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Blog von DeadPoet   Profil von DeadPoet

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frankenweenie

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Letzter Film + Bewertung - Independence Day: Wiederkehr


am 17.07.2016, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
Independence Day: Wiederkehr

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Resurgence setzt in unserer Gegenwart an, 20 Jahre nach der Invasion der Heuschreckenaliens. Ein Raumschiff ist auf der Erde geblieben, was samt der eingefangenen Aliens überraschend reaktiviert wird. Ein neuerliches Signal zum Mutterschiff wird ausgesendet und Menschen über die ganze Erde bekommen kryptische Visionen von einer drohenden Gefahr.

Soweit so gut, der Cast vereint die ganze reihe an altbekannten und gernsehenen Gesichtern wie Bill Pullman, Jeff Goldbum und TNG Fans vertraut Brent Spiner. Das macht viel Spaß, das ist gut - zudem gibt es auch ein paar Actor die man sonst eher aus komplizierteren Genrestreifen kennt wie Charlotte Gainsbourg. Leider fehlt Will Smith, der in ähnicher Position von Liam Hemsworth ersetzt wird. Leider aber ist dieser nicht annähernd so charismatisch und humorvoll. Meines Empfindens nach sind Brent Spiner (TNG, Data) und Jeff Goldblum die beiden Charaktere die dem Film leben verleihen und Humor in das doch recht vorhersehbare Actionkonstrukt implementieren.

Resurgence bietet nicht die Zerstörungswut die man erwartet, viele Szenen spielen sich tatsächlich zwischen Personen ab, wenn es darum geht zu klären was die Aliens wollen, ob sie feindlich oder friedlich gesinnt sind. Ein "Effektfeuerwerk" wird aber zum Ende hin doch nochmal gezündet, wenn auch nicht das übliche Zerstörungsszenario, vielmehr lehnte man sich an die "gigantischen Riesenheuschrecken" der letzten Jahre an, wie zB Cloverfield oder Muto.

Die berühmte Anfeuerungsrede des Präsidenten aus Teil 1, der sich dann selber in den Kampfjet setzt - und die schon extrem überzogen wirkte, wird nun um ein vielfaches überspannt. Mehr als lächerlich was hier geboteten wird, wenn nicht eine Art zynische Antikriegs Scifi Parodie Marke Startroopers beabsichtigt war. Zwar wird die Welt als Ganzes erwähnt anstatt nur die USA, im Endeffekt spricht der Film eine deutlich amerikanische, militärische und patriotische Sprache.

Was mir unangenehm aufgefallen ist, war das anscheinend keine Modelle genommen wurde, komplett alles ist durch CGI entstanden und somit sieht das gigantische Mutterschiff, die Jet-Verfolgungsjagden, die Stadtzerstörungen und die Aliens so künstlich aus wie in einem Videospiel. Schade dabei ist, dass zu keinem Zeitpunkt ein wirkliches Gefühl von Gefahr entsteht, es gibt natürlich keinen Suspense, nichts was für mich Spannung erzeugte. Damit war Indepence Day: Wiederkehr eine Reihe von patri(di)otischen Phrasen. Er konnte Storytechnisch sehr gut an den ersten anschliessen und Roland Emmerich schafft es eine wunderbare Cast zu vereinen, im Endeffekt ist Resurgence aber schlechter als Teil eins, und damit unnötig. Wenn Emmerich vor 20 Jahren nicht mehr viel brauchte um mit Spielberg gleichzuziehen, ist er mittlerweile doch eher bei Uwe Boll angekommen. Aber nichts gegen Blockbusterkino, nur fehlt hier eben wirklich etwas "Fleisch" im Sinne von Inhalt, Spannung, gutgeschriebene Dialoge.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge würde ich 5/10 sagen, einfach weil der Unterhaltungswert durch die Cast stellenweise gegeben war, mehr aber auch nicht.
4

Letzter Film & Bewertung - Memento


am 26.06.2016, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
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Memento gilt als Christopher Nolans Meilenstein der Erzählkunst, als Referenz für das Kinogenre der „Mindfuck-Movies“ sprich: Filme mit einem unerwartbaren Plot-Twist, einer überraschenden Wendung. Zudem lotete er hier, wie auch andere damalige Independent-Regisseure wie Tarantino das Fahrwasser der filmischen Narration aus. Schliesslich gibt es mehr als nur eine Art eine Geschichte zu erzählen, als die übliche – von Anfang bis Ende.

Ich glaube mich zu erinnern, Memento ca. ein halbes Jahr nach Filmstart in der Videothek (sic!) ausgeliehen zu haben, um diesen an einem wolkenverhangenen Sonntagnachmittag mit meiner damaligen Angebeteten zu geniessen. Der Film hat aber leider keine allzu großen Spuren hinterlassen, kurzum: Ich habe ihn vergessen – Passend zum Film! ..Also, so wie ich es mir auf meinen Post-Its notiert habe es geht um einen Typen namens Leonard, gespielt von Guy Pearce, dessen Frau – so wie seine letzte Erinnerung es zeigt – vergewaltigt und umgebracht wurde durch einen Einbrecher in der eigenen Wohnung. Als er den Einbrecher mitten in der Nacht während der Tat überrascht, kann dieser ihn überwältigen, Leonard schlägt mit einer Platzwunde am Kopf auf den Boden auf.

Seitdem kann er anscheinend keine neuen Erinnerungen mehr bilden, und kann nur dass erinnern was er vor dem traumatischen Ereignis schon wusste. Unter dieser doch recht schwierigen Ausgangslage versucht er den Mörder seiner Frau zu finden und an ihm Rache zu nehmen. Dabei durchlebt er jeden Tag aufs neue ohne Erinnerungen an den Tag zuvor und muss sich mit einem System von Zetteln, Polaroids und Tätowierungen an die wesentlichen Fakten seiner Recherche rund um den Mörder entlanghangeln. Die Personen, die er er anspricht und die ihm helfen sollen nutzen allerdings sein nicht vorhandenes Gedächtnis für ihre eigenen Zwecke aus und spielen ein doppeltes Spiel.

„Memento“ bedient sich einer sehr ausgefeilten Erzählstruktur mit der man sicher Lehrbücher der Filmakademien füllen könnte, von daher sei nur soviel gesagt, er findet auf mehreren Zeitebenen statt die gegeneinander laufen..

Die Erzählweise ist wirklich genial, und auch die Thematik und die Tragik die darin liegt schafft es die menschlichen Urfesten zu erschüttern von dem was Schein und Wahrheit ist.

9/10
5

Letzter Film & Bewertung - Batman v Superman: Dawn of Justice


am 23.04.2016, in der Kategorie Filme, 4 Kommentare
Batman v Superman: Dawn of Justice

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Man of Steel - ein Prolog zu DC´s Filmuniversum

Nach Zac Snyders "Man of Steel" von 2013, der Wiederauflage von Supermans Genesis vom Alienfindelkind zum Weltenbeschützer mit wehendem Cape ist nun endlich der jüngste Spross aus dem Justice League Universum in den deutschen Kinos gelandet, „Batman v Superman“.

Die ästhetischen und stilistischen Neuerungen bei Man of Steel wussten zu gefallen, und auch die Verbindung von Clark Kent ( Henry Cavill ) zu seinem Ziehvater gespielt von Kevin Costner und dem untergegangenen Volk Kryptons war sehr gut in Szene gesetzt, der emotionale Kern der Supermangeschichte kam besser zur Geltung als in allen vorherigen Adaptionen des Stoffes. Kal El, Sohn von Krypton, aufgezogen von einem Farmer-Ehepaar aus Smallville/ Kansas. All die Gegensätze, die Sehnsucht nach verlorener Heimat, die Liebe zu den Eltern, die Suche nach den eigenen Wurzeln, die existentiellen Fragen des Seins und des Lebens, all diesen übermächtigen Konstanten muss sich auch der junge Clark Kent stellen, nur hat er noch weniger als jeder andere ein passendes Vorbild denn er ist allein mit seiner Gabe.

Während in der ersten Hälfte von Man of Steel, noch eine ausbalancierte Mischung aus Herkunftsgeschichte und Handlungsaufbau vorherrscht, der Antagonist eine immer gewichtigere Rolle spielt und ein starker Handlungsbogen kreiert wird, fällt der Film in der letzten dreiviertel Stunde stark ab und gleitet von Superheldendrama in eine Zerstörungsorgie, die kein Ende findet.

Erste Eindrücke von Batman V Superman: Dawn of Justice

In opulenten und düsteren Bildern, die in ihrer Dramatik an dark graphic novels erinnern, wie sie einem Frank Miller entspringen würden bebildert Zack Snyder in "Batman V Superman - Dawn of Justice" das Aufeinandertreffen der Über-Heroen zweier Metropolen die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Um die Story nur kurz anzureißen: Während Supermans letztem großem Kampf um die Erde gegen General Zod vor zwei Jahren sind doch einige Areale der einst so schönen Stadt Metropolis der Zerstörung anheim gefallen. Denn wenn sich zwei Wesen von Krypton um die Wette prügeln, bleibt sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen - und so zerlegt Superman, während der Weltenumwandler sein übriges tut Metropolis. Alles im Namen des Guten, nur jetzt kommt der Haken, denn auch Unschuldige werden in Mitleidenschaft gezogen. Superman sieht sich nach dem Sieg gegen Zord in einer bislang für ihn ungewohnten gottähnlichen Position wieder und zweifelt an sich und der Menschheit. Es stellen sich Fragen in der Gesellschaft und Politik hinsichtlich seiner Macht, denn er ist Messias und Bedrohung in einem. Während sich „Supi“ also noch mit seinem ungelösten Gott-komplex und Identifikationsproblem auseinandersetzt - ist Batman in seinem Gotham schon weiter. Er sieht Superman als Gefahr die ein ungeahntes Schreckensszenario nach sich ziehen könnte. Wenn dann noch Lex Luthor dazu kommt und Öl ins Feuer gießt in dem er Batman handfeste Gründe liefert Superman zu hassen, bedeutet dies nicht Gutes.

Nun, optisch ist BvS eine Augenweide. Düstere, nächtlich dampfige Gassen, theatralischer Regen, Gotham lässt grüßen, Batman wirkt wie in Millers Comics fast schon obszön bullig und derbe. Die Bewegung und Choreografie sitzen perfekt, die Gesten sind groß und voller Pathos. Im Gegensatz dazu Metropolis, wirkt wie man sich New York vorstellt. Wie ein urbaner Taubenschlag, hell, grell und gefüllt mit Leben. Ein Superman, hin und hergerissen zwischen Kansas, Metropolis und der vergangenen Heimat seiner Eltern, Krypton. Seine Gestalt erinnert mich an Dr. Manhattan, ein trauriger Gott, der die Menschen und ihr Elend bedauert - und letztlich keine Lösung für diese Gretchenfrage findet als sich eremitisch in die Isolation zu verkriechen, die Festung der Einsamkeit.

Beide Figuren, und das mag ich Zack Snyder besonders zu Gute halten - werden in ihrer emotionalen Bedeutung erfasst, bei beiden kommt obschon der Film sich in typischem Zerstörungsgeplänkel verliert, die psychologische Komponente zum tragen. Was ich allerdings schade finde ist, dass es bei anderen Charakteren wie Lex Luthor für meine Begriffe nicht wirklich gut funktioniert hat. Die Akteure um die beiden namensgebenden Titelhelden bleiben merkwürdig blass und unterkühlt. Dabei machen die Darsteller selbst nichts verkehrt, Henry Cavill weiss schon - genau wie in Man of Steel zu überzeugen und Ben Afflecks lang erwarteter Batman funktioniert erstaunlich gut, auch wenn er wie ein Zerrbild Bales wirkt. Gal Gadot ist eine unheimlich gut aussehende Wonderwoman, die durchaus einen etwas athletischeren Körper vertragen hätte, um ihrer Kraft und stolzen Statur gerecht zu werden. Den smarten Jesse Eisenberg als Lex Luthor einzig empfand ich als etwas unglücklich gewählt, da hätte man sich einen charismatischeren Typ wie bspw. "Heisenberg" Darsteller Bryan Cranston vorstellen können.

Viel Zeit lässt sich Batman v Superman um uns mit den wesentlichen Hardfacts zu versorgen, viele lang gezogene Dialoge lassen die Handlung zähflüssig und unzusammenhängend wirken. Wenn schließlich Luthors Plan einsetzt, meint man einen Showdown zu erleben, bei einem Blick auf die Uhr und die Spielzeit wäre ein epischer Abschlusskampf aber noch zu verfrüht...



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DC v(s) Marvel, Story continues..

Ohne zu viel verraten zu wollen, bereits im Trailer und durch den Titel alleine werden die Wunschfantasien von Comicenthusiasten bedient, und tatsächlich bekommt man einige der Justice League zu Gesicht. Ob die halb minütigen Schnipsel, die in Form von Dateien von einer Datenbank abgerufen werden - als quasi in dem Film eingebettete Miniteaser den Helden gerecht werden sei dahingestellt, etwas Enttäuschung kommt schon auf denn ihr Auftritt wirkt nicht so effektiv wie man es sich wünschen würde - alles zielte darauf ab zu zeigen: "Wir versuchen innerhalb eines Filmes das aufzuholen was Marvel in epischer Breite über etliche Filme aufgerollt hat, nämlich ein komplettes Helden-Universum". Marvels Cinematic Universe gilt laut Wikipedia seit dem Release von Iron Man als Non Plus Ultra, auch wenn natürlich davor schon mit Spiderman, Hulk einige andere Versuche von Produzenten wie Sony vorlagen. Seitdem feilt Marvel Jahr für Jahr an dem Heldenmythos, dass in den Avengers - dem Zusammentreffen der Superhelden kulminierte, damit aber sicherlich keinen Abschluss findet. Die Bandbreite die von Leinwand Blockbustern wie Avengers, Captain Amerika und Thor über Antman und Guardians of the Galaxy reicht, die nochmal einen ganz anderen, zynischen und sarkastischen Unterton haben, ist unübertroffen. Das kann Batman v Superman: Dawn of Justice nicht auffangen, und der Versuch ein ähnliches Filmuniversum auch nur anzuteasern wirkt leider etwas schwach auf der Brust.

Timing, Spacing, Character & Storyarc

Zum Erzählrhythmus ist zu sagen, dass sich der Film am Anfang unglaublich viel Zeit für die Story lässt, wobei einige Motive und Aktionen dem Zuschauer trotzdem nicht verständlich nahe gebracht werden. Außerdem stolpert man über Charaktere wie Lex Luthor, der in seiner Motivation ungewollt plump und dennoch undurchsichtig wirkt. Vaterkomplex, genialer Geschäftsmann, oder Größenwahnsinnig – oder alles zusammen? Jesse Eisenberg macht Lex zu einem Chaosmagier wie den Riddler oder den Joker, dabei hätte ich Luthor etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht. Wonderwoman hingegen verwechselt ich in ihrem Alter Ego glatt mit Catwoman, und ich fragte mich nun, wo genau man hier Wert auf ein eigenständigen Charakter legte. Ab der Hälfte geht alles ganz schnell. Der Endkampf ist schnell erzählt, einer von beiden bekommt dermaßen die Hucke voll – dass das ganze groß vorbereitete Geplänkel doch etwas unausgewogen daher kommt.. Das dicke Ende kommt zum Schluss und so muss insgesamt das Ruder umgerissen werden und auch eine Wonderwoman als allseits beliebte Lasso-Schwingerin kommt zum Zuge. Eine unglaublich starke Heldin, die wahrscheinlich mit Superman mindestens auf einer Stufe steht. Zum Ende hin passiert dann doch zuviel, und nach dem eigentlichen Showdown geschiet etwas und dann nochwas- sodass ich irgendwann fast das Handtuch werfen mochte. Es war für mich etwas unrund zum Ende hin, und ich hätte mir da mehr Präzision gewünscht. Manchmal ist weniger auch mehr, und wenn Batman v Supeman versprochen wird, dann will ich dass zum einen ausgereizt wird, warum die beiden aufeinander losgehen, so dass man es selbst hundertprozent nachvollziehen kann - und der Kampf hätte durchaus noch Potential gehabt.

Der Score fällt insgesamt positiv auf, Hans Zimmers Mammut-Orchestrierung gepaart mit den treibenden Electro-Klängen von Junkie XL sorgen für das passende düster-theatralische Sounddesign, das durchaus zu überzeugen weiß, aber auch keine wirklichen Ohrschmeichler bereit hält, die man sich abschließend im Autoradio rauf und runter anhört.

Fazit

Insgesamt ein unterhaltsamer Film, sperrig mit ein paar Ecken und Kanten, etwas unausgewogenen im Storytelling und einigen logischen Fallstricken garniert, die trotz Comicvorgabe etwas eleganter hätten gelöst werden können. Einer der Filme, die ich eigentlich komplett spoilern müsste, um alles was mir daran aufgefallen ist zu kritisieren, aber letztlich kommt es auf die Unterhaltung an, und die hat gepasst. Einen Blick wert ist er definitiv, gerade für die, die mit Marvels quitischigen und doch oberflächlichen Charakteren nicht viel anfangen können und eher auf die Filme stehen die an gnadenlose und depressiv pessimistische Graphic Novels erinnern, wie Watchmen, Sin City, Dredd, 300 oder Snowpiercer es sind. Wer sich in dieser Reihe aufgehoben fühlt, kann sicherlich eher noch etwas mit Batman v Superman anfangen, der große Schwung mit dem Lasso der Wahrheit gelingt zumindest Wonderwoman.
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Letzter Film & Bewertung - Fazit Mix


am 17.03.2016, in der Kategorie Filme, 2 Kommentare

The Revenant


Schauspielerisch ok, Kamera teilweise extrem gut, doch die Geschichte war dünn und unwahrscheinlich.

Inarritus letztes Werk hat Maßstäbe gesetzt, die dieser Film hier trotz Starbesetzung nicht halten kann. Ja, mir hat die Atmosphäre des Film auch stellenweise gefallen, aber Indianergötter haben keine zu mir gesprochen, so wie die kosmisch universelle Bildsprache in bspw. Tree of Life es tat. Die Bilder waren gut, aber nicht gut genug um das dünne Drehbuch zu rechtfertigen, die Bärenattacke war spektakulär, der Angriff der Indianer im Opener sehenswert, dann wirds zu einer Schnauforgie Marke DiCaprio..

Aber jeder der den Film mag, soll den Film gerne geniessen ich geniesse auch Aspekte davon. Ansonsten ist es mir zusehr "Schmerzensmann" wie bei Mel Gibson der sich in solchen Schreckensszenen verliert ohne groß was zu erzählen.


6/10

The Hateful Eight

Leider empfand ich dass der Film zu selbstgefällig die "coole Dialoge" Karte ausspielt. Jedes Wort was aus diesen Mündern purzelt ist 1:1 Tarantino, manche Charaktere meint man 1:1 aus seinen vorherigen Filmen wiedererkannt zuhaben. ( zB. Dr. Schulz ) Hätte mir mehr Django als Reservoir Dogs gewünscht. Clevere Dialoge sehr gerne - aber etwas mehr Handlung wäre gut gewesen bei der Überlänge.


CREED - Rockys Legacy


Dieses "Spin Off" ist Rocky in Reinkultur. Hat alles was ein Rocksyfilm braucht, die Story ist sinvoll und nachvollziehbar, der gealterte Rocky sympatisch und mit dem gleichen Charme versehen wie eh und je. Es gibt soviel Zitate, soviel Vergangenheit und doch ist es ein neuer Film - kein kalter Kaffee sondern frisch aufgebrühter Espresso mit nem guten Schuss Nostalgie..

9/10


Across the Universe

Wer den Titel kennt, kann schon erahnen dass der Film die Songs der Liverpooler enthält.

Ja, tatsächlich gibt es ein paar klassische Musicalszenen mit Performanceeinlagen. Wer sich jetzt fragt, ob Beatles Songs und Musical zusammenpassen dem würde ich antworten: "Größtenteils ja, und erstaunlich gut". Mich hat der Sound und die Story des Films aber interessiert und ich wurde ganz und garnicht enttäuscht. Es ist ein Film der viele Geschichten erzählt. Der Film beginnt in den 60er Jahren und beschreibt erstmal den Wunsch eines jungen englischen Werftarbeiters seinen leiblichen Vater zu finden. So reist er illegal die USA. Es geht um die Friedensbewegung, um Proteste gegen den Vietnamkrieg, Freunde und Brüder die eingezogen werden - es geht um Freiheit und Liebe. "Across the Universe" kann die Beatlessongs sehr gut einbinden so dass sie bezogen auf die Szenen im Sinn machen, und neuen Sinn bringen. Selten so eine Geniale Auslegung von "Strawberry Fields forever" gesehen, da wäre ich nie drauf gekommen. Auch Let it be, viele Titel sehr gut umgesetzt, auch die Musterungsszene. Sehenswert für Fans der Musik.

7/10


The Last Man on Earth

Ich sah den Film neulich mal wieder, und er hat nichts von seinem Reiz verloren...Doch, jetzt erinnere ich mich - das erste Mal sah ich diesen fantastischen Urahnen des Zombiegenres mit Vincent Price im Original, und letztens auf Deutsch. Beinahe nicht zu ertragen, doch dann gewöhnt man sich etwas. Unbedingt im Originalton schauen. Was aufgefällt: Im ersten Drittel muss Price eine One-Man-Show stemmen, was er sehr gut macht. In der Postproduktion hatte man wohl nicht sovie Vertrauen in seine Präsenz und spielte recht laute Orchestermusik unter, zwar typisch für die Zeit aber nutzlos für den Film, weil sie die öde, menschenleere Athmosphäre ankratzt.

Ansonsten ein Klassiker, der recht lebendig und plausibel daherkommt.


Creepshow

Geschrieben von Stephen King, Regie führte George Romero

Kurzgeschichten der Art: Geschichten aus der Gruft. Man merkt nicht gerade dass der Meister of Horror diese Comic-artigen Stories geschrieben hat, aber unterhaltsam sind sie doch. Cool ist, dass der Film im Stil eines Comic-hefts daherkommt. Also Einführung und Abschlußszene, auch die recht überzogene und einseitige Erzählweise erinnern an die Bildergeschichten.

Wir erleben King in der Rolle eines Farmers, der mit der Fracht eines Meteoriten und seiner eigenen Behäbigkeit zu kämpfen hat.

Leider war ich etwas enttäuscht aufgrund der hohen Erwartungen, aber unterm Strich absolut sehenswert für jeden der Tales from the Crypt mag


Das Kabinett des Professor Bondi ( House of Wax )

Der Film gilt glaube ich als erste große 3D Blockbuster eines Major Verleihs. Man sieht auch dass in dem Film Kohle drinsteckt. Vincent Price brilliert auch hier. Die restlichen Schauspieler machen ihre Job, wie es für diese Zeit ( 1953 ) üblich war, wie man es von Edgar Wallave und Co. gewöhnt ist. Die Produktion ist hochwertig, die 1900 wurden durch Kulissen und Kostüme glaubhaft in Szene gesetzt. Die Story allerdings ist dünn, klischeehaft und vorhersehbar. Alles in allem unterhaltsame und recht aufwendige Produktion mit Vincent Price.

6/10

Das Vermächtnis des Prof. Bondi

Dieser Film ist glaube ich kein offizieller Nachfolger, sondern kommt dem üblichen Betitelungs und Fortsetzungswahn der Zeit nach. Es gibt eine Einleitung, in der der alte Bondi kurz vor seinem Tode mit eben jenem hadert und sich einen Nachfolger wünscht der sein Werk weiterführt. Die Szene passt nicht zum Rest und hätte man sich sparen können. Die Produktion ist kleiner gehalten, schwarz/weiss und auf dem Level einer Folge von Geschichten aus der Gruft. Unterhaltsam ist auch dieser, Hitchcock Anleihen sind spürbar. Etwas schwarzer Humor 6/10


Elser - Er hätte die Welt verändert (2015)

Gut inszenierter Film um den Mann hinter dem Attentat auf Hitler Nov. 1939, Bürgerbräukeller.
Seine Herkunft, seine Bewegründe, sein Umfeld. Dann wird die Zeit in Haft beleuchtet, die Verhöre.

Ist von der Inszenierung und Dramaturgie her kein "Schindlers Liste" oder "Das Leben der Anderen".
Nichtsdestotrotz kann man sich gut hineinfinden.

7/10


7 Psychos

Durchgeknallte zynische Killerkömödie die mit inetressanten Episoden gespickt ist, in der man oft nicht zwischen der Erzählung des Hauptprotagonisten und der Realität unterscheiden kann. Starker Cast wie bspw. Christopher Walken, Woddy Haroldson usw. Für mich sehr unterhaltsam und auch immer wieder etwas überraschend weil permanent mit der Erwartungshaltung des Zuschauers gespielt wird.

8/10



Night of the living Dead 1990 )

Ein gelungenes Remake dass sich nah am Original hält und sogar an Qualität gewinnt. Für mich gehört das Original zur Creme de la Creme des Zombiegenres weil dort auch ernsthafte und zeitkritische Töne angeschlagen werden. Ausserdem öffnet sich in dem Film das Fenster Richtung Zukunft und der Film lädt definitiv zum Diskutieren über das Dannach ein. Tom Savini zeichnet sich hier für die Maskeneffekte verantwortlich, die aber nicht als entscheidend betrachte. Die Stimmung ist gelungen und authentisch genug. In diesem 1990 materialisiertem Albtraum ist der Wahn der Zombieapokalypse nur einen Steinwurf ( oder Axthieb ) entfernt. Man glaubt fast dass viele neuere Titel den Stoff nicht besser wiedergeben konnten. Es ist eine Crux mit dem Zombiegenre, man schiesst oft am Ziel vorbei und mE. können nur wenige Produktionen überhaupt das Genre Zombiefilm glaubhaft bedienen. 9/10 gebe ich, weil die Anfangsszene phänomenal schlecht geschauspielert wurde. Da hat man das Original, dass schon sehr overacted hat zu wörtlich genommen. Etwas mehr "Einfühlungsvermögen" hätte an dieser und einigen anderen Stellen nicht geschadet um der Situation mehr Horror zu entlocken.



Stephen Kings Sleepwalkers (1991)

Auf der Erde geht eine uralte Rasse von Katzenwesen umher, die schon von den Sumerern erwähnt werden. Diese Chimären nähren sich von menschlicher Lebensenergie, die sie ihren jungfräulichen Opfern aus dem Leib saugen. Da dabei ungünstigerweise Tote entstehen müssen die Zwitterwesen häufiger ihren Wohnort verlassen und umziehen. Verfolgt werden sie dabei von Katzen, die ihre größten Feinde sind da schon ein Kratzer sie umbringen kann. Der Film ist ganz ein Kind der 90er und entspricht daher tricktechnisch den 90er TV Standards. Dazu muss es bei Stephen King immer ein Schreiber sein, es muss in Maine spielen und goldener Herbst sein. Irgendwie kippt der Film in der zweiten Hälfte und wird zum Slasher. Dabei handeln alle Akteure kopflos und dumm. Schade - denn man hätte was mystisches und episches schaffen können. Ist aber dann doch nur ein längerer TV Film Marke "Geschichten aus der Gruft" geworden. Auf magische Weise ist der ganze Irrsinn doch noch irgendwie unterhaltsam. Gerade der Soundtrack Enya's - Boadicea ( vielen bekannt von "Fugees - Ready or Not") wird hier mehr als gelungen eingesetzt so dass teilweise eine wirklich epische Stimmung entsteht. Das rettet den Film als Gesamtwerk aber nicht - Arme Schlafwandler, ihr wurdet verheizt mit diesem Film. Ein würdiges Remake wäre in diesem Fall angebracht.

6,5/10


The Visit

Es könnte ein kleines, gemeines Filmchen sein, aber The Visit ist dafür viel zu lang geraten. Gefühlte Stunden braucht der Film um eine Auflösung zu offenbahren die eher keine mehr ist.

Die beiden Kinderdarsteller machen ihr Zeug gut, und found footage ist hier auf angenehme Weise umgesetzt worden. Allerdings gibt es nicht den Hauch von Bewegung in diesem Film, alles bis auf die Auflösung wird eigentlich schon im Trailer abgekaspert.

Ansonsten bietet the Visit einige Schmunzler, bei denen man nicht immer weiss ob man jetzt über Szenen im Film oder den Film selbst lacht. Der Gruselfaktor tendierte für mich persönlich gegen Null. Etwas Interesse an der Auflösung bestand, als der Moment kam, sagte man sich aber ja ok, was soll es sonst gewesen sein.


Shyamalan ist einfach ein schwieriger Regisseur dessen Filme ich häufig mit gemischten Gefühlen sehe. Diese bemühen sich aber dann sehr darum Hollywood Standards zu entsprechen. Dieser hier hat eine persönliche Note, und er versucht durchaus auf sozialer und psychologischer ebene zu punkten, was ich sehr gut finde.

Eher durchwachsenes Filmvergnügen,

6,5/10


Ich und Kaminski

Fazit: Frühdreissiger Journalisten Drecksau trifft auf Spätachtziger alterssenile Kunstfigur.
Wolfgang Becker und Schauspieler Daniel Brühl nach einem Buch von Daniel Kehlmann.


8/10


Under the Skin

Einige eigenwillig interessante Ideen verbergen sich in diesem extrem ruhigen Scifi Film. Auch wenn das kosmische Wesen und dessen Andersartigkeit für sich genommen faszinieren, so sind doch die Themen allzu menschlich. Zuneigung, Vertrauen, Einsamkeit, Nähe und Distanz, Fremdheit und Intimität, Mensch werden und Menschsein. Starke Bildsprache, eine Kombination aus künstlerisch höchst ambitionierten Sequenzen - vermischt mit atemberaubenden Naturbetrachtung und Beobachtungen des domestizierten Zivililsationsmenschen..Dabei hat man jederzeit das Gefühl die schottisch nasse Kälte zu spüren, den Dreck zu riechen..

Kraftvolles Drama mit Scifihintergrund.

8/10

Too Young to Die?

Sehr sehenswerter TV Film mit den beiden damals noch sehr jungen Darstellern Brad Pitt und Juliett Lewis. 9/10


Terminator Genysis

Mir scheint Schwarzenegger doch ein wenig zu sehr politisch korrekt, die ganze Bandbreite der Zuschauerschaft bedienen zu wollen. Meine Damen und Herren, Ladies and Gentlemen - heute möchte ich zu Ihnen in meiner Rolle als Bundesterminator sprechen.

JA, ich habe in meiner Vergangenheit ( ihrer Zukunft ) Menschen getötet.

JA, ich habe infiltriert, zerstört, terminiert! Aber heute, liebe Freunde bin ich wie ausgewechselt.

Ich kämpfe ja, wie sie wissen bereits seit Teil 2 für das Gute. Seit Jahren bin ich mit meinen ehrenamtlichen Helfern dabei, den Bodycount zu senken, so dass das Terminator Franchise auch für die Kleinen, für die Schwachen und die Frauen in unserer Gesellschaft zu einem Hingucker wird.
Auch möchte ich sie mit meiner Humoroffensive noch intensiver terminieren als jemals zuvor.
Aus dem Terminator soll ein Lachinator werden. Ich denke das haben sie sich verdient!

Ich liebe Euch doch alle! - Um Mielke, Staatssicherheit DDR zu zitieren -

Ich liebe doch alle Menschen.

4/10


Gallows Hill - Verdammt in alle Ewigkeit (2014)

Eher in der zweiten Liga angesiedelt spielt der spanische Gallows Hill die "Junge Leute treffen auf altes Landhaus" Karte aus. Schönes Gruselflair und einige Schocker sind dabei und großartige Längen gibt es nicht. Für das was es ist, ordentlich.

6/10



Das singende klingende Bäumchen (1957)


Manch einer kennt sie noch, die DEFA Märchen, die den wohligen Mantel der Nostalgie über einem ausbreiten während man auf der heimischen Couch diese Kindheitsklassiker schaut.

Dieser hier besticht besonders durch extrem fantasievolle Umsetzung des verwunschenen Tals und des grimmigen Zwerges, der dank seiner Zauberkraft der Herrscher über dieses Tal ist. Dieser hat bestimmt so einigen Kindern Alpträume bereitet, und das schon seit den 50er Jahren.

Ein gutes Märchen der Gebrüder Grimm, das in der Spielfilmfassung überzeugt auch wenn ich es noch anders angehen würde.

Ja, ich würde mir gerne eine neue Adaption wünschen, aber dann bitte von Guillermo del Torro...Wobei - am Ende zählzt nur die eigene Fantasie und wenn wir uns permanent von den Ausdeutungen der Regisseure und CGI Effekten abhängigmachen, dann ist das sehr schade.

DEFA Klassiker Basta 10/10


It Follows

Sehr atmosphärischer "Horror" - (weniger) Thriller ( etwas mehr). Tolle Bilder eines zerfallenden Detroit, die lethargische Athmosphäre von Kids die nichts auf die Straße treibt, ausser Langeweile..Ein treibender Soundtrack der an Carpenters Haloween erinnert. Insgesamt ist der Film ganz gut gemacht, besonders so die kleinen Momente, da merkt man eindeutig dass der Regiseur versucht hat ganz viel persönliche Erfahrungen, interessante kleine wortwechsel etc mit reinzubringen.

Leider zerlegt sich die Grundidee des Film "It follows" ab der Hälfte immer mehr.. Vorstellung ist gruselig ja, aber - ja was eigentlich - man kommt nicht weiter es gibt kein richtiges Ende. Etwas schade, da der Film sehr viel Potential besitzt. Kann man sich ansehen wenn man atmosphärisch stark aufgeladene Filme mag - bsp- Virgin Suicide, Tree of Life, Kids oder Elephant. Aber eben mit einer relativ klaren Horrorstoryline, die sich allerdings kaum rührt.

Schade, schade interessanter Ansatz 7/10


Fantastic 4

Positiv ist zu bemerken, Fantastic 4 verschwendet seine Zeit nicht mit Actiongedöns sondern erzählt in erster Linie die Entstehungsgeschichte des Teams. Das Problem hier schon: Der Film lässt sich zuviel Zeit dabei während er zuwenig Inhalt transportiert. Die Charaktere werden Klischeehaft und oberflächlich behandelt, der düstere Eindruck des Films und ein teilweise durchblitzender "Realismus" lässt Tiefe erwarten, die aber nicht eintritt.

Die Darsteller gingen allesamt klar, Victor großartig, aber ich fands zu uninspiriert hingerotzt.

Der Film erinnert mich an Xmen First Class, und da hätte der Regisseur nochmal genauer hinschauen sollen. INTERESSANTERE Charakterbeschreibungen. Mehr Hintergrund. Und einen etwas einfallsreicheren Plot hätten dem dem Film sehr gut getan.

Das langerwartete Reboot ist nicht schlecht, aber eher ein laues Lüftchen..Allerdings hinterlässt dieser Auftakt keine verbrannte Erde, ich freue mich auf den 2ten Teil - wenn er denn überhaupt noch produziert wird.

6/10
4

Letzter Film & Bewertung - Dancer in the Dark


am 17.03.2016, in der Kategorie Filme, 3 Kommentare
Dancer in the Dark

https://fanart.tv/fanart/movies/16/moviebanner/dancer-in-the-dark-53f60866ef434

Dancer in the Dark

Selten sowas intensives gesehen, nur ein einziges Werk von Michael Haneke, und zwar Funny Games reicht da ran. Man kann Selma als Märtyrerin sehen, sie ist aber auch Opfer der Umstände. Sie ist gefangen und befangen, in einer Welt der sie sich nicht ganz erwehren kann. Die einfache Selma, gespielt von Björk, hat ihre Prinzipien und ein einziges Ziel.

Lars von 'Trier hat es drauf, dem Zuschauer die Ausweglosigkeit einer Lage aufzuzeigen, die beklemmende Situation in der man steckt, wenn die Welt ihre "Zähne zeigt" wie Stephen King das mal genannt hat. Die Welt um Selma ist nicht böse, sie ist aber auch nicht gerecht. Trier und Björk schaffen es den Zuschauer an die Hand zu nehmen, und durch eine grausame Szenerie zu führen - die klaustrophobischer nicht sein könnte. Es ist die sprachliche Enge der Protagonistin, ihre Gehemmtheit auf der einen Seite - im Kontrast zu ihrer unendlichen mütterlichen Güte, die sich gezielt nur in einer einzigen Sache zeigt. Es ist eine Größe, die man Selma nehmen will, man will sie klein machen und vernichten, wegen ein paar lumpiger Scheine beiseite schaffen und ihr die Existenzgrundlage entziehen. Ihre Musik ist innerlicher unendlicher Sieg, es ist Freiheit, nach aussen dringt höchstens ein erstickter Schrei, nichts zeugt von der engelshaften Größe und Erhabenheit, die Selma eigentlich verkörpert - sie ist, eine Mutter, eine Löwin und eine Märtyrerin, und die Welt um sie herum bestenfalls eine Hyäne, die Witterung aufnimmt und erkennt was da am Boden liegt. Auch die Hyäne folgt der Natur, wie alles Streben in Triers Dancer in the Dark einem Automatismus folgt. Es sind Fallen die zuschnappen, Aktionen und Reaktionen, bittere Realitäten. Er erwartet nichts von der Welt, und sie würde auch gar keine Erwartungen erfüllen. Selma erwartet nur eine Kleinigkeit, dieser kleine Funken Hoffnung, dass die Welt etwas mehr ist als ein Algorithmus, Menschen mehr sind als die Summe ihre Erfahrungen und die Produkte der Umstände.

Ein durchaus ergreifender Film, der teilweise als "Musical" angelegt ist, was aber nicht abschrecken sollte doch mal reinzusehen. Björk hat den Soundtrack geschaffen - also gehe man davon aus dass er ungewöhnlich ist und einem wahrhaft ans Herz fasst.

10/10
4

Letzter Film + Bewertung - Pet Sematary


am 26.06.2015, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
ps pet semetary

Das morbide Grauen hat immer noch eine Menge Kraft und schafft es den Zuschauer das fürchten zu lehren. Pet Sematary, einer der besseren King-Verfilmungen die für die große Leinwand produziert wurden, auch wenn ich finde dass die Miniserien wie “Es” “The Stand – Das letzte Gefecht” oder “Langoliers” auch ihren Reiz haben.

Es sind Szenen wie die mit dem Skalpell -…die zügellose Gewalt und Boshaftigkeit ausdrückt aber dem ursprünglichen Horror wohl nicht mehr ganz gerecht wird. Dafür geht die Grundidee sehr gut auf. Die Frage kannst du der Versuchung wiederstehen, das Geschehene rückgängig zu machen. Die Liebe zu deinen Nächsten, oder die Schuld treibt dich zu diesem Friedhof, auf dem einst die Micmacs ihre Toten bestattet haben. Aber der Boden ist verflucht. Dasverdorbene Land hinterm Haus wirkt manipulativ auf die Hinterbliebenen ein, der Wunsch dort hin zu gehen um die Endlichkeit zu überwinden ist groß. Doch was zurückkommt von dort ist anders.

Der Soundtrack ist dem Wunsch Stephen Kings entsprechend Ramoneslastig. Ausserdem gibt es einen Cameoauftritt.

Fazit: Wer lesen kann ist klar im Vorteil und sollte sich natürlich Kings Gruselroman zu Gemüte führen. Die Buchallergiker müssen mit der 89´Verfilmung vorlieb nehmen.

8/10
2

Letzter Film + Bewertung - Aviator


am 23.06.2015, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
Aviator movie 1

Deutscher Starttermin: 20. Januar 2005
Regie: Martin Scorsese
Cast: Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett, John C. Reilly uvm.


Der Film Aviator basiert auf der Biografie von Howard Hughes, einem millionenschweren Unternehmer, Filmproduzenten und Luftfahrtpionier der Anfang des letzten Jahrhunderts seine Erfolge feierte.

Zu seinen filmischen Erfolgen zählte unter anderem “Scareface” von 1932 und “Hells Angels” von 1930 dem bis dahin teuersten Film aller Zeiten.

Hughes entwickelte etliche Flugzeuge, die er auch selbst als Pilot testete. So schuf er die Entwürfe für die Lockheed Constellation, eines der ersten Passagierflugzeuge mit Druckkabine um eine Reisehöhe von über 10.000 ft. zu gewährleisten. Er baute die Hughes H-4 Hercules, auch “Spruce Goose” genannt – welches bis heute das Flugzeug mit der größten Flügelspannweite der Welt ist. Ausserdem gründete er Hughes Aircraft, aus der die Fluglinie TWA hervorging.

Der Film thematisiert Hughes Aufstieg als unbekannter Industrieller in Hollywoods Filmgeschäft, einige seiner Affären, und sein immer größer werdendes Interesse an der Fliegerei dass ihn schliesslich komplett in seinen Bann zieht. Als den Multimillionär immer ausufernde Projekte finanziell zu verschlingen drohen und auch die Konkurrenz, flankiert von den US-Behörden Hughes mehr und mehr attackieren verstärken sich seine Neurosen. Nach der Trennung von seiner großen Liebe und einem Absturz mit einem seiner Flugzeuge, dass er selbst als Pilot navigierte verliert er gänzlich die Fassung und steigert sich immer mehr in seine Neurosen wie zum Beispiel dem Kontrollwahn, Verwolgungswahn, Waschzwang.

Schliesslich wird Hughes vor eine Anhörung beordert, bei der er sich für riesige Summen die er angeblich dem amerkanischem Staat schuldet verantworten soll. Seine Befrager sind größtenteils auf der Seite der Konkurrenzfirma, die ein Monopol für Interkontinentalflüge erwirken will. Letztlich schafft es der gesundheitlich schwer angeschlagene Hughes die Medien und Meinungshoheit durch charmante Antworten und Gegenfragen auf seine Seite zu bringen, so dass das Gesetz zur Monopolisierung verhindert werden kann. Hughes entwickelte weiterhin Flugzeuge, seine Fluglinie besteht bis heute.

Ein opulenter Film von Martin Scorcese, der Aufstieg und vorerstigen Fall eines Unternehmers zeigt. Erstklassige feine Nuancierungen schaffen ein relativ breiten Gesamteindruck von Geschäftsmann und Privatperson Hughes. Sein Wirken als Unternehmer, aber auch seine Innenwelt, die geprägt war von Zwängen und Neurosen wird in rasantem Tempo aber mit angemessenem Taktgefühl erzählt. Fesselnde Bilder und ein passender Soundtrack fügen sich hier wie Zahnräder ineinander. Unterhaltsame und witzige Dialoge sind vermischt mit durchaus wissenswertem “Faktenmaterial”, welches man später nochmals genauer nachschlagen möchte. Die sehr überstilisierten Bilder des Amerikas der 30er Jahre, könnten den ein oder anderen erschlagen – ich persönlich mochte sie – auch die Idee die Farbigkeit des Bildes an die colorierter Bilder jener Zeit anzulehnen. Interessanter und berauschender Film, ein genialer DiCaprio. In der Cast geben sich Scorcesetypisch hochrangige Darsteller die Klinke in die Hand, so mimt Willem Dafoe eine unwichtige Nebenrolle, Jude Law taucht nebenbei als schnöseliger Errol Flynn auf. Insgesamt sehr beeindruckender Film, der alles richtig macht.

10/10
3

Letzter Film + Bewertung - Insidious: Chapter 3


am 23.06.2015, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
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Ja, Insidious: Chapter 3 hat derbe Schockmomente, leider aber welche von der Sorte die absolut billig rüberkommen. Protagonist rollt die Augen, dreht den Kopf, hinter ihr steht eine dunkle Silhoutte – plötzliches lautes Geräusch = Horror ? Ist das Rezept so easy? Mir haben die Vorgänger sehr gut gefallen, deswegen hab ich mich auch auf diesen gefreut. Leider musste ich bis weit über die erste Filmhälfte warten, bis überhaupt mal was passiert. Die Handlung ist so dermaßen öde. Mutter stirbt, überforderter Vater + 2 Kinder bleiben zurück. Teenagermädchen versucht Kontakt zum Geist ihrer Mutter aufzunehmen und lockt dabei einen Dämonen an. Nun kann nur das bekannte Medium aus den ersten beiden Teilen noch helfen. Später sind noch zwei durchgeknallte Geisterjäger mit von der Partie, was das ganze unterhaltsamer gestaltet, und man auch etwas tiefer in die Welt der Toten eindringt. Bis es soweit kommt – herrscht gähnende Leere – und Jump-Scares, Jump-Scares, Jump-Scares.

Auch wenn I3 einige fiese Schockmomente bereit hält, und hat manchen Stellen ordentlich creepy daherkommt konnte mich die lahme Story und die langweiligen Charaktere nicht begeistern. Einzig das Medium und die Geisterjäger waren ein kleiner Lichtblick. Morbiden, hintergründigen Horror findet man hier seltener, dafür aber eine Geisterbahnfahrt die zwischen Einschlafgefahr und…augenaufreißenden Jump-Scares schwankt.

Für mich eine klassische lieblos gemachte Fortsetzung, die nicht an die ersten beiden Teile rankommt. Aus alles für die Kunst wurde alles für die Kohle. Ob das an den Kinokassen so dufte ankommt, mag bezweifelt werden. Allerdings immer noch besser als das Poltergeist-Remake, soviel sollte gesagt werden.

6/10
3

Letzter Film + Bewertung - Only Lovers Left Alive


am 18.06.2015, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
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Ein verträumter, ja ein philosophischer Film, voller Melancholie und Lethargie - das ist “Only Lovers Left Alive”. Die Hauptdarsteller Hiddelston und Tilda Swinton torkeln als Junkievampire durch die Nacht weiden sich am Anblick eines nächtlichen Detroits, lieben Gitarrensessions und freigeistigen Müßiggang. Die Handlung passt arg zusammengerafft auf den Aufkleber einer Blutkonserve: Hiddelston geht zweimal vermummt in die Klinik um frische Blutkonserven zu organisieren, ein netter Typ wird beim abendlichem Clubbing vom kleinen Femme Fatal-Schwesterchen totgebissen und zu allem Überfluss kratzt Opa die Kurve.

Einer stringenten Narration folgt Jim Jarmush nicht, aber – so macht es den Eindruck geht es ihm auch garnicht darum. Jarmush will einfach zeigen wie ein vampirisches Liebespaar so lebt, dass schon ein paar hundert Jahre auf der Kante hat. Er möchte zeigen wie es sich ausdrückt, Jahrhunderte Zeit zu haben um alles Wissen der Welt in sich zu speichern. er will verrückte Ideen entwickeln, wie die des unmöglichen Generators. Er will den Trott, das süße “laissez fair” darstellen, er will die Sängerin in der Bar einen ganzen Song singen lassen, und sie eben nicht unterbrechen. Das macht er sehr gut, aber auf Längen sollte man sich einstellen. Besser gesagt “darf” man sich drauf einstellen, denn wenn man diese Art von Filmperle zu schätzen weiss bekommt man tolle Athmosphäre, Bilder und Stimmungen vermittelt die einen sofort in ihren Bann ziehen.

8/10
3

Letzter Film + Bewertung - St. Vincent


am 06.02.2015, in der Kategorie Filme, keine Kommentare
St. Vincent

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Kennt jemand Charles Bukowskis Romanfigur "Henry Chinaski"? Nimm den mal zwei und du hast Vincent. Der grantelnde alte Alkoholiker, der Stunk macht wo es nur geht und sein Geld auf der Pferderennbahn verzockt ist eine bemitleidenswerte Erscheinung. Seine Männlichkeit stellt Vin bei der hochschwangeren Prostituierten Daka ( Naomi Watts ) unter Beweis, muss dafür allerdings regelmäßig in die Tasche greifen. Als das Scheidungskind Oliver (Jaeden Lieberher) mit seiner überarbeiteten Mutter Maggie (Melissa McCarthy) ins Nachbarhaus einzieht, stolpert der zynische Vincent in die Rolle des Babysitters. So ziehen die beiden - während Olivers Ma im Krankenhaus Überstunden schiebt durch die Bars der Stadt, wetten auf der Rennbahn und trainieren Selbstverteidigung.

Bald schon meldet sich Olivers Vater, der nie einen Finger für den Unterhalt krumm gemacht hat und klagt auf das Sorgerecht seines Sohnes. Dass sich der Sohnemann mit Vincent in schäbigen Spelunken herumtreibt und in eine Schulschlägerei verwickelt wird macht sich nicht gut vor der Richterin.

Für Oliver ist Vin eine feste Bezugsperson geworden, und so möchte er ihm einen Vortrag in seiner Schule widmen. Meistens steckt mehr hinter den Menschen, doch man muss hinsehen.

St. Vincent ist kleines bewegendes Spielfilmdrama, in der es zuerst um ein Einzelschicksal geht, aus der aber eine Schicksalsgemeinschaft wird. Typisch Murray, lakonisch - zynisch und cool präsentiert er hier den Vincent, und zeigt dass er nichts von seinem Biss verloren hat.

Die ganz Harten gehen dann zum Ende hin lieber mal aufs Klo, denn gerade das Finale ist absolut bewegend. Eine mehr als gelungene Tragikkomödie, die sich an keiner Stelle übernimmt.

9/10
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