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AfD

96.993 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Familie, Rassismus, Wahlen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: AfD

AfD

09.05.2026 um 20:26
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Nachdem dann die Rechtsextremisten die Partei kaperten und den Diskurs erst dominierten und später den Diskurs verschoben, so dass es heute irgendwie "in" geworden ist, über Remigration zu fantasieren, ohne dass noch jemand sich groß darüber echauffiert, hat sich inzwischen eine Art Gegenkultur entwickelt, die nur noch emotional agiert, aber nicht mehr reflektiert, wenn es um die Gegnerschaft zum System der "Altparteien" geht.
Jep, hier sehe ich aber auch ein Totalversagen der Altparteien. Man hat sich jetzt mehr als ein Jahrzehnt an der AfD abgearbeitet ohne an sich selber zu arbeiten und hat den Raum geöffnet für Wählerwechsel. 2025 kamen 60% der AfD-Neuwähler aus CDU/CSU, SPD und FDP, die AfD hatte sich hier insgesamt verdoppelt.


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09.05.2026 um 20:36
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:hier sehe ich aber auch ein Totalversagen der Altparteien.
Na gut, was hätten sie wesentlich anders machen können? Das System reproduziert sich selbst, und auch eine AfD partizipiert davon - siehe Vetternwirtschaft in Sachsen-Anhalt und anderswo. Momentan können die etablierten Parteien machen was sie wollen - die AfD profitiert davon. Im Vorfeld wäre es vielleicht besser gewesen, mit Lucke damals anders umzugehen als man es gemacht hat. Dann wäre vielleicht die Drift nach Rechtsaußen ausgeblieben oder die AfD wäre ähnlich in der Bedeutungslosigkeit versackt wie Statt-Partei, Schill-Partei oder die Piraten-Partei, die ja auch zeitweilig Achtungserfolge bei Landtagswahlen erzielen konnten.


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09.05.2026 um 20:56
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Na gut, was hätten sie wesentlich anders machen können?
Tja, zu spät diese Frage zu stellen. Man hätte sich vor Jahren die Frage stellen sollen "Was kann ich als CDU, SPD besser machen" und eben nicht "Was macht die AfD grad falsch?". Man ist der AfD, besser gesagt dem Phänomen des anhaltend steigenden eigenen Bedeutungsverlustes mit einer unfassbaren Arroganz begegnet, schau dir die SPD an. Die ist eigentlich garnicht mehr existent und leugnet dies bis heute, es gibt kaum Anzeichen das sie die Realität anerkennen.
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Im Vorfeld wäre es vielleicht besser gewesen, mit Lucke damals anders umzugehen als man es gemacht hat. Dann wäre vielleicht die Drift nach Rechtsaußen ausgeblieben
Ich glaube auch das man mit ihm damals falsch umgegangen ist, ich denke aber nicht das er daran gescheitert ist - mMn war er einfach zu schwach sich durchzusetzen, er war einfach kein Politiker sondern das was er ist, Professor für Makroökonomie, für mich immer ein mathematisch orientierter Wirtschaftsnerd. Er hat Politik mMn nie verstanden.


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09.05.2026 um 21:31
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Man ist der AfD, besser gesagt dem Phänomen des anhaltend steigenden eigenen Bedeutungsverlustes mit einer unfassbaren Arroganz begegnet,
Man hat die AfD viel zu oft und viel zu lange mit abwertenden Attributen in den Medien thematisiert, um sie öffentlich lächerlich zu machen. Irgendwann hat man dann das "rechtspopulistisch" weggelassen, nachdem die AfD mit zweistelligen Prozentwerten in die ostdeutschen Landtage eingezogen ist. Der Versuch des Totschweigens danach ging ebenfalls nach hinten los, was bei der DVU in Sachsen-Anhalt noch funktioniert hatte (sie war dort 1998 mit 16 Prozent in den Landtag eingezogen und glänzte dort mit polarisierenden Redebeiträgen, die niemand Ernst nahm, so dass sie 2002 mit knapp 3 Prozent wieder aus dem Landtag flog).

Die damals üblichen Methoden des Niedrighaltens verfingen nun nicht mehr, und "Brandmauern" erwiesen sich als Projektionsfläche für Berichterstattungen, die die AfD thematisierten, indem man den Umgang mit der AfD zum Thema machte - ein Geschenk der Medienpräsenz, dass man gern und willig aufgriff und mit polarisierenden Diskursen noch stärker für die eigene Popularität zu nutzen wusste. Im Gegensatz zur reichlich plump und primitiv daherkommenden DVU nunmehr gewählter im Ausdruck, um die bürgerliche Fassade zu pflegen.

Das sich abarbeiten an der AfD wurde zunehmend mit Schadenfreude goutiert, da es erfolglos blieb und sich die Altparteien selber als die vorführten, die mangels vorweisbarer Resultate (ich erinnere an die unsägliche Grenzkontroll-Debatte mit Seehofer) der AfD den Wind nicht aus den Segeln nehmen konnte, was zunehmend zu einem Legitimationsverlust führte. Daraus resultierten dann die Wählerwanderungen und die Reduktion des Anteils der Nichtwähler zugunsten der AfD.


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09.05.2026 um 21:49
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:Wie wäre es denn mal mit konkreten Beispielen/ Belegen?
Konkrete und vor allem prominente Beispiele wären zum Beispiel Bernd Lucke, Thilo Sarrazin und Boris Palmer die alle Opfer von den radikalen Gesindeln wurden mit ihrer typischen Panikmache gegen Rechts und Nazi/Faschismuskeule so wie Diskursfeindseligkeit.

Erster Vorfall an der Uni Hamburg bezüglich Bernd Lucke:
Die Studentenvertretung der Universität Hamburg hat ihre Ankündigung wahrgemacht. Hunderte Menschen demonstrierten zu Beginn einer Wirtschaftsvorlesung des ehemaligen AfD-Politikers und Universitätsprofessors Bernd Lucke.

Im Vorlesungssaal skandierten die Störer „Nazischweine raus aus der Uni“ und forderten Lucke auf, den Saal zu verlassen. Einzelne Teilnehmer des Protests hielten Flaggen der „Antifaschistischen Aktion“ (kurz: Antifa) hoch.

Lucke konnte die Vorlesung nicht durchführen und nahm zunächst im Publikum Platz, wurde von den Störern jedoch weiter bepöbelt. Anschließend verließ er in Begleitung der Polizei das Gelände der Universität Hamburg.
Quelle:
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/uni-proteste-gegen-bernd-lucke-antifa-mobbt-afd-gruender-65385262.bild.html

Zweiter Vorfall:
Es war der nächste Anlauf zu seiner Rückkehr in den Lehrbetrieb an der Universität Hamburg. Und wieder musste Bernd Lucke (57) nach Tumulten das Feld räumen: Studenten haben auch die zweite Vorlesung des AfD-Gründers und Professors für Makroökonomie torpediert.

Nach der massiven Störung seiner ersten Vorlesung waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Für den Saal gab es diesmal eine Einlasskontrolle. Nur angemeldete Studenten kamen hinein. So demonstrierten einige Studenten zunächst nur hinter dem Gebäude. Doch zum Ende der Vorlesung gelangten dann doch circa 15 Demonstranten in den Saal.

Sie riefen: „Kein Recht auf Nazipropaganda.“ Lucke beendete seine Vorlesung und fuhr in einem Wagen davon.
Quelle: https://www.bild.de/politik/2019/politik/bernd-lucke-linke-stoeren-noch-eine-vorlesung-von-ex-afd-chef-65541926.bild.html

Bei den Videoaufnahmen muss ich mich bis heute fremschämen was da los war und wie peinlich das ganze Theater war. Im Nachhinein kann man sagen diese ganze "Red Scare" Seitens dieser selbstgenannten Linker war ein Pyrrhussieg und bis heute hat sich da nicht viel wenn überhaupt was geändert. Man glaubt immer noch mit "Red Scare" wird man "rechts" erfolgreich besiegen inkl Faschismus oder "Faschismus".

Das ist ja nur die Spitze des Eisbergs, wie gesagt Thilo Sarrazin und Boris Palmer hatten mit diesem Mist auch zu kämpfen. Von Umgang mit nichtprominenten Mitbürgern auf Social Media so wie auf der Straße ganz zu schweigen.

Jedes Wort wird verdreht, es gibt NULL Sachlichkeit und Nuancen, Wörter werden aus dem Kontext rausgezogen und wegen jedem Scheiß wird Panik gemacht, man versucht mit allen Mitteln nicht nur den Diskurs zu verhindern und zu sprengen zwischen verschiedenen Lagern und Meinungen etc. man versucht sogar repressiv vorzugehen wie damals im Falle eines Bernd Lucke oder eben auch Thilo Sarrazin und Boris Palmer.


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09.05.2026 um 22:56
Zitat von LepusLepus schrieb:Haben diese Leute was zu verbergen, weil sie nicht drüber reden wollen?
Ist es ihnen peinlich?
Ähnlich wie bei den hart rechtsradikalen. Im Internet groß auf stolz und stark machen, aber dann wenn man diese auf Demos oder Veranstaltung filmt versuchen die das Filmen zu stoppen.
Zitat von emanonemanon schrieb:Wo waren die beim Terroranschlag von Leipzig
Ähnlich z.b Nius.
Bei ähnlichen Sachen wo aber z.b ein Asylant der Täter ist wird mehre Tage darüber berichtet.
Bei Leipzig ist es nur Thema 2 wird auch gar nicht so stark nachgeforscht wie bei Ausländern oder Asylanten.
Am nächsten Tag gar kein Thema mehr.

Und ja ich tu mir Nius an(die leider ihrer Sendezeit erhöhen:nerv: ). Nicht weil ich die gut finde, sondern um zu versuchen zu verstehen was in den Leuten im Kopf so vor geht die sowas hören und es als valide Informationsquelle verwenden.
Und um Argumente vorzubereiten, wenn man sich mit solch einer Person unterhält.


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09.05.2026 um 23:03
Zitat von Der.FremdeDer.Fremde schrieb:Und ja ich tu mir Nius an(die leider ihrer Sendezeit erhöhen:nerv: ). Nicht weil ich die gut finde, sondern um zu versuchen zu verstehen was in den Leuten im Kopf so vor geht die sowas hören und es als valide Informationsquelle verwenden.
Und um Argumente vorzubereiten, wenn man sich mit solch einer Person unterhält.
Das ist interessant, hat es dir schon geholfen bezüglich der Argumentation?
Ich muss sagen, ich gucke so etwas absichtlich nicht, weil ich denen keine Klicks geben will.
Aber ich lese mir Debunks durch und so was.


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09.05.2026 um 23:04
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Komisch, sonst sind es vorallem AfDler die rausposaunen nur die AfD zu wählen. Oft noch im Zusammenhang damit andere zu missionieren. Blaue Herzen im Internet, jedes noch so harmlose Thema politisieren um sagen zu können, dass doch nur die AfD es hinbiegen wird.
Da würde ich nicht so viel drauf geben - zum blaue Herzen posten kann man super Bots einspannen, und die einschlägigen Trollfabriken nicht nur in St. Petersburg werden auch nach wie vor nicht nur bei Facebook, sondern auch in Kommentarspalten großer Zeitungen (Hallo WELT, fühl dich ruhig angesprochen...) etc. ihr bezahltes Unwesen treiben.


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09.05.2026 um 23:33
Zitat von LepusLepus schrieb:Das ist interessant, hat es dir schon geholfen bezüglich der Argumentation?
Es macht es einfacher. z.B die Spritpreise.
Bei Nius ist nur der Staat daran Schuld das die Preise hoch sind.
Das die Steuer auf den Sprit aber seit den Irankrieg nicht gestiegen(wenn ich falsch liege bitte korrigieren) sind sondern die Ölkonzerne die Preise angezogen hat wird gar nicht erwähnt oder thematisiert.

Allgemein kommt mir Nius eher wie ein Stammtisch vor: 10% Wahrheit, 90% werden Sachen hineininterpretiert oder spekuliert ohne Grundlage


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09.05.2026 um 23:45
Zitat von LepusLepus schrieb:Das ist interessant, hat es dir schon geholfen bezüglich der Argumentation?
Es macht eine Menge aus sich auf diese Weise zu informieren, insbesondere wenn man mit den Leuten selbst spricht. Nicht jeder hat Nerven für sowas und manche sind schlicht auch viel zu ideologisch dementsprechend drauf, solche werden sich auf sowas nicht einlassen.


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10.05.2026 um 00:01
Zitat von Der.FremdeDer.Fremde schrieb:Das die Steuer auf den Sprit aber seit den Irankrieg nicht gestiegen(wenn ich falsch liege bitte korrigieren) sind sondern die Ölkonzerne die Preise angezogen hat wird gar nicht erwähnt oder thematisiert.
Dahinter steckt wohl eine hier stark verfremdete Kritik am Umgang des Staates mit den Benzinsteuern, der absurdeste Steuerstunt den es gibt:
Benzinpreis setzen sich zusammen aus dem Produktpreis (das was die Mineralölkonzerne veranschlagen nebst Gewinn) + Energiesteuer (fest pro Liter) + CO2 Abgabe (fest pro Liter) sowie - und jetzt kommts - Mehrwertsteuer 19% auf alles... Das heißt, der Staat besteuert hier seine eigenen Steuern zusätzlich und das in einem einzigen Produkt.
Alles in allem sind es bei Diesel ca 40% Anteil, bei E10 schonmal fast 50%.
Also ja, die Erhöhung treibt der Staat schon mit, hier mit der Mehrwertsteuer die völlig ungerechtfertigt auch auf die Steuern für Energie und CO2 anfällt. Löwenanteil liegt aber bei den Mineralölkonzernen.


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10.05.2026 um 00:15
Zitat von Der.FremdeDer.Fremde schrieb:Und ja ich tu mir Nius an(die leider ihrer Sendezeit erhöhen:nerv: ). Nicht weil ich die gut finde, sondern um zu versuchen zu verstehen was in den Leuten im Kopf so vor geht die sowas hören und es als valide Informationsquelle verwenden.
Und um Argumente vorzubereiten, wenn man sich mit solch einer Person unterhält.
Ich schau da tatsächlich auch mal rein, aber nur wenn mich ne Headline triggert und ich das Gefühl habe das was dran sein kann. Hör ich mir an, bisher immer sofort wieder zur Seite gelegt wenn mir klar wird, die Story ist nicht vollständig erzählt und das merkt man eigentlich schnell, egal ob es Nius ist oder Tagesschau.


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10.05.2026 um 10:20
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Hör ich mir an, bisher immer sofort wieder zur Seite gelegt wenn mir klar wird, die Story ist nicht vollständig erzählt und das merkt man eigentlich schnell, egal ob es Nius ist oder Tagesschau.
So lange beschäftige ich mich gar nicht damit, weils mir klar ist.
Als ich zum ersten Mal Gauland reden hörte, erkannte ich für mich, dass Gauland wie Rudolf Heß redet.
Von der Tagesschau ein Ding der Unmöglichkeit! Das ist mir eben nicht egal!
Hitler sei ein Linker: Dieser falsche historische Mythos wird von AfD-Politikern wie beispielsweise Alice Weidel gerne beteuert. Das falsche Narrativ ist nicht neu. 2012 hat die damalige CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, schon behauptet, Hitler sei links gewesen. Damals gab es die AfD noch gar nicht. Auf Twitter schrieb sie: „Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE Deutsche ARBEITERPARTEI…“ Inzwischen ist Erika Steinbach Mitglied der AfD. Aber auch sie hat sich diesen falschen Geschichtsmythos nicht ausgedacht. Entstanden ist er Jahrzehnte zuvor.
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/adolf-hitler-nsdap-links-kommunismus-sozialismus-100.html

Vielleicht wird es in diesen Tagen endlich mal Zeit, die Story vollständig zu erzählen? @behind_eyes ?
Von wem ist mir egal, solange das Topic AfD nicht verlassen wird
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Was mich betrifft, bin ich nüchtern-realistisch, was die AfD und den Umgang mit ihr betrifft. Und was sich nicht ändern lässt, muss man dann eben aushalten - das ist dann nun mal so. Genügend Leute, die sich dadurch irre machen lassen, gibt es schließlich genug. Da muss ich ja nicht auch noch mitmachen ... ;)
Muss man auch nicht!
Ich kenne die Story nicht!


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10.05.2026 um 11:09
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Abseits von Halle und Magdeburg haben CDU, SPD und co. scheinbar keinen Wahlkampf nötig. AFD ist viel präsenter.
Die etablierten Parteien haben im Osten den ländlichen Raum aufgegeben. Das schon vor Jahren. Offensichtlich interessiert sich niemand mehr für diese toten Gebiete.
Zitat von rainloverainlove schrieb:Bis jetzt sind sie sich leider ihrer Sache zu sicher und wir im Osten erkennen das schon lange, weil wir eine andere Geschichte haben als der Westen.
Verklärende DDR-Romantik. Nichts auf das man rückblickend mit Genugtuung blicken sollte.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Eher wenden sich Investoren und Firmen vermehrt ab, als dass es diese nach Sachsen-Anhalt zieht.
Wohl wahr. Bis auf einige wenige Leuchttürme sieht es sehr mau aus und das wird sich nicht mehr ändern. Wählen als selbsterfüllende Prophezeiung.
Zitat von emanonemanon schrieb:Vielleicht hofft man ja, die AfD würde die Sozialleistungen von Mustafa und Aische wegnehmen und dann mit vollen Händen über Kevin und Schackeline auskübeln.
Ja, das haben viel im Osten als Anspruchshaltung. Sie wollen wieder in die "behütete" Vergangenheit zurück. Ein Staat der zum Hintern abwischen vorbeikommt.
Zitat von emanonemanon schrieb:Leipzig findet hier gar nicht statt, ich vermute mal, weil der Täter kein Migrant/Ausländer war.
Die asozialen Medien waren sehr schnell ruhig, als man festgestellt hat, das keine Hetze möglich ist.
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Die Ressentiments gegen Ausländer im Allgemeinen und Dunkelhäutige sowie Moslems im Besonderen sind aber weiter verbreitet und lassen sich nicht auf die rechtsextreme Szene eingrenzen.
Der Alltagsrassismus ist im Osten sehr stark ausgeprägt. Auf den Dörfern sogar gegen jeden, der nicht aus dem gleichen Kaff kommt.


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10.05.2026 um 11:20
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Die asozialen Medien waren sehr schnell ruhig, als man festgestellt hat, das keine Hetze möglich ist.
Ist doch jedes Mal so. Da läuft die Hetz-Maschine an und dann das enttäuschte "ach, scheisse, war n Deutscher"... Ist wirklich traurig.


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10.05.2026 um 12:13
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Der Alltagsrassismus ist im Osten sehr stark ausgeprägt.
Nicht nur im Osten. Allmählich lüftet sich die Decke auch im Westen und lässt sichtbar werden, was lange genug unter der Decke vor sich hin gegoren hat. Es wäre hilfreich für ein Verständnis der Symptome, wenn man die jeweils einseitigen Befindlichkeiten zwischen Ossis und Wessis und umgekehrt mal außen vor lassen könnte, denn es bringt nichts, gegenseitig mit dem Finger auf sich zu zeigen und dabei zu übersehen, dass es sich um eine gesamtdeutsche Problematik handelt, die zudem in einen gesamteuropäischen Rahmen eingebunden ist.

Das Phänomen der nationalistischen Abschottungspolitik über die zunehmende Erstarkung nationalistischer Parteien ist nicht auf Deutschland beschränkt und konzentriert sich erst recht nicht nur auf den Osten Deutschlands. In Italien regiert sogar eine Neofaschistin, in Österreich ist die FPÖ prominent vertreten, in Frankreich scharrt Marine LePen schon mit den Hufen, in Polen ist die PiS noch lange nicht verschwunden, Tschechien wird von einem Populisten regiert - die Liste lässt sich beliebig verlängern, je weiter man in Europa blickt ...

Was in Deutschland gerade abläuft, liegt im Trend dessen, was in Europa schon längst gelaufen ist. Es ist daher billig, nur auf den Osten zu schauen und das eigene Umfeld im Westen dabei aus dem Blick zu verlieren. Die Neonazis im Osten sind ein Kunstprodukt westlicher Neonazis, die nach dem Mauerfall in den Osten gekommen sind und hier die Organisationsstrukturen aufgebaut haben, das sollte man in diesem Kontext dann auch nicht vergessen. Und Björn Höcke ist ebenfalls ein Westimport ...


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10.05.2026 um 13:27
Zitat von cejarcejar schrieb:Ich hielte Dich für intelligenter um ein Spiegeln der Argumentation nicht zu erkennen, aber Du hast mich belehrt.
Du hast ja nicht mal verstanden worauf ich hinaus wollte. ^^
Zitat von AfricanusAfricanus schrieb:Ja und nein.

Zum einen ist das tatsächlich eine Spiegelung der AfD Rhetorik (deshalb ja), zum anderen entspricht das genau der Rhetorik, die nach der Wende viele Westdeutsche Ostdeutschen gegenüber anwandten (deshalb nein).
Früher war halt Alles besser. ;)
Zitat von AfricanusAfricanus schrieb:ir), oder? Ich fürchte nur, dass das bei Dir nichts ändern wird.
Was ändern? Das ich die AFD wähle? Das schaffst auch du, trotz aller Bemühungen, nicht. Da muss ich dich enttäuschen.
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Es wäre hilfreich für ein Verständnis der Symptome, wenn man die jeweils einseitigen Befindlichkeiten zwischen Ossis und Wessis und umgekehrt mal außen vor lassen könnte, denn es bringt nichts, gegenseitig mit dem Finger auf sich zu zeigen und dabei zu übersehen, dass es sich um eine gesamtdeutsche Problematik handelt, die zudem in einen gesamteuropäischen Rahmen eingebunden ist.
Sicherlich hilft es in der Debatte nicht, aber für die eigene Genugtuung und Applaus aus den eigenen Reihen.
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Im Vorfeld wäre es vielleicht besser gewesen, mit Lucke damals anders umzugehen als man es gemacht hat. Dann wäre vielleicht die Drift nach Rechtsaußen ausgeblieben oder die AfD wäre ähnlich in der Bedeutungslosigkeit versackt wie Statt-Partei, Schill-Partei oder die Piraten-Partei, die ja auch zeitweilig Achtungserfolge bei Landtagswahlen erzielen konnten.
Ich denke, der Aufstieg ging für eine junge Partei viel zu schnell. Hierarchien waren noch nicht gefestigt und somit war genug Platz für die Radikalen. Die letzte Chance hat man mMn während der Krisen verspielt und das nicht nur in seinen Entscheidungen. Die Kommunikation war miserabel, gerade bei Fehlentscheidungen. Fehler einzugestehen kann manchmal hilfreich sein.

Dazu die Linke, die zur der Zeit mit sich selbst beschäftigt war und die etablierten Parteien, die keine Ahnung von Internet/Social Media hatten und den Radikalen das Feld dort überlassen haben, denen sie bis heute noch hinterher hecheln.

Eigentlich der perfekte Nährboden für Radikale und Extremisten.


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11.05.2026 um 01:53
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Der Alltagsrassismus ist im Osten sehr stark ausgeprägt.
Vor allem fiel auch vieles aus dem Westen auf fruchtbaren Boden und es wurden Dummheiten gemacht, wie zusammensperren von Republikflüchtlingen mit Neonazis. Ich erinnere mich noch lebhaft an die NPD-Demos, deren Anmelder der Hamburger Neonazi Christian Worch war. Der war hier im Osten sehr oft unterwegs.
Der Traum vom Umsturz - Neonazis und die Wende
Quelle: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/Panorama-die-Reporter,sendung1066338.html
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Es wäre hilfreich für ein Verständnis der Symptome, wenn man die jeweils einseitigen Befindlichkeiten zwischen Ossis und Wessis und umgekehrt mal außen vor lassen könnte, denn es bringt nichts, gegenseitig mit dem Finger auf sich zu zeigen und dabei zu übersehen, dass es sich um eine gesamtdeutsche Problematik handelt, die zudem in einen gesamteuropäischen Rahmen eingebunden ist.
Genau Das!

Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland sollten wieder mehr Gemeinsamkeiten suchen anstatt sich gegenseitig verbal mit Schmutz zu bewerfen. Probleme erkennen, Probleme benennen, Probleme lösen. Dabei hilft keine extreme Gruppierung.


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11.05.2026 um 02:04
Zitat von Fritzchen037Fritzchen037 schrieb:zusammensperren von Republikflüchtlingen mit Neonazis.
Altnazis.


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11.05.2026 um 12:39
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Ja, das haben viel im Osten als Anspruchshaltung. Sie wollen wieder in die "behütete" Vergangenheit zurück. Ein Staat der zum Hintern abwischen vorbeikommt.
35 Jahre nach der Wende kennt fast die Hälfte der Menschen im Osten die DDR gar nicht.
(Lebenserwartung rund 80 Jahre)
Zitat von SvenLESvenLE schrieb:Die asozialen Medien waren sehr schnell ruhig, als man festgestellt hat, das keine Hetze möglich ist.
Der MDR hat vor kurzem berichtet, dass 2 Ausländer wohl
schlimmeres verhindert haben.

Zivilcourage nach Amokfahrt in Leipzig


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