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Ist Antisemitismus wieder "in"?

9.238 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Islam, Judentum, Antisemitismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist Antisemitismus wieder "in"?

um 10:29
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Hat leider noch immer nicht verstanden dass auch ein Ausländer eine rechtsradikale Tat begehen kann. Wenn ich als Ausländer morgen losziehe und einen Afrikaner absteche weil ich mich für die bessere Rasse halte - ist das dann automatisch eine Links-Motivierte Tat?
Es geht um die politische Instrumentalisierung. Wenn die Taten als rechts eingeordnet werden, werde Linke kein Interesse haben den linksextremen Rassismus oder die linksextremen Antisemitismus zu bekämpfen.

Da man so zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Die eigenen Wähler sind antisemitisch man kann aber den politischen Gegner dafür verantwortlich machen. Somit profitiert man von linksextremen Antisemitismus, da er als rechts bezeichnet wird.

Zudem haben Rassenlehren nicht mit links und rechts zutun, da auch linke rassistisch sein können. Wenn man die Definition pauschal als rechts definiert ist das selbst schon linksextrem. Das ist so wie wenn man sagt. In der DDR und anderen kommunistischen Staaten gabs und gibt es keinen Rassismus.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Da haben wir uns offenbar schwer missverstanden. Ich habe doch oben extra geschrieben, es würde sich dann aus meiner Sicht um eine linksextremistische Tat handeln, wenn der Grund für die Tat in 'kommunistischer Gesinnung', nicht aber vorwiegend ethnisch begründet geschehen würde. Ich halte das für eher sehr unwahrscheinlich, habe es mehr der Erklärung halber geschrieben.
Das würde Kommunisten in die Hände spielen. Das war u.a. DDR-Propaganda, dass der Westen faschistisch ist und sie selbst Antifaschisten. Und die Uighuren oder andere Minderheiten diskriminieren kann, da sie ja Kommunisten sind.

Und wenn doch ist nicht der Kommunismus verantwortlich, da ist dann auch der Westen verantwortlich, da Rassismus so definiert ist.

Stehlen und andere Delikte werden übrigens auch nicht als linksextrem eingeordnet, obwohl in Religionen steht, dass man nicht stehlen soll. Und Religionen werden von Linken als rechts und konservativ eingeordnet werden. In machen Länder wird sogar die Hand abgehackt wenn man stiehlt. Das wäre dann auch egal ob Rechte stehlen, da dafür Linke verantwortlich gemacht werden. Da es als Links definiert wäre.

Die Definition sind also sehr einseitig.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Sicher, bis Ende 2023 hatte das System der Zuordnung eine Schwachstelle. Wenn ich mir aber die Zahlen für 2023 und 2024 anschaue, sehe ich keinen nennenswerten Rückgang antisemitischer Straftaten im Bereich PMK-rechts: Sie blieben mit 3.034 beziehungsweise 3.016 Fällen nahezu konstant. Zugenommen haben dagegen die Zahlen für ausländische und religiöse Ideologie.

Man könnte nun behaupten, dass sich darunter Fälle befinden, die früher automatisch rechts zugeordnet worden wären. Eine andere Erklärung wäre, dass der Gaza-Krieg und seine Folgen zu einem tatsächlichen Anstieg antisemitischer Straftaten in diesen Bereichen geführt haben. Denkbar ist auch, dass beide Faktoren eine Rolle spielen.

Aus den bloßen Jahreszahlen lässt sich jedenfalls nicht ableiten, welcher Effekt wie groß war. Dafür müsste man die konkreten Fälle und die Auswirkungen der geänderten Zuordnungspraxis genauer untersuchen. Ich denke, ohne eine solche Analyse werden wir das nicht abschließend auflösen können.
Das ist auch Blödsinn was du hier schreibst.

Das wird jetzt auch noch so gemacht. Zudem weiß man vom Aussehen nicht ob jemand rechts oder links ist. Da sollte die Unschuldsvermutung gelten.

Selbst wenn er keinen Migrationshintergrund hat, sieht man nicht, ob die Tat rechts oder links war. Gerade wenn AfD und CDU Plakate mit Hakenkreuzen beschmiert werden, waren das mit Sicherheit keine Rechten, das wird aber als rechts eingeordnet.
Die Zuordnung rechter, von unbekannten Tätern verübter Propagandadelikte zu einem Phänomenbereich der politisch motivierten Kriminalität ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (21/794(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/542(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Danach werden von Unbekannt verübte rechte Propagandadelikte, insbesondere die Verbreitung verbotener nationalsozialistischer Symbole wie zum Beispiel Hakenkreuze und SS-Runen, dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminaliät - rechts“ zugeordnet, soweit keine gegenteiligen Tatsachen zur Tätermotivation vorliegen.
Quelle:
https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1100600


Die Definition selbst wird politisch instrumentalisiert, auch bei HOmophobie und ähnlichem.

Wenn die Definition selbst schon pauschal als rechts eingeordnet werden, wenn man das Wahlverhalten der Person nicht kennt, geht es einem nicht um die Tat an sie, sondern darum den politischen Gegner zu framen. Da hat man kein Interesse den linksextremen Antisemitismus zu bekämpfen da es pauschal rechts ist und man ansonsten ausländische Ideologie oder eben bei Islamisten die religiöse IDeologie verantwortlich machen kann.

Das ist übrigens auch das Framing von totalitären Staaten, dass eben nur der Westen rassistisch usw. seine kann, da Kommunismus automatisch gut ist und jeden als gleich sieht. Die Realität sieht aber anders aus.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

um 10:46
Wenn man die Selbstauskunft von Juden von 2017 nimmt, was weitgehend vor der Flüchtlingskrise war, kann man auch nicht pauschal von einem rechten Hintergrund ausgehen. Im Gegenteil man sollte eher pauschal von linkem Antisemitismus ausgehen, wenn man schon pauschalisiert.

Die Definition ist aber trotzdem so definiert, da es Linken nicht um die Tat an sich geht, sondern um die politische Instrumentalisierung der Tat.
HUMHRioXgAENFPS


https://pub.uni-bielefeld.de/download/2913036/2963306/Studie_juedische_Perspektiven_Bericht_April2017.pdf


Der Antisemitismus ist seit dem 7. Oktober stark gestiegen. Und wenn man sich die Begründungen ansieht, kann man Religion meist ausschließen, da dort keine religiöse MOtivation zu sehen ist. Also es werden keine Koran oder Bibelzitate zitiert.

Israel werden Dinge wie Genozid, Apartheid, Kolonialismus usw. vorgeworfen und dann wird von Israel auf alle Juden pauschalisiert.

und das verfängt einfach besser bei bestimmten Gruppen, ist aber von der Erklärung her nicht religiös motiviert, sondern wenn schon Linksextrem.

Und auf diese Motivation kommt es an. Ein Messerangriff eines Asylbewerber wird schließlich auch nicht erstmal unter Islamismus eingeordnet, sondern da gilt zunächst die Unschuldsvermutung.

Die gilt bei antisemitischen, rassistischen und homophoben u.ä. Taten nicht und die Selbstauskunft und die PMK-Daten widersprechen sich auch sehr stark, was auf linke politische Instrumentalisierung hindeutet.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

um 11:37
Zitat von blueavianblueavian schrieb:Das ist auch Blödsinn was du hier schreibst.

Das wird jetzt auch noch so gemacht. Zudem weiß man vom Aussehen nicht ob jemand rechts oder links ist. Da sollte die Unschuldsvermutung gelten.

Selbst wenn er keinen Migrationshintergrund hat, sieht man nicht, ob die Tat rechts oder links war. Gerade wenn AfD und CDU Plakate mit Hakenkreuzen beschmiert werden, waren das mit Sicherheit keine Rechten, das wird aber als rechts eingeordnet.
Dass du das für Blödsinn hältst, ist natürlich deine Sache. Deine Begründung überzeugt mich allerdings nicht.

Niemand behauptet, man könne einem Menschen ansehen, ob er politisch rechts oder links ist. Darum geht es bei der PMK-Zuordnung auch nicht. Entscheidend sind die Umstände der Tat und die daraus erkennbaren Anhaltspunkte für eine politische Motivation. Die Zuordnung ist eine statistische beziehungsweise kriminalistische Einordnung und keine Feststellung über die persönliche Gesinnung oder gar eine strafrechtliche Verurteilung des Täters.

Auch die Unschuldsvermutung ist hier kein Gegenargument. Sie schützt vor einer strafrechtlichen Vorverurteilung, bedeutet aber nicht, dass ungeklärte Straftaten statistisch keiner Kategorie zugeordnet werden dürfen.

Im Übrigen vermischst du hier zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. Ich habe mich auf die frühere Sonderregelung bei der Zuordnung antisemitischer Straftaten bezogen, die zum 1. Januar 2024 abgeschafft wurde (was ich belegte). Du führst dagegen die weiterhin bestehende Zuordnungsregel für bestimmte Propagandadelikte unbekannter Täter, etwa Hakenkreuz-Schmierereien, an. Darauf habe ich mich überhaupt nicht bezogen. Dass diese andere Regelung weiterhin existiert, sagt nichts über meine Argumentation zur abgeschafften Sonderregelung aus. Du widerlegst also gerade ein Argument, das ich gar nicht gemacht habe.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

um 11:41
Zitat von blueavianblueavian schrieb:Wenn man die Selbstauskunft von Juden von 2017 nimmt, was weitgehend vor der Flüchtlingskrise war, kann man auch nicht pauschal von einem rechten Hintergrund ausgehen. Im Gegenteil man sollte eher pauschal von linkem Antisemitismus ausgehen, wenn man schon pauschalisiert.
Die Grafik ist als Beleg für deine weitergehenden Schlussfolgerungen allerdings ziemlich ungeeignet. Sie bezieht sich ausschließlich auf körperliche Angriffe und basiert auf gerade einmal 16 entsprechenden Fällen aus einer nicht repräsentativen Befragung von 2017. Daraus lässt sich weder die Verteilung sämtlicher antisemitischer Straftaten ableiten noch etwas über deren heutige politische Zuordnung aussagen.

Auch deine Schlussfolgerung, eine religiöse Motivation könne man mangels Koran- oder Bibelzitaten meistens ausschließen, erschließt sich mir nicht. Eine religiöse Ideologie muss sich nicht durch das Zitieren religiöser Texte äußern. Entscheidend sind die Umstände und die Motivation der Tat.

Und schließlich unterstellst du linken politischen Akteuren ein Interesse daran, linken oder islamistischen Antisemitismus nicht zu bekämpfen, wenn dieser statistisch anders eingeordnet wird. Auch dafür sehe ich bisher keinen Beleg.

Du bringst hier also eine ältere, sehr begrenzte Befragung, eine Vermutung über Tatmotive und eine politische Unterstellung zusammen. Das ergibt noch keine belastbare Argumentation.


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