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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

300 Beiträge, Schlüsselwörter: Krebs, Ausschluss
TatjanaT.
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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

25.12.2015 um 21:46
@Cerberus_

Ich denke es nimmt dir niemand übel. Ich wünschte ich könnte dich jetzt mal ganz feste drücken :(


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nodoc
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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

25.12.2015 um 22:03
@Cerberus_
Was du und die Mutter deines Mannes gerade durchlebt, ist auch kaum in Worte zu fassen. Du sollst einfach nur wissen, das hier Menschen sind die dich verstehen und zuhören, wenn dir danach ist. Wenn du nicht antwortest, ist das völlig OK.


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

25.12.2015 um 22:25
@Cerberus_
Ich denke alle hier verstehen dich. Der Grat zwischen dem Bedarf alleine zu Trauern, und dem Bedürfnis zu reden ist so schmal - habe dir gerade noch meine Handynummer geschickt. Sieh es als Notfall Nummer an.
Mein Handy ist auf laut gestellt, und du kannst mich im Akutfall 24/7 erreichen.

Pass auf dich auf, und nimm dir die Zeit die du brauchst. Doch scheue nicht davor, mich zu kontaktieren wenn du den Bedarf dazu verspürst.

Gemeinsam sind wir stark. ❤️


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

25.12.2015 um 22:37
@Carietta
Du hast meine Gedanken unglaublich gut aufgeschrieben, ich kann mich da nur anschließen.

Jetzt sitze ich hier und heule. Vergieße Tränen über einen Menschen, den ich gar nicht kannte.
Dessen Geschichte mich aber unglaublich berührt hat, vielleicht auch deshalb, weil Du @Cerberus_ so ein liebenswerter tapferer Mensch bist.
Mir fehlen gerade auch die richtigen Worte, falls es die geben sollte.
Fühle Dich einfach von mir ganz herzlich gedrückt.


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27.12.2015 um 11:14
@Cerberus_

Du bist nicht allein.


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

27.12.2015 um 23:32
@Cerberus_
Ich wünschte, ich hätte Worte, für das, was mich gerade bewegt.
Ich habe so gehofft, dass es für euch beide ein Wunder gibt, einen weiteren gemeinsamen Weg.

Es gibt wohl nichts, was ich hier schreiben könnte, was Dir jetzt Trost bietet. Aber vielleicht später?
Wenn es mir jemals so ergehen sollte, ich krank bin und auf Hilfe angewiesen, dann kann ich nur hoffen, einen Menschen zu haben, wie Dein Mann ihn in Dir gefunden hat. Jemanden, der mich nicht aufgibt, der trotz aller Schwierigkeiten und Ängste bei mir bleibt und mich auch in den schlimmsten Momenten erträgt, auch danach noch immer an meiner Seite ist, und mich bis zum Ende begleitet.

Ich wünsche Dir Kraft, um diese schwere Zeit zu bewältigen.


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

28.12.2015 um 01:37
Ich danke euch allen nochmal für eure lieben Worte.

Im Moment habe ich das Gefühl, ich ersticke vor lauter Dunkelheit.

Und auch danke, das ihr es als etwas besonderes anseht, das ich bis zuletzt bei ihm war, ihn gepflegt habe..aber ich habe es einfach Liebe genannt. Und die bleibt auch immernoch bestehen.

Man hat mich schon Witwer genannt. Ich habe dagestanden und gesagt "Nein, ich bin verheiratet." und habe meinen Ehering hochgehalten. Ich liebe ihn und das wird nie aufhören. Ich weiß, er hätte das gleiche für mich getan. Er war..nein ist..ein wundervoller Mensch.

Ich lasse euch ein Gedicht da, das er kurz bevor wir uns kennenlernten geschrieben hat. Es fasst meine momentanen Gefühle perfekt in Worte:

Lament

I reach for in the night...
you are so close....
I can still hear your laughter in the dark.
You smiled at me...

You seem so close..
I still can smell your hair
I still can taste your lips..
they are so soft..

You seem so close
I only have to reach for you..
and I'll find you next to me
You are so gentle..

You seem so close..
and I reach for You in the dark
but I only find the darkness
and the night.......

Where have You gone?
I still can hear your laughter in the dark.

08/09/00 by D.D.


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kuriten
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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

28.12.2015 um 11:20
@Cerberus_
Das ist echt schön.


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nodoc
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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

28.12.2015 um 11:28
@Cerberus_

Ein wunderschönes Gedicht.

Dein Mann wird immer bei dir sein, weil er in deinem Herzen und deinen Gedanken ist.
Menschen, die wir lieben und von uns gegangen sind, haben nur den Schritt ins Unbekannte gewagt. Sie bleiben immer ein Teil von uns, bis auch wir irgendwann diesen Weg gehen werden.

Ich mag das Wort " Witwe/ Witwer " auch nicht und habe es aus meinem Sprachgebrauch so gut es geht, gestrichen. Einfach weil es nichts mit dem zu tun hat, wer oder was ich jetzt bin.

Ich weiß das dich meine Worte nicht trösten können, werde ich gar nicht erst versuchen.
Trauer ist Schwerstarbeit und niemand kann sie dir abnehmen. Sie führt an Grenzen und manchmal, weit darüber hinaus.


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

28.12.2015 um 11:53
Er hat noch mehr geschrieben. Bevor wir uns kennenlernte wäre eine raue Zeit für ihn. Dann wurde es langsam besser. Er wollte leben. Kurz darauf kam der Tumor.

Ich sollte seine Gedichte mal posten....


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kuriten
ehemaliges Mitglied

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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

28.12.2015 um 12:21
@Cerberus_
Finde ich eine gute Idee! Wie wärs mit deinem Blog?


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

28.12.2015 um 12:24
Cerberus_ schrieb:Ich sollte seine Gedichte mal posten....
Oh ja, mach das!

Ich würde sie gerne lesen. :)


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29.12.2015 um 22:51
@Carietta
@kuriten

Die Gedichte findet ihr nun in meinem Blog.


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

02.03.2017 um 14:00
Ursprünglich war ich optimistisch und sah diese Krankheit als heilbar an. Aber die Erfahrung hat mich eines besseren belehrt.
Mein bester Freund hatte Krebs. Es wurde entfernt und alles sah gut aus. Nach ein paar Monaten kam der Krebs unerwartet wieder und er starb am 16.09.2015.
Seit dem sehe ich die Sache realistisch. Man kann Krebs nicht heilen. Egal wie oft man es "weg" macht, es kommt wieder und irgendwann tötet es einen.
Daher ist es vermutlich für viele auch so schwer Kontakt mit einem Krebskranken zu haben, weil man sich nicht emotional an eine Person binden will, die mit Sicherheit nicht mehr lange lebt.


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02.03.2017 um 20:45
@Queen-of-Mad

Zuerst mal wünsche ich Dir aufrichtiges Beileid zu Deinem Verlust. Zwei Jahre sind nicht genug, um über so eine Katastrophe hinwegzukommen. 

Ich habe beide Eltern durch Krebs verloren (1987 und 2000), liegt offenbar in unserer Familie. In beiden Fällen war der Leidensweg grausam, ungerecht, verzweifelt und sinnlos. Und im Falle meiner Mutter unsäglich lange. Ich habe Jahre gebraucht, um das zu verarbeiten, ich wurde so sehr erschüttert, das ich die Nachwehen noch heute in mir spüren kann.

Und was habe ich dieses eingebildete, weltfremde Ärztepack gehasst, diese Quacksalber mit ihrer großen Schnauze, die ihre Patienten und deren Angehörige anlügen, die herumpfuschen und sich in Wirklichkeit einen Scheixx um die Leute kümmern. Zynische Metzger in meinen Augen, ich hätte das AKH in Wien (AKH = Allgemeines Krankenhaus, das größte Spital Österreichs und gleichzeitig Uni-Klinik) am liebsten in die Luft gesprengt.

Bis...

Tja, bis sich mir so langsam die Erkenntnis erschloss, dass ich ein paar Dinge falsch sehe. Bis ich erkannte, dass Ärzte Menschen sind, und sich sehr wohl um ihre Patienten kümmern. Das ihre Lügen Ausdruck sind ihrer Hilflosigkeit, aber auch ihrer Barmherzigkeit. Das ihr Zynismus der einzige Weg ist, das Leid der Patienten sehen zu können ohne den Verstand zu verlieren. Das das AKH nur ein Haus ist, und zwar eines, in dem jedes Jahr tausenden Menschen geholfen wird. Und das die Medizin ein äußerst großer und komplexer Bereich ist, der sich einem Laien kaum erschließt und der selbst für die besten Ärzte eine Herausforderung ist.

Ich lag also falsch.

Unter anderem, weil ich es mir nicht gestattet hatte, Fakten in meine Beurteilung einfließen zu lassen. Ich hatte mein Urteil auf rein emotionaler Basis getroffen. Es war ein Kind meiner Verzweiflung und meiner Hilflosigkeit, aber es war alles andere als gerecht. Ich wäre kein guter Richter gewesen.

Und in diesem Kontext bitte ich Dich, Deine Einschätzung zu hinterfragen. Sprich mal mit Ärzten über das Thema. Suche Dir Statistiken aus dem Netz. Versuche, objektive Daten zu erlangen.

Ich glaube, Du wirst dann feststellen, dass es eben doch nicht so ist, dass der Krebs immer wieder kommt (war übrigens bei meiner Mutter auch so, wenn auch mit einer krebsfreien Phase von mehreren Jahrzehnten).

Natürlich ist Krebs nicht immer restlos heilbar. Aber oft. Und...

Krebs ist nicht gleich Krebs. Es kommt immer darauf an, um welche Krebserkrankung es sich im konkreten Fall handelt. Bei einigen ist die Prognose - vor allem bei rechtzeitigem Erkennen - absolut positiv. Bei anderen ist Krebs selbst heute noch in den meisten Fällen ein Todesurteil.

Krebs ist bei Gott kein einfaches Thema. Weil es keine einfache Krankheit ist. Weil er so unheimlich ist. Weil wir (die nicht-Mediziner) so wenig darüber wissen. Weil auch so viele Mythen und Märchen darüber kursieren, auch heute noch.

Weil so viele Menschen, die wir so sehr lieben, an dieser verfluchten Krankheit so elend sterben müssen.

Weil wir ihn hassen.

Ja, etwas plakativ, gebe ich zu. Aber ich denke, Du merkst schon, wo ich hin will.

Tue Dir selbst einen Gefallen und finde eine Möglichkeit, den Tod Deines Freundes mit anderen Emotionen zu verbinden als Hass, Vorwürfe, Verbitterung. Es ist recht, um unsere Lieben zu trauern, und vielleicht sind sie - wenn es irgendetwas von ihnen noch irgendwo gibt - stolz auf uns, weil wir zu Trauer fähig sind. Aber würden sie wollen, dass wir verbittern?

Ich glaube nicht.

Ein Weg dazu könnte sein, sich möglichst objektive Informationen zu beschaffen. Der erste Schritt weg von einer Emotionalität, die nur Ängste schürt, hin zu einem klareren und - vielleicht auch - angstfreierem Bild dieser Geißel der Menschheit.

Ich kann Dir gleich sagen: das ist ein langer und schwieriger Weg. Aber allemal besser, als in dumpfer Verzweiflung zu ertrinken.

Ich hoffe, Du bist mir nicht böse über meine offen Worte. Ich kenne Deinen Schmerz nur zu gut und wollte helfen.


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02.03.2017 um 22:47
@Blues666 

Sehr schöner, weil ehrlicher  Beitrag.  🖒💚


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

02.03.2017 um 22:58
@HBZ

Danke schön!  :)


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

02.03.2017 um 23:13
Wieso bedeutet Gesellschaft eigentlich Gesundheit oder Funktionalität?

Ehrlich, mit ist ein Mensch viel lieber, der mich innerlich bewegt und so kaum noch für mich wegzudenken ist, als jemand, der zwar funktioniert, aber für nichts anderes zu gebrauchen ist.
Ich guck in die Menschen, nicht auf das, was sie leisten.


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

02.03.2017 um 23:29
Bei meiner Mutter sieht es zur Zeit gut aus.
Op ist zwei Jahre her.
Ich hab die fast schon dahin geschleift, die wäre sonst lieber gestorben.
Hatte große Bedenken, ob ich da richtig gehandelt habe.
Aber zu Weihnachten und Geburtstag bekomme ich immer eine Karte wo sie mir dankt.
Hätte auch anders laufen können.
Was wenn die bei der OP gestorben wäre?
Dann hätte ich mir die Schuld gegeben.
Das sind schon schwere Entscheidungen, wenn einer sowas hat.

Zum TE denke ich, dass viele auch einfach nicht wissen wie die sich verhalten sollen.
Gewohnheitstiere und so...


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Diagnose Krebs, Ausschluß aus der Gesellschaft besiegelt?

06.03.2017 um 13:06
Und jetzt? Keine Nachfrage, keine Reaktion, keine Hilfsangebote. Nichts. Als wäre er gar nicht mehr da. Wenn man doch mal jemanden trifft, dann wird betreten weggeguckt, oder "Oh, schlimm." Kein "Gute Besserung." oder gar "Kann man helfen?".
Es ist ja so, dass die Leute in ihrer heilen Welt leben und wenn etwas schreckliches im Umfeld passiert, wird kurz darüber gesprochen " Ach wie schrecklich" und dann wird das ganze schnell wieder verdrängt, weil es im eigenen, heilen Leben bitte keinen Platz haben soll. Sind ja schliesslich immer die anderen, die sowas trifft.

Ich habe sowas auch schon erfahren und anstatt zu fragen, wie es geht oder so kam "Hast du noch all deine Haare aufm Kopp" ...

In Zeiten von Instagram und co. stosse ich oft auf solche schlimmen Schicksale die mich auch sehr beschäftigen. Deswegen kann ich es auch einerseits verstehen, dass man sich davon abgrenzen möchte, wenn man merkt, dass einem sowas "negatives" nicht gut tut. Andererseits wäre ich nicht die Art von Mensch, die seinem kranken Nachbarn oder Freund nicht bei irgendwas helfen oder unterstützen würde.

In der Not merkt man, wer halt ein wahrer Freund ist.


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