der Frau.

Wer die drei kennt in Zwickau, muss lange überlegen, ob irgendetwas an ihnen auffällig war. Höchstens die Kleidung, heißt es dann: Die Männer verließen ausschließlich in Schwarz das Haus und selten ohne Rucksäcke, es sei denn, sie gingen joggen. Viele Nachbarn dachten, die beiden beziehen Hartz IV. Beate Z. trug entweder Schwarz oder Rot, die schulterlangen Haare hat sie schwarz gefärbt. Mit vielen in der Straße hielt sie ein Schwätzchen, erzählte, sie arbeite von zu Hause aus, was genau, verriet sie aber nicht.

Spuren verwischen per Brandbeschleuniger

Am Freitag kurz vor 15 Uhr überquert sie den Veilchenweg, klingelt im Eckhaus und bittet die Nachbarstochter, ihre beiden Katzen zu beaufsichtigen, nur für kurze Zeit, die Tiere überreicht sie in zwei getrennten Käfigen. Die Nachbarin sieht Qualm aufsteigen, Beate Z. sagt, sie habe bereits die Polizei alarmiert und rennt zurück. Um 15:05 Uhr zerbersten Glasscheiben, meterhohe Flammen schießen aus den Fenstern, Teile der Mauer werden auf die Straße geschleudert, Dachziegel krachen auf den Bürgersteig. Die Explosion schreckt das Viertel auf. Beate Z. habe Brandbeschleuniger verwendet, sagt ein Ermittler. Es grenze an ein Wunder, dass niemand verletzt wurde.

Orangefarbene Stahlträger stützen inzwischen das verkohlte Dachgebälk und verhindern den Einsturz. Schuttberge türmen sich auf dem umzäunten Gelände, das von Polizisten bewacht wird. Noch immer sichern Kriminaltechniker Spuren am Tatort.

Beate Z. soll die Wohnung selbst in die Luft gesprengt haben, um Spuren zu verwischen. Sie soll aber auch, an diese Hoffnung klammern sich einige Nachbarn, mit der Detonation gewartet haben, bis zwei arbeitslose Mieter und zwei Handwerker die Doppelhaushälfte verlassen hatten, um keine Menschen zu gefährden.

Die Ermittler tun sich schwer mit dem Bild der verständnisvollen Täterin. Beate Z. und ihre beiden Mitbewohner stammen aus Jena, wo sie sich in den Neunzigern der Neonazi-Szene angeschlossen haben sollen. Im Januar 1998 entdeckten Fahnder in einer Garage im Jenaer Stadtteil Burgau vier funktionsfähige Rohrbomben, TNT, Waffen und Neonazi-Propagandamaterial. Dem Trio gelang jedoch die Flucht, obwohl sie dem SPD-nahen Aufklärungsportal "Blick nach Rechts" zufolge observiert wurden. 2003 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Verjährung ein, das Trio gab sich dennoch nicht zu erkennen. Bislang ist unklar, wo es sich zwischen 1998 und dem Umzug nach Zwickau im Jahr 2008 aufhielt - und wer es unterstützte.

Kaltblütige Täterin

Auch Arnfried Martin hält Beate Z. für eine kaltblütige Täterin. Seine 89-jährige Tante, die in der anderen Hälfte des Doppelhauses wohnt, konnte von Verwandten gerettet werden. Beate Z. habe deren Tod in Kauf genommen. "Da hätte ja auch eine Schulklasse oder ein Kindergarten vorbeimarschieren können", sagt Joseph Hergert, ein direkter Nachbar, "an all diese Leute hat sie nicht gedacht".

Bekannt war Beate Z. in Zwickau unter dem Namen Lise, wie sie sich selbst vorstellte. Offiziell gab sie sich auch aus als Mandy Struck oder Susann Dienelt. Der Mietvertrag läuft auf den Namen Matthias Dienelt, erinnert sich der Hausverwalter. Probleme? Gab es nie, sagt er. Sonst wären sie doch aufgefallen!

Beate Z., Uwe M. und Uwe B. mischten sich in Weißenborn unters Volk, gesellten sich beim alljährlichen Siedlerfest zu den anderen, kamen mal auf ein Bier in die Dorotheenklause ein paar Straßen weiter, erzählten von ihren Urlauben, zum Beispiel von sechs Wochen auf Sylt.

Den Nachbarn fiel auf, dass sie oft verschiedene Autos fuhren, geliehene, immer mit anderen Kennzeichen, mal aus dem Erzgebirge, mal aus Leipzig oder Chemnitz. Auch das Wohnmobil mit Vogtländer Kennzeichen war unübersehbar, das das Trio in Schreiersgrün nahe der Stadt Treuen gemietet hatte und das knapp zwei Wochen vor dem Wohnhaus mit den Spitzbogenfenstern parkte. "Für mich war klar, die planen wieder einen ihrer Urlaube", sagt die Nachbarin von gegenüber.

Laut Ermittlern ist es das Auto, in dem das Trio flüchtete, nachdem es am vergangenen Freitag in Eisenach eine Sparkasse überfallen und mehr als 10.000 Euro erbeutet hatte. Beate Z. soll es gelenkt haben.

Drei Stunden nach dem Banküberfall brannte der in Eisenach-Stregda abgestellte Caravan. Zeugen wollen gesehen haben, wie Beate Z. gegen 12 Uhr den Wagen verließ, der kurz darauf in Flammen aufging. Im Fahrzeug fanden Ermittler die Leichen von Uwe B. und Uwe M., Geldscheine aus dem Überfall - und zwei Pistolen des Typs Heckler & Koch P2000. Es sind die bei dem Polizistenmord von Heilbronn entwendeten Dienstwaffen der getöteten Michèle Kiesewetter und ihres Kollegen. Zudem entdeckten sie die ebenfalls gestohlenen Handschellen der Polizeibeamtin.

Für die Ermittler steht fest: Uwe B., Uwe M. und Beate Z. haben die Waffen nicht auf dem Schwarzmarkt erstanden, sondern auch den Mord an der 22-jährigen Beamtin begangen. Der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger ist davon überzeugt, dass sie der Polizistin in den Kopf schossen und ihren Kollegen schwer verletzten. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall sagte hingegen, von einem Durchbruch bei den Ermittlungen könne noch keine Rede sein.

Doppelter Suizid?

Die Fahnder bleiben außerdem bei ihrer Theorie, dass sich die beiden Männer in dem Wohnmobil selbst töteten, ob gegenseitig oder im Sinne eines doppelten Suizids, wollte die Polizei nicht kommentieren. Die Männer starben an einem Brust- und einem Kopfschuss.

Aber warum sollten sie sich selbst töten? Warum sollte Beate Z., wenn sie das Wohnmobil mit den Toten anzündete, um Spuren zu verwischen, Geld aus dem Banküberfall zurücklassen? Spurentechniker sollen auch in der ausgebombten Wohnung in Zwickau verbrannte Scheine gefunden haben.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seien die Männer für den Überfall in Eisenach sowie einen weiteren Bankraub in Arnstadt im September verantwortlich, sagte Staatsanwalt Thomas Waßmuth. Weitere ungeklärte Banküberfälle rücken nun wieder in den Fokus der Ermittler.

Details sollen auf einer Pressekonferenz am Mittwoch bekanntgegeben werden. Auch, ob es eine Verbindung zu dem Mord an einem Augsburger Polizisten gibt. Der 41-Jährige war am 28. Oktober nach einer Verfolgungsjagd erschossen worden.

Die Bewohner der Frühlingsstraße in Zwickau schließen nichts mehr aus. Das Schlimmste sei, sagt Joseph Hergert, "dass man nie wissen kann, wer neben einem wohnt - und was dem im Kopf herumgeht".


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raschier
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Polizistenmord in Heilbronn

30.12.2011 um 13:36
http://nachrichten.t-online.de/polizistenmord-in-augsburg-verdaechtiger-toetete-schon-frueher/id_52772004/index

Pressekonferenz wird in knapp einer Stunde erwartet.


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Polizistenmord in Heilbronn

30.12.2011 um 18:05
Ich habe gerade in den Nachrichten gehört, dass der Augsburger Polizistenmörder schon einmal einen Polizisten ermordet hat und daraufhin 2 mal lebenslänglich bekommen hat. Nach 18 Jahren war er wieder draußen.

Findet den Fehler in diesem Satz.


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Lattenschuss
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Polizistenmord in Heilbronn

30.12.2011 um 18:08
@JackMarco

Ich habe den Fehler! Er hatte nämlich zwei mal Lebenslänglich PLUS 8 Jahre extra.
Aber wie es in dieser Täterverständnisgesellschaft mit ihrer lächerlichen Kuscheljustiz ist, hat er dafür eigentlich schon sehr lange gesessen. Hier in der B(ekloppten)R(epublik)D(eutschland) wundert mich nämlich gar nichts mehr


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25h.nox
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Polizistenmord in Heilbronn

30.12.2011 um 19:54
Doors schrieb am 09.11.2011:Die Kriminaltechniker hatten die Spuren mit verunreinigter Watte aufgenommen - die UWP hatte es niemals gegeben.
das ist so nicht ganz richtig, die zeitung lügt! die spuren wurden mit nicht dafür gedachten(und zugelassenen) wattestäbchen genommen.
die polizei hat ihre eigene dummheit gejagt...

die SZ lügt um die inkompetente polizei zu decken!


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Lattenschuss
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Polizistenmord in Heilbronn

30.12.2011 um 20:11
@25h.nox

Die SZ ist eben genau so ein Drecksblatt wie die Bild, nur eben linkslastig und in ihrer Art etwas feiner, subtiler aber in der Verdrehung von Tatsachen und der Verbreitung von Märchen steht sie anderen Revolverblättchen in nichts nach


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Polizistenmord in Heilbronn

31.12.2011 um 03:35
Es ist aber interessant, wenn man im nachhinein nochmal die ersten 10 Seiten hier liest.

Außer der Russenmafia wurde ja sonst niemand verdächtigt ...

Ist Deutschland wirklich auf dem rechten Auge blind ??


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Polizistenmord in Heilbronn

25.11.2013 um 23:22
Derzeit sind zwei Haupttheoriestränge stark:

1. Die Polizisten wurde vom Rechten Milieu ermordet.

2. Die Polizistin wurde von türkischen Geheimdienstkreisen mit Kontakt zur Unterwelt umgebracht.

Es sind noch weitere Theorien oder Kombinationen der Theorien denkbar.


Wenn der Mord wirklich von Agenten aus D und den USA beobachtet wurde, wie der stern behauptet, wäre das schon ein Hammer. Dann spriessen schnell unterschiedliche Tattheorien ins Kraut.

Etwas seltsam kam mir vor, dass die zuerst so stark an der These eines weiblichen Täters hingen.
Unklar war mir auch, wieso man nicht genauer beachtet hat, dass die ermordete Polizistin in die Schicht geschoben wurde - normalerweise hätte sie nämlich keinen Dienst gehabt, dass sie über ihren Herkunftsort eine räumliche Nähe zu den mutmasslichen Tätern hatte und dass in ihrer Einheit rechtsradikale Beamte unterwegs waren.


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Polizistenmord in Heilbronn

06.01.2019 um 05:11
Inzwischen ist es sehr wahrscheinlich, dass Michèle Kiesewetter rechte Polizisten kannte und aus irgendeinem Grund - aber nicht zur Beschaffung ihrer Waffe - aus dem Weg geräumt werden "musste".
Zum Beispiel: Mitwisserschaft?

Nach ihrem nicht toten Kollegen gab es auch schon Erkundigungen bzgl. seines Gesundheitszustandes.


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Polizistenmord in Heilbronn

06.01.2019 um 21:45
Momjul schrieb:Inzwischen ist es sehr wahrscheinlich, dass Michèle Kiesewetter rechte Polizisten kannte und aus irgendeinem Grund - aber nicht zur Beschaffung ihrer Waffe - aus dem Weg geräumt werden "musste".
Zum Beispiel: Mitwisserschaft?
Ihre Chefs bei der Bereitschaftspolizei in Böblingen waren ja ziemlich rechts außen, da gehörten ja zwei zu dem KKK Schwäbisch Hall. Allerdings war das auch der Polizeiführung bekannt. Da gab's nichts zu verheimlichen.

Nach dem ich ziemlich viel an Details und auch Akten zu dem Fall gelesen habe, bin ich der Meinung dass die Mörder zu diesem Sabac-Clan aus Serbien gehören.
Und dass Teile der Bereitschaftspolizei BB, der Kiesewetter angehörte, mit denen krumme Geschäfte gemacht haben und in einer anderen Weise mit denen verbunden waren, die nicht öffentlich werden darf.
Allerdings glaub ich nicht dass der Mord gezielt gegen Kiesewetter ging, weil sie irgendwas wusste.
Sondern dass an dem Tag irgendein größeres Geschäft an der Theresienwiese abgewickelt wurde, und diese Typen da keine Polizisten dabei haben wollten.

Die Verbindungen sind ja belegt. Die Frau des Sabac-Clan-Chefs war eine V-Frau der Böblinger. Man kannte sich aus einer Fitnessbude bei BB.
Es wurde seitens der Böblinger Polizei und Staatsanwaltschaft viel unternommen um den Fall nicht auszuklären. MMn ist ihnen das gelungen. ZB wurde verhindert dass DNA-Spuren an den Pistolenhalftern von Arnold mit denen von Polizisten abgeglichen wurden. Und es wurde die Suche nach Tatverdächtigen verhindert seitens des StA in HN.
Als Goggle-Hints seien "Manfred Nordgauer" und "Meyer-Manoras" genannt.

Interessant ist auch die Verbindung Sabac-Clan zu der serbisch-montenegrinischen Verbrecherbande "Pink Panthers" und diesen Rosa-Roten-Panther-CDs die angeblich Bekenner-CDs des NSU seien sollen.


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Polizistenmord in Heilbronn

07.01.2019 um 08:56
ghouta schrieb:Interessant ist auch die Verbindung Sabac-Clan zu der serbisch-montenegrinischen Verbrecherbande "Pink Panthers" und diesen Rosa-Roten-Panther-CDs die angeblich Bekenner-CDs des NSU seien sollen
@ghouta
Was heisst "angeblich!?
Du hängst einer Verschwörungstheorie an.



Hamburg - Es gibt diese Szene, 10 Minuten und 38 Sekunden Wahnsinn sind schon vorbei, da zündet Paulchen Panther eine Rakete, die er auf dem Rücken trägt, die Musik im Hintergrund ist heiter und beschwingt, und auf dem Geschoss, das Paulchen mit einer Zündschnur in die Luft jagt, steht: "Bombenstimmung in der Keupstraße".

In der Kölner Keupstraße, auch das legt das Bekennervideo der Zwickauer Zelle nahe, zündeten die Neonazis im Juni 2004 offenbar eine Nagelbombe. Videoausschnitte des Nachrichtensenders NTV sind in den Paulchen-Panther-Clip montiert. Das Foto eines Fahrrades, das die Täter benutzten und mit dem die Polizei nach den Verdächtigen fahndete. "Er ahnt ja nicht, dass wir schon wissen, dass hinter beiden Ärgernissen der rosarote Panther steckt, der wieder mal was ausgeheckt, das bösen Leuten Kummer macht und über das der Gute lacht", sagt die Stimme aus dem Off, es ist wohl die geschickt montierte Originalvertonung der Zeichentrickserie, gesprochen von Gert Günter Hoffmann. Dazu Ausschnitte des Westdeutschen Rundfunks, die zeigen, wie Verletzte blutüberströmt nach dem Anschlag in Köln von Rettungssanitätern versorgt werden.

Genau 15 Minuten dauert das Bekennervideo, das Ermittler in den Trümmern des zerstörten Hauses in Zwickau fanden und das SPIEGEL ONLINE vorliegt. Sehen Sie hier Ausschnitte des Bekennervideos und hier den Beitrag von SPIEGEL TV zum Thema. Paulchen Panther führt durch den Film, er erlebt allerlei Wundersames, während immer wieder die Fernseh- und Zeitungsausschnitte eingeblendet werden. Die Botschaft ist unmissverständlich: Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe haben die Medien zu ihren Komplizen gemacht - lange bevor die von der Existenz des mordenden, rechtsextremen Trios wussten.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bekennervideo-der-zwickauer-zelle-15-minuten-sadismus-a-797608.html


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Polizistenmord in Heilbronn

07.01.2019 um 11:38
frauzimt schrieb:Hamburg - Es gibt diese Szene, 10 Minuten und 38 Sekunden Wahnsinn sind schon vorbei, da zündet Paulchen Panther eine Rakete, die er auf dem Rücken trägt, die Musik im Hintergrund ist heiter und beschwingt, und auf dem Geschoss, das Paulchen mit einer Zündschnur in die Luft jagt, steht: "Bombenstimmung in der Keupstraße".
Dieses Video, dass sich der SPIEGEL damals zu Exklusivrechten von APABIZ eingekauft hat - gibt es doch längst x-fach auf Youtube.
Warum schaust Du Dir's nicht mal an?
Macht sich immer besser, wenn man sich mit den Dingen, über die man Bescheid zu wissen vorgibt, wenigstens mal für einen Moment beschäftigt hat.


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