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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

1.871 Beiträge, Schlüsselwörter: Einbruch, Selbstjustiz, Osteuropäer

Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

28.04.2016 um 21:24
Zuerst mal sollte jedem klar sein:

vom sicheren Sofa zu Hause aus lässt sich schön und leicht sinieren, welches Verhalten jeweils richtig ist in einer Situation.
In der Situation selbst zu stecken ist was ganz anderes. Da können die besten und klügsten Vorsätze blitzschnell umkippen, wenn das Adrenalin durch den Körper schießt und sich nicht alles so entwickelt, wie geplant.
Oft ließt man allerdings ziemlich selbstgefällige und von Arroganz geprägte Äußerungen in diversen Foren und Kommentaren, wo sich Leute altklug aufplustern und meinen:,,Das kann man doch nicht machen, sich mit Gewalt wehren...".

Ich bin der Meinung in einem Einbruchsfall:

Zuerst einmal hat der Einbrecher falsch gehandelt. Er begeht Sachbeschädigung, er hält sich unerlaubt an einem Ort auf, er will Diebstahl begehen. Das erfordert aus meiner Sicht schon mal ein Maß an krimineller Energie, die über das einfache Kaugummiklauen am Kiosk hinausgeht. Ob der Täter sich das vorher genau überlegt oder nicht, ist irrelevant, durch die Ausführung der Tat zeigt sich die kriminelle Energie.

Die eigene Wohnung stellt einen besonderen Schutzraum dar, sie ist psychologisch ein wichtiger Rückzugsort, in dem man sich vollkommen sicher fühlen sollte. Ist das nicht mehr gegeben aufgrund eines Einbruchs, kann das verheerende Konsequenzen haben, die weit über den materiellen Schaden, wie das geklaute Portemonai oder das Tablett hinausgehen.
Es ist ein natürlicher Instinkt, nicht nur sein Hab und Gut zu verteidigen, sondern auch seinen Rückzugsort sowie sich selbst und eine eventuelle Familie.

Diesen Instinkt zur Verteidigung sollte man nicht einfach runtermachen. Niemand muss sich wehrlos ausrauben und sich möglicherweise schlimmeres antun lassen. Raubmorde sind ein reales Phänomen - woher soll das Opfer eines EInbruchs wissen, dass der Täter bei Entdeckung nicht mit extremer Gewalt reagieren und das Opfer oder dessen Familie verletzen und töten wird?

Die Verteidigung ist nicht zu verurteilen und kann auch im Notfall mit der Tötung des Einbrechers enden.
Allerdings nur, wenn die Umstände es rechtfertigen.
Im hier diskutierten Fall wurde die Gefahr vom ,,Hausbesitzer" anscheinend falsch eingeschätzt und er zeigte eine Überreaktion.

Dass er dafür verurteilt wurde, da aufgrund seiner Überreaktion unnötigerweise ein Mensch starb, finde ich grundsätzlich angemessen. Sowas sollte nicht geschehen.
Man muss sich vor Augen halten: Wenn man eine rigorose Selbstverteidigungspolitik für den eigenen Grund und Boden ala Texas legitimieren möchte, dann bestünde auch die reale Gefahr, dass beispielsweise Kinder/Jugendliche, die einfach nur mal ,,Scheiße bauen" wollen, mit extremer Gewalt der Hausbesitzer rechnen müssten.

Deshalb finde ich es gut, wenn das Gericht durch sein Urteil klarstellt, dass zwar fraglos ein Recht auf Gegenwehr besteht, aber kein Recht, ungestraft mit ausgeprägter Gewalt zu antworten. Es sollten Verhältnisse gewahrt bleiben, auch wenn es schwer fällt.


EINE Möglichkeit, solche Zusammenstöße einzuschränken, könnte darin bestehen, dass man den Bürgern wieder ein höheres, subjektives Sicherheitsgefühl seitens des Staates vermittelt. Also statt immer mehr Polizeistationen zu schließen und Posten einzusparen und zu hoffen, dass nichts passiert, sollten diese vielmehr AUSGEBAUT werden!
Der Deal zwischen Bevölkerung und Staat in Bezug auf Gewaltmonopol lautet ja, einfach formuliert:

,,In Ordnung, wir verzichten auf Teile unseres Grundrechtes auf Selbstverteidigung zum größeren Wohl, wenn die Polizei uns dafür angemessen schützt."

Kann die Polizei das nicht leisten, fällt der Deal zusammen.

Auch die grenzüberschreitende Strafverfolgung sollte unbedingt verbessert werden.
Ein Europa, in dem ich ohne weiteres als gewöhnlicher Bürger in diverse, osteuropäische EU-Staaten und umgekehrt reisen kann, wo aber die deutsche Polizei keine Verfolgung aufnehmen darf, wenn der Tatverdächtige die Grenze überquert hat?
Völlig unzeitgemäß und nur für Kriminelle nützlich.


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29.04.2016 um 11:53
@Kc
Kc schrieb:Auch die grenzüberschreitende Strafverfolgung sollte unbedingt verbessert werden.
Ein Europa, in dem ich ohne weiteres als gewöhnlicher Bürger in diverse, osteuropäische EU-Staaten und umgekehrt reisen kann, wo aber die deutsche Polizei keine Verfolgung aufnehmen darf, wenn der Tatverdächtige die Grenze überquert hat?
Völlig unzeitgemäß und nur für Kriminelle nützlich.
Genau, das als Zusatz zu:
Kc schrieb:EINE Möglichkeit, solche Zusammenstöße einzuschränken, könnte darin bestehen, dass man den Bürgern wieder ein höheres, subjektives Sicherheitsgefühl seitens des Staates vermittelt. Also statt immer mehr Polizeistationen zu schließen und Posten einzusparen und zu hoffen, dass nichts passiert, sollten diese vielmehr AUSGEBAUT werden!
Mehr Polizei bringt im Endeffekt auch nichts, wenn die Rahmenbedingungen insgesamt nicht stimmen. Ich will nicht darauf rumreiten oder auf irgendwas bestimmtes hinaus, aber wenn ich an meine Heimatstadt denke: Wir bräuchten insgesamt als Stadtgesellschaft irgendwie mehr Hilfe von Bund und Land zur Bewältigung der Zuwanderung aus Bulgarien sowie Rumänien und der Aufnahme von Flüchtlingen. Ich bin in diesem Punkt ehrlich überrascht von den Grünen, dass sie einer Forderung nachgekommen sind und anscheinend tatsächlich mehr Polizei in z.B. meiner Heimatstadt unterstützen. Das war/ist eine Forderung der Kommune gewesen oder ist sie immernoch, weil mehr Polizei immer geht. Und eine Stadt, die wirklich viele Zuwanderer aufnimmt, braucht Unterstützung dabei. Unter anderem Polizeipräsenz, die gefühlt wirklich höher geworden ist. Danke Landesregierung. Obwohl mehr Polizei zu sehen auch wieder so ein Unsicherheitsgefühl schafft. Aber das nur am Rande. Was du aber noch schreibst gehört ganz im Wesentlichen dazu.

Wir haben ja nichtmal nur die neu auftrtetenden Probleme mit dem Problemklientel unter südosteuropäischen Zuwanderern und Flüchtlingen, sondern ja eben mit den reisenden Banden. Die wandern nicht zu, sondern kommen tatsächlich nur über die Grenze für nen Einbruch oder so. Liest man auch oft. Und mehr Polizei bringt da sicherlich auch wieder nix, da müssen die Rahmenbedingungen zur Strafverfolgung wie du geschrieben grundsätzlich verbessert und nachgebessert werden.

Aber es ist halt auch ne politische Frage. Ich bin ehrlich froh, dass die Grünen in Baden-Württemberg law and order nicht so sehr verabscheuen wie anderswo. Also es nicht so ist wie bei SPD/Grün unter der Chaos Queen Hannelore Kraft in NRW und ihrem Innenminister Jäger.

Es ist die CDU als Juniorpartner in der neuen Landesregierung von Baden-Württemberg, die jetzt wieder bei den Beamtenstellen im Land rumdoktern, sicherlich auch bei der Polizei. Grüne und SPD dagegen haben sich irgendwo zur Polizei irgendwo bekannt


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29.04.2016 um 16:08
@kofi

Zum einen geht es natürlich um konkret wirksame Maßnahmen, zum anderen geht es aber auch um Symbolik.
Wenn du mich fragst, braucht man beides.
Es zeigt sich daran auch, dass es für komplexe Themen wie Kriminalität, Globalisierung oder Integration, die ja auch alle verflochten sind, keine eindimensionalen, einfachen Lösungen gibt, wie das gerne von Populisten und Karrieristen suggeriert wird.

Beim Punkt ,,mehr Polizei" geht es mir insbesondere um die Symbolik. Die Menschen wollen aus meiner Sicht nicht nur gesagt bekommen:,,Du bist sicher", sondern sie wollen Beweise dafür sehen.
Dafür ist mehr Polizei bestens geeignet. Wenn du bei einem Notruf stundenlang warten musst oder Straftaten gleich gar nicht ernsthaft verfolgt werden, weil das Personal fehlt, dann sinkt das subjektive Sicherheitsgefühl. Genauso, wenn man nur wenig Streifen sieht oder es sogar die Gerüchte (Tatsachen?) gibt, dass die Polizisten selbst Stadtteile meiden, weil sich da ausländische Banden breit gemacht haben.

Auf solch einer Basis bilden sich dann Nachbarschaftswachen, Bürgerwehren und dergleichen, weil die Leute das Gefühl bekommen, sie müssten sich und ihr Umfeld selbst schützen.
Das ist fatal für das Gewaltmonopol des Staates. Wie gesagt: Das Recht, sich zu schützen, hat jeder. In einem Deal mit den Vertretern des Staates haben die Menschen einen Teil dieses Rechts abgegeben. Aber nur unter der Bedingung, dass ihr Schutz von der Polizei übernommen wird.
Kann sie das nicht leisten, werden sie sich selbst schützen und auch wieder selbst richten, statt das dem schwachen Staat zu überlassen.

Verdenken kann ich das keinem.


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29.04.2016 um 20:09
@Kc
Gute Beiträge. Ich stimme voll zu.


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30.04.2016 um 07:10
@Kc
Tripane schrieb:Gute Beiträge. Ich stimme voll zu.
Dito


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

03.05.2016 um 20:30
@Kc
@Tripane
@Bottner29
Wenn ich das Thema "Maßnahmen" kurz anschneiden darf:
Was wären denn gute Maßnahmen wenn es zu einem Einbruch kommt und man selbst und die ganze Familie schläft?
Ich war mal in einen Kurs über Sicherheit. Da waren auch "Lehrer" die eine eigene Sicherheitsfirma haben und auch Häuser mit modernsten Mittel versuchen Einbruchsicher zu machen. Aber selbst sie haben gesagt: WENN ein Einbrecher ins Haus WILL, kommt er auch rein.


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

03.05.2016 um 22:24
@CICADA3301

Meinst du Maßnahmen um Haus/Wohnung zu sichern oder Verhaltensweisen, falls man selber zuhause einen Einbrecher ertappt ?


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03.05.2016 um 22:48
Ich meinte das Verhalten insofern man in so einer Situation noch klar denkt


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

03.05.2016 um 23:21
Ich glaube nicht, dass man dafür einen Allgemeingültigen Rat geben kann, außer sofort die Polizei zu informieren und sich tendenziell defensiv zu verhalten, sofern keine direkte Gefahr für Leib/Leben droht.

Es gibt zu viele Variablen für einen "passenden" Rat.

- Was bist du für ein Typ (psychisch und physisch) ?
- Bist du bewaffnet (Schusswaffe, Messer oder Schläger) ?
- Bist du ein "Kämpfer" ?
- Wie lange wird es dauern bis Hilfe (Polizei ggf. Notarzt) eintrifft, also Entfernung zu Standorten ?
- Hast du Familie / Kinder dabei ?
- Sind es ein oder mehrere Einbrecher ?

- Wie gut ist dein Haus gesichert ?
- Was hast du für Wertsachen im Haus ?

Die letzten beiden sind insofern interessant, ein normales Haus ohne besonderen Einbruchsschutz, in dem keine wertvollen Dinge zu erwarten sind, wird in der Regel nicht von hochprofessioniellen Einbrechern heimgesucht, sondern eher durch welche, die mit wenig Know How schnell einen Bruch machen wollen ohne zu großes Risiko.

Bist du wohlhabend und kann man bei dir fette Beute erwarten ? Schmuck Bargeld etc. Dein Haus ist sehr gut gesichert. Das könnte Profis anlocken, die entsprechend ausgerüstet und bewaffnet sind.

Unterm Strich kann man aber trotzdem nie wissen, wer einem Gegenüber stehen wird (vielleicht sieht man noch ab, wieviele es sind), wieviel Drogen derjenige genommen hat und ob er bewaffnet ist.

Ziehe nur in die Schlacht, in der du sicher gewinnen wirst ;)


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04.05.2016 um 07:18
@Bruderchorge
Also ich stelle neben meinen Bett einen Panzer hin? Okay wird gemacht :)

ABer die von dir oben genannten Punkte stimme ich alle zu. Auch wenn ich glaube dass nicht jeder Einbrecher mit einer Feuerwaffe herumrennt sondern eher nur mit Brechstangen und Werkzeug so kann man nie wissen.
Und genau in solchen Situationen, wo man nicht weiß ob der Einbrecher Bewaffnet ist, wie viele es sind usw. brauchen sich Einbrecher nicht wundern dass dann in einem seltenen Fall auf sie geschossen wird. Mein Vater hat mal gesagt, würde er hier einen Einbrecher finden, würde er ihm in die Beine schießen damit er nicht weglaufen kann und DANN die Polizei rufen.

Aber ich wohne ja nicht in einem amerikanischen Extremprepperhaus der alle 2 Meter eine Griffbereite versteckte Waffe hat^^


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

04.05.2016 um 07:47
@CICADA3301

Na wenn es nicht anders geht und ihr überrascht werdet, dann vertreibst du den Einbrecher.

Hab eine Keule oder einen Baseballschläger bereitstehen, droh ihm, dass du ihn kaputtschlägst, wenn er nicht die Beute fallen lässt und verschwindet oder lass ihn sich auf die Erde legen.
Dass Einbrecher in D. eine Pistole dabei haben, ist eher unwahrscheinlich.

Verteidigen darf man sich immer.

Alle Aussagen natürlich ohne Gewähr.


Ich finde, man sollte nicht immer gleich das allerschlimmste annehmen, was einem in solchen Situationen passieren kann.
Die meisten Einbrüche passieren wohl ohnehin tagsüber, wenn die Täter vermuten können, dass niemand daheim ist.


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

04.05.2016 um 07:52
@Kc
Verteidigen: JA
Zumindest wenn man vor Anspannung oder Angst nicht wie gelähmt ist. Weil wie wir ja schon vor einigen Beiträgen geschrieben haben, reagieren viele Menschen auf solche Situationen anders.
Zumal ja viele heutzutage relativ einfacher einbrechen können als früher. Heute postet ja jeder etwas auf Facebook wie "Wir sind eine Wochen auf Mallorca" oder so. Und über einigen Ecken dann liest jemand mit der dann seine Chance wittert.

Dennoch bleibe ich dabei: Wenn einen Einbrecher, egal ob Jugendlicher oder ein Erwachsener, verletzt oder gar erschossen wird (wobei erschießen ist jetzt das extremste Beispiel) dann hat der Einbrecher für mich Pech gehabt.

Ich habe mal gelesen, was wann Notwehr usw. wäre. Also zu welchen Zeitpunkt man sich verteidigen darf. Und wenns um die Rechtslage geht ist meistens der Einbrecher das "Opfer".


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04.05.2016 um 10:28
@CICADA3301

Ja, Menschen reagieren halt unterschiedlich.
Aber da kann man wenig gegen machen, außer richtige Reaktionen realistisch trainieren.
Damit man nicht einfach in einer völlig neuen Situation rauskommt, sondern schon mal ungefähr eine solche erlebt hat.
Lernen kann man das durchaus.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es eine Folge unserer mental härter gewordenen, aber, was körperliche Gewalt angeht, weichgespülteren Gesellschaft ist, wenn man bei einem Angriff oder Einbruch einfriert.
Es wird einem ja heute überall gelehrt, von klein auf:,,Bloß keine Gewalt anwenden!"

Der pazifistische Gedanke dahinter ist zwar in gewisser Weise ehrenhaft, aber unrealistisch und er setzt auch unschuldige Menschen einer hohen Gefahr aus, weil sie nämlich ins Hintertreffen geraten, wenn sich jemand aufgrund seiner natürlichen Neigungen oder seiner Erlebnisse einfach nicht für den Gewaltverzicht interessiert.

Ich wäre ja eher für eine Philosophie, die es ablehnt, einfach so unschuldige Menschen anzugreifen, die es aber in Ordnung findet, sich gegen unberechtigte Angriffe zur Wehr zu setzen.
CICADA3301 schrieb:Zumal ja viele heutzutage relativ einfacher einbrechen können als früher. Heute postet ja jeder etwas auf Facebook wie "Wir sind eine Wochen auf Mallorca" oder so. Und über einigen Ecken dann liest jemand mit der dann seine Chance wittert.
Naja, wer so dumm ist und sein ganzes Leben auf FB veröffentlicht, bei dem hält sich mein Mitleid in Grenzen, wenn er deshalb Probleme bekommt.
CICADA3301 schrieb:Dennoch bleibe ich dabei: Wenn einen Einbrecher, egal ob Jugendlicher oder ein Erwachsener, verletzt oder gar erschossen wird (wobei erschießen ist jetzt das extremste Beispiel) dann hat der Einbrecher für mich Pech gehabt.
Sehe ich im Prinzip auch so.
Der Fehler geht zuerst vom Einbrecher aus. Allerdings ist die Sache praktisch natürlich komplizierter. Wenn der Einbrecher `n Jugendlicher ist, der eine Mutprobe machen sollte und der auch starr vor Schreck ist, falls er erwischt wird, dann halte ich es nicht für gerechtfertigt, ihn zu verletzen.
Das ist dann wieder die andere Seite. Eigenverantwortung ja, aber auch die Verteidigungsaktion muss im Rahmen bleiben.

Unter anderem auch deshalb: Wenn es Usus wird, dass Menschen bei einem Einbruch sofort mit extremer Gewalt antworten, dann wird das vermutlich eher weniger Einbrecher von ihren Taten abhalten (nur harte Strafen bewirken erfahrungsgemäß wenig), zum anderen kann sich auch die Gewaltbereitschaft der Einbrecher erhöhen.
Das mag ja alles stimmen, dass ich im Unrecht bin, wenn ich wo einbreche - aber wenn ich erwischt werde und um mein Leben fürchten muss, interessiert mich meine unberechtigte Tat nicht, dann will ich mein eigenes Leben retten und denke mir vielleicht:,,Lieber schneller schießen, als der Bewohner!".


Es hat schon seinen Sinn, dass wir in unserer Gesellschaft große Teile des Gewaltmonopols an den Rechtsstaat abgegeben haben.
Zum Nutzen aller Menschen.
CICADA3301 schrieb:Ich habe mal gelesen, was wann Notwehr usw. wäre. Also zu welchen Zeitpunkt man sich verteidigen darf. Und wenns um die Rechtslage geht ist meistens der Einbrecher das "Opfer".
Das stimmt nicht, aber der Mythos hält sich hartnäckig.
Der Knackpunkt ist bei solchen Behauptungen meistens die Unkenntnis über Rechtslagen, sowohl bei dem Einbruchsopfer/Verteidiger, als auch bei Leuten, die über diese Fälle berichten und sich unterhalten.

Manche haben auch einfach die Haltung:,,Wer unerlaubt über meine Schwelle kommt, den blas ich weg".
Die können gar nicht nachvollziehen, aus welchen Gründen ihnen genau das nicht erlaubt sein sollte.
Die Gründe habe ich oben angeschnitten.

Aber dass du als Verteidiger oder Einbruchsopfer bei Gegenwehr grundsätzlich der Dumme bist, ist nicht korrekt, keine Sorgen ;)


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

04.05.2016 um 11:03
Um es mal kurz ein wenig witziger zu machen:
Youtube: Simpsons - Weil er ein Einbrecher ist
Solange man nicht immer so vorm eigenen Haus rumsteht und wartet :)

Aber ich hoffe nie dass je jemand bei mir einbricht. Das hoffe und wünsche ich niemanden.


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

04.05.2016 um 13:03
Mord mit Diebstahl gleichzusetzen, finde ich nicht richtig. Ein Menschenleben ist mehr wert, als Besitz. Allerdings muss ich dazu sagen, dass wohl JEDER von uns, sein Hab und Gut verteidigen würde. Ich kann mir daher kein Urteil erlauben, wie ich handeln würde, denn ich weiß es wirklich nicht.


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04.05.2016 um 13:13
@Black_Canary

Das hat ja auch nie jemand behauptet, es ist eben ein Problem, dass jede Situation anders ist und insbesondere juristisch sind die Rahmenbedingungen sehr komplex, für die Fälle, wann was wie unter welchen Bedingungen erlaubt ist, wie @Kc schon erklärt hat.


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

05.05.2016 um 18:52
Der Vorfall ist jetzt ja bald ein Jahr her. Ich habe damals aus den Nachrichten davon erfahren. Es ist natürlich eine Katastrophe wenn es so endet. Aber auch hier gilt:"Augen auf bei der Berufswahl".
Auch Einbrecher nehmen keine Rücksicht auf Wohnungsbesitzer, wenn sie beim Einbruch überrascht werden. Alte Leute werden ins Pflegeheim geprügelt und die,die das Glück haben nicht zu Hause zu sein, haben über viele Jahre hinweg Angst und sind traumatisiert, weil so eine Honk in die Privatsphäre der Leute eingedrungen ist.
Ich besitze keine Waffe und daran wird sich auch nichts ändern. Aber eins ist Sicher, sollte bei uns jemand einbrechen und ich überrasche ihn dabei, hat er nichts zu lachen. Ich werde unseren Besitz bis zum bitteren Ende verteidigen und wenn der Typ dann dabei den kürzeren zieht und dabei drauf geht...Pech für ihn.


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

05.05.2016 um 19:25
Ich sehe das auch wie trustno1 und kc.

Ein Einbrecher weiss von vorneherein, dass es den geschädigten sehr aggressiv machen kann wenn er gewaltsam bei ihm eindringt, zumal ihn der Betroffene nicht einschätzen kann.

Wenn dann auf ihn geschossen wird hat er also wirklich Pech gehabt, das hätte er sich vorher denken können !


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Hausbesitzer erschießt Jugendlichen bei Einbruchsversuch

05.05.2016 um 19:59
Der erste Schuss sollte in die Wiese gehen, wenn sich der Einbrecher aus unerfindlichen Gründen davon nicht beeindrucken lässt und dadurch weiter erhebliche Gefahr für einen selbst besteht, wird auf ihn geschossen.

So werde ich es handhaben.


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05.05.2016 um 23:43
@Black_Canary
Black_Canary schrieb:Mord mit Diebstahl gleichzusetzen, finde ich nicht richtig. Ein Menschenleben ist mehr wert, als Besitz. Allerdings muss ich dazu sagen, dass wohl JEDER von uns, sein Hab und Gut verteidigen würde. Ich kann mir daher kein Urteil erlauben, wie ich handeln würde, denn ich weiß es wirklich nicht.
Mit solch bewußten Übertreibungen und Vereinfachungen, macht man sich zum Teil des Problems, nicht zum Teil der Lösung. Auch nicht zum Teil eines Lösungsversuches.

1) Notwehr ist kein Mord, auch kein Totschlag. Auch wenn die juristische Zuordnung im Einzelfall schwierig sein mag, ist doch eine sture Gleichsetzung nicht förderlich.

2) Mir ist mein Leben wertvoller als jede Geldsumme, da ich mit letzterer -egal wie hoch sie ist-nichts anfangen kann, wenn ich tot bin. Unter anderem deswegen breche ich nirgendwo ein.
Aber daraus abzuleiten, dass einer angegriffenen Person das Leben des Angreifers unbedingt wertvoller sein muß, als eigener Besitz (der auch den Zweck einer Existenzsicherung haben kann), halte ich für verwegen und fahrlässig.
Wenn also die Erkenntnis "Ein Menschenleben ist mehr wert, als Besitz" einen Sinn haben soll, dann muss man das dem Einbrecher in spe erzählen, niemandem sonst in diesem Zusammenhang.


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