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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

72 Beiträge, Schlüsselwörter: Kinder, Kinderlandverschickung, Verschickung

Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 07:09
@Zerina
Ich würde dir gerne eine PN schicken.


LG


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 11:31
Ja klar, Frau Zimt, kannst du machen oder hab ich Esel da irgendwas ausgestellt, dass das nicht geht? XD

Habe mich in dem Portal übrigens gleich registriert.

Im Gegensatz zu den Kindern, die wirklich Schreckliches durchgemacht haben, hatte ich wohl eher noch Glück, an Prügel kann ich mich nicht erinnern.
Aber weisst du, was fast noch schlimmer war, als Nachts im kalten Flur mit dem Gesicht zur Wand zu stehen weil man gewagt hatte, aufs Clo zu wollen? Das Schulterzucken wenn ich später davon erzählt habe. Tja, war damals halt so ne? Oder das gleichgültige Relativieren. Ja na weisst du, was im Krieg alles passiert ist? Ah ja, weil im Krieg gemordet, gefoltert und getötet wurde in Massen, kann ich ja froh sein, alles klar.

Jedenfalls freue ich mich, das verlinkte Portal gefunden zu haben.


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 14:22
Zitat von ZerinaZerina schrieb:Ja klar, Frau Zimt, kannst du machen oder hab ich Esel da irgendwas ausgestellt, dass das nicht geht?
@Zerina
Wahrscheinlich liegt es an mir.
Du bist ja versteckt, darum sehe ich nicht, wie ich dir eine PN schicken kann.
Ich hab mal gelesen, dass das trotzdem geht.
Hab nur keine Ahnung wie. Vielleicht kann mir das einer der Mitlesender-Mitschreibendem sagen?
Zitat von ZerinaZerina schrieb:Habe mich in dem Portal übrigens gleich registriert.
Ich auch. - Das wollte ich dir vorschlagen. Der Ton unter den Foristen ist sehr nett und sie sind sehr hilfsbereit.
Man weiss halt voneinander, dass alle Ähnliches erlebt haben und jeder, der dort mitschreibt recherchiert und versucht Erinnerungen zu ergänzen und abzugleichen.
Ich wahre dennoch im Moment noch etwas Distanz, weil ich erst sehen will, wie das Forum von den Mods her gestaltet wird.

LG


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 16:07
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Vielleicht kann mir das einer der Mitlesender-Mitschreibendem sagen?
der User mit den versteckten Profil muß den anderen zuerst anschreiben. Dann kannst du antworten


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 18:01
Hallo, ich kann dazu auch meinen Teil beitragen. Ich bin 1971 geboren und hatte sehr häufig Bronchitis, also wurde ich 1977 in eine Kur nach St.-Peter-Ording geschickt. "Tante Gisela" war die Schlimmste. Mir wurde gesagt, dass meine Eltern mich nicht wieder abholen würden, wenn weiterhin "so frech" sein würde. Frech hieß in dem Zusammenhang heulen, kotzen, weil es zum kotzen schmeckte, nachts nicht schlafen können und Ähnliches. Uns wurde gesagt, dass nachts die Piraten vom Strand zu uns kommen und den bösen Kindern nicht Ohren abschneiden. Päckchen von Zuhause wurden einbehalten, ich musste kalt duschen usw.
Ich habe natürlich später Zuhause alles erzählt, aber meine Eltern meinten wohl, ich übertreibe maßlos oder sie wollten einfach keinen Stress, keine Ahnung ... Ich weiß heute noch genau, wie diese Tante Gisela aussah, wir hatten alle Angst und wollten nicht auffallen.


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 18:06
Zitat von itfcitfc schrieb:der User mit den versteckten Profil muß den anderen zuerst anschreiben. Dann kannst du antworten
@itfc
Ah,
ist ja logisch.

Danke schön

Vielleicht macht das @Zerina


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 18:20
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb am 22.08.2020:Ich denke auch, dass es Kurheime gab, in denen die Kinder in gutem Sinne betreut worden sind.
na, ich wollte 'grad ausholen!

ich war einmal in so'ner maßnahme anfang der 60er.
und ich kann nichts schlechtes berichten.
das waren eigentlich 4 wochen, sowas wie ferienspiele,
angenehm und absolut kindgerecht - wie ich erinnere.

eure berichte lesen sich ja wie "meine tage in der strafanstalt!"

is ja irre, was da alles passiert ist!


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

26.08.2020 um 18:36
Zitat von SchuhmannFuSchuhmannFu schrieb:ich war einmal in so'ner maßnahme anfang der 60er.
und ich kann nichts schlechtes berichten.
@SchuhmannFu
Darf ich dich fragen, wie alt du damals gewesen bist?
Das Alter spielt auch eine Rolle. Mit acht kann man Zeiträume einordnen.
Mit sechs- oder jünger- hast du keine Ahnung, wie lang 6 Wochen sind.


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

27.08.2020 um 01:41
Ich versuche dann auch mal meine Erinnerungen hoch zu holen.

Ich war mit 10 in einem Kindererholungsheim in Elm? -stein? (An den genauen Namen kann ich mich nicht mehr erinnern . Vielleicht kennt das ja Jemand. )
Zu dem Zeitpunkt war das Heim total überfüllt. In einem anderen Heim war wohl eine ansteckende Krankheit ausgebrochen und so wurden alle für das andere Heim vorgesehenen Kinder in dieses mit reingesteckt.

Die Schlafsäle reichten für alle Kinder nicht aus. Einige Erzieher und auf alle Fälle die Heimleitung war auswärts untergebracht. Aber alle Zimmer bis auf eins waren auf der gleichen Etage.

Direkt bei der Ankunft wurden alle Kinder versammelt und gefragt, wer denn wohl unterm Dach schlafen möchte mit 2 weiteren Kindern. So schnell wie ich mich gemeldet hatte war kein anderes Kind. Ich bekam dann das Zimmer unterm Dach (neben dem Speicher in dem unsere Koffer gelagert wurden.) Ich durfte mir noch 2 Mädels aussuchen, die sich ebenfalls gemeldet hatten und wir waren gerettet.

Bis unters Dach kam so schnell niemand von den Erzieherinnen hoch.
Wir wurden meist vergessen. Vergessen beim Frühstück, vergessen beim Mittagessen. Wir bekamen oben ja nichts mit. Hatten da aber wunderbare Ruhe. Wenn wir Hunger hatten, gingen wir mal nachschauen. Meist waren dann alle Gruppen schon durch. Dann gab es für uns was extra.

War auch meist was extra und das lag an mir.
Ich wurde gleich beim ersten gemeinsamen Mittagessen gezwungen aufzuessen.
Ich kann mich noch genau an das Essen und den Geschmack erinnern. Ich bekam es nicht runter, aber der ganze Saal sollte sitzen bleiben, bis ich aufgegessen hatte. Ich fing an zu würgen und mir wurde gedroht. Aber das Essen blieb trotzdem nicht drin.
Danach auch bei vielen anderen nicht. Vielleicht hat man uns deshalb danach so oft vergessen.
Die Kinder von unten, so nannten wir sie, hatten da nichts zu lachen. Nachts wurden sie durch eine der Tanten im Schlafsaal bewacht, durften nicht auf die Toilette. Wir schon. Hatte keiner mitbekommen. Ständig standen Kinder heulend im Flur meist mehrere gleichzeitig, mit dem Gesicht zur Wand.
Pakete von zu Hause mussten mit dem ganzen Schlafsaal geteilt werden. Da hatten wir 3 es besser. Wir teilten nur zu dritt.

Welche Familie hatte schon Geld um für 6 Wochen Wechsel Unterwäsche zu kaufen. Ich hatte zumindest nicht genug dabei. Hatte aber von meiner Mutter "Rei in der Tube" im Koffer und musste dann halt von Hand waschen. Das bekam die Hauswirtschaftliche Leiterin mit. Ich war glaube die einzige, die ihre Wäsche gewaschen hatte.
Ich hab ihr wohl leid getan. Sie hatte mich am Waschbecken gesehen, hat mich in den Arm genommen und mich gedrückt. Ich sollte ihr dann alles bringen, was ich zum Waschen hatte und habe es frisch gewaschen und gebügelt wieder bekommen. Das dann danach einmal die Woche.
Sie hatte auch das sagen in der Küche. Ich war ihr auserkorener Liebling und ich war wohl auch das einzige Kind das in die Küche durfte.

Einige Erzieherinnen waren wahre Hexen. Wenn die die Aufsicht hatten haben wir uns ganz bewusst vergessen lassen.

Wir wurden auch bei einem Ausflug im Wald vergessen. Wir waren recht langsam, hatten immer eine Erzieherin im Blick. Sie ging am Schluss. Zwischen durch haben wir gerufen das man auf uns warten soll, aber umgedreht hat die sich nicht ein einziges mal.
Plötzlich war Niemand mehr zu sehen und zu hören.
Stundenlang sind wir durch den Wald gelaufen. Immer gerade aus.

Geplant war die Rückkehr zum Abendessen mit dem Bus. Keiner hatte uns vermisst. Es wurde schon dunkel (es war Hochsommer also schon spät) als als wir aus dem Wald kamen. Wie ein Wunder direkt am hinteren Gelände des Heimes.
Als wir durch die Hintertür rein kamen standen wir einer wahren Menschenmenge gegen über. Der Suchtrupp für uns. Irgendwann ist dann doch mal Jemandem aufgefallen, das wir nicht mehr da waren.
Danach hat man uns fast ganz in Ruhe gelassen und wir wurden betüddelt.


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

27.08.2020 um 03:41
Was man so alles verdrängt.

Es war 1969 und ich war 6 Wochen dort. ich war 9 nicht 10 Jahre.
Habe jetzt auch auf anderen Seiten Berichte gelesen und Erinnerungen kommen wieder.
Ich kann heute noch ganz viele Dinge nicht essen. Nicht einmal riechen. Jetzt weis ich wieder warum. Vielleicht hätte ich mich nicht damit befassen sollen. Immer wurden wir ja nicht vergessen.
Ich kann mich auch erinnern, das ich mir ganz bewusst Strickjacken mit Taschen angezogen hatte und darin Essen verstaute, das ich absolut nicht essen konnte. Leberknödel als Beispiel. Beim Rausgehen dann die Hände in die Taschen, damit es nicht auffiel. Es gab aber auch Kinder, die konnten so ziemlich alles Essen und hatten immer Hunger. Wenn gerade keiner hin sah wanderte da auch schon mal ganz viel auf andere Teller.


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

27.08.2020 um 13:41
Meine Mutter wurde mehrmals in den "großen Ferien" verschickt.
Das hat man gemacht das die Kinder mal rauskommen.
Das einzige negative war, das sie nicht gesagt bekommen hat, wo es hingeht bzw wie lange sie wegbleibt. Das war aber anscheinend früher so. Sie wurde nie geschlagen oder misshandelt. Meine Oma machte es weil sie meiner Mutter ne Auszeit schenken wollte. Von meiner Freundin die Mutter wurde auch weggeschickt und sie kann sich erinnern, das sie geschlagen bzw bestraft wurde.
Ich denke, das verschicken war nie als Bestrafung zu sehen sondern sollte Urlaub sein. Die Eltern wussten nicht wie es in der Unterbringung zugeht.
Die körperliche Züchtigung war ja leider auch als "normal" anzusehen in dieser Zeit


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Kinderverschickungen in den 60er/70er Jahren

27.08.2020 um 15:43
@anginose_nbg
Wann ungefähr fanden die Verschickungen deiner Mutter statt?

Dass ein Kind nicht wusste wohin und für wie lange es verschickt wird, höre ich zum 1.Mal.
Wisst ihr noch, wer damals der Träger war?
Ich denke, das hat die Oma deiner Mutter damals nicht gesagt.
Bei der Anmeldung bekam man mitgeteilt, wo ein Platz frei ist, wie das Heim heisst und wann die Rückfahrt stattfindet. Damit die Eltern ihr Kind von der Bushaltestelle, dem Bahnhof abholen konnten.
Das musste ja dann auch klappen. Darum kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass da ein Risiko eingegangen wurde. Es hätte ja passieren können, dass ein Kind umabgeholt auf dem Bahnsteig steht.
Ich erinnere mich auch noch an einen Vordruck, auf dem Stand, was ich alles für die 6 Wochen brauche.

Was generell gemacht wurde: Jedes verschickte Kind wurde für den Zeitraum seines Aufenthaltes im dortigen Einwohnermeldeamt gemeldet. Damit die Polizei wusste wo sie im Falle ein Kind wird vermisst wusste mit der Suche beginnen muss.
Durch diese Einträge i den Einwohnermeldeämtern können heute ehemals verschickte Kinder recherchieren, ob sie wirklich in ihrem erinnerten Heim waren (manchmal gab es mehrere Kinderheime an einem Ort, oder der Ortsname wird nur bruchstückhaft erinnert.)

Ich wurde durch das Rote Kreuz verschickt. Es gab aber viele weitere Einrichtungen.
Die AWO z.B. hat solche Reisen organisiert, die Deutsche Post hatte Kurheime für Kinder.

(Ich hätte beinahe geschrieben, dass Postangestellte ihrer Kinder mit der Post verschicken konnten. Ich musste gerade selber lachen.)

Wahrscheinlich gab es das auch für Bahnangestellte usw.

Dass sich Kinder erholen sollten, "Farbe" bekommen, an besserer Luft besser gedeihen, selbständiger werden etc., war die Werbung, die die Eltern überzeugen sollte. Und wenn der Kinderarzt so eine Verschickung empfahl, schien das ja auch eine garantiert gute Sache zu sein.
Die andere Seite war den Eltern gestimmt nicht klar: an den Verschickungen wurde Geld verdient. Darum war die Ausstattung der Heime spartanisch und das Essen in vielen Einrichtungen schlecht.

Das mit der körperlichen Züchtigung:
Darum frage ich nach dem Jahr (ungefähr), in dem deine Mutter verschickt wurde.
Ich war noch gewohnt, für ein "Vergehen" von der Lehrer eine gelangt zu bekommen, in den ersten beiden Schuljahren. Dann bekamen wir eine junge Lehrerin, die gelernt hatte, zu unterrichten.

Willkürliche Bestrafungen empfanden aber auch Kinder, die Schläge (oder Ohrfeigen) als Strafe gewohnt waren, als ungerecht. So einfach kannst das nicht abtun.
Was sich in vielen Heimen abgespielt hat, war schädigend und da hätte damals eingegriffen werden müssen.

Die Gründe waren: Nicht ausgebildetes Personal. Die Kinder wurden nur beaufsichtigt und hatten wie am Schnürchen zu funktionieren. Zu viele Kinder. Je mehr Kinder, desto größer der Verdienst.
Kleine Gruppen, in denen die Kinder persönlich angesprochen werden, Vertrauen zu ihrer Betreuerin gab es nicht.
Es gab eine große Masse Kinder (100-150 in meine Heimen) und keine erwachsene Person, die uns ihren Namen genannt hätte. z.B.: Wenn ihr Probleme habt, kommt zu mir.

Es hat zu meiner Verschickungszeit längst moderne Erziehungskonzepte gegeben. Montessori z.B.

Das war aber alles furchtbar altbacken und als einzelnes Kind war man in diesem System verloren.


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