SvenLE schrieb:Der Alltagsrassismus ist im Osten sehr stark ausgeprägt.
Nicht nur im Osten. Allmählich lüftet sich die Decke auch im Westen und lässt sichtbar werden, was lange genug unter der Decke vor sich hin gegoren hat. Es wäre hilfreich für ein Verständnis der Symptome, wenn man die jeweils einseitigen Befindlichkeiten zwischen Ossis und Wessis und umgekehrt mal außen vor lassen könnte, denn es bringt nichts, gegenseitig mit dem Finger auf sich zu zeigen und dabei zu übersehen, dass es sich um eine gesamtdeutsche Problematik handelt, die zudem in einen gesamteuropäischen Rahmen eingebunden ist.
Das Phänomen der nationalistischen Abschottungspolitik über die zunehmende Erstarkung nationalistischer Parteien ist nicht auf Deutschland beschränkt und konzentriert sich erst recht nicht nur auf den Osten Deutschlands. In Italien regiert sogar eine Neofaschistin, in Österreich ist die FPÖ prominent vertreten, in Frankreich scharrt Marine LePen schon mit den Hufen, in Polen ist die PiS noch lange nicht verschwunden, Tschechien wird von einem Populisten regiert - die Liste lässt sich beliebig verlängern, je weiter man in Europa blickt ...
Was in Deutschland gerade abläuft, liegt im Trend dessen, was in Europa schon längst gelaufen ist. Es ist daher billig, nur auf den Osten zu schauen und das eigene Umfeld im Westen dabei aus dem Blick zu verlieren. Die Neonazis im Osten sind ein Kunstprodukt westlicher Neonazis, die nach dem Mauerfall in den Osten gekommen sind und hier die Organisationsstrukturen aufgebaut haben, das sollte man in diesem Kontext dann auch nicht vergessen. Und Björn Höcke ist ebenfalls ein Westimport ...