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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.407 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 09:43
@peekaboo
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Aber diese Leute machen das nicht, weil sie zu blöd oder zu böse wären, sondern weil sie von Ökonomen beraten werden, wissen sie, dass das nicht geht, weil der Kapitalismus bestimmten Zwängen unterliegt.

Dafür muss man das kapitalistische Wirtschaftssystem aber ein Stück weit verstanden haben. Dann versteht man auch, warum die Politiker das nicht machen - und warum Leute, die solche Forderungen stellen, die ganze Zeit auf verlorenem Posten stehen.
Ja. Die Lage ist mMn. jedoch keinesfalls hoffnungslos. Mit Menschen wie Martyna Linartas , Ungleichheitsforscherin, und anderen spannenden Ökonomen wie z.B. Gabriel Zucman weht auch wieder ein anderer Wind durch Deutschland. Für die Gesellschaft ist die extreme Ungleichheit in Deutschland ein Pulverfass. Von daher kommt man offenbar überhaupt nicht mehr drum herum, Steuerreformen über kurz oder lang anzugehen. Die Vermögenssteuer ist auch kein Naturgesetz, sondern sie war nur ausgesetzt, und könnte nach ein wenig Korrektur wieder eingesetzt werden.


Hier noch der erwähnte, informative Beitrag von Oxfam zu der von Dir angesprochenen Thematik:
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Fazit: Keine Angst vor Steuerflucht!
Die angeblich drohende Steuerflucht ist eines der zentralen Argumente gegen die Wiedererhebung der Ver-
mögensteuer. Die Gegner der Steuer schüren diese Angst mit gezielten Kampagnen und Drohungen. Sie por-
trätieren die Demokratie dagegen als machtlos, die hohe Konzentration von Vermögen als alternativlos. Dabei
wurden in den letzten hundert Jahren sowohl die Gesetze gegen Steuerflucht als auch die Maßnahmen gegen il-
legale Steuerhinterziehung schrittweise verschärft. Mit der Kombination aus Wegzugsteuer und der Besteuerung
von Unternehmensverlagerungen steht mittlerweile ein umfassender Werkzeugkasten gegen Steuerflucht zur
Verfügung. Die schnelle und rückwirkende Korrektur nach dem Gerichtsurteil zur Steuerpflicht von Anteilen an
Personengesellschaften im Jahr 2010 genauso wie die weitgehende Abschaffung der Stundungsregelungen im
Jahr 2021 sind Belege für die Handlungsfähigkeit des Staates.
https://www.oxfam.de/system/files/documents/oxfam_netzwerk_steuergerechtigkeit_2024_keine_angst_vor_steuerflucht_final.pdf

Keine Angst vor der Vermögenssteuer!


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 09:58
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Konkretisiere doch was Du mit dieser Traumaproblematik im Kapitalismusthread willst.
Man muß hier beim Lesen ertragen, wie undifferenziert sich User über Leistungsempfänger äußern. Angefangen über Couchpotatoes bis hin zu Sanktionsforderungen. Die Traumaproblematik ist nur ein Punkt, der eine Erklärung gibt, weshalb sich Menschen im Leistungsbezug ggf. nicht so verhalten, wie manch einer es gerne hätte.

Aber Menschen verstehen zu wollen setzt Offenheit voraus. Die ist halt nicht jedem gegeben. Aus diversen Gründen wie eigene Ängste vor Fremden, verdrängte Schuldgefühle aus der unverarbeiteten Nachkriegszeit and what ever. Wir leben hier in einer Gesellschaft, die den letzten Krieg immer noch nicht aufgearbeitet, verarbeitet hat. Dafür bräuchte es viel mehr Öffentlichkeit.

An der Stelle eine Buchempfhelung Kriegsspuren: die deutsche Krankheit German Angst
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich sehe keinen Widerspruch: therapiert so viele ihr wollt, ihr müsst es halt bezahlen...der Kapitalismus hindert das nicht - angesichts der benötigten Summe und eine eventuelle zu harte Umlage sinken die sowieso geringen Wirtschaftserträge...wer fordert, muss auch mit den Konsequenzen leben.
Alles normale Mechanismen.
Jo, genau. Man sollte es allerdings dringendst mal so sehen, dass die Wirtschaft den Menschen dienen sollte. Und nicht andersherum. Daher ja auch die Aufforderung mal neu über Werte nachzudenken. Was wollen wir alle? Wie wollen wir wirklich leben? Und dann ggf. über eine caring economy vielleicht mal dahin kommen, dass hier nicht das Geld regiert, sondern Mensch, Tier und Natur no.1 sind.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:07
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Keine Angst vor der Vermögenssteuer!
Ich zB. hätte keine: ich würde das Finanzamt bis zum letzten Cent mit Einsprüchen zuscheissen, meinetwegen bis BGH, BVerfG und würde problemlos Mitstreiter finden, sehr viele, mindestens eine Million.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Man sollte es allerdings dringendst mal so sehen, dass die Wirtschaft den Menschen dienen sollte. Und nicht andersherum. Daher ja auch die Aufforderung mal neu über Werte nachzudenken.
Ein Hinweis aus Abahatschis Finanzbibel, Buch der Staatfinanzierung, Vers 1:
Alles in einem Staat zahlen die Endverbraucher die keinerlei Staatszuschüsse bekommen
(Umgesetzte Wünsche muss man sich auch leisten können.)
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Was wollen wir alle? Wie wollen wir wirklich leben?
Tja, Problem: Du willst paar Leuten das Geld wegnehmen und anderen geben - bin mal gespannt wieviel Zuspruch Du reell finden würdest.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:16
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich zB. hätte keine: ich würde das Finanzamt bis zum letzten Cent mit Einsprüchen zuscheissen, meinetwegen bis BGH, BVerfG und würde problemlos Mitstreiter finden, sehr viele, mindestens eine Million.
1. lebst du nicht hier
2. aber mach halt, wenn du meinst.
3. but, von was redest du eigentlich überhaupt? Die Vermögenssteuer beträfe Vermögen über 2 Millionen Euro. Gibts hier denn eine Millionen Vermögende mit 2 Millionen Euro Vermögen?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ein Hinweis aus Abahatschis Finanzbibel, Buch der Staatfinanzierung, Vers 1:
Alles in einem Staat zahlen die Endverbraucher die keinerlei Staatszuschüsse bekommen
(Umgesetzte Wünsche muss man sich auch leisten können.)
Daraus brauchst erst garnicht zu zitieren. Wenn dir Oxfam nicht passt, was soll ich dann mit deinem Käseblatt anfangen. Und überhaupt: das sind ja echt Weisheiten 🙄
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Tja, Problem: Du willst paar Leuten das Geld wegnehmen und anderen geben - bin mal gespannt wieviel Zuspruch Du reell finden würdest.
Mehr als du. Safe.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:41
Die Stufen einer möglichen Einfuhrung der Vermögenssteuer in Deutschland:

- 2,3 Legislaturen besprechen -> 12 Jahre

- Einführung

- paar Millionen Einsprüche

- 3,4 Jahre Klärung bis ganz oben

- halbscharrige Lösung zum Nachteil der Bürger

- Politik haut sich auf die Brust, na geht doch

- weil das Geld nicht reicht, Senkung der Freibeträge auf eine Mio

- weil das Geld nicht reicht, Senkung der Freibeträge zur Erbschaftsteuer grenze hin-> 400.000

Vermögenssteuer gilt dann quasi für alle, die Reichen und der Kapitalismus kriegen die Schuld weil das Geld nicht reicht.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 10:46
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:- paar Millionen Einsprüche
Ging ja schnell von mind. eine Million zu ein paar Millionen Einsprüchen 😂
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Vermögenssteuer gilt dann quasi für alle, die Reichen und der Kapitalismus kriegen die Schuld weil das Geld nicht reicht.
So ein Quark. Bist du inzwischen bei den Familienunternehmern, und machst hier Angstpropaganda? Armseliger Versuch. Der kleine Häuslebauer hat doch nix zu befürchten. Es geht um die größeren Vermögen, ab 2 Millionen aufwärts.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

um 11:02
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Man muss sich darauf verlassen, dass der Bäcker gutes Mehl nimmt.
Was unterscheidet gutes von schlechtem Mehl? Macht der Müller bei schlechtem Mehl Enzyme rein? Das müsste doch dann auf der Verpackung stehen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ich denke, dass was du da treibst ist Glückspiel mit Aktien. Rate mal, wer bezahlen darf, wenn eine Eurer blöden Finanzblasen wieder platzt? Du bestimmt nicht.
Nur mal als Beispiel für ein bekanntes gerettetes Unternehmen der geplatzten Finanzblase: Die Besitzer - also die Aktieninhaber - der Hypo Real Estate wurden im Zuge der Rettung enteignet, hatten also überhaupt nichts von der Rettung. Ein bisschen Entschädigung gab es noch, hätte man auch drauf verzichten können, 1 Euro 50 pro Aktie oder so. Gekauft hatte ich sie damals für 40 Euro (war meine zweite Aktie überhaupt gewesen, bei 500 Euro Investition hält sich der Schmerz in Grenzen). Der Aktienbesitzer hat also durchaus selber bezahlt und wurde eben nicht gerettet.

Ein anderes Unternehmen, welches mit staatsfinanzierten Krediten versorgt und gerettet wurde, war die Commerzbank. Soweit mir bekannt ist, wurden die Kredite mit Zinsen zurückgezahlt, da hat der Staat also noch ein Geschäft mit der Rettung gemacht.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Nun kommt da bei mir die Frage auf, wieviel kann der Staat denn "drucken"?
Unbegrenzte Mengen? -> falls ja, weshalb tut er es nicht?
Weil die Abteilung zum Gelddrucken zwar auch eine staatliche Einrichtung ist, aber völlig unabhängig von anderen Abteilungen agiert, die gerne gedrucktes Geld haben möchten. Diese Abteilung hat den Auftrag, für Geldstabilität zu sorgen. Andere Aufträge von staatlichen Abteilungen zum Gelddrucken werden abgelehnt.

Zumindest in Europa. In Zimbabwe war diese Trennung wohl nicht allzu strikt.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Wenn es im Kapitalismus
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Arbeitszwang
gibt, ist das gut, weil Kapitalismus, aber wenn es im Sozialismus
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Arbeitszwang
gibt, ist das schlecht, weil Sozialismus?
Im "Kapitalismus" soll es nur Arbeitszwang geben, wenn sich die betreffende Person vom Staat finanzieren lassen möchte. Er hat aber die Freiheit, ohne staatliche Alimentierung gibt es auch keinen Arbeitszwang.

Wäre das im Sozialismus auch möglich?
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Das Thema hat sich doch fast schon erledigt, mit der Wiedereinführung der Vermögenssteuer und einer Erbschaftssteuerreform. Dieses eingenommenen Steuern könnte man zur Entlastung der Einkommenssteuerpflichtigen verwenden, so mal als Idee.
Gibt es eine Beispielrechnung, wie hoch die Pro-Kopf-Entlastung bei einer Vermögenssteuer ungefähr wäre? Ich vermute, da kommen immer ziemlich lächerliche Beträge bei raus.

Und warum sollte man annehmen, dass der Staat tatsächlich Steuern senkt und nicht einfach die zusätzlichen Einnahmen aus der Vermögenssteuer selbst einsackt und z.B. für immer noch mehr Personal ausgibt? Warum braucht das Kanzleramt eigentlich einen Erweiterungsbau, bekommen die Mitarbeiter jetzt nur grössere Zimmer oder muss man mehr Personal unterbringen? Für was braucht man diese zusätzlichen Leute?


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