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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

309 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Belgien, Bonn, Cellist ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wo ist Katherine M. aus Bonn?

26.06.2015 um 16:41
Für das Rechtsempfinden der Meisten wird folgender Totschlag kaum oder gar nicht von Mord zu unterscheiden sein. Wenn Person A einer anderen Person B eine Plastiktüte über den Kopf zieht und Person B elendig erstickt, ist dies grausam (Mordmerkmal!) und äußerst abscheulich.
Ganz anders wenn jemand in Rage zu einem Messer greift (z.B. Küche oder in einer Werkstatt) und auf seinen Kontrahenten einsticht. Dieser Ablauf geschieht binnen Sekunden. Diese Tat wäre nicht geplant, also spontan aus der Aggression heraus und dementsprechend nachvollziehbarer Totschlag.
Wenn jemand jedoch eine Plastiktüte greift muss er erst einmal gegen den erheblichen Widerstand der anderen Person kämpfen, bis diese über den Kopf gezogen ist. Danach dauert der Todeskampf mehrere Minuten. In dieser Zeit kämpft das Opfer unter größten Ängsten und schlimmster Panik gegen den Tod.
Unser Rechtssystem ...


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

26.06.2015 um 16:59
@OfficerB
Der Fall macht sehr deutlich, wie fragwürdig die Definition der Mordmerkmale im deutschen Rechtssystem ist.
Die Ermordung von Katharine M war grausam und von ihrem Mann von langer Hand geplant und auch vorbereitet, er hat in Kauf genommen, dass sein Sohn, der ihm angeblich so viel bedeutet, nun ein effektiver Vollwaise ist und Kind eines Totschlägers.

Trotzdem ist aus juristischer Sicht hier keine Grausamkeit als Mordmerkmal gegeben. Das wäre sie nur wenn die Grausamkeit größer ist notwendig ist, um die Tötungshandlung durchzuführen. Nicht wenn die Tat an sich grausam ist. Die Definition der Mord-Kriterien stammen übrigens aus dem Dritten Reich.
Katherine M's Ehemann hat juristisch besehen angemessen, aber nicht übertrieben, grausam getötet und gilt deshalb nicht als Mörder, sondern nur als Totschläger. Das ist recht bizarr, aber eben korrekt angewandte Rechtsauslegung.

Vor der Revision der Morddefinition durch die Nazis 1941 war die Unterscheidung von Totschlag gegenüber Mord mWn vor allem (grob gesagt) die Unterscheidung von Vorsatz in Abgrenzung zu Affekttat. Das gilt auch heute in anderen Ländern im Grundsatz so, z.B. Österreich und USA (meines Wissens). Nach dieser Defintion wäre Sergey K als Mörder verurteilt worden.
Ich muss sagen, dass ich Schwierigkeiten habe, eine Tat, wo jemand seine Ehefrau erstickt und ihr dabei zusieht und sie auch anfangs noch sieht, wie er sie erstickt, als weniger gravierend anzusehen, als wenn jmd einen anderen von hinten erschlägt (dann ist es Heimtücke, ergo Mord).


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

26.06.2015 um 17:45
@z3001x
vielen Dank für deinen Beitrag, stimme dir voll und ganz zu !

Man müsste dieses Gesetz, welches die Grausamkeit regelt, neu definieren. Diese juristische Auslegung von "grausam" hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Wer auch immer auf diese Idee kam, diese so zu regeln, hatte gewaltig einen an der Waffel. Das Ausland lacht sich über diese Regelung eh schlapp. Es entlastet den Täter und benachteiligt das Opfer massiv. Wer kommt bitte auf die Idee die Tatausführung als zweitrangig zu sehen, sondern das Maß anzuschauen wieviel erforderlich war jemanden zu töten...
Mit anderen Worten könnte man davon ausgehen, dass ein schwergewichtiger Mensch aufgrund seiner Körpermasse schwieriger zu überwältigen ist. Wenn der Täter also einen Hammer nimmt und immer weiter auf diese Person einschlägt ist es wieder Totschlag?
Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte die Gefühle zu beschreiben, die sich in mir breit machen.
Wie ich schon schrieb ist der Vorgang des Erstickens keine Sache von ein paar Sekunden. Es kann locker mehrere Minuten und damit meine ich fünf bis zehn Minuten dauern, bis der Tod eintritt.


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

26.06.2015 um 17:45
warum auch immer ... mein Beitrag wurde zweimal gepostet


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

26.06.2015 um 21:15
Für mich war es Habgier, weshalb es auch langfristig geplant war, es auch am Tattag zu einer für ihn "existenziellen Auseinandersetzung" gekommen war, wie es seine Verteidigerin vorgetragen hatte. ...


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

26.06.2015 um 22:37
@OfficerB
Gebe dir da Recht, diese Unterscheidung ist antiquiert.
Und oft ist es ein Vorteil für den Täter, gerade wenn ein Tötungsdelikt schon länger her ist kann man gewisse Merkmale gar nicht mehr nachweisen. Zusätzlich verjährt Totschlag im Gegensatz zu Mord, was ich persönlich völlig absurd finde.

Wie im Fall Lolita Brieger :
http://www.welt.de/vermischtes/article106497319/Jupp-toetete-Lolita-und-kommt-trotzdem-frei.html
Zitat daraus:
Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe seien aber nicht sicher nachweisbar gewesen, sagte Schmitz.
Lächerlich ist das, ganz ehrlich.


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

27.06.2015 um 09:56
@crimefan
ohne Worte!

Eigentlich sollte man ja meinen, dass in Deutschland das Menschenleben viel wert ist. Betrachtet man das Grundgesetz wird der Mensch und dessen Rechte klar beschrieben. Nur das Strafgesetzbuch scheint eine andere Auslegung zu haben, was "Recht" ist.
Besonders bedenklich finde ich auch folgenden Umstand:
Wenn ein Mensch ausländischer Herkunft in Deutschland straffällig wird, darf er nicht abgeschoben werden, wenn ihm im Heimatland Folter,Verfolgung u.a. drohen.
Ganz ehrlich - was kümmert es eigentlich den deutschen Staat, was dem Täter in seiner Heimat bevorsteht? Er ist in Deutschland straffällig geworden und hat hier die Sicherheit geschädigt... da wird er eher vorher aus der Haft entlassen, als abgeschoben zu werden. Hauptsache er kann sich hier austoben und braucht nicht in sein Heimatland.
Das hat zwar nichts mit dem Fall zu tun, ist aber wieder ein Merkmal der deutschen Justiz.


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

01.09.2015 um 19:45
Wieder eine Konzertpianistin, die vermutlich von ihrem Mann (auch Musiker) getötet wurde.
Es gibt auffällige Parallelen zwischen den beiden Fällen. :(

http://www.bild.de/news/ausland/tod/natalia-strelchenko-42406352.bild.html


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Wo ist Katherine M. aus Bonn?

04.09.2015 um 11:53
@muscaria
Da hast du recht, über den Mord an Natalia Strelchenko weiß man allerdings noch nicht so viel -- hier könnte es sich tatsächlich "nur" um Totschlag gehandelt haben, also im Affekt. (ist ja eh in England passiert, keine Ahnung ob die dort auch diese seltsame Definition von "Mord" haben)

Für mich völlig unverständlich, für mich war das was Katherine M. widerfahren ist eindeutig ein geplanter Mord (also niedriger Beweggrund), schon alleine wegen der Grube die man nicht mal eben so im Voraus aushebt-- solche Erdarbeiten sind richtig viel Arbeit. Zudem noch an einen völlig unzugänglichen Ort -- er wollte sie geplant loswerden. Natürlich hatte er da schon den Mord im Sinn, totaler Schwachsinn das mit dem "symbolhaft".

12 Jahre, die wahrscheinlich effektiv nur ca. 8 Jahre Haft ergeben, sind eine Verhöhnung des Opfers, ein ganz ganz schlechter Witz. Die Heimtücke ist ebenfalls meiner Meinung nach gegeben, er überraschte sie mit seinem Angriff.

Nun denn, wir können es leider nicht mehr ändern ...im Namen des Volkes :-(...


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