nairobi schrieb:Echt? Kann ich nicht nachvollziehen.
Kann ich auch nicht nachvollziehen - kann mir aber vorstellen dass das passiert.
Bei meinem vorherigen Arbeitgeber gab es eine Mailingliste für "zu verschenken und zu verkaufen". Oft war Kleidung dabei, darunter auch Kleidung neu mit Preisschild (das lange Pappschild das man definitiv vorm Tragen entfernen wird). Es handelte sich dabei v.a. (aber nicht ausschließlich) um festliche Kleidung die eher für bestimmte, ggf. nur einmalige Anlässe genutzt wird, die möglicherweise nicht stattfanden.
Viel vom Typ "Satinkleid apfelgrün", "Kinderanzug" etc. Daneben aber auch eher vielfältig Brauchbares wie Jeans, Jacken.
Die Kleidung wurde zu einem sehr geringen Preis verkauft, oder direkt umsonst angeboten.
(So findet sich immerhin noch eher jemand, der sie auch nutzen wird. Vorstellbar, dass einiges davon weggeworfen worden wäre, wenn sich nicht diese einfache Möglichkeit - Rundmail mit Foto dabei, Übergabe vor Ort an sowieso anwesende Person - ergeben hätte. Ob jeder die Kleidung stattdessen online zum Verkauf angeboten hätte? Bezweifle ich.
nairobi schrieb:Was manche auch machen: Klamotten für einen bestimmten Anlass bestellen, tragen, zurückschicken. Finde ich nicht in Ordnung, denn eine Kaufabsicht bestand von vornherein nicht.
Uh... nein, das finde ich auch nicht in Ordnung.
Allgoria schrieb:Ich verstehe das ständig neue Klamotten kaufen auch nicht. Ich habe weniger Kleidung im Schrank, als mein Mann. Was jetzt nicht heißt, dass ich ungepflegt oder verlottert bin. Ich verstehe nur nicht, wie man ständig neue Klamotten kaufen und sie dann nicht anziehen kann.
Ist hier auch so. Ein Kleiderschrank der für eine Person gedacht wäre wird von uns zu zweit genutzt. Auch wir laufen nicht verlottert und ungepflegt herum. (Ich bisweilen eher "praktisch", auch weil das zum Arbeitsplatz passt, aber auch wir haben, was wir spaßhaft "Terminklamotten" bezeichnen (Anzüge, Blusen etc.). Letztere so gewählt, dass sie für viele Anlässe passen, und so nicht z.B. extra für eine Einladung zu einer Hochzeit was Neues gekauft wird - sondern z.B. Anzug und Hemd/Bluse zum Einsatz kommen, in gepflegtem Zustand, passender Größe und für viele Anlässe geeignet.)
Für dauernd was Neues kaufen obwohl noch genügend passende Kleidng in gutem Zustand da ist, wäre uns auch die Zeit und das Geld zu schade. Für Kaufen und dann nicht nutzen ebenso. Wenn aus irgendeinem Grund Kleidung nach Hause kommt die wirklich nicht tragbar ist (z.B. ein gut gemeintes Geschenk aber es pass leider nicht), gebe ich sie zurück oder gebe sie notfalls ab (nicht Altkleidercontainer, sondern wo glaubhaft die Kleidung wirklich verwendet wird - z.B. Frauenhaus, Wohnheime wenn auf deren Webseiten ausdrücklich (!) angegeben ist dass ut erhaltene Kleidung als Sachspende angenommen wird).
nairobi schrieb:Für mich ist ein Hauptkriterium beim Kleiderkauf. Ich möchte da im Idealfall reinschlüpfen und mich wohl fühlen.
Absolut.
Allgoria schrieb:Ich bin, was Kleidung angeht, sehr heikel, vorsichtig ausgedrückt. Vieles gefällt mir einfach nicht. Ich mag keine grellen Farben oder Muster oder verspieltes wie Glitzer oder überhaupt so Zierrat. Ist mir alles zu viel. Ich zeige meinen Körper auch nicht gerne. Wenn ich durch ein Kaufhaus gehe, dann sehe ich immer erst die Männerkleidung. Das spricht mich eher an.
Da geht es mir genauso. Bzgl. Marken oder dass es "nicht schön genug" ist bin ich nicht heikel - Kleidung soll aber nicht nerven, nicht kratzen, nicht schnell kaputt gehen (Zierrat geht übrigens auch oft schnell kaputt, wäscht sich runter), soll die Funktionalität des Körpers verbessern statt verschlechern.
(Neben der Männerabteilung, die ich auch aufsuche, was aber bei kleiner Körpergröße nur ausnahmsweise gut funktioniert (bin nur 1,58 m): Kinderabteilung (haben auch "Basic"-Teile, z.B. sind dann T-Shirts und auch manche Pullover, Kapuzenpullover einfacher gehalten gerade wenn man bei der Kleidung für Jungen schaut), Outdoor- sowie Arbeitskleidungsgeschäfte.
Arbeitskleidung ist oft robuster, und nein, das muss kein Blaumann sein
;) Da findet man auch ganz normale Pullover (eben ohne Glitzer und Bommelchen
:) ), t-Shirts, Jacken, sogar Anzüge und einzelne Anzughosen. Letztere mit einem meist etwas in Details praktischeren Schnitt (z.B. elastischem Bund) aber dennoch solchen Anlässen angemessen.)
lapis_lazuli schrieb:Qualität hat aber auch ihren Preis und ich kanns daher verstehen, wenn es Leute gibt, die zu billig produzierter Kleidung greifen (müssen).
Günstigere ja, aber dass es Temu & Co. sein muss dürfte sehr selten der Fall sein.
(Hatte früher wirklich wenig Geld (unterm rechnerischen Existenzminimum), Kleidung war üblicherweise gebraucht, oder vom Discounter (auch Aldi, Qualität war besser als man ggf. vermutet), C&A... aber nichts dabei das nach wortwörtlich einer Handvoll Wäschen kaputt ist. Etwas aus derartiger Quelle hätte ich nicht noch einmal gekauft. Auch ein heutig gekauftes einfaches T-Shirt aus einem beliebigen Geschäft - muss hier im Ausland manchmal kaufen was ich bekommen kann - hält definitiv mehr als "drei Wäschen", sondern eher rund 200 Wäschen* mindestens bis evl. die Farbe (schwarz) nicht mehr so satt ist, der Stoff aber noch völlig in Ordnung.)
Was da m.E. hilft, auch bei günstiger Kleidung oder wenn man nicht viel Auswahl hat um jetzt auf spezielle Marken zurückgreifen zu können haltbare Kleidung zu erwischen: Auf die Nähte und die Stoffqualität achten, möglichst auf Stretch/Elasthan verzichten (wenn es die Art des Kleidungsstücks hergibt), besser keine Aufdrucke oder andere Verzierungen die schnell nachlassen. Nichts das schon "ab Werk" getragen aussehen soll (abgewetzte Hosen etc.).
*Schätzung: Kaufzeitpunkt, wie viele Wochen im Jahr tragbar, wie oft landet es in der Wäsche