watnu schrieb:Aha, die DNA-Analyse des Materials im Erdklumpen war also zum Zeitpunkt der von Coriats Autopsie-Artikel längst erstellt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels am 20.10.2014?
Sicher. Wenn der Hautfund bereits in den von Dir genannten niederländischen Berichten vom 08.09.2014 erwähnt wird, dann wird man sicher bis 20.10.2014 eine DNA-Analyse gemacht haben. Oder man hat keine gemacht, weil die Haut eindeutig tierischen Ursprungs war. Dann wird auch das am 20.10.2014 festgestanden haben.
Fraglich ist dann nur, wann die Journalistin Coriat davon erfahren hat.
Doctective schrieb:Die DNA-Analyse war zum Zeitpunkt der Obduktion längst erstellt und es war klar, dass hier Lisannes Überreste untersucht werden. Warum also lag da überhaupt noch Kuhhaut auf dem Seziertisch?
Dagegen verstehe ich diese Argumentation nicht, weil ich den Zeitpunkt der Obduktion nicht kenne und eher annehme, dass in mehreren Schritten, jeweils nach dem Finden der einzelnen Stücke, untersucht wurde. Und im Prinzip nicht klar ist, ob da Tierhaut auf dem Tisch lag oder nicht.
Offshore7 schrieb:Und zwar am 29. April 2022, wie aus der URL hervorgeht. In Ihrem Blog, wo quasi derselbe Artikel steht, hat sie es nach Mai 2021 hinzugefügt, wie man mit der Wayback Machine ersehen kann.
Das ist jetzt widersprüchlich: 2022?
Doctective schrieb:carlet R. hat das dokumentiert. Glücklicherweise hat sie ja immer alles ganz genau beobachtet. Sie hat festgestellt, dass die Kuhhautgeschichte in den spanischen Artikel ab Ende 2019 eingefügt worden sein muss. Zum Zeitpunkt also, als P. ihr Buch verfasste, in dem dann die Kuhhaut auftauchte. Ich halte das wie gesagt nicht für einen Zufall.
Oder 2019? Oder ist "ab Ende 2019", also nach diesem Zeitpunkt gemeint?
Und warum blieben die Artikel mit Datum 20.10.2014 in der englischen und spanischen Fassung widersprüchlich? Man kann daraus jetzt ein großes Drama machen. Oder schlicht feststellen: Frau Coriat ist eine unzuverlässige Quelle. Es gibt zwei Veröffentlichungen, die sich widersprechen. Es gibt kein anderes Medium und keine Quelle, die zeitnah über den Fund von Haut Lisannes berichteten. Dagegen ist die Zuordnung der Knochen eindeutig.
Warum kann man es nicht dabei belassen? Muss einen Kleinkrieg darum führen, ob Menschen- oder Tierhaut? Wenn es nichts Substantielles gibt, dann gibt es auch nichts zu berichten.
ringelnatz schrieb:Aber wie passt das zur Theorie, dass die Überreste gelegt wurden? Ob Kuhhaut oder Lisannes Haut - warum sollte das so auffällig schlecht gefaked werden?
Zudem. Das ergibt keinen Sinn. So wie auch die Nachtfotos und die Handy-Daten nicht zur Theorie passen, damit sollte ein längeres Überleben vorgetäuscht werden. Warum?
Dessen unbenommen glaube ich auch, dass die Autorin hier auf das journalistische Stilmittel der "erfundenen Reportage" bzw. "die erzählerische Wiedergabe von selbst Recherchierten" zurückgriff. So wie weiland der "Spiegel"-Journalist Rene Pfister über Seehofers Eisenbahn berichtete - ohne je im Keller gewesen sein. Oder die "SZ"-Ikone Heribert Prantl über ein Abendessen beim Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Voßkuhle - obwohl Prantl nie dazu eingeladen worden war.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/ich-sehe-keinen-grund-den-preis-zuruckzugeben-6444898.htmlDas bringt Leser, bürgt aber nicht für journalistische Qualität.