Link: www.heise.de (extern) (Archiv-Version vom 07.02.2008)Hier aus Ausschnitt aus dem Telepolis-Artikel:
"Der Experte, den CNN dazubefragte, der ehemalige UN-Waffeninspektor und jetzige Angestellte des
Rockefeller-Instituts "Council on Foreign Relations", Richard Butler, brachtekeine besondere Mühe auf, die Thesen des Buchs abzulehnen oder zu kritisieren. Das istdesto erstaunlicher, als Brisard und Dasquie u.a. unter Berufung auf John O'Neillbehaupten,
dass eine mögliche Gefangennahme Bin Ladins verhindert wurde, umamerikanische Öl-Interessen nicht zu gefährden. So wurden O'Neill und seineFBI-Fahnder nach den Anschlägen auf die US-Kaserne in Saudi-Arabien und auf dasUS-Schlachtschiff "Cole" davon abgehalten, dort und im Jemen nach den Tätern zufahnden. Und während der Pipeline-Verhandlungen mit der Taliban-Regierung sollderen Angebot einer möglichen Auslieferung Bin Ladins von denUS-Vertretern abgeschlagen worden sein - [b]weil die Afghanen in diesemFall einer höhere Beteiligung an den Pipeline-Gewinnen verlangten. Butlermeint im CNN-Interview dazu ziemlich lakonisch:
"Da haben wir das Öl, unddas ist eine fundamentale Sache. Diese grundlegende Realität sollten wir nicht aus denAugen verlieren. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten repräsentiert 5% derWeltbevölkerung und verbraucht 40% des Öls der Welt. Deshalb ist Öl eine so wichtigeSache... und es gibt bedeutende Ölvorräte in Zentralasien und der beste Weg, sie ans Meerzu bekommen, wäre eine Pipeline durch Afghanistan zu bauen. Das ist das Netz, und ichglaube, uns werden nicht alle Fakten berichtet. Es wird abgestritten, behauptet, dassbestimmte Treffen nicht stattgefunden haben, obwohl sie tatsächlich stattfanden. Dieinteressanteste Sache, die diese französischen Autoren berichten, ist, dass sie Archiveeinsehen konnten. Wir konnten ihren Akzent nicht genau verstehen, aber ich weiß, was dasbedeutet: sie hatten Zugang zu Aufzeichnungen diplomatischer Gespräche."
Doch selbst ohne Einblick in Diplomatenprotokolle lässt sich mittlerweilefeststellen, dass die Agenda des sogenannten "war on terror" in Afghanistan letztlich auszwei Buchstaben besteht: Öl! Der auf dem Bonner Petersberg zum Chef der afghanischenInterimsregierung ernannte Hamid Karsai fungierte bei den Pipeline-Verhandlungen mit denTaliban als Berater im Auftrag des US-Konzerns Unocal (Quelle: Le Monde, 5.12.2001)"
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