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Totgesagte leben länger!

29 Beiträge, Schlüsselwörter: Video, Buch, Bücher, Bildung, Lesen

Totgesagte leben länger!

11.06.2019 um 11:41
AlteTante schrieb:Ein Vorteil des Papierbuchs ist, dass es nicht so schnell kaputt geht, wenn es mal runterfällt
Was aber auch bedeutet, dass Kinder mit elektronischen Geräten lernen sorgfältiger umzugehen.

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke. Meine Eltern haben immer alle Bücher gekauft, weil die Schulbücher zum Ausleihen im katastrophalen Zustand waren.


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11.06.2019 um 12:52
MrRedwood schrieb am 07.06.2019:In der Parallelklasse meiner Nichte (1. und 2. Klasse) lernten die Schüler vermehrt auf dem IPad oder E-Book Reader, jedenfalls auf einem Gerät. Die Klasse schnitt im Fach Deutsch um 0,8 Punkte und um 1,1 Punkte besser ab als die Klasse meiner Nichte.
Da gibt es durchaus Studien, die zu diametralen Befunden kommen.

https://www.gamestar.de/artikel/digitalisierung-lesen-am-bildschirm-verhindert-deep-reading-sagt-studie,3334008.html

(Um nur mal den erstbesten Bericht über so eine Studie zu verlinken).

Ich habe schon immer viel und gern gelesen. Angefangen bei Comics über John Sinclair bis zu einem Germanistik Studium.
Aber ich bin da ganz klar ein Fan des richtigen Buches. Wenn ich mal Bücher als Pdf (Rezensionsexemplare) bekomme, habe ich die in der Regel nicht besprochen. Nicht weil ich den Verlag bestrafen wollte, mir nur ein Pdf geschickt zu haben, sondern schlicht, weil ich mich nie dazu durchringen kann, am Computer ein Buch zu lesen.
Orig.Nathan schrieb am 07.06.2019:Wer gleich mit Thomas Mann anfängt hat schon verloren, denn spätestens nach dem ersten, über drei Buchseiten verschachtelten Satz mit mindestens einem Dutzend Anspielungen auf Werke anderer Autoren kommt man sich vor wie ein Würstchen und schmeißt den Folianten auf den Sondermüll.
Zumal es so viel großartige Gegenwartsliteratur gibt.
Ich kann Goethe und Co zwar hinsichtlich ihrer Bedeutung einordnen, aber es bereitet mir absolut keinen Spaß diese ollen Kamellen zu lesen.
Wenn ich Lesevergnügen suche, greife ich zu zeitgenössischer Literatur.


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11.06.2019 um 13:59
groucho schrieb:Wenn ich Lesevergnügen suche, greife ich zu zeitgenössischer Literatur.
Sag das nicht so ohne weiteres. Lies mal wieder den Zauberlehrling, der so sehr sprachbildend war. Luther natürlich, aber eben auch JWvG waren ganz maßgeblich an der Entwicklung unserer aktuellen Sprache beteiligt. Viele Redewendungen haben sich bis heute erhalten und mir macht es großen Spaß, das nachzuvollziehen. Die Geister die ich rief... die sind doch herzallerliebst.

Natürlich, ich bin ja auch Irving-Fan und die durchdachte Konstruktion eines "Garp" finde ich wirklich faszinierend. Die "jungen" Schriftsteller können schon auch was, keine Frage.


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11.06.2019 um 15:54
Orig.Nathan schrieb:Sag das nicht so ohne weiteres.
Das sage ich nicht nur ohne weiteres, sondern auch ohne wenn und aber.

Geht ja schließlich um meinen Geschmack und da kenne ich mich besser aus, als du. :D
Orig.Nathan schrieb:Die "jungen" Schriftsteller können schon auch was, keine Frage.
Mindestens so viel, wie die alten Knacker.
Wer sich zu sehr auf die alten Granden versteift, verpasst eine aufregende literarische Gegenwart. Gerade sprachlich hat MIR die Gegenwart so viel mehr zu bieten, als Schiller und Goethe. Da lese ich lieber bspw. Arno Schmidt, Helmut Krausser [Thanatos] oder Feridun Zaimoglu [Liebesmale, scharlachrot]


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11.06.2019 um 16:39
groucho schrieb:Arno Schmidt
Aha, aha, da haben wirs - gar "Aus dem Leben eines Fauns"?, was uns sogleich zu Vladimir Nabokov führen würde... oder mehr so den Schmidtschen Mainstream, den man natürlich auch kennen muss.

Feridun Zaimoglu kenne ich nicht und werde sogleich scharlachrot bei diesem Bekenntnis. Die Lücke werde ich schließen.

Ich kontere solange lässig mit "Nachtzug nach Lissabon" von Peter Pieri (Mercier) aus der Schwyz, natürlich. Als Hörbuch vielleicht ausnahmsweise ganz witzig?

Die literarische Gegenwart ist wohl sehr aufregend, aber gäbe es sie ohne Goethe?

In banger Erwartung ob eines ziemlichen Kommentars:


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11.06.2019 um 17:42
Orig.Nathan schrieb:Aha, aha, da haben wirs - gar "Aus dem Leben eines Fauns"?
Auch, aber meine erste Begegnung mit Schmidt war "Die Gelehrtenrepublik"
Musste ich für ein Seminar lesen. Als ich in der Buchhandlung rein geschaut habe, war mein erster Gedanke "Was ist das denn für ein Scheiß?" :D
Aber ich habe ihn schnell lieben gelernt.


Nur "Zettels Traum" werde ich mir sparen. :D
Orig.Nathan schrieb:oder mehr so den Schmidtschen Mainstream, den man natürlich auch kennen muss.
Was ist der "Schmidtsche Mainstream"?
Orig.Nathan schrieb:Feridun Zaimoglu kenne ich nicht und werde sogleich scharlachrot bei diesem Bekenntnis.
Man kann ja nicht immer und alles lesen. Ich habe Zaimoglu auch lange lange Zeit ignoriert.
Als der damals mit seinem (glaube ich) ersten Buch raus kam (Kanak-Sprak), dachte ich, dass das auch nur wieder einer dieser gerade sich in Mode befindenden Pop-Literaten ist und habe ihm die kalte Schulter gezeigt.
Ein Fehler, Zaimoglu gehört zu besten deutschsprachigen Autoren
Orig.Nathan schrieb:Als Hörbuch vielleicht ausnahmsweise ganz witzig?
Hörbücher mag ich nicht.
Orig.Nathan schrieb:Die literarische Gegenwart ist wohl sehr aufregend, aber gäbe es sie ohne Goethe?
Mit Sicherheit, schließlich hat Goethe die Literatur nicht erfunden.
Ich will doch weder Goethe noch Schiller (oder Kleist, Büchner usw. usf.) nicht ihren literarischen Rang nehmen. Die sind groß, die sind wichtig (jedenfalls gewesen).

Aber ich kann mit der Sprache wenig anfangen, es bereitet mir eben kein Vergnügen, das zu lesen.


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11.06.2019 um 19:53
groucho schrieb:Aber ich kann mit der Sprache wenig anfangen, es bereitet mir eben kein Vergnügen, das zu lesen.
Das glaube ich nicht. Da kenne ich dich besser als du dich selbst kennst (sicher, mit dieser Attitüde sinkt mein Beliebtheitsgrad für gewöhnlich auf das Niveau von U-Bahnschächten - aber ich kann nicht anders...).

"dies alles ist mir untertänig, so sprach er zu Ägyptens König, gestehe daß ich glücklich bin..." und später dann, als der Ring wieder auf der Burg angekommen war "da wendet sich der Gast mit Grausen..." ... hehe, das ist wirklich total witzig und gleichzeitig sprachmächtig - gerade Schiller liest sich doch so leicht wie die Sprechblasen von Frau Doktor Erika Fuchs.

Kanak Sprak - doch, jetzt wo du es sagst, das sagt mir was, richtig. Ach der war das, ja, total geil.

Goethe hat die Literatur natürlich nicht erfunden, aber zumindest die neuere deutsche erst möglich gemacht. Natürlich war da vorher erstmal Herr Luther, der ja nicht nur eine Bibel übersetzt sondern dabei Deutsch neu erfunden hat, gewissermaßen.
Nicht zufällig vollendete dann Andreas Gryphius und der gute Schottel in Weimar(!) die Arbeit Luthers. Den rechten Schliff verpassten der deutschen Literatur nach Klopstock, Herder und Lessing letztlich die Herren Goethe und Schiller. Keine neue deutsche Literatur ohne diese beiden! Das wird man wohl noch sagen dürfen, nicht wahr... ;-)

Nun noch themengerecht zum Hörbuch: Mag ich auch nicht. Aber in besagtem Werk geht es um das Portugiesische, das obwohl neben Spanien gelegen so gar keine Ähnlichkeit mit romanischen Sprachen aufweist, sondern eher... usw. usw. jedenfalls kann ich mir vorstellen, dass einige gesprochene Sprachbeispiele sich doch recht interessant machen würden. Deswegen vielleicht in besagtem Sonderfall ausnahmsweise doch Hörbuch?


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11.06.2019 um 20:05
Orig.Nathan schrieb:Klopstock
Wie du sicher weißt, wurde der von allen gelobt, aber von keinem gelesen. :D


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11.06.2019 um 20:13
groucho schrieb:Wie du sicher weißt, wurde der von allen gelobt, aber von keinem gelesen
Von mir auch nicht. Allein schon bei Namen wurde und wird mir noch heute schlecht. Da habe ich böse Traumbilder... macht nichts, wegweisend für unsere Sprache war er trotzdem. Du wirst ja sowie so immer nur von deinen Feinden gelesen, deine Freunde vertrauen dir auch so und klopfen dir auf die Schulter, obwohl sie gerade dein Buch unter die wacklige Anrichte geschoben haben...


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