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Gendern zur Pflicht machen?
um 10:43Vorstand ist halt nicht nur ein Wort im Duden, sondern bezeichnet die zivilrechtliche Funktion einer oder mehrerer Menschen.gagitsch schrieb:Unser Duden ist ja lange kein Werk der verbindlichen Sprache mehr, sondern ein Sammelsurium aus aktueller und richtiger Wortlektüre sowie Umgangssprachlichen und nutzlosen Firlefanz.
Und verbindlicher für unser aller Leben als der Duden ist da nun mal das Bürgerliche Gesetzbuch ("von der Wiege bis zur Bahre"). Eine Person ist nur dann Vorstand, wenn sie alleiniger Vorstand ist. Ansonsten ist sie nur Mitglied des Vorstands. Gleiches findet sich auch im Aktiengesetz.
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__26.html
https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__76.html
Allerdings haben wir mit dem Mitglied (wie auch den Mitglieder*innen) ein Problem:
Weil es das Mitglied ist, mithin also Neutrum und nicht generisch maskulin wie der Vorsitzende, gibt es kein die Mitgliedin. Und damit auch keine Mitgliederinnen. Das Vorstandsmitglied bleibt also neutral, wie auch die Vorstandsmitglieder.
All das zeigt, dass die deutsche Sprache ihr generisches Geschlecht in vielen Fällen recht wahllos verteilt, so lange es sich nicht um klassische maskuline Personenmehrheiten wie bei den Berufsgruppen Professoren, Ärzte oder Arbeiter handelt. Unsere Sprache erlaubt es - neben drei Artikeln - an alles Mögliche ein -in dran zu hängen. Also auch an Terrorist, Lautsprecher, Abschlepper oder Fußgänger.
Aber da wird ein zwanghaftes, äh, konsequentes Feminisieren oder Neutralisieren einfach schwierig. Wie bei Vorständin, Fußgehende oder allen zusammengesetzten Nominativen, die man im Deutschen ziemlich beliebig aneinander bauen kann (Wander*innenweg).


