zaeld schrieb:Diese Punkte sind bisher unsichtbar? Niemand weiss, dass Eltern ihre Kinder gross ziehen und dass manche (übrigens relativ ziemlich wenige) privat ihre Angehörigen pflegen?
Jeder weiß es. Aber die meisten ignorieren den Wert dieser Tätigkeiten, und erkennen nicht die gravierende Benachteiligung der Frauen an. Es ist ja so selbstverständlich, dass Mütter diese "Frauenarbeit" erledigen. Weshalb ist es denn nicht in der Regel so, dass Frauen die Kinder bekommen, und die Männer bleiben zuhause, späterhin in Teilzeit und den damit verbundenen Nachteilen. Weshalb machen denn nicht Männer diese Abwertung mit?
Es ist nicht gott- oder naturgegeben, dass Frauen benachteiligt sein müßen. Das ist Männergemacht. Männer respektieren immer noch nicht, dass die unbezahlte Care-Arbeit ihren - auch materiellen - Wert hat. Ein dämlicher Blumenstrauß für die Mutti am Muttertag ist doch der Megahohn. Wtf.
Hohe Summen in Elternzeit: Bei Familien mit Kindern oder in der Pflege, wo Care-Arbeit in Vollzeit geleistet wird, ist ein monatlicher Wert von über 7.000 Euro realistisch, wenn man diese Tätigkeiten mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von ca. 24 € bepreist.
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zaeld schrieb:Haushalt = Gehört zum Leben einfach dazu, selbstverständlich kümmert sich jeder selbst um seinen Haushalt, oder bezahlt dafür, wenn es jemand anderes machen soll
Kinderbetreuung = Privates Vergnügen, das Anschaffen von Kindern ist eine eigene Entscheidung und geschieht so gut wie durchweg auf eigenen Wünschen
Es sind aber zumeist die Frauen, die das machen, mit der damit verbundenen Abwertung dieser Tätigkeiten (ist doch nur Hausarbeit), und den weiteren Nachteilen. Eine Gesellschaft sollte durchaus ein hohes Interesse daran haben, dass das sog. "Humankapital" optimal aufwachsen kann, um sich späterhin optimal in der Gesellschaft als guter Steuerzahler einzubringen.
zaeld schrieb:Und ich finde das durchaus interessant, auf der einen Seite beklagst du vehement den Kapitalismus, auf der anderen Seite willst du diese Bereiche jetzt auch noch dem Kapitalismus zuführen.
Ich finde es interessant, dass du es nicht checkst. Aber wenn man vom Dominanzsystem gebrainwashed ist, kann man dafür vermutlich auch kein Verständnis aufbringen. Zudem bin ich gegen den
entfesselten Kapitalismus. Der hat jetzt nicht unmittelbar so viel mit dem Risiko der Altersarmut für Frauen zu tun.
Wenn es zu Trennungen kommt, dann steht die Alleinerziehende zumeist noch armutsgefährdeter da. Wenn die unbezahlte Care-Arbeit sichtbar und bewertet würde, dann hätten die betroffenen Frauen auch Ansprüche:
Urteile: In Spanien wurde einer Frau nach 25 Jahren Hausarbeit eine Ausgleichszahlung von über 200.000 Euro zugesprochen.
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