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Kriminalfall Kim Wall

28.889 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: 2017, Dänemark, U-boot ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Kriminalfall Kim Wall

Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 00:12
Zitat von lightbridelightbride schrieb:Mal eine Frage (bitte nicht dissen, ich weiß es einfach nicht, ok?) Also ich dachte immer tot ist tot. Wie lange blutet denn ein Leichnam? - wg des Zerteilens und weil alle von einem Blutbad ausgehen.
Also ich bin zwar auf dem Gebiet kein Experte (ich kenn mich mehr mit Ubooten und Raketen aus...), aber wenn man jemandem alle Gliedmassen abschneidet, dann laeuft doch sicher die gesamte Blutmenge raus... das sind schon einige Liter.


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04.09.2017 um 00:13
@lightbride
Zitat von lightbridelightbride schrieb:Wie lange blutet denn ein Leichnam?
Also "aktiv", wenn du so willst, blutet ein Mensch nach Herz-Kreislauf-Stillstand nicht mehr, da durch das stillstehende Herz kein Blut weitergepumpt wird. Zwar setzt eine Gerinnung des Blutes ein, allerdings bleibt das Blut mitunter einige Stunden lang flüssig. Nicht das Blut an sich, so wie wir es kennen, einzelne Bestandteile sinken der Schwerkraft gemäß im Gewebe ab - daher Leichenflecken - aber durch Wasserübertritt aus anliegenden Geweben ist Leichenflüssigkeit vorhanden, die dann in den ersten Stunden mitunter rötlich eingefärbt, wie Blut, weiterhin austreten kann. Bei einer Zerstückelung ist daher mit massiver Verschmutzung des Ortes zu rechnen, an dem die Leiche zerteilt wird.


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04.09.2017 um 07:27
@traces
@passato

Danke


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04.09.2017 um 08:54
Hallo, ich bin neu hier, lese aber schon eine Weile mit, da ich den Fall auch sehr rätselhaft finde. Mir gefällt eure scharfsinnige und sachliche Diskussion, die mir viele Fragen/Überlegungen beantwortet hat, die ich vorher selber hatte, und die viele neue Denkanstöße gibt. Deshalb möchte ich gerne eine Fragestellung beitragen, auf die vorher noch nicht eingegangen wurde, die mir aber auffällt, da ich selber als freie Journalistin arbeite.
Von wem ging die Initiative für den Artikel aus, den Kim Wall über PM schreiben wollte und welche thematische Grundlage sollte dieser Artikel haben? Eine "banale" Reportage über PM passt nicht zu ihr und die hätte ihr außer einer kleinen Lokalzeitung wohl niemand abgekauft bzw. in Auftrag gegeben. Solche Artikel und Filmreportagen über PM gibt es ja schon zur genüge. Selbst wenn PM mit einem völlig neuen Projekt oder Unterfangen an die Presse treten wollte, wäre das für Kim Wall meiner Einschätzung nach noch kein reizvolles Thema, für das sie von NYC oder Peking einfliegen würde. Für mich gibt es nur ein paar Gründe, warum sie sich trotzdem mit PM zu einem Gespräch getroffen hat.

-PM hatte sie mit einer Anfrage kontaktiert, sie war sowieso schon aus anderen beruflichen oder privaten Gründen "vor Ort" oder in der Nähe und hat gedacht, OK, ich check das mal, ob es sich für eine Story eignet. Für eine richtige Reportage hätte sie einen Fotografen oder zumindest eine Kamera dabei haben müssen und hätte mehr Zeit gebraucht, auch an Land, in der Werkstatt etc

-es gibt irgendeine persönliche Sache in PMs Leben, die sie herausgefunden hat oder die er ihr gesteckt hat, die ihn im Zusammenhang mit seiner Eigenschaft als Uboot- und Raketenbauer, als Sonderling, besonders interessant macht und die ein besonderes Thema hergibt. (Fetish, S/M-Szene?)

Beischreibung über Kim Wall als Journalistin:

"Kim Wall is a Swedish multimedia journalist based in New York. She writes about environment, politics and society in Asia-Pacific and elsewhere, with a particular interest in the nexus of popular culture and policy. With a background in foreign affairs and diplomacy, Kim has reported from destinations including North Korea, China, Sri Lanka, Haiti, Myanmar, Hong Kong, India and the Marshall Islands. Her work has appeared in New York Times, Foreign Policy, The Guardian, The Atlantic, Al Jazeera, and South China Morning Post, among others."

Einige ihrer Artikel:

https://www.theguardian.com/society/2015/aug/15/real-life-vampires-interview

https://harpers.org/blog/2016/12/ghost-stories/

https://www.theguardian.com/us-news/2015/feb/26/welcome-to-gibtown-the-last-freakshow-town-in-america


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 09:21
Zitat von pinkorchidpinkorchid schrieb:Von wem ging die Initiative für den Artikel aus, den Kim Wall über PM schreiben wollte und welche thematische Grundlage sollte dieser Artikel haben?
ich mein mal gelesen zu haben irgendwo im Netz, das man dies nicht weiß.
Niemand hat einen solchen Auftrag bestätigt.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 09:34
Nach allem was in den Medien und hier  berichtet und geschrieben wurde spricht doch Einiges dafür, dass es wirklich ein Unfall war und Madsen danach alles ihm Mögliche unternommen hat um dieses Unfallgeschehen an Bord zu vertuschen und zu verbergen.

Es spricht einiges dafür, dass er davon ausging, dass man ihm zumindest eine Mit- oder Teilschuld an dem Unfallgeschehen und dem Tod der Journalistin geben würde. Angenommen werden könnte, dass technische Defekte oder technische Mängel, für die er als Besitzer und Führer des Boots verantwortlich  war, zu einem tödlichen Unfall  führten.

Er kannte Kim Wall  kaum, sie war nur  kurz auf seinem Boot gewesen, also  bot sich an, es  dabei zu belassen und  eine Geschichte zu erfinden, nach der sie das Boot  genau wie ursprünglich geplant auch  schnell wieder verlassen hatte.

Und da er wusste, dass sie tot war und nie wieder lebendig auftauchen würde  könnte  eine Geschichte weitergesponnen und  zurechtgetüftelt werden.. Teil dieser Geschichte , die glaubwürdig klingen und später durch den Fund von Leichenteilen verifiziert werden sollte, wäre vielleicht die Zerstückelung und Ablage  bzw, Abwurf ins Meer  irgendwo weiter weg von seiner ursprünglichen Route gewesen.
Sein Plan könnte gewesen sein, eine Straftat  Dritter vorzutäuschen, nach der Frau Wall nachts  im Hafengebiet Kopenhagens Opfer eines Verbrechens   und nach ihrer Ermordung zerstückelt  ins Meer geworfen worden wäre.

Eine tragische Geschichte, bei der er zwar eine tragische Rolle gespielt hätte, aber keinesfalls als Schuldiger, oder wenn als Schuldiger, dann höchstens in dem Sinne, dass er sie nachts  alleine irgendwo  an Land  hätte gehen lassen.

So oder so ähnlich könnten seine Beweggründe gewesen sein.

Das Boot war für ihn extrem wichtig,  nicht nur als Boot ans sich, sondern auch als sein Lebenswerk, als Alles für das er stand und  respektiert und geachtet wurde.

Ein Todesfall an Bord für den er  zumindest indirekt, durch Fahrlässigkeiten in der Konstruktion oder Handhabung beim Ausfahren verantwortlich gemacht worden wäre hätte wahrscheinlich sein ganzes Leben zerstört. So dürfte er es zumindest wahrgenommen und empfunden haben, auch wenn später  das Leben irgendwie weitergegangen wäre, auch für ihn den genialen Sonderling und Tüftler.

Ich denke, er hat aus einer Not heraus gehandelt , aus  seiner Sicht.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 09:38
Zitat von pinkorchidpinkorchid schrieb:-PM hatte sie mit einer Anfrage kontaktiert, sie war sowieso schon aus anderen beruflichen oder privaten Gründen "vor Ort" oder in der Nähe und hat gedacht, OK, ich check das mal, ob es sich für eine Story eignet. Für eine richtige Reportage hätte sie einen Fotografen oder zumindest eine Kamera dabei haben müssen und hätte mehr Zeit gebraucht, auch an Land, in der Werkstatt etc-es gibt irgendeine persönliche Sache in PMs Leben, die sie herausgefunden hat oder die er ihr gesteckt hat, die ihn im Zusammenhang mit seiner Eigenschaft als Uboot- und Raketenbauer, als Sonderling, besonders interessant macht und die ein besonderes Thema hergibt. (Fetish, S/M-Szene?)
Es hat sich keine Publikation bisher dazu bekannt, ihr einen Auftrag erteilt zu haben. Sie arbeitete daher in dem Fall offenbar auf Eigeninitiative und hatte vor, den Artikel nachträglich anzubieten. Irgendwo war zu lesen, dass sie das in mindestens einem anderen Fall in der Vergangenheit auch schon so gemacht hätte.

Madsen hat nach seiner Rettung angegeben, sie hätte gesagt, der Artikel solle in "Wired" erscheinen. Da würde ein Artikel über ihn inhaltlich auch sehr gut hineinpassen, aber es ist schwer zu beurteilen, wie zuverlässig diese Aussage ist.

Ihrem eigenen Profil nach lebte Kim Wall in New York und plante, nach China zu ziehen, von wo aus sie auch schon viel berichtet hatte. Allerdings war in einem dänischen oder schwedischen Zeitungsartikel zu lesen, nach Erkenntnissen der Polizei habe sie unweit von Madsen ebenfalls auf Refshaleoen gewohnt. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass sie sich zuvor schon persönlich gekannt hätten.

Die Polizei kennt den Email-Verkehr zwischen beiden zur Anbahnung des Artikels. Dieser soll "professionell" gewesen sein.

Es gab einen oder mehrere Zeugen, die angegeben haben, sie hätten beobachtet, wie sie Madsen vor seinem Hangar auf Refshaleoen bereits "Stunden vor der Abfahrt" mit der Nautilus interviewt habe. Da sei auch ein Kameramann zugegen gewesen. Es ist jedoch nicht ganz klar, ob es sich bei diesem Interview tatsächlich um Kim Wall gehandelt hat, da gleichzeitig ein australischen Filmteam einen Film über Madsen gedreht hat. Die könnten das daher auch gewesen sein. Ein Mitglied der australischen Crew hat anscheinend auch die Bilder von der Abfahrt mit der Nautilus am Steg im Norden von Refshaleoen gegen 19:00 gemacht.

Da sind im Bezug auf den Artikel bzw. das Interview meines Wissens nach alle bekannten Informationen.


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04.09.2017 um 09:42
@pinkorchid

Ja, sie war sowieso vor Ort, und die Polizei hat bestaetigt, dass es einen professionellen e mail Kontakt zwischen den beiden gab. Sie wohnten wohl sehr nahe beieinander, aber laut Polizei gab es zumindest am Anfang der Ermittlungen keinen Anhaltspunkt, dass sie sie vorher schon kannten.

Die Sache mit seiner "offenen Ehe" und der Fetisch Szene war bekannt und in der Presse zu lesen. Er hat auch offen darueber gesprochen, dass er sich fuer experimentelle Dinge interessiert hat. Das waere also nichts besonderes oder neues gewesen.

Zum Zweck der Reise hat die Polizei folgende Fragen gestellt:
Beitrag von AnnaKomnene (Seite 131)


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04.09.2017 um 09:44
Zitat von meerminmeermin schrieb:Sein Plan könnte gewesen sein, eine Straftat Dritter vorzutäuschen...
Das wäre meiner Meinung nach seine einzige halbwegs realistische Chance gewesen.

Aber wie würde er in dem Fall am sinnvollsten vorgehen, um dieses Ergebnis möglichst glaubwürdig zu erreichen? Braucht es dafür tatsächlich eine Zerstückelung? Und passt sein restliches Verhalten dazu, diesen Plan zu verfolgen?

Schwierig...


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04.09.2017 um 09:46
Hallo pinkorchid! Willkommen im Club! :-)
Zitat von pinkorchidpinkorchid schrieb:Von wem ging die Initiative für den Artikel aus, den Kim Wall über PM schreiben wollte und welche thematische Grundlage sollte dieser Artikel haben?
Da sprichst du den Punkt 1 aus @traces Systematisierung an:
Zitat von tracestraces schrieb:(1) Exposition

Terminabsprache für ein Interview

Fragen:
Welche Art von Reportage?
Welche Haltung PMs zu diesem Termin?
Gestaltung und Ablauf des Treffens im Vorfeld besprochen oder spontan vor Ort geplant?
War die Anwesenheit des (angeblichen) Kamera-Manns bei der Ausfahrt geplant nicht vorgesehen?
Was war PMs Interesse?
Was war KWs Interesse?
(...)
Beitrag von traces (Seite 166)

Dazu gibt es verstreut im thread bereits einige Ideen, Antworten und Antwortversuche. Wär schön, wenn Du die mal per Suchfunktion sammeln und ordnen könntest... :-) z.B. hier:
Zitat von tracestraces schrieb:Beispielsweise fällt beim Brainstorming zu "Exposition" und "Ansteigen der Handlung" auf, sollte Madsens Aussage, im Vorfeld kaum mehr über den Interviewtermin gewusst haben, als KWs Namen, die Ausfahrt dann aus Sicht beider möglicherweise von völlig unterschiedlichen Gesichtspunkten aus erfolgt sein müsste.
(link zum post wie vor) oder hier:

Beitrag von petrocek (Seite 69)

oder hier:
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb am 26.08.2017:AnnaKomnene schrieb:
Sie hatte wahrscheinlich vor, Wired den Artikel zuerst anzubieten. Ein frueherer enger Mitarbeiter von PM hat uebrigens fuer Wired geschrieben.
https://www.wired.com/2014/01/how-to-get-back-to-earth-from-space-hello-kitty-ballutes-parachutes-and-airbag-detonations/

Trimalchio schrrieb: Wenn ich mir dieses Magazin so anschaue ist das doch SEHR technikaffin. Scheint mir so garnicht zum Stil von Kim Wall zu passen. Ich glaube, er lügt auch hier. War vmtl. das einzige Heft, das er in der Art kannte - eben WEIL sein Kumpel da vor paar Jahren was geschrieben hatte. Wohl ein Versuch, das Ganze auf SEIN Terrain zu ziehen, da wo er sich auskannte und sicher fühlte.

Die Polizei werden die Filmaufnahmen vom Interwiew vorliegen wie auch der Mailverkehr. Sicher ohne "Wired". Wohl von daher die Nachfrage der Ermittler, für welche Zeitung sie schrieb. So hätte man ihn auch da der Lüge ÜBERFÜHREN können.
Beitrag von Trimalchio (Seite 103)
Zitat von pinkorchidpinkorchid schrieb:Eine "banale" Reportage über PM passt nicht zu ihr und die hätte ihr außer einer kleinen Lokalzeitung wohl niemand abgekauft bzw. in Auftrag gegeben. Solche Artikel und Filmreportagen über PM gibt es ja schon zur genüge.
Es ist jedenfalls durch die Aussagen von Freunden sicher, dass KW tatsächlich (meist? oft?) so arbeitete, dass sie erst einen Artikel schrieb und erst dann versuchte ihn irgendwo unterzubringen.

Hier hatte ich bereits ein paar Nachrufe und Artikelsammlungen gepostet:

Beitrag von Trimalchio (Seite 96)

Vor einer Woche schrieb ich:
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb am 26.08.2017:Dass sie die Skurilitäten ihrer Mitmenschen interessierten, ist unbestritten, und sicher war ihr auch klar: "sex sells". Die Reduzierung ihrer Interessen auf diesen Aspekt halte ich für konstruiert.  Daraus lässt sich in diesem Fall, soweit ich sehe, nichts ableiten. Schon garnichts, was ihre eigenen Neigungen betrifft.

Denkbar allerdings, dass Madsen das anders und mit demselben verengten Blick gesehen haben könnte.
Beitrag von Trimalchio (Seite 99)


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 09:50
Zitat von meerminmeermin schrieb:Das Boot war für ihn extrem wichtig,  nicht nur als Boot ans sich, sondern auch als sein Lebenswerk, als Alles für das er stand und  respektiert und geachtet wurde.
Bleibt der Widerspruch, dass er dss Boot versenkt hat. Es gab also etwas, was ihm noch wichtiger war.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:05
@pinkorchid
Zur Vorgehensweise von Kim Wall beim Suchen von Geschichten:

Sie wollte "überraschende" Geschichten, ging dafür auf die Straße und nahm ihr Gegenüber ernst:

"Kim Wall announced at the start of my semester-long feature writing class that she wanted to write “unexpected” stories, and proceeded to do exactly that. Better still, she took her subjects seriously, even on stories where she might have felt the urge to chuckle at their expense, just a bit. That combination—the ability to find outlier stories and to treat them with respect—enabled her to put her sources at ease, and to get the most out of every interview.

[...] She found the stories by spending time walking the city—she knew instinctively that the best feature stories start face-to-face, not from behind a computer."

https://www.cjr.org/first_person/kim-wall-columbia-vigil.php


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:12
Ganz anders PM:


"http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/U-Boot-Kapitaen-packt-aus-Frauenleiche-aufgetaucht-id42461036.html

Madsen sei als Mensch ein Unikum, sagte sein Bruder. „Du kannst mit ihm kein normales Gespräch führen, wenn du ihm aber eine schwarze Tafel zum Zeichnen in die Hand drückst, kann er sich über Zeichnungen ausdrücken.“ Der eigenbrötlerische Peter Madsen ist in armen Verhältnissen aufgewachsen. Sein Vater soll angeblich streng und gefühlskalt gewesen sein. Er war schon Mitte 70, als Madsen Teenager war. „Die beiden redeten ausschließlich über Wissenschaft, nicht über Gefühle“, so der Bruder. Auch heute noch könne Madsen nur über das Thema Technik mit den Geschwistern sprechen."

Beitrag von Ebba11 (Seite 64)

Ich sehe hier mit @traces schon im Vorfeld Konfliktpotenzial.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:24
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:"Kim Wall announced at the start of my semester-long feature writing class that she wanted to write “unexpected” stories, and proceeded to do exactly that. Better still, she took her subjects seriously, even on stories where she might have felt the urge to chuckle at their expense, just a bit. That combination—the ability to find outlier stories and totreat them with respect—enabled her to put her sources at ease, and to get the most out of every interview.

[...] She found the stories by spending time walking the city—she knew instinctively that the best feature stories start face-to-face, not from behind a computer."
Exakt! So mache ich das auch (in kleinem Rahmen), Aber nicht, ohne eine Vorstellung zu haben, dass da "Etwas Bestimmtes" rauszuholen ist

Danke für das nette "Willkommen" und die zahlreichen Infos/Gedanken, denen ich größtenteils zustimme.

Dennoch: Als freier Journalist mit einigermaßen ökonomischer Arbeitsweise reist man nicht um den halben Erdball, ohne zu wissen, dass man die Geschichte mit großer Sicherheit auch lohnend verkaufen kann. Bei einer "normalen", sachlichen" Reportage über PM sehe ich da kaum Chancen. Es fehlt die überraschende, skurrile Komponente. Das muss nicht unbedingt aus dem Themenbereich Sex sein. Zunächst denken wir ja nur über die thematische Grundlage nach, die für die besondere Journalistin, die Kim unbestritten war, reizvoll und sinnvoll war. Zum Beispiel (aus dem Nichts gegriffen) "Erfinder als Kinderbuchautor-Auf Tauchstation kommen ihm die besten Einfälle" oder Der Raketenbauer und seine stachligen Freunde- Was bisher keiner wusste- PM züchtet auch Kakteen" Wisst ihr, was ich meine?

Aber die Tatsache, dass sie bei der Reportage ums Leben gekommen ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese "Skurrilität, die PM NEBEN seiner Eigenschaft als Erfinder interessant macht" irgendwie gefährlich ist. In dieser Fragestellung könnte das Thema S/M ins Spiel kommen.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:25
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb: meermin schrieb:
Das Boot war für ihn extrem wichtig, nicht nur als Boot ans sich, sondern auch als sein Lebenswerk, als Alles für das er stand und respektiert und geachtet wurde.

Bleibt der Widerspruch, dass er dss Boot versenkt hat. Es gab also etwas, was ihm noch wichtiger war.
ich schrieb ja bereits: "nicht nur als Boot an sich, sondern als sein Lebenswerk" also stand das Boot für alles was er erschaffen hatte und was er war. Dabei dürfte es 2017 gar nicht mehr so sehr um die reale Funktion des Boots gegangen sein, das Boot war Legende und sein Erbauer ebenfalls.
Das Boot konnte also durchaus in einem letzten tragischen Akt geopfert worden sein, die Legende wäre unantastbar geblieben, auch wenn das Boot auf dem Grund des Meeresbodens lag.

Ein durch einen Fehler des Erbauers und Betreibers herbeigeführter tödlicher Unfall an Bord hingegen hätte an dem Ruf sowohl des Bootes als auch seines Schöpfers gekratzt und diesen vielleicht in bestimmten Kreisen ganz zunichte gemacht.

Hinzu kommt, dass Kim Wall nicht irgendwer war, mit ihr ging eine renommierte international bekannte
Journalistin an Bord , ihre Verunglückung auf seinem Schiff hätte sicher massenhaft andere Journalisten auf den Plan gerufen, also eine ganz andere Ausgangslage, als wenn einer seiner Tüftlerhelfer an Bord verunglückt wäre.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:30
Zitat von meerminmeermin schrieb:Hinzu kommt, dass Kim Wall nicht irgendwer war, mit ihr ging eine renommierte international bekannte
Journalistin an Bord , ihre Verunglückung auf seinem Schiff hätte sicher massenhaft andere Journalisten auf den Plan gerufen, also eine ganz andere Ausgangslage, als wenn einer seiner Tüftlerhelfer an Bord verunglückt wäre.
So wie ich gelesen habe, bestreitet er ja, sie genauer zu kennen. Er wusste (angeblich) nur ihren Vornamen und sagte auf die Frage, ob er sie kenne, alles Infos über sie "wären auf dem Meeresgrund" (in seinem Handy) geblieben.

Das kann die Wahrheit sein, aber genauso das extreme Gegenteil: Er kannte sie SEHR gut (woher und wie auch immer) und wollte das auf keinen Fall zugeben.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:32
Zitat von meerminmeermin schrieb:Hinzu kommt, dass Kim Wall nicht irgendwer war, mit ihr ging eine renommierte international bekannte
Journalistin an Bord , ihre Verunglückung auf seinem Schiff hätte sicher massenhaft andere Journalisten auf den Plan gerufen, also eine ganz andere Ausgangslage, als wenn einer seiner Tüftlerhelfer an Bord verunglückt wäre.
Die Frage ist aber, ob das PM auch so klar war. Vielleicht nur irgendwie diffus. Seine Behauptung sie habe für "wired" schreiben wollen, zeigt m.E. seinen beschränkten Horizont in Bezug auf die Publikationen von Kim Wall. Dass er nur ihren Vornamen kannte, muss nicht stimmen. Aber wieviel mehr er tatsächlich wusste, wissen wir nicht. Möglicherweise hat die Polizei hier aus den Filmaufnahmen des Interviews bessere Informationen.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:34
Zitat von TrimalchioTrimalchio schrieb:Madsen sei als Mensch ein Unikum, sagte sein Bruder. „Du kannst mit ihm kein normales Gespräch führen, wenn du ihm aber eine schwarze Tafel zum Zeichnen in die Hand drückst, kann er sich über Zeichnungen ausdrücken.“ Der eigenbrötlerische Peter Madsen ist in armen Verhältnissen aufgewachsen. Sein Vater soll angeblich streng und gefühlskalt gewesen sein. Er war schon Mitte 70, als Madsen Teenager war. „Die beiden redeten ausschließlich über Wissenschaft, nicht über Gefühle“, so der Bruder. Auch heute noch könne Madsen nur über das Thema Technik mit den Geschwistern sprechen."

Diskussion: Kriminalfall Kim Wall. Unfall, Totschlag oder gar Mord? (Beitrag von Ebba11)

Ich sehe hier mit @traces schon im Vorfeld Konfliktpotenzial.
Da ist journalistisches Geschick gefragt, ihn aus der Reserve zu locken! Kein ungefährliches Terrain in diesem Fall, könnte ich mir vorstellen, wenn man da an ein ev. vorhandenes Trauma rührt.


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:38
Zitat von pinkorchidpinkorchid schrieb:Da ist journalistisches Geschick gefragt, ihn aus der Reserve zu locken! Kein ungefährliches Terrain in diesem Fall, könnte ich mir vorstellen, wenn man da an ein ev. vorhandenes Trauma rührt.
Dieses Geschick hat KW hinreichend bewiesen. Ich sag nur "Nordkorea".

Allerdings ist mit @traces zu bedenken:
Zitat von tracestraces schrieb:Kriminalistisch würde dies als riskanter Aspekt gewertet werden, da zwei sich unbekannte Menschen auf einem Raum, auf dem es keine Rückzugsmöglichkeit oder Möglichkeiten der Selbstbestimmung gibt, sich mitunter völlig unterschiedlichen Zielsetzungen der Ausfahrt gegenüberstehen sehen könnten, die erst dann offenbar werden, wenn die eigenen Reaktionsmöglichkeiten darauf begrenzt sind, nämlich erst auf See. Damit kann bereits der Umstand gemeint sein, dass PM mit Selbstverständlichkeit davon ausging, in jedem Fall die Tauchleistung seines Boots darzustellen, für KW jedoch lediglich Interviewaspekte im Vordergrund standen, also z.B. sich in der Interaktion mit dem Begleiter Technik erläutern, jedoch nicht demonstrieren zu lassen.
Dies nur als Beispiel, wo bereits Konfliktpotential am Ausgangspunkt liegen KANN. Hierzu (zum Part "Exposition" würden dann auch die jeweiligen Persönlichkeitseigenschaften der Beiden aufgeführt werden, die @Trimalchio auf der vorangegangen Seite aufführte und wie gern ergänzt werden kann/darf/soll)
Beitrag von traces (Seite 166)


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Kriminalfall Kim Wall

04.09.2017 um 10:45
Zitat von pinkorchidpinkorchid schrieb:Aber die Tatsache, dass sie bei der Reportage ums Leben gekommen ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese "Skurrilität, die PM NEBEN seiner Eigenschaft als Erfinder interessant macht" irgendwie gefährlich ist. In dieser Fragestellung könnte das Thema S/M ins Spiel kommen.
Könnte. Ist aber bislang nur Spekulation. Es gab ja auch das Gerücht der Copenhagen Post, sie wäre an einer story über Dogen-Uboote dran gewesen:

Beitrag von parabol (Seite 136)

Beitrag von MaryPoppins (Seite 138)


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