continuum schrieb:Wenn man davon ausgeht, dass Leben nicht nur an die Bedingungen der Erde gebunden ist, spricht eigentlich nichts dagegen, dass es im Universum eine enorme Vielfalt an Lebensformen geben könnte.
Davon gehe ich nicht aus. Im Gegenteil! Ich nehme die enorme Artenvielfalt durch Kohlenstoff auf der Erde als Anlass dafür, um die Annahme aufzustellen, dass Kohlenstoff einfach damit bewiesen hat, das beste Element für die Lebensentstehung zu sein. Es kann auch noch andere Elemente geben, aber Kohlenstoff zeigt ja, wie vielfältig es Leben hervorbringen kann und das auf nur einem Planeten.
Die Frage bleibt jedoch offen, ob es an den Bedingungen auf der Erde liegt, oder am Kohlenstoff selber, oder eine Kombination aus beidem. Ich sehe es so, dass auf der Erde eine Kombination aus verschiedenen Elementen zusammengekommen ist, wodurch Leben erst entstanden ist. Läge es nämlich nur an ganz einfachen Grundelementen, müsste zwangsläufig nahezu überall irgend eine Spur von Leben vorhanden sein, oder zumindest nachgewiesen worden sein, dass mal Leben da war. Es kann ja dann nicht sein, dass wir hier bereits bei 9 Planeten(Pluto gehört dazu, egal was behauptet wird) nur auf einem einzigen Planeten so viel Leben haben. Dann spielt die habitable Zone vielleicht auch eine ganz entscheidende Rolle. Vielleicht war die Venus auch von Leben besiedelt und ist letztendlich der Sonne zum Opfer gefallen.
Alles, was auf der Erde ist, könnte es auch andernorts geben, dieselben Bedingungen. Die Frage ist nur, ob exakt diese Kombination auch nochmal so vorkommt und sich die Dinge so ereignen, um Leben entstehen zu lassen. Wir können ja nur spekulieren darüber. Vielleicht hat erst ein gewaltiger Meteoriteneinschlag dafür gesorgt, dass die Elemente miteinander agieren und etwas passiert. Oder die Kollision mit einem anderen Planeten, oder Trabanten. Es lässt sich bislang nur mutmaßen, wie Leben entstanden ist.
continuum schrieb:Wenn es irgendwo eine ähnliche, kohlenstoffbasierte "Erde" gibt wie wir sie kennen oder zumindest mit vergleichbaren Bedingungen, warum sollte es dort nicht auch möglich sein, dass Leben entsteht?
Wie gesagt, es KANN möglich sein. Ich würde niemals die Frage so formulieren, warum es nicht dann auch möglich sein sollte, denn, warum sollte es zwingend sein? Ich glaube nicht, dass Leben eine Notwendigkeit im Universum darstellt. Es spielt nach seinen ultimativen Regeln und ob da irgend ein Planet voller Leben ist, oder nicht, ändert nichts an einer Expansion, oder sonstiges.
Traurig und einsam wäre es, wäre das Erdenleben das Einzige im All, aber es kann durchaus die Realität sein, denn nur weil es der menschlichen Logik nach viel zu abstrus und abnormal klingt, bei so viel Universum und Planeten, heißt es noch lange nicht, dass es so sein muss, wie wir es gern erwarten und hätten. Den Gedanken sollte man sich direkt mal abgewöhnen, dass das Universum ein Ort nach unserer alleinigen Vorstellung und Erwartung ist. So funktioniert Naturwissenschaft nicht, aber leider gibt es genug Wissenschaftler, die immer mit dem hohlen Argument kommen:
"Bei so vielen Planeten ist die Wahrscheinlichkeit für weiteres Leben sehr hoch!"
Schwachsinn! Die Anzahl der Planeten sagt nichts über Lebensentstehung aus und lässt diese auch nicht automatisch ansteigen, solange wir nicht wissen, wodurch Leben nun entsteht. Es sind alles nur Mutmaßungen, aber keine Fakten.
continuum schrieb:Aus meiner Sicht ist Leben kein exakt starres Rezept nach dem Motto "20 g Salz und 14,8 g Petersilie". Es braucht vermutlich gewisse Voraussetzungen, aber die können durchaus variieren, mal etwas mehr, mal etwas weniger und trotzdem funktionieren.
Vielleicht kommt es nicht auf die "Inhaltsstoffe" sondern den Vorgang an, der Leben überhaupt erst hat entstehen lassen. Wenn wir zum Beispiel zwei Planeten haben, auf denen jeweils die richtigen Zutaten vorhanden sind und auf dem einen Planeten schlagen unzählige Meteoriten ein, auf dem anderen wiederum nicht, dann könnte auf dem bombardierten Planeten eher Leben entstehen, als auf dem der still ist, weil das Bombardement vielleicht der Auslöser war/sein könnte, wodurch überhaupt etwas in Gang gesetzt wurde. Was erstmal paradox klingt, weil Einschläge durch Meteoriten eher Lebens und Planetenkiller sind, aber alles im Universum folgt seinen physikalischen Gesetzen. Durch solche Einschläge entsteht die nötige Reibung, Hitze und Bewegung im Boden, die vielleicht dazu beigetragen hat, dass bestimmte Elemente sich dann anders verhalten als im Normalzustand.
Was aber eigentlich wirklich erst krass wird, ist die Tatsache, dass Kohlenstoff zum Beispiel ohne das Sterben eines Sterns nie je existieren würde. Es mussten also Sterne sterben, damit überhaupt erst für das Leben entscheidende Elemente entstanden sind. Könnte man vielleicht meinen, dass Sterne so eine Art Lebendigkeit besitzen, dass sie vielleicht der grundlegende Antrieb im Universum sind, der Leben erschafft und aber auch vernichtet? Sie geben Hitze ab und ihre Supernova ist so gewaltig, dass erst dadurch Elemente hervorgekommen sind, die essenziell für die Entstehung von Leben waren.
continuum schrieb:Erst mit dieser Entwicklung kann eine Art genügend Stabilität aufbauen, um sich gegenüber anderen Einflüssen, Tieren oder Gefahren, Naturkatastrophen, Meteoriteneinschläge, Vulkanismus sowie gegenüber ihrer eigenen Entwicklung (bis hin zur möglichen Selbstzerstörung) zu behaupten. Dadurch wird es überhaupt erst möglich, ihre Intelligenz gezielt zum Schutz einzusetzen und sich irgendwann vielleicht zu einer Raumfahrernation weiterzuentwickeln und dann mit den nächstgelegenen anderen Spezies die es auch geschafft haben zu Kommunizieren, wenn da nicht auch noch das Zeitfenster wäre (Fermi-Paradoxon), die das dann wieder vehement verhindert.
Vielleicht gilt das allein nur für die Erde und irgend wo könnte sich Leben ergeben haben, das von Beginn an intelligent war, weil die Zusammensetzung eine komplett andere ist? Vielleicht erfordert es nicht erst eine solche Evolution, um eine Lebensform hervorzubringen, die so intelligent ist, sich rasend schnell zu entwickeln und bis hin zu einer technologisch fortgeschrittenen Spezies zu entwickeln, oder vielleicht sogar noch mehr. Eine Spezies, die ein ganz anderes Bewusstsein zum Universum besitzt und vollkommen anders herangeht, als der Mensch. Vielleicht ist es schwierig vorstellbar, weil nur das irdische Leben bekannt und ungefähr als Maßstab herangezogen werden kann, aber ich bin kein Freund davon, weil letzteres nahezu alle Möglichkeiten ausschließt, wie Leben sein kann. Wenn es nicht ungefähr so ist, wie auf der Erde, wird es sofort als reine Fantasie abgetan, obwohl selbst auf der Erde zahlreiche Beweise existieren, die aufzeigen, dass das Leben weit komplexer und vielfältiger ist, als nur diesen einen starren Weg zu folgen. Es gibt so viele Tiere auf der Erde, die so komplex und bemerkenswert in ihren Eigenschaften sind, was sie alles können und sich entwickelt hat, nur weil alles über-leben will.
Der Mensch hat den Vorteil gegenüber vielen anderen Tieren, all das zu erkennen. Wir haben ein sehr ausgeprägtes Ich-Bewusstsein entwickelt und können alles erforschen, aber so im Vergleich zu einigen anderen Tieren, stehen wir ganz schön blöd dar. Unsere Sinne sind mit am schlechtesten ausgeprägt, was das Hören, Riechen und Sehen angeht. Also es ist nicht an sich schlecht, aber da gibt es Tiere, die ums 10fache besser hören, sehen und riechen können, wenn nicht sogar noch höher. Wir sind da eher due Aufgeschmissenen, aber fraglich ist, warum wir nach wie vor die Einzigen sind, die sich so weit entwickelt haben vom Bewusstsein her und das in kürzester Zeit. Wieso hat kein anderes Lebewesen, das mitunter älter ist, sich je jemals weiterentwickelt, um auch zu einem Ich-Bewusstsein zu gelangen, oder zu mehr? Es gibt andere Tiere mit Ich-Bewusstsein, aber wie lange gibt es diese schon verglichen mit der Zeit des Menschen? Warum passiert bei keinem anderen Tier ein Durchbruch? Das finde ich seltsam.