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In dubio pro reo! Der (Un)Gerechtigkeitsthread.

S_C
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In dubio pro reo! Der (Un)Gerechtigkeitsthread.

30.10.2014 um 19:36
Analog zum vorherigen Beitrag:

In den Datenbanken werden nicht nur Personendaten bereits ermittelter oder verdächter Personen gespeichert, sondern auch sogenannte Spurendatensätze von unbekannten Personen.

Falls ein Mörder, dessen Tat ein Unschuldiger absitzen muss, irgendwann zum Wiederholungstäter wird und glücklicherweise Spuren hinterlässt, ist die Chance den zu erwischen inzwischen recht groß. Was immerhin auch die Aufklärungsquoten beweisen. Abzüglich der zu Unrecht verurteilten natürlich.


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In dubio pro reo! Der (Un)Gerechtigkeitsthread.

01.08.2020 um 13:16
Darkpassion
schrieb am 09.09.2014:
Gerade bei sensiblen Themen wie Delikten an Kindern ist die Bevölkerung sehr schnell voreingenommen.
Gut beobachtet. Es wirkt auf mich fast so, als ob man sich manchmal einen geeigneten Sündenbock sucht und ihn dann so richtig alt aussehen lässt, was mit Hilfe der Medien nicht schwer ist. Danach lässt man die negative Berichterstattung über den vermeintlichen Täter so lange über die Medien verbreiten, bis ein Großteil des Pöbels die Propaganda glaubt, während der eigentliche Fall dabei immer mehr in den Hintergrund verschwindet.


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In dubio pro reo! Der (Un)Gerechtigkeitsthread.

02.08.2020 um 10:54
Vivere1980
schrieb am 09.09.2014:
Diesem Denken liegt meines Erachtens ein grundlegend falsches Weltbild, bzw. grundlegend falsches Verständnis eines Rechtsstaates zugrunde, nämlich der Welt ohne Böses bzw. einer absoluten Gerechtigkeit, bis hin zu einem Rache-Staat, der das Prinzip der emotionslosen, neutralen Rechtssprechung verletzt.
Mich würde ernsthaft interessieren, inwieweit dieses absolutistische Negieren rechtsstaatlicher Prinzipien eine (unbewusste) Erziehungs- bzw. Sozialistationsgrundlage hat. Ich meine, ob es antrainiert ist, denn eine Meinung ist es im klassischen Sinne ja nicht.

Ein alles andere als repräsentativer Hintergrund, der mich darüber nachdenken ließ:
Ich habe Familie im Ruhrgebiet und oft auch beruflich dort zu tun. Ich habe dort viele Menschen zwischen 60 und 80 kennengelernt, die in der Schule verdroschen wurden, dann zuhause nochmal dafür verdroschen wurden, dann später im Lehrbetrieb verdroschen wurden, wenn eine Zange fehlte, egal wer es gewesen ist, dann beim Bund (nicht alle, aber ein paar) in starke Mobbingdynamiken eingeflochten waren (zumeist eher als Täter). Im Rahmen des Strukturwandels wurden viele arbeitslos oder umgeschult und schworen sich, nicht so schlimm zu ihren eigenen Kindern zu sein. Während ich den meisten von diesenen (An-)Verwandten/Bekannten/Kunden/Geschäftspartnern abkaufe, nie ihre Kinder geschlagen zu haben, so zeichnet sie aber durch die Bank dieses sensationslüsterne Moment aus, dass man Tatverdächtigen aus Medienberichten sofort den Tod wünscht.
Ich rede von Menschen, die seit den 60ern in Volksparteien und Gewerkschaften sind, die sich im Kampf um ihre Arbeitsplätze quasi als das Herz der Demokratie verstanden haben. "Serieneinbrecher? Hände abhacken!". "Missbrauchsverdacht: Aufhängen!", "Aber was, wenn er es nicht gewesen ist?", "Natürlich war der das, wer denn sonst!"
Es ist furchtbar anzuhören und auch wenn diese ca. 3 bis 4 Dutzend Menschen, die ich jetzt speziell meine, niemals ihre Kinder mit Gewalt erzogen haben, so befürchte ich doch, dass sie ihnen diese abartige Rechtsauffassung (unterbewusst) mitgegeben haben könnten.

Dies ist nur ein winziger Einblick in einen Teil der Gesellschaft. So etwas gibt es sicher in allen Schichten unter Menschen aus allen Nationen.
Die Frage ist halt, inwieweit legt man sadistische Maßstäbe an das Rechtssystem an, wenn man unterbewusst selbst in seinem Leben zu viel "Unrecht" erfahren hat? Quasi als Kompensation.


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