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Auswandern, und eure Erfahrungen dazu?

29 Beiträge, Schlüsselwörter: Reise, Auswandern, Bulgarien
BossMeng
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Auswandern, und eure Erfahrungen dazu?

17.12.2018 um 08:54
Rick_Blaine schrieb:Ich bejahte das und er grinste und sagte dass er gehört habe, dass man dort bei roten Ampeln stehenbleibt.
haha, die Deutschen mal wieder. Die einzigen Idioten, die stehen bleiben :palm:
Rick_Blaine schrieb: Dann erklärte er mir die römischen Regeln: vor jeder Kreuzung hupte er zweimal. Das, so der erfahrene Taxler, genüge um dem Verkehr von rechts oder links deutlich zu machen, dass er jetzt komme.
Das mach ich bei Gelegenheit dann auch mal. Dann siehste mich aber wahrscheinlich eher im Gefängnis wieder als anders wo :)


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Auswandern, und eure Erfahrungen dazu?

17.12.2018 um 09:02
BossMeng schrieb:Das mach ich bei Gelegenheit dann auch mal
:) Ich habe auch darauf verzichtet, es ihm nachzumachen. Nach dem nächsten crash hätte er mir dann bestimmt erzählt, dass die Regeln ja nur für Taxler gelten...

Inzwischen hat der Verkehr in Rom so zugenommen, dass man nicht einmal bei grün weiterkommt. Das Autofahren dort macht lange nicht mehr so viel Spass wie vor 30 Jahren :)


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BossMeng
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17.12.2018 um 09:05
Rick_Blaine schrieb: Ich habe auch darauf verzichtet, es ihm nachzumachen. Nach dem nächsten crash hätte er mir dann bestimmt erzählt, dass die Regeln ja nur für Taxler gelten...
Jaja, schnell mal die Regeln ändern, dies sind die besten Leute überhaupt. :)
Rick_Blaine schrieb:Inzwischen hat der Verkehr in Rom so zugenommen, dass man nicht einmal bei grün weiterkommt.
Haha, dass kann ich mir gut vorstellen. Ist in Deutschland an manchen Stellen ja nciht anders. traurig aber wahr
Rick_Blaine schrieb:Das Autofahren dort macht lange nicht mehr so viel Spass wie vor 30 Jahren :)
Frühger war alles besser, nicht wahr? :D


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Auswandern, und eure Erfahrungen dazu?

17.12.2018 um 09:59
Harulein schrieb:Im Moment informiere ich mich über Dänemark
ein paar Worte kann ich zu Dänemark sagen, einmal, weil ich aus Südschleswig komme und selbst ein ganz klein wenig Dänisch gelernt habe, aber insbesondere, weil ich kürzlich mehr als ein Jahr als Externer in einem großen dänischen Unternehmen, einem ehemaligen Staatsunternehmen, gearbeitet habe.
Man sollte sich erstmal ganz klar machen, dass Dänemark schon länger nicht mehr dem Klischee eines skandinavischen Sozialstaates entspricht.

Das wird schonmal deutlich, wenn man sich die Regierung anschaut: zwar sind die Socialdemokraterne noch immer stärkste Partei mit 47 von 179 Sitzen, in Ermangelung von Koalitionspartnern aber nicht Regierungspartei. Vielmehr wird die Regierung gebildet von der Venstre (Liberal-Konservativ, 34 Sitze), Liberal Alliance (neoliberal, 13 Sitze) und Konservative Folkeparti (konservativ, 6 Sitze), unter Duldung durch die zweitstärkste Partei, Dansk Folkeparti (rechtspopulistisch, 37 Sitze). Der Vergleich hinkt zwar, aber so ganz verkehrt ist es nicht, sich einfach mal vorzustellen, die FDP wäre in Deutschland Regierungsführer, mit der CDU als kleinem Partner und die würden eine Minderheitsregierung unter Duldung der AfD bilden.
Für mich als Schleswig-Holsteiner war dänische Politik immer in Gedanken verbunden mit der politischen Vertretung der dänischen Minderheit in Südschleswig, dem Südschleswigschen Wählerverband SSW, der nun sehr deutlich links-sozialdemokratisch geprägt ist, aber das ist nicht repräsentativ für Politik in Dänemark, zumindest nicht für Politik in Dänemark der letzten 15 Jahre.

Der EInfluss der DF auf die Politik im Land ist meines Eindrucks nach, gerade gemessen daran, dass sie zweitstärkste Partei ist, eher gering und nicht negativ. (Grenzkontrollen und Inhaftierung von ausreisepflichtigen Ausländern halte ich nicht für negativ). Aber der Einfluss der Liberalen ist deutlich und für jeden Bürger sehr spürbar. Sicher auch, weil die Venstre mit einer kurzen Lücke von 2011 bis 2014 bereits seit 2001 Regierungsführer ist!

Das Arbeitsmarktmodell in Dänemark wird oft unter dem Titel "Flexicurity" geführt, dieser Titel geht auf das zugrundeliegende Paper "Flexibiliteit en zekerheid" aus den Niederlanden zurück. Weitgehende Beseitigung von Kündigungsschutz und signifikanter Ausbau der Möglichkeiten von Zeitarbeitsverträgen waren die Folge. Ich habe dies selbst in der Zeit meiner Arbeit in Dänemark erlebt: es wurden Sparmassnahmen in dem Betrieb beschlossen, jede Abteilung wurde quasi per Gießkanne verpflichtet, einen Mitarbeiter zu entlassen, vier Wochen später war eine langjährige und sehr fähige Kollegin weg, dass die Wahl auf sie gefallen war, lag daran, dass sie aufgrund langer Unternehmenszugehörigkeit gemessen an ihrem Aufgabenbereich höhere Lohnansprüche hatte, also konnte man durch ihre Entlassung mehr sparen... Feuchter Traum von Neoliberalen.
Für Dich als Selbständigen dürfte jedoch dieses Thema eher keine Rolle spielen?

In einem erstaunlichen Gegensatz dazu steht die in vielen Betrieben herrschende Konsenskultur: Entscheidungswege sind oft irritierend lang und beziehen unerwartet viele Parteien mit ein. Das dürfte für Dich als Selbständigen erstmal keine Rolle spielen, es sollte einem allerdings bewusst sein, wenn man dänische Kunden hat.

Eher interessant dürfte sein, dass viele Dinge in Dänemark hochgradig optimiert sind, soweit bis zum Excess, dass vom Normfall abweichende Fälle sehr schwer zu behandeln sind, viel Aufwand erzeugen. Wer zB. eine persönliche Rejsekort haben will, aber keine Personenidentifikationsnummer CPR hat, kann das in nur sechs Bahnhöfen im Land beantragen. Anders Beispiel: wer das WLAN im S-Tog nutzen will, muss sich über eine SMS identifizieren, aber der SMS-Service funktioniert nur mit dänischen Rufnummern... Nicht schlimm, aber das sind nur Beispiele, dass oft Prozesse soweit optimiert sind, dass das Auftreten eines Sonderfalls, zB. eines Ausländers Schwierigkeiten erzeugt.

Was Krankenversicherung angeht: es ist richtig, dass diese durch Steuern finanziert ist. Allerdings sind die Wartezeiten für Behandlungstermine oft auch sehr lang, freie Arztwahl gibt es nicht, Zuzahlungen haben auch deutlich zugenommen. Man sollte sich also trotzdem genau erkundigen, ob man private Zusatzversicherungen braucht.

Auch sollte man wissen, dass der Erwerb von Wohneigentum in Dänemark für Ausländer mit zusätzlichen Hürden erschwert wurde. Aufgrund Teilnahme an EU Freizügigkeit ist es zwar nicht unmöglich, aber eben restriktiv. Erst wenn ein Ausländer mindestens fünf Jahre in Dänemark gelebt und gearbeitet hat, wird er Inländern beim Erwerb von Immobilien gleichgestellt.
Dänemark ist allerdings ein Land mit weit höherer Eigentumsrate als Deutschland. Da hat zur Folge, dass es weniger Mietwohnungen gibt und diese gemessen an den Preisen für Eigentum die Mieten ziemlich hoch sind.

Ganz allgemein sind die Lebenshaltungskosten verglichen mit Deutschland deutlich höher. Nicht ohne Grund gibt es viele, gerade junge Familien, die südlich der Grenze in Deutschland wohnen und nach Jütland zur Arbeit einpendeln...


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17.12.2018 um 12:30
@otternase
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.

Für mich als Selbstständigen wäre es ideal, wenn ich meinen Lebensunterhalt ausschließlich online bestreiten könnte. Dass so etwas funktioniert, habe ich schon bei anderen gesehen, es braucht natürlich vor allem Zeit, aber davon habe ich noch genug. Da wir 2 Katzen haben, fällt ein Umzug momentan flach, das möchte ich den Tieren nicht zumuten. Einer unserer Kater ist schon 18, der andere 9. Da Katzen im Durchschnitt 20 Jahre alt werden können, kann es sein, dass wir also noch 10 Jahre hier sind und höchstens mal lokal umziehen.
Ich kann mir auch vorstellen, später innerhalb Deutschlands umzuziehen, in ein anderes Bundesland. Auch hier gibt's sehr schöne Orte mit wunderschöner Landschaft. Ich würde gerne irgendwo wohnen, wo viel Natur ist.
Ich höre auch immer, dass es im Osten Deutschlands sehr viel Leerstand gibt und ganze Ortschaften aussterben, weil immer mehr junge Menschen in die Städte wollen. Da müsste doch wohnen günstiger sein als beispielsweise in NRW, wo ich wohne, immerhin das am dichtesten besiedelte Bundesland in Deutschland.

Vor dem Neoliberalismus hab ich nicht wirklich Angst, möchte aber später echt nicht in die Situation kommen, wieder bei Unternehmen Klinken zu putzen. Das wäre für mich ein ziemlicher Rückschritt, denn als Freiberufler konnte ich erleben, dass es eher die Unternehmen sind, die auf einen zukommen. Aber auch das möchte ich nicht ewig machen, denn der Umgang mit den Leuten ist nicht immer einfach.
Ich würde gerne meine Webdesigns online verkaufen, über einen Webshop, vielleicht dann später eine oder mehrere Apps entwickeln und verkaufen, Bücher schreiben und als eBook bei Amazon einstellen. Also Ideen habe ich genug. :D

@BossMeng
Du hast sehr viel über Bulgarien geschrieben. Kannst du mir sagen, wie hoch in etwa die Lebenshaltungskosten in einer Stadt wie Sofia sind, verglichen mit einer deutschen Metropole?


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17.12.2018 um 12:34
Harulein schrieb:Du hast sehr viel über Bulgarien geschrieben. Kannst du mir sagen, wie hoch in etwa die Lebenshaltungskosten in einer Stadt wie Sofia sind, verglichen mit einer deutschen Metropole?
Hm das kann ich schlecht beurteilen. Je nachdem wie Dein Lebensstil ist aber im Normalfall deutlich weiniger als in DE


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17.12.2018 um 12:39
BossMeng schrieb:Hm das kann ich schlecht beurteilen. Je nachdem wie Dein Lebensstil ist aber im Normalfall deutlich weiniger als in DE
Achso. Das klingt gut. Meine Ansprüche sind ziemlich niedrig, nur Internet sollte gut sein. :)


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BossMeng
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17.12.2018 um 12:41
Harulein schrieb:Achso. Das klingt gut. Meine Ansprüche sind ziemlich niedrig, nur Internet sollte gut sein. :)
Haha tja, das Internet liegt je nach Vetrag von hoch bis unterm Keller.

Meinen vorherigen BEitrag müsste ich nochmal ausbessern: Du zahlst weniger für die Wohnung aber in BG verdienst Du durchschnittlich auch weniger


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17.12.2018 um 12:49
Harulein schrieb:Ich höre auch immer, dass es im Osten Deutschlands sehr viel Leerstand gibt und ganze Ortschaften aussterben, weil immer mehr junge Menschen in die Städte wollen. Da müsste doch wohnen günstiger sein als beispielsweise in NRW, wo ich wohne, immerhin das am dichtesten besiedelte Bundesland in Deutschland.
das ist sehr regional unterschiedlich. In den wirtschaftlich starken und attraktiven Zentren der ehemaligen DDR, also beispielsweise in Dresden und Leipzig, steigen die Mieten und Lebenshaltungskosten ganz rapide an. Rund um Berlin, in Brandenburg, färbt der überhitzte Wohnungsmarkt von Berlin inzwischen stark ab, immer mehr ziehen raus und pendeln nach Berlin ein, wodurch Mieten so im Bereich von 1h Fahrzeit um Berlin rasant ansteigen.
In anderen Gegenden hingegen stimmt das Gesagte schon. Die Frage ist allerdings, ob man dort dann leben will. Natur gibt es sicher genug. Aber zB. kein Geschäft, welches man ohne eine längere Autofahrt erreichen kann, kein Arzt dessen Warteliste kürzer als 6 Monate ist, ja sogar die Polizei braucht etwas länger (die durchschnittliche (!) Interventionszeit der Polizei bei einem Notruf in der Börde beträgt 28 Minuten! hier ein paar Berichte zur Lage https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/20151107/polizeistruktur-unfallopfer-wartet-eineinhalb-stunden ) ...


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