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Parkplatzmord in Hamburg – Der Fall Jörg Kiesel
27.10.2026 um 14:10Hallo liebe Community!
Wenn ich das richtig sehe, gibt es zum Mordfall Jörg Kiesel noch keinen Thread im Allmystery-Forum. Der 43-jährige Kiesel wurde im Januar 1999 in Hamburg-Schnelsen von einem Unbekannten erschossen, der offenbar mit einer Pistole bewaffnet Verkehrssünder abstrafen wollte. Vieles deutet daraufhin, dass es sich bei Kiesel um ein Zufallsopfer handelte. Allerdings war die Fahndung der Polizei im Nahbereich erfolglos, sodass auch ein anderes Motiv nicht mehr ausgeschlossen scheint. Der Fall zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Ermittler auf damalige Kinder und Jugendliche als Augenzeugen der Tat angewiesen sind. Er ist insofern aktuell, alsdass sich der pensionierte Hamburger Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus Püschel, bekannt unter anderem durch die private Ermittlungsinitiative in der Mordserie Kurt-Werner Wichmann, derzeit nochmal um die Aufklärung des Falles bemüht. Eine Veranstaltung zum Fall Kiesel findet am 9. November um 19 Uhr im Freizeitzentrum Schnelsen statt (Link). Püschel möchte nicht nur an den Fall erinnern, sondern möglicherweise auch neue Hinweise unter Schnelsenern gewinnen. Die Veranstaltung ist ausverkauft, vielleicht hat aber bereits jemand ein Ticket.
Aus dem Themenwiki des Threads "Lange zurückliegende Morde neu aufgerollt" hier eine Zusammenfassung:
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Wenn ich das richtig sehe, gibt es zum Mordfall Jörg Kiesel noch keinen Thread im Allmystery-Forum. Der 43-jährige Kiesel wurde im Januar 1999 in Hamburg-Schnelsen von einem Unbekannten erschossen, der offenbar mit einer Pistole bewaffnet Verkehrssünder abstrafen wollte. Vieles deutet daraufhin, dass es sich bei Kiesel um ein Zufallsopfer handelte. Allerdings war die Fahndung der Polizei im Nahbereich erfolglos, sodass auch ein anderes Motiv nicht mehr ausgeschlossen scheint. Der Fall zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Ermittler auf damalige Kinder und Jugendliche als Augenzeugen der Tat angewiesen sind. Er ist insofern aktuell, alsdass sich der pensionierte Hamburger Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus Püschel, bekannt unter anderem durch die private Ermittlungsinitiative in der Mordserie Kurt-Werner Wichmann, derzeit nochmal um die Aufklärung des Falles bemüht. Eine Veranstaltung zum Fall Kiesel findet am 9. November um 19 Uhr im Freizeitzentrum Schnelsen statt (Link). Püschel möchte nicht nur an den Fall erinnern, sondern möglicherweise auch neue Hinweise unter Schnelsenern gewinnen. Die Veranstaltung ist ausverkauft, vielleicht hat aber bereits jemand ein Ticket.
Aus dem Themenwiki des Threads "Lange zurückliegende Morde neu aufgerollt" hier eine Zusammenfassung:
Am 21. Januar 1999 wurde der 43-jährige Jörg Kiesel in einer Grünanlage im Hamburger Stadtteil Schnelsen erschossen. Mehrere Kinder und Jugendliche wurden Zeugen der Tat, die offenbar aus einem Streit über ein falsch geparktes Auto hervorgegangen war. Trotz ihrer Aussagen konnte der Täter bislang nicht identifiziert werden.
Am späten Nachmittag des Tattages hielt sich Kiesel aus ungeklärten Gründen im Wohngebiet Burgwedel in Hamburg-Schnelsen auf. Den dunkelblauen Kia Clarus seiner Frau Hannelore hatte er im Bereich Schleswiger Damm/Grothwisch abgestellt, wobei das Fahrzeug teilweise auf dem Gehweg stand. Als er zu seinem Wagen zurückkehrte, bemerkte er einen unbekannten Mann, der gerade die beiden auf dem Gehweg stehenden Reifen mit einem Messer zerstach. Zwischen den Männern entwickelte sich daraufhin eine lautstarke Auseinandersetzung. Der Unbekannte soll Kiesel vorgeworfen haben, mit seinem Fahrzeug den Gehweg zu blockieren. Als er sich entfernen wollte, folgte ihm Kiesel und setzte den Streit fort. Auf der Flucht über die Straße Grothwisch drehte sich der Mann zweimal um und gab mit einer Pistole Schüsse in Kiesels Richtung ab.
Nach etwa 250 Metern erreichten die beiden eine Weggabelung in einer Grünanlage. Dort richtete der Unbekannte seine Waffe erneut auf Kiesel, der ihn wiederholt zum Schießen aufgefordert haben soll. Schließlich traf ein aus zwei bis drei Metern Entfernung abgegebener Schuss Kiesel in den Brustbereich. Der 43-Jährige konnte sich noch bis zu einer nahegelegenen Parkbank schleppen, wo er jedoch seinen Verletzungen erlag. Der Täter flüchtete unerkannt in Richtung eines Rückhaltebeckens.
Mehrere Zeugen hatten die Auseinandersetzung beobachtet. Der 14-jährige Matthias Wagner, der auf dem Weg zu einem Freund war, hatte die beiden Männer über die gesamte Strecke verfolgt. In unmittelbarer Nähe des Tatorts hielten sich zudem zwei acht und neun Jahre alte Jungen auf, die in der Grünanlage spielten. Durch die Schüsse aufgeschreckt, versteckten sie sich unter einer Holzbrücke, von wo aus sie Teile des Geschehens beobachten konnten.
Da die Polizei vermutete, dass der Täter in unmittelbarer Tatortnähe wohnte, kam den Zeugenaussagen bei den Ermittlungen besondere Bedeutung zu. Der Gesuchte wurde als etwa 40 bis 50 Jahre alter Mann beschrieben, der zur Tatzeit eine Jeans, einen blauen Pullover, eine Brille und eine Baseballkappe getragen haben soll. Im Rahmen einer groß angelegten Überprüfung ermittelten die Beamten rund 250 Männer aus der Umgebung, auf die diese Beschreibung zutraf. Die Männer wurden aufgefordert, sich fotografieren zu lassen. Die Aufnahmen wurden anschließend dem 14-jährigen Hauptzeugen vorgelegt, der den Täter jedoch nicht identifizieren konnte. Im weiteren Verlauf kamen Zweifel auf, ob der Jugendliche möglicherweise einzelne Merkmale des Täters mit denen Kiesels verwechselt hatte, der während der Auseinandersetzung als der aktivere der beiden Männer beschrieben wurde.
Auch die Suche nach der Tatwaffe, einer Pistole des Kalibers 5,6 Millimeter, blieb erfolglos. Unter anderem suchten Taucher den Burgwedelau-Nebengraben und das nahegelegene Rückhaltebecken ab, ohne die Waffe zu finden.
Angesichts der ausbleibenden Ermittlungserfolge und der wenigen zielführenden Hinweise aus der Nachbarschaft kamen wiederholt Zweifel auf, ob Kiesel tatsächlich Opfer einer zufälligen Auseinandersetzung geworden war. Auch seine Ehefrau Hannelore vertrat die Auffassung, dass hinter der Tat ein anderes Motiv stecken könnte.
Jörg Kiesel war in der Vergangenheit wegen mehrerer Einbrüche zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die er in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel verbüßt hatte. Während eines Hafturlaubs lernte er seine spätere Ehefrau kennen, die er 1997 nach seiner Entlassung heiratete. Obwohl er sich vorgenommen hatte, künftig ein straffreies Leben zu führen, soll er in der Folgezeit erneut Kontakte ins kriminelle Milieu unterhalten und sich an Einbrüchen sowie dem Handel mit Diebesgut beteiligt haben. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Kiesel von einer Person aus diesem Milieu gezielt an den späteren Tatort gelockt worden sein könnte.
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