Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Philosophie Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung +

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

52 Beiträge, Schlüsselwörter: Essen, Stadtpark, 7 Jahre
Ingrid1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

02.02.2016 um 13:38
Ja, eine grauenhafte Tat.

Aber ich finde es auch furchtbar, dass dafür ein Mann 30 Jahre gesessen hat, der es offenbar gar nicht war.

Hier noch zwei Links:

http://www.derwesten.de/staedte/essen/jungen-7-getoetet-mordfall-wird-nach-31-jahren-neu-verhandelt-id11519637.html

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/mord/30-jahre-alter-mordfall-neu-aufgerollt-44399128.bild.html


melden
Anzeige

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

02.02.2016 um 17:18
Ein Armutszeugnis für das Dortmunder Gericht, wenn es vom OLG eine so schallende Ohrfeige bekommt !


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

02.02.2016 um 19:57
@Ingrid1
Ja, Ingrid, da hast du Recht, auch wenn sich mein Mitleid da eher in Grenzen hält als das für den kleinen Michael, denn der Mann war ja wohl trotz allem ein mehrfacher Kinderschänder, also "unschuldig" vielleicht des Mordes, aber nicht unschuldig dran, dass er überhaupt in Verdacht geriet. Wer weiß, wievielen weiteren Kindern ein Missbrauch dadurch erspart blieb, dass er all die Jahre in der Psychiatrie saß?

Erinnert sehr an den Fall Peggy Knobloch in dieser Hinsicht, finde ich.


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

02.02.2016 um 20:05
Ich stimme @Comtesse zwar in dem Punkt zu, dass durch die Verhaftung und Verurteilung evtl vielen Kindern ein Missbrauch erspart blieb. Jedoch macht mich der Fall sprachlos. Nicht nur, dass ein junger Mann falsch verurteilt wurde. Nach einem Geständnis eines anderen Mannes gehen wieder 17 Jahre ins Land? Wie ist das möglich?
Das muss man sich mal vorstellen. 30 Jahre im Gegängnis zu sitzen, für einen Mord, den man nicht begangen hat.


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

02.02.2016 um 22:09
@Feelee
Er saß nicht im Gefängnis, sondern in der Psychiatrie. Ich finde schon, dass er da auch ohne Mord nicht verkehrt aufgehoben war bei der Vorgeschichte. Trotz allem hast du natürlich Recht, dass sowas sich nicht so lang hinziehen darf.


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

02.02.2016 um 23:00
Naja 1997 ist das Geständnis aufgetaucht. Wiederaufnahme wurde abgelehnt. Aber erst 2013 hat ein neuer Anwalt ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt?! - Was war in der Zeit dazwischen bitte? Wieso hat man da nicht eine Wiederaufnahme beantragt?!
Hmm.


melden
Ingrid1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

03.02.2016 um 00:25
@Comtesse

Was an den Sachen wahr ist, wissen wir nicht. Geredet wird viel. Ich mag mir jedenfalls nicht vorstellen, wie ein Geständnis eines Unschuldigen zustandekommt. Da verliere ich jedes Vertrauen in die Ermittler.

Ein Kind wurde einfach zertrümmert. Man brauchte einen Täter. Und über den Rest kann ich einfach nicht nachdenken. Ich will nicht wissen, was in einem solchen Verhör abgegangen ist.

Jedenfalls wurde das Risiko eingegangen, dass der Täter zum Wiederholungstäter wird.

Ich will die Vorgeschichte von dem Verurteilten und nun Freigesprochenen nicht beschönigen. Aber dieser Mann hat 30 Jahre in der Klapse verbracht für etwas, was er nicht getan hat, während derjenige, der es getan hat, die letzten 30 Jahre in Freiheit verbracht hat (und vielleicht jederzeit hätte rückfällig werden können).

Vielleicht war nun Freigesprochene in der Psychiatrie gut aufgehoben. Vielleicht aber nicht als Kindermörder, sondern einfach als jemand, der nicht ganz der Norm entspricht.

Vor 19 Jahren hat ein Anderer die Tat gestanden. Dass es fast 20 Jahre dauert, bis die Justiz reagiert, ist für mich auf jeden Fall ein Skandal.

Ich mag mir nicht ausdenken, wie das jetzt für die Eltern ist, dass alles nochmal aufgerollt wird.

Ich würde gerne wissen, was der nun Freigesprochene an Haftentschädigung bekommt, und wie er es überhaupt schaffen wird, nach 30 Jahren wieder ein einigermaßen normales Leben zu leben.

@xTrina

Die Wiederaufnahme wurde vorher abgelehnt.


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

03.02.2016 um 01:44
@all

Wirklich eine schlimme Vorstellung! Trotz allem: Noch ist nicht bewiesen, dass er wirklich unschuldig ist (der Artikel ist zwar 1 Jahr alt, beschreibt aber die Situation sehr ausführlich - keine Ahnung warum im Link "28 Jahre" steht, in der Überschrift dann aber richtigerweise "30 Jahre")
Elf Jahre später meldet sich ein Anwalt bei den Ermittlern. Für den Mord an Nara Michael habe sein Mandant, der damals in der Therapie war, ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft prüft die Aussage, stuft sie als bedeutungslos ein. Sie passe auch nicht zu den objektiven Gegebenheiten, bestätigt am Freitag die Essener Staatsanwältin Birgit Jürgens, heute Leiterin der Kapitalabteilung.

Danach ruht das Verfahren wieder – bis der Hamburger Anwalt Achim Lüdeke, spezialisiert auf Unterbringungsrecht, Kontakt zu dem in der Psychiatrie untergebrachten Dirk K. bekommt. Er hört von dem zweiten Geständnis, lässt sich die Akte kommen und bekommt erhebliche Zweifel an der Täterschaft von Dirk K..

Beim zuständigen Landgericht Dortmund fordert er die Wiederaufnahme des Essener Mordverfahrens. Er hält das zweite Geständnis für glaubhaft, es enthalte Täterwissen. Die Essener Staatsanwaltschaft hält davon nicht viel. Aber auch das Dortmunder Schwurgericht sieht die Argumentation des Anwaltes nicht als zwingend an, auf 26 Seiten weist es 2014 den Antrag in einem Beschluss zurück. Das reicht dem OLG Hamm nicht aus. Jetzt wird eine andere Kammer des Dortmunder Landgerichtes den Fall prüfen müssen.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/28-jahre-nach-mord-an-jungen-7-beschaeftigt-fall-die-justiz-id10403823.html

Für mich aber das schlimmste an der Sache: Ein mutmaßlicher Kindermörder war 30 Jahre lang unbehelligt, obwohl er die Tat gestand. Da muss ich gleich an die vielen ungelösten Kindermorde und an die vielen spurlos verschwundenen Kinder denken...


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

03.02.2016 um 07:48
Ich habe jetzt einmal in den Tiefen des WWW gestöbert. Ende der 80er wurde in meiner Heimatstadt ein Mädchen getötet. Ein junger Mann gestand die Tat und wurde verurteilt. Ein Jahr später wurde wieder eine junge Frau ermordet. Man fand den Täter und dieser gestand dann, auch für den 1. Mord verantwortlich zu sein.

Ich habe nun einen Artikel aus dem Spiegel gefunden, der in meinen Augen ganz gut beschreibt, wie es zu Geständnissen kommen kann.
In dem damaligen Fall war der Junge auf einer Sonderschule und vom Kopf her wirklich dumm. Behindert war er nicht. Sein Anwalt, der ihn später verteidigte, war unser Nachbar und erzählte uns Jahre später "Kleinigkeiten" über den Jungen bzw. den Fall.

Vielleicht macht es ein bisschen deutlich, dass noch nicht einmal Gewalt von SEiten der Polizei zu einem falschen Geständnis führen kann. Wenn der Verdächtige einfach gestrickt ist, denkt er anders als unsereiner. Er handelt anders. Vielleicht weil er meint, dass dies so richtig ist. Vielleicht, weil er anders aufgewachsen ist und es nicht anders gelernt hat.

Ich finde den Gedanken allerdings gruselig, zu ahnen, dass in unseren Gefängnissen oder Psychatrien, noch etliche Unschuldige sitzen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499324.html


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

03.02.2016 um 13:19
@Ingrid1
Ja, da hast du natürlich Recht. Dadurch, dass der Unschuldige einsaß, war die Gefahr da, dass der wahre (äußerst brutale) Täter noch mal zuschlägt. Das hat er zum Glück scheinbar nicht getan, zumindest hat er keine weitere Tat/en gestanden bisher.

@Feelee
Ich habe mal von einem Fall gelesen, da hat ein ebenfalls minderbegabter Mann gestanden, weil er den Polizisten einen Gefallen tun wollte. Er merkte intuitiv, was sie von ihm hören wollten und antwortete das, was ihnen gefiel. Sie waren nett zu ihm und fütterten ihn mit Süßigkeiten in Plauderstimmung, da wollte er kein Spielverderber sein. Ein Andere hat auch ein falsches Geständnis abgelegt, weil er die scharfen Befragungen nicht mehr ertragen hat und die Polizisten viel freundlicher zu ihm waren, als er gestand. Diese Menschen machen sich ja die Tragweite ihrer Aussagen nicht so bewusst wie ein normal rational denkender Erwachsener, sie reagieren auf Situationen und Stimmungen wie Kinder. Dazu evtl. geistige Verwirrtheit, dass sie irgendwann gar nicht so sicher sind, ob sie das nicht vielleicht doch waren und sich nur nicht erinnern.

Ich bin daher dafür, dass solche Befragungen nur stattfinden dürfen durch Psychologen und psychologisch geschultes Personal. Minderbegabte Erwachsene sind sehr leicht suggestiv zu beeinflußen, da unterscheiden sie sich in keinster Weise von Kindern, und die darf auch kein Polizist ohne Kinderpsychologen befragen. Ja, ich möchte auch nicht wissen, wieviele wegen solch falscher Geständnisse in Psychiatrien und Gefängnissen sitzen. :(


melden

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

15.08.2016 um 10:43
Heute ein Artikel in der WAZ
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/gelaehmte-ermittlungen-ein-mord-und-zu-viele-verdaechtige-id12098113.html


melden
Anzeige

Mordfall: Nara Michael Sieger (7), Essen

03.05.2017 um 23:27
Vielleicht wurde einem Unschuldigen der Mord in die Schuhe geschoben. 
Das erinnert an den Fall Peggy

https://www.waz.de/staedte/essen/mord-an-kind-7-nach-ueber-30-jahren-erneut-vor-gericht-id210446639.html 


melden


An dieser Diskussion können nur angemeldete Mitglieder teilnehmen.

Jetzt kostenlos Mitglied werden!

Tipp: Lade dir die Allmystery App um in Echtzeit zu neuen Beiträgen benachrichtigt zu werden:



Diese Diskussion per E-Mail abonnieren:

Ähnliche Diskussionen

Diskussionen
Beiträge
Letzte Antwort
28gestern um 15:02 »
385am 11.02.2017 »
238am 10.11.2017 »
8am 30.09.2015 »
33am 27.09.2015 »
112.013 Mitglieder
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden