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Gedichte, die berühren

127 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gedichte, Lyrik, Poesie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gedichte, die berühren

26.03.2026 um 21:41

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In Saloniki
weiß ich einen, der mich liest,
und in Bad Nauheim.
Das sind schon zwei.

Günter Eich




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-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^-^- :thx::thx:






https://kulturstiftung.org/biographien/eich-gunter-3


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Gedichte, die berühren

27.03.2026 um 00:17



Atabay CyrusOriginal anzeigen (3,6 MB)

Der Sammler

Du siehst den Sammler in seiner Grotte,
seine Schätze behütend
die ihm noch blieben
in den Verheerungen der Zeit:
Kacheln, Fayencen, Gewebe,
er sammelt die Bruchstücke der Vergangenheit,
die einst Heimat und Kindheit war.
Alle Tönungen des Azurs
findet er in den Kachelscherben,
das Gelb des Safrans und der Quitte,
so leuchtet das herbstliche Pappellaub
in den Tälern.
Alle Farben der Blumenbeete
der entschwundenen Gärten
sind in die Stoffe eingewirkt,
des Granatapfels Purpurrot
und das des Judasbaums
auf dem Teppich seines Kinderzimmers.
Wenn er mit den Fingerkuppen
die Lasur der Kacheln berührt
durchdringt ihn die Kühle der Bergquelle,
wie windbewegte Schatten
flutet Erinnern über seine Stunden.
Seine Leidenschaft ist ein Durst,
den nur der Anblick der Dinge stillt
und aufs neue weckt,
sie sind der Zusammenhang,
der sein Leben verbindet.

Cyrus Atabay | 06.09.1929 – 26.01.1996

Wikipedia: Cyrus Atabay
Foto: privat


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Gedichte, die berühren

03.04.2026 um 21:06
Eugne Boudin Der Hafen

Ich habe alle meine Schiffe ausgesendet,
als der Tag anbrach und die Sonne unerschüttert schien.
Ich hatte sie mit meinem Glauben befrachtet,
und meine Hoffnung war ein starker Mastbaum.
Und da die Schiffe tief im Wasser lagen und ihr Bord an Wassers Rand,
so glaubten alle meine Freunde, ich sei reich an Schätzen,
und sie ehrten und liebten mich deshalb.
Jetzt ist die Sonne längst vergangen.
Seht ihr die graue Wand aufsteigen über'm Meer?
Schon hat sie still den fernen Horizont aufgeschluckt,
der Wind des Untergangs beginnt, uns zu umsausen.
Fühlt ihr die Erde leise zittern,
weil da draußen weit Wogen aufkommen, höher als wir je gesehen?
Dort werden meine Schiffe untergehen,
zerschellt, hinweggefegt die Hoffnung,
mein Glaube sinkt hinab ins tiefe Meer,
ein Schatz, den niemand heben wird.
Jetzt lächeln alle meine Freunde und sehn, daß ich ein Narr bin;
meine Freunde haben längst schon andere Opfer.
Im Wind verwirbelt flüchtig meine schwache Spur.

Ernst Krenek
Ballade von den Schiffen (1931, aus dem Liederzyklus Gesänge des späten Jahres)


⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱

Wikipedia: Ernst Krenek
Eugène Boudin https://www.wikiart.org/en/eugene-boudin/the-port-of-le-havre-at-sunset-1882
Wikipedia: Eugène Boudin


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Gedichte, die berühren

06.04.2026 um 23:20



IsraelOriginal anzeigen (1,2 MB)




Aus dem Katalanischen übersetzt von Àxel Sanjosé
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/primavera-4927
Foto: privat


Frühling

Im Schatten des Eukalyptus nehmen unsere Wörter
eine blaue Tönung an, als ob ein ganz sanfter Zephir
sie aus einem Bild von Botticelli löse.
Frühling ist, wenn die Erde die Sonne
umrundet hat, wenn der Kalender das Herz
umrundet hat, wenn das Spektrum der Farben sich einmal
vollständig im Roulette gedreht hat und wir wieder
in das Lichtfeld rollen.

© Gemma Gorga

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Primavera

A l’ombra de l’eucaliptus, les paraules
se’ns tornen blaves, com si un zèfir molt suau
les desprengués d’un quadre de Botticelli.
Primavera és quan la terra ha fet la volta
al sol, quan el calendari ha fet la volta
al cor, quan l’espectre dels colors ha fet
el gir complet de la ruleta i caiem
novament en la casella de la llum.

© Gemma Gorga




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Gedichte, die berühren

21.04.2026 um 22:11

Rilke Stundenbuch


🍀⋱🍀⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱🌷⋰⋰⋰⋰⋰ 🍀⋱⋱🍀⋰⋰⋰⋰⋰⋰⋰⋰⋰⋰🍀



Foto: privat, :) Pferd nicht


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Gedichte, die berühren

22.04.2026 um 01:26
Zitat von ayashiayashi schrieb am 21.12.2023:Der Erlkönig darf hier nicht fehlen
Oh ja. Den erlkönig wollte ich gerade auch nennen.


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Gedichte, die berühren

29.04.2026 um 22:13
Ein Gedicht, dass ich zum ersten Mal hörte als ich 13 war und das mich noch immer tief bewegt.

Invictus - von William Ernest Henley

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.



Deutsche Übersetzung

Aus finstrer Nacht, die mich umragt,
durch Dunkelheit mein’ Geist ich quäl.
Ich dank, welch Gott es geben mag,
dass unbezwung’n ist meine Seel.

Trotz Pein, die mir das Leben war,
man sah kein Zucken, sah kein Toben.
Des Schicksals Schläg in großer Schar.
Mein Haupt voll Blut, doch stets erhob’n.

Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen,
ragt auf der Alp der Schattenwelt.
Stets finden mich der Welt Hyänen.
Die Furcht an meinem Ich zerschellt.

Egal, wie schmal das Tor, wie groß,
wieviel Bestrafung ich auch zähl.
Ich bin der Meister meines Los’.
Ich bin der Käpt’n meiner Seel.


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