Es gab ja hier bei uns lebhafte Diskussionen über die Wahl des Tümpels bei Klein Upahl als Tatort. Auch ich habe es anfänglich als fragwürdig betrachtet, ausgerechnet dieses frei zugängliche und nahe an einer Ortschaft gelegene Terrain für den Mord an Fabian auszusuchen.
Nach Inaugenscheinnahme der Örtlichkeiten denke ich darüber anders. Ich halte es sogar -aus Tätersicht- für eine ausgesprochen kluge Entscheidung, den Tümpel für das Verbrechen in den Blick zu nehmen.
1.
Gute Erreichbarkeit
Der Tümpel ist von der L 11 zwischen Klein Upahl und Lohmen über den gut ausgebauten Weg durch den Wald zügig erreichbar, ohne Häuser passieren zu müssen. Die Gefahr, gesehen zu werden, war für Gina H. mithin gering.
Warum sie dann allerdings nach der Tat für die Rückfahrt den Wirtschaftsweg über Klein Upahl nutzte -und dort prompt von Steinesammlern beobachtet wurde- erscheint rätselhaft.
2.
Ruhige Lage
Der Tümpel liegt abgeschieden und ruhig. Zwar ist es nicht weit bis Klein Upahl, aber Hügel, Büsche, Baumgruppen und bewachsene Felder versperren derart die Sicht, dass selbst ein Feuer von der Ortslage aus kaum wahrnehmbar sein dürfte. Es gibt hier zwar gelegentlich Wanderer oder Radfahrer, aber zum Tümpel dürfte sich so schnell keiner verirren - und eine Leiche wird man vom Weg aus sicher nicht erkennen können (selbst bei abgeernteten Feldern nicht).
Original anzeigen (4,7 MB)Situation heute
Der Tümpel liegt in einer Senke und ist eingebettet in Feldern. Anders als im letzten Oktober, als hier alles weitgehend kahl gewesen sein dürfte, steht hier heute zum Teil mannshoher und quasi undurchdringlicher Raps (korrigiert mich bitte, wenn ihr auf dem Foto eine andere Pflanze ausmachen solltet).
Der Bewuchs ist dermaßen dicht, dass man wohl eine Machete brauchen dürfte, um sich einen Weg bis an den Tümpel zu bahnen. Tatort-Tourismus findet hier somit zumindest derzeit wohl nicht statt. Ein Übriges tut diesbezüglich der mit mit tiefen Schlaglöchern übersäte Wirtschaftsweg bis Klein Upahl - und die Zufahrt durch den Wald ist öffentlich wohl kaum bekannt.
Noch eine Auffälligkeit: Der Tümpel war ja nach der Tat von der Polizei zur Spurensuche abgepumpt worden - aber ökologisch scheint er sich gut erholt zu haben. Er ist wieder mit Wasser gefüllt - und die Szenerie wird akustisch beherrscht von einem lauten, noch in Hunderten Metern hörbaren Quaken von Fröschen.
Zum Foto: Das Bild zeigt den Tümpel aus Richtig Wald/Wirtschaftsweg. Ganz links der vielzitierte, aber offenbar sehr marode Hochsitz.