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Harte Arbeit

50 Beiträge, Schlüsselwörter: Mensch, Gesellschaft, Arbeit, Bildung, Armut, Klima, Volk, Sozial, Rauchtum

Harte Arbeit

14.03.2020 um 20:00
rhapsody3004 schrieb am 05.03.2020:Zwischen 2011-14 war ich über eine Fremdfirma in einer Bundesanstalt tätig. Reinigungs- und Sicherheitskräfte aber auch die Postangestellten und Botengänger sowie Handwerker wurden kaum oder gar nicht gegrüßt.
Das kenne ich auch. Man ist einfach durchsichtig. Oder bekommt noch einen doofen Spruch gedrückt, sehr respektlos.
Alicet schrieb am 05.03.2020:Ich hab mal im Hotel gejobbt, also gaaaaanz unten, das war echt lehrreich. :D Es war schon heftig zu erleben, wie abfällig manche Menschen sich äußern oder einen behandeln, oder, was für einen Schweinestall sie hinterlassen, wenn sie davon ausgehen, dass jemand (der schlecht dafür bezahlt wird), sich sowieso darum kümmert .. und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass ältere Menschen oft höflicher aufgetreten sind. Vielleicht, weil sie die Situation selbst kennen.
Oh ja. Ich war in einem kleineren Hotel und das war widerlich. Es ist erstaunlich, wie manche Leute innerhalb nicht mal eines Tages das Zimmer zurichten können. Auch da war man unsichtbar.

Wir hatten ja eh die Order, unsichtbar zu sein und, wenn man einen Gast im Flur traf, freundlich zu grüßen. Vielleicht 10% haben zurückgegrüßt.


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15.03.2020 um 07:57
FreudeFreueude FREUDE.... Alle Menschen werden Brüder...
Nicht in einem Gesellschaftssystem, das aus Neoliberalismus hervorgeht.


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15.03.2020 um 12:40
F1971 schrieb:Alle Menschen werden Brüder
Ja, aber auch das ist ein hartes Stück Arbeit!


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15.03.2020 um 13:59
F1971 schrieb:FreudeFreueude FREUDE.... Alle Menschen werden Brüder... Nicht in einem Gesellschaftssystem, das aus Neoliberalismus hervorgeht.
Naja, im Kommunismus der Ex- DDR waren auch nicht alle "Brüder" und wer nicht systemtreu war, hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen, oder wurde je nach Ausmaß sogar weggesperrt.
Auch dort hatten sicher nicht alle Freude an ihrer Arbeit, denn der übergroße Teil der Bürger konnte sich den Job nicht aussuchen, sondern bekam eine Arbeit zugeteilt. Meist eine Arbeit, die dazu beitragen musste, damit die angestrebten Ergebnisse der Planwirtschaft erzielt wurden.
Die viel beschworene Solidarität der Ex DDRler bestand nicht generell, sondern meist nur unter denen, die das System stützten oder zumindest glaubhaft so getan haben, als würden sie es tun.
Andere wurden auch gerne mal vom Nachbarn oder "Freund" an die Obrigkeit verraten.
Allerdings gebe ich Dir Recht, dass im Neoliberalismus der Ellenbogen regiert und das System auch alles andere als fair und gerecht, bzw. menschlich ist.

Als harte Arbeit würde ich Tätigkeiten einordnen, die körperlich und oder / und psychisch sehr belastend sind.
Darunter fallen für mich gesellschaftlich sehr wichtige Jobs- wie Rettungsassistenten, Krankenpfleger, aber auch Müllwerker, Gartenarbeiter, Forstarbeiter, Maurer etc.
Die letzten beiden sind m.E. nicht psychisch aber körperlich trotz Maschineneinsatz immer noch sehr herausfordernd.

Der Beruf als Lehrer kann sehr kräftezehrend und psychisch belastend sein, aber auch ein eher angenehmer Beamtenjob. Kommt ganz auf die Schülerklientel und die Lage der Schule ( Brennpunkt, oder bürgerliches Viertel) und die Schulform an.

Schulformen wie Haupt oder Realschule, bzw. heute überwiegend Oberschule, Stadtteilschule, Förderschulzweig = kenne Lehrer die dort unterrichten und es ist der blanke Horror. Lehrer werden dort teilweise von SuS oder deren Eltern bedroht, sogar körperliche Angriffe gegen Lehrer gab es,die SuS haben sehr unterschiedliche Voraussetzungen, der Lehrplan kann kaum umgesetzt werden, dazu kommen Integrations und traumatisierte Flüchtlingskinder.

Abendgymnasium, zweiter Bildungsweg, nach Realschulabschluss und erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung.
Ein sehr guter Job, denn diese SuS kommen freiwillig, sind überwiegend sehr lernbereit es gibt kaum so etwas wie Disziplinprobleme. Stress mit Eltern und Elterngespräche entfallen dort, da die SuS alle über 18 Jahre alt sind. Lediglich wenn die Note nicht gefällt, geht mal der ein oder andere Schüler zum Rechtsanwalt. Insgesamt ein sehr guter Job, wobei man dort Freude am Unterrichten von erwachsenen Schülern haben kann.


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15.03.2020 um 14:44
Nach Gesprächen mit sehr vielen Menschen, die in der DDR gelebt und gearbeitet haben, hatte ich den Eindruck gewonnen, dass die Arbeitsbedingungen sich dort nicht wesentlich von denen im Kapitalismus unterschieden. Klar, branchenabhängig gab es mal nix zu tun, weil die Braunkohle eingefroren war oder die Planwirtschaft mal wieder dringend beötigte Bauteile im Plan vergessen hatte. Stress und Arbeitshetze gab es auch, Konkurrenz und Neid, mangelnder Arbeitsschutz und Ausbeutung... schon zu Lebzeiten der DDR hatte ich den Eindruck, dass in einigen gesellschaftlichen Bereichen der Unterschied zur guten alten BRD so gross nicht war.


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15.03.2020 um 15:14
Ich bewundere die Menschen, die in der Krankenpflege oder Altenpflege arbeiten.

Die Arbeit ist körperlich und psychisch oft schwer, es gibt personelle Unterbesetzung und Schichten in der Nacht und am Wochenende. Meiner Meinung nach ist das harte Arbeit, die besser bezahlt und mehr anerkannt werden sollte.


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15.03.2020 um 15:42
@Nullkommanicht

Meine Rede seit Jahrzehnten:

Das Ungerechte ist, dass die tödlich langweiligen Jobs schlecht bezahlt werden, die interessanten aber hoch dotiert sind. Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein. Die Frau am Fliessband sollte wg. Monotonie mehr bekommen als ihr abwechslungsreich tätiger Chef.


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15.03.2020 um 16:03
Doors schrieb:Das Ungerechte ist, dass die tödlich langweiligen Jobs schlecht bezahlt werden, die interessanten aber hoch dotiert sind. Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein. Die Frau am Fliessband sollte wg. Monotonie mehr bekommen als ihr abwechslungsreich tätiger Chef.
Das habe ich auch schon oft gedacht. Als Bundesminister für irgend ein Ressort oder als Generalsekretär einer Partei braucht es weder abgeschlossene Ausbildung noch abgeschlossenes Studium ( Joschka Fischer, Claudia Roth, aber auch Tobias Hans, MP Saarland, Paul Ziemiak, Kevin Kühnert).

Sie alle haben mehr oder weniger gute Fachberater, die der Steuerzahler auskömmlich honoriert ( vor allem unsere Flinten- UvdL hat reichlich davon Gebrauch gemacht.
Sie lernen interessante Leute kennen, werden durch die Gegend chauffiert und bekommen eine mehr als auskömmliche Rente.

Nach vierzig Jahren am Fliessband hat man eigentlich am Leben vorbei gelebt und kann sich auch im Alter kaum etwas leisten.


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15.03.2020 um 17:09
Rotmilan schrieb:Als Bundesminister für irgend ein Ressort oder als Generalsekretär einer Partei braucht es weder abgeschlossene Ausbildung noch abgeschlossenes Studium
Tja, selbst aus Dir kann noch was werden - also auf nach Berlin!


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15.03.2020 um 18:05
@Rotmilan
Das ist durchaus etwas, das Hand und Fuß hat. Aber andererseits: während ich monotone Jobs nicht runterspielen will, denke ich, dass Minister gesamtgesellschaftlich gesehen mehr Verantwortung (auch über im weiteren Sinne Untergebene) tragen als jemand der am Fließband gewisse Handlungsschritte befolgt, die ggf. keine weitere Flexibilität erfordern oder die Tragweite der Handlungen eher gering halten. Idealerweise ist die Person im entsprechenden Amt auch noch kompetent bzw. kann was vorweisen, schon klar. Wenn wir mal bestimmte Personen aussen vor lassen und einfach vom Amt an sich sprechen:

Ich denke, es können mehr Leute monotone Jobs (gut) machen, als gewisse politische Ämter. Damit will ich ausdrücken, dass es vlt. doch nicht so leicht ist, wie manche meinen. Ferner kann auch Korruption ein Aspekt sein - bzw. die Bekämpfung davon. Beschneide Abgeordnete / Politiker die in diesem System nun mal auch irgendwo staatstragende (Legislative) Funktionen ausführen und man öffnet abstrakt Tür und Tor zur Korruption und Einflussnahme. Das gleiche Prinzip ja bei vielen Beamten. Ich kann daher gewisse "solide finanzielle Vergütungen" aus der Perspektive schon verstehen. Geld (Besoldung/Vergütung) kann eben ein wichtiger Grund sein, Korruption vorzubeugen - jetzt mal unabhängig davon ob man meint, Politiker XY hätte das verdient oder nicht. Das ist ja relativ. Klar, bei manchen wunder ich mich auch.

Ich wäre aber eher dafür, dass man eben genau denen die in der Gesellschaft wichtige Jobs auf anderen Ebenen ausführen noch mehr bekommen, und dass man nicht versucht als Unternehmer an allen Ecken und Kanten (auch beim Personal) zu sparen. Es gibt ferner so richtige "Underdog-Jobs" die finanziell und anderweitig - in Relation zu anderen Jobs für den Fleiß der abverlangt wird - einfach gelinde gesagt BESCHISSEN vergütet werden. Ich denke da z.B. an Berufe in der Pflege kranker bzw. alter Personen.

Das ist zumeist harte Arbeit die in der Gesellschaft irgendwer machen muss weil die Gesellschaft selbst und theoretisch jeder alt/krank werdende Mensch darauf angewiesen sein kann. Aber man hört nicht erst seit gestern, dass die Rahmenbedingungen eher mies sind. Wie kann das sein? Sind nicht mitunter jene die uns einen würdevollen Lebensabend bzw. Betreuung in Krankheit und Verwundung irgendwo Helden der Gesellschaft, also eine wichtige Stütze jener?

Ich habe hier diese Berufe jetzt nur als Beispiel rausgepickt weil es darüber genug Berichte, Kritiken und Debatten gibt. Kann jeder gerne für sich auf weitere Berufe ausweiten.

Denn genau das sind viele Jobs: Harte Arbeit - die aber nicht adäquat vergütet werden, auch im Hinblick aufs Alter und Rente.


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