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Gedichte, die berühren

124 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gedichte, Lyrik, Poesie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gedichte, die berühren

26.03.2026 um 21:41

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In Saloniki
weiß ich einen, der mich liest,
und in Bad Nauheim.
Das sind schon zwei.

Günter Eich




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https://kulturstiftung.org/biographien/eich-gunter-3


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Gedichte, die berühren

27.03.2026 um 00:17



Atabay CyrusOriginal anzeigen (3,6 MB)

Der Sammler

Du siehst den Sammler in seiner Grotte,
seine Schätze behütend
die ihm noch blieben
in den Verheerungen der Zeit:
Kacheln, Fayencen, Gewebe,
er sammelt die Bruchstücke der Vergangenheit,
die einst Heimat und Kindheit war.
Alle Tönungen des Azurs
findet er in den Kachelscherben,
das Gelb des Safrans und der Quitte,
so leuchtet das herbstliche Pappellaub
in den Tälern.
Alle Farben der Blumenbeete
der entschwundenen Gärten
sind in die Stoffe eingewirkt,
des Granatapfels Purpurrot
und das des Judasbaums
auf dem Teppich seines Kinderzimmers.
Wenn er mit den Fingerkuppen
die Lasur der Kacheln berührt
durchdringt ihn die Kühle der Bergquelle,
wie windbewegte Schatten
flutet Erinnern über seine Stunden.
Seine Leidenschaft ist ein Durst,
den nur der Anblick der Dinge stillt
und aufs neue weckt,
sie sind der Zusammenhang,
der sein Leben verbindet.

Cyrus Atabay | 06.09.1929 – 26.01.1996

Wikipedia: Cyrus Atabay
Foto: privat


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Gedichte, die berühren

03.04.2026 um 21:06
Eugne Boudin Der Hafen

Ich habe alle meine Schiffe ausgesendet,
als der Tag anbrach und die Sonne unerschüttert schien.
Ich hatte sie mit meinem Glauben befrachtet,
und meine Hoffnung war ein starker Mastbaum.
Und da die Schiffe tief im Wasser lagen und ihr Bord an Wassers Rand,
so glaubten alle meine Freunde, ich sei reich an Schätzen,
und sie ehrten und liebten mich deshalb.
Jetzt ist die Sonne längst vergangen.
Seht ihr die graue Wand aufsteigen über'm Meer?
Schon hat sie still den fernen Horizont aufgeschluckt,
der Wind des Untergangs beginnt, uns zu umsausen.
Fühlt ihr die Erde leise zittern,
weil da draußen weit Wogen aufkommen, höher als wir je gesehen?
Dort werden meine Schiffe untergehen,
zerschellt, hinweggefegt die Hoffnung,
mein Glaube sinkt hinab ins tiefe Meer,
ein Schatz, den niemand heben wird.
Jetzt lächeln alle meine Freunde und sehn, daß ich ein Narr bin;
meine Freunde haben längst schon andere Opfer.
Im Wind verwirbelt flüchtig meine schwache Spur.

Ernst Krenek
Ballade von den Schiffen (1931, aus dem Liederzyklus Gesänge des späten Jahres)


⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱⋱

Wikipedia: Ernst Krenek
Eugène Boudin https://www.wikiart.org/en/eugene-boudin/the-port-of-le-havre-at-sunset-1882
Wikipedia: Eugène Boudin


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Gedichte, die berühren

06.04.2026 um 23:20



IsraelOriginal anzeigen (1,2 MB)




Aus dem Katalanischen übersetzt von Àxel Sanjosé
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/primavera-4927
Foto: privat


Frühling

Im Schatten des Eukalyptus nehmen unsere Wörter
eine blaue Tönung an, als ob ein ganz sanfter Zephir
sie aus einem Bild von Botticelli löse.
Frühling ist, wenn die Erde die Sonne
umrundet hat, wenn der Kalender das Herz
umrundet hat, wenn das Spektrum der Farben sich einmal
vollständig im Roulette gedreht hat und wir wieder
in das Lichtfeld rollen.

© Gemma Gorga

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Primavera

A l’ombra de l’eucaliptus, les paraules
se’ns tornen blaves, com si un zèfir molt suau
les desprengués d’un quadre de Botticelli.
Primavera és quan la terra ha fet la volta
al sol, quan el calendari ha fet la volta
al cor, quan l’espectre dels colors ha fet
el gir complet de la ruleta i caiem
novament en la casella de la llum.

© Gemma Gorga




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