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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

40 Beiträge, Schlüsselwörter: Angst, Wasser, Meer, Phobie, Thalassophobie, Thalassophobia, Tiefes

Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

03.03.2019 um 12:53
Ich glaube, ein großer Teilaspekt ist der Kontrollverlust/Angst vor Kontrollverlust, unabhängig davon, wovor man Angst hat. Zu tiefes Wasser, zu weit vom Ufer weg, wenn dann etwas passiert, ist es schwer, die Situation wieder sicher im Griff zu haben. Wenn man stehen kann oder das Ufer schnell zu erreichen ist, dann ist die Situation besser zu kontrollieren. Ebenfalls bei klarem Wasser wo man den Grund sehen kann. Dadurch hat man alles im Blick, man hat eine gewisse Kontrolle um entsprechend zu reagieren. Bei trüben oder sehr tiefen Wasser wiederum kann ma nur wenig sehen was in der unmittelbaren Nähe passiert. Entsprechend kann man schlechter kontrollieren, ob einen zb. etwas berührt oder nach einem schnappt und in die Tiefe zieht, etc.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 01:35
Die Angst vor tiefem Wasser habe ich mittlerweile größtenteils verloren. Bisschen Angst ist noch da und ich passe genau auf, aber es geht gut.

In den letzten Jahren habe ich viel darüber nachgedacht und besonders in den letzten 2-3 Jahren wuchs in mir mehr und mehr der Wille, diese Angst zu besiegen. Es fing damit an, dass ich ohne viel nachzudenken kurz im tiefen Wasser geschwommen bin, die Beine aber niemals gesenkt habe. Das war ja die eigentliche Angst. Beine runter und da ist dann kein Boden. Hab manchmal selbst beim Schwimmen im tiefen Wasser dann einfach Panik bekommen und bin zurück ins flache Wasser.

Doch nun hatte ich die Schnauze voll und hab es kurz und schmerzlos gemacht. Bin erstmal ins Gras und bin ohne groß nachzudenken durchs Seegras gegangen und hab dabei schonmal eine Angst genommen: Seegras. Fand den Anblick schlimm und hatte große Panik, es zu betreten. Eigentlich nur, weil ich halt noch nie draufgetreten bin. Das hat sich dann immer mehr hochgeschaukelt. Jetzt gehe ich auf Seegras herum, als würde ich es vom ersten Tag an machen und kann es mir auch normal angucken. Verdammt, fühl mich grad echt von mir selbst verarscht. :D

Naja, und zum tiefen Wasser...
Ich war an einigen Tagen nicht alleine am Strand und bin dann immer, wenn jemand grad im tiefen Wasser war, auch dort hin und hab langsam die Füße gesenkt. Erst dort, wo ich nur auf Zehenspitzen stehen kann. Das war früher auch schon immer schlimm, aber hier hatte ich Sicherheit durch meine (unwissenden :troll: ) Bekannten um mich herum und dadurch, dass ich ja noch auf den Zehenspitzen stehen kann. So bekam ich schonmal das Gefühl dafür, wie es ist, wenn man tief treten kann.
Hab das mehrmals versucht und es war echt total Überwältigung notwendig, aber es ging.

Ein wenig später bin ich dann etwas weiter hinausgeschwommen und hab die Füße langsam gesenkt. Da habe ich nur das Seegras gespürt und konnte nicht stehen. Ich war ängstlich und glücklich zugleich. Da war dann die große Angst genommen.
Am Tag später bin ich noch bisschen weiter raus. Und zwar dort, wo ich absolut nichts mehr unter den Füßen spüre. Das ist echt nicht mehr schlimm. Zwar mag ich die Füße nicht lange unten lassen, weil ich nicht weiß, was da ist, aber ich mache sie mittlerweile ohne Angst runter. Langsam und vorsichtig, aber es geht. Ein wenig Ungewissheit ist noch da, aber die ignoriere ich.


Ich kann noch nicht einfach so an beliebig jeden Strand einfach mal ins Wasser rein und gucken was ist. Da gehe ich normal rein, achte genau auf das Drumherum und wage mich dann ins tiefe Wasser. Endlich ist die große Hürde genommen und ich kann mal schauen wie sich das nun entwickelt.
Das ist echt eine Steigerung des Lebensqualität und ich gehe nun liebendgerne an den Strand.


Ein Problem bleibt aber noch:
Gegenstände im Wasser. Hab mich ein paar Mal erschreckt, als ich die Reflektionen von Wolken für nen großen Stein im Wasser hielt. :palm:
Zwar kann ich auch jetzt öfter mal problemlos ins trübe Wasser schauen und gehe um Steine herum, ohne mit den Fuß zu stoßen, aber dennoch ist mir da noch mulmig. Heute bin ich auf zwei Dinge getreten. Waren klein, fest, spitz und sehr rau. Könnten Krebse und deren Muschel sein oder einfach nur ein Stein. Zucke aber dennoch zusammen und schwimme nen Meter weiter. Und auch wenn ich weiß, dass in irgendeinem Bereich viele Steine liegen, schwimme ich da lieber drumherum, statt die Füße zu senken. Hab nur die Befürchtung, mit den Fuß zu stoßen. :D

Na mal schauen, was die Zukunft noch bringt.


An alle anderen mit der selben Phobie:
Lasst euch Zeit. Denkt viel drüber nach. Und geht es einfach mal an. Vielleicht Schrittweise mit ner Vertrauensperson bei euch. Das wird schon. :Y:


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05.08.2019 um 08:07
@Ford
Ich habe große Angst vor Gewässern. Der kleine Tümpel, weil ich den Grund und was um mich herum schwimmt, nicht sehe und das Meer wegen der Größe und Tiefe. Maximal eine Stunde Fähre ist ok, aber ruhig bin ich da nicht. Selbstverständlich nur bei ruhiger See... je älter ich werde, desto schlimmer wird die Angst. Ich überwinde sie, wenn es nicht anders geht, eine Kreuzfahrt werde ich aber wohl nie unternehmen:-)


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 08:51
Ford schrieb am 03.03.2019:Nur in flachem Wasser, in dem ich stehen und den Boden sehen kann, lasse ich die Füße nach unten. Es ist die unerklärliche Angst da, irgendetwas Unbekanntes zu berühren wie Steine, Tiere oder Algen, wenn ich die Füße nach unten ausstrecke.
Ich war mal in einem Stausee mit einer Freundin schwimmen. Man konnte in dem Wasser kaum etwas erkennen. Plötzlich berührte mich etwas am Fuß. Nicht nur einmal, nicht zweimal, nein, es hörte gar nicht mehr auf. Ich konnte nichts sehen, also schwamm ich ganz schnell ans Ufer, fast in Panik. Seit dem Tag gehe ich in kein Gewässer, wo ich nichts sehen kann.
So unerklärlich finde ich also deine Angst gar nicht.
Ich würde ehrlich auch meine Beine nicht in irgendein schwarzes Loch im Boden stecken und einfach warten was passiert ;).
Wobei man natürlich sagen muss, es war ganz sicher nur ein Fisch. Aber nicht sehen zu können was es ist, fand ich sehr unangenehm.

Algen hasse ich ebenfalls, aber das kann ich noch aushalten.

Diese Angst vor unbekannten Gewässern war bestimmt irgendwann in der Menschengeschichte sehr nützlich.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 09:17
Gut zu wissen, dass man nicht alleine ist :D

Wieviel Diskussionen ich schon hatte zwecks Urlaub am Meer und komm doch mit ins Wasser. Das hat nciht nur einmal den schönen Sommerurlaub belastet.

Bei mir ist es allerdings noch etwas differenzierter. Vorab würde ich behaupten, dass ich ein sehr guter Schwimmer bin (lange Zeit als Sport betrieben, Wettkämpfe gewonnen etc.). Wenn ich im Meer schwimme auch im klaren Wasser und einen Fisch sehe, möge er noch so klein sein, packt mich eine innere Panik und ich MUSS sofort aus dem Wasser. Algen oder Seegras ist der absoluthe Horror. Allein der Gedanke auf irgendetwas zu treten das am / im sandigen Boden ist lässt mir einen kalten Schauer über den Rücken jagen. In Seen ist es ähnlich. Sobald mich etwas berührt bekomme ich sofort Panik und muss aus dem Wasser. Das Gefühl verschwindet übrigens sobald ich einen Neoprenanzug trage. Dann kann ich problemlos in Seen schwimmen, Wasserski fahren oder andere lustige Sachen machen.

Auch bei Schiffen kann ich das nicht wirklich beschreiben. Auf einer Überfahrt auf der Elbe hatte ich regelrecht eine Panikattacke. Ich bekam Schweißausbrüche meine Hände waren nass und ich war am ganzen Körper am zittern.
Die Elbe war zu dem Zeitpunkt sehr stark befahren und man konnte kein System erkennen wie die Schiffe sich untereinander abstimmen. Es wirkte wie ein einziges riesiges Chaos.
Bei Fahrten auf dem Meer oder großen Seen, hatte ich dagegen bisher noch nie Probleme, auch nicht wenn kein Land mehr zu sehen war. Im Gegenteil... den meisten Leuten wurde auf einer Inselüberfahrt schlecht. Ich war einier der wenigen Personen die an Deck standen und einen wunderschönen Ausblick genießen konnten.

Es ist eine sehr Situationsabhängige Panik die in einem aufsteigt und die man nich wirklich zu packen weiß.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 15:06
Ich hatte das Glück, in einem Haus mit Swimmingpool aufzuwachsen und habe mich schon immer super wohl im Wasser gefühlt. Später habe ich nebenbei, als Hobby, eine Lehre als Berufstaucher gemacht und sämtliche Sportbootscheine erworben.

So wohl ich mich auch im Wasser fühle, ich habe eine panische, komplett irrationale Angst vor großen Haien. Grund oder zumindest Auslöser dafür ist ein Erlebnis, das ich als Jugendlicher hatte. Wir verbrachten damals unseren Urlaub in Mexiko, im Ferienhaus von Freunden. Das Haus lag direkt an einer Steilküste und man konnte mit einer in den Fels eingelassenen Leiter den Fels herunter ins Meer, das dort sehr tief war. Dort bin ich oft Schwimmen gegangen. Praktischerweise befand sich keine 30 Meter von der Leiter eine Boje, auf der ich mich ausruhen konnte.

Zum Ende unseres Urlaubs gelang es mir, meine Eltern zu überreden, mit auf eine kommerzielle Bootstour zum Haiangeln zu gehen. Zu meiner Enttäuschung wurde bei der Tour nicht mit Ruten geangelt, sondern das Boot fuhr eine Reihe von stationären "Angeln" ab: Boje mit einer starken Kette am Meeresboden fixiert, an der Boje dann eine daumendicke Stahltrosse als Angelschnur und ein riesiger Haken, an dem ein Batzen Fleisch als Köder hing. Die Haie wurden zu den Angeln gelockt mit Fässern von Blut und Fleischereiabfällen, welche die Crew dort jeweils ins Wasser kippte.

Ich habe mir das alles interessiert angesehen und mir weiter nichts dabei gedacht – bis das Boot Kurs auf das Ferienhaus unserer Freunde nahm. Die Boje, auf der ich mich immer ausgeruht hatte, das war eine von diesen Angeln! Ausgerechnet dort hat die Crew dann auch den größten Hai der Tour aus dem Wasser gezogen, einen (für die Verhältnisse dieser Spezies relativ kleinen) Weißen Hai von vielleicht 3 Metern Länge. Dennoch war mit dem Hai überhaupt nicht gut Kirschen essen: Die erste Eisenbahnschwelle, die man ihm zum Draufbeißen hingehalten hat, hat er durchgebissen wie eine Salzstange. Ich hätte mir beinahe in die Hosen gemacht bei dem Gedanken, dass ich mich zig Mal auf dieser Boje ausgeruht hatte, während nur wenige Meter unter mir ein Köder hing, der von weiß Gott was für Haien umkreist wurde.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 17:19
Das ist ein interessantes Thema und ich habe davon in dieser Ausführung tatsächlich noch nie gehört, obwohl ich sicher einen Teil dieser Angst in mir trage. Aber wie bei allem, die Menschen fürchten sich vor den unterschiedlichsten Dingen. Und wie so oft, scheint es auch in diesem Bereich ganz unterschiedliche Ausprägungen zu geben.

So sind mir beispielsweise Tiere im Meer weitesgehend egal. Sicher, einem Hai würde ich wohl ebenfalls kaum cool begegnen wollen. ;) Auch die Tiefe an sich, lässt mich weitesgehend kalt. Es ist bei mir viel mehr die Weite, das offene Meer. Die Unberechenbarkeit und schiere Masse und die Kraft der Wellen. Aus diesem Grund sind auch Filme/Thriller die auf offenem Meer spielen, die einzigen Filme, vor denen ich mich wirklich fürchte ("Open Water" sei hier genannt).

"Habt ihr Probleme deswegen im Alltag?" Auf keinen Fall. Ich leb nicht am Meer und ein direktes Zusammentreffen ergibt sich allenfalls im Urlaub. Dann begegne ich dem Meer stets mit Respekt und Ehrfurcht. :D


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 17:29
Ach ja, bei mir ist es auch die Akustik, die eine große Rolle spielt. Also der Sound, den das Meer bei starkem Wellengang produziert. Auf der einen Seite ist das zwar sehr romantisch und teilweise auch schön anzusehen aber etwas Furcht einflößend finde ich das schon. Glaub, so eine Relax-CD mit Meeresrauschen wäre so gar nichts für mich.^^


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 17:43
Ford schrieb am 28.02.2019:Im Spiel GTA V kann man mit einem U-Boot die Unterwasserwelt erkunden. Selbst davor hatte ich Angst. Ich kann mich aber noch ganz genau daran erinnern, wie ich diese Angst losgeworden bin. Ich dachte einfach nur mal genau nach und habe mir bewusst gemacht, dass das einfach nur ein Videospiel ist. Sonst nichts. So war die Angst umgehend weg. Aber im realen Leben ist sie noch da.
Sobald ich eine Gelegenheit habe, möchte ich mit einem echten U-Boot unter Wasser gehen. Sowas gibt es in Touristengebieten. Da will ich mich der Angst langsam stellen und bei der Fahrt schauen, welcher Reiz die Angst auslöst. Bisher hatte die die Gelegenheit aber noch nicht.
Eine gute Idee. Wichtig ist, dass du dich darauf vorbereitest. Dich nicht einfach so in die Konfrontation mit deinen Ängsten begibst.
Atemübungen finde ich persönlich wichtig. So bist du für den Fall einer Panikattacke oder anderweitigen Ängsten besser vorbereitet.

Ich habe Probleme beim Aufenthalt unter Wasser. Nicht etwa aus Angst vor dem unbekannten Terrain oder der Natur. Es ist menschliche Gewalt, die bei mir im Hinterkopf sitzt. So habe ich beim Untertauchen Angst, dass mich jemand von oben unter Wasser drückt. In engen Räumen (Flugzeug) oder in Menschenmassen verhält es sich ähnlich.
Aber nur unter Wasser ist das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, stets präsent.
Wie du möchte ich mich aber dennoch diesen Ängsten stellen. Ich taste mich da auch ganz langsam ran.
An guten Tagen macht die Konfrontation Spass. An schlechten Tagen brauche ich gar nicht erst anfangen.

Sei geduldig mit dir selbst und horche während der Konfrontation immer wieder in dich hinein, was du gerade brauchst.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 18:10
@VanDusen
Oh wow, was für eine Geschichte!!!
Da kann ich die Angst vor Haien komplett verstehen!!!
Gehst du nun gar nicht mehr schwimmen, oder nur nicht mehr im Meer?


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 18:36
Areela schrieb:Gehst du nun gar nicht mehr schwimmen, oder nur nicht mehr im Meer?
Natürlich schwimme und tauche ich noch, auch im Meer, aber in Gegenden, wo mir große gefährliche Haie (es gibt ja auch viele harmlose große Haie) begegnen könnten, bin ich ultra-paranoid, stets hellwach, stets in der Gruppe unterwegs und bis an die Zähne bewaffnet. Ich überlege sogar ernsthaft, mir einen dieser Kettenhemd-Tauchanzüge anzuschaffen, obwohl ich so etwas nun wahrlich nicht benötige. Im Verhältnis zum tatsächlichen Risiko ist das völlig überzogen; Leute, die solche Anzüge wirklich brauchen, sind Naturfilmer, die von ihnen selbst organisierte Fressorgien von Haien filmen wollen.

Dennoch steckt diese Urangst tief drin in mir. Es gibt so eine VR-Simulation eines Angriffs durch einen Großen Weißen Hai für die Playstation 4. Die habe ich neulich bei einem Freund geschaut und musste die Vorführung nach zwei Dritteln abbrechen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Auch die bloße Vorstellung, mich in einem "Haikäfig" (oftmals ein rein symbolisches Gebilde mit der Widerstandskraft eines Einkaufswagens) unter Weiße Haie im Fressrausch zu begeben, treibt mir Perlen des Angstschweißes auf die Stirn.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 19:26
VanDusen schrieb:Ich überlege sogar ernsthaft, mir einen dieser Kettenhemd-Tauchanzüge anzuschaffen, obwohl ich so etwas nun wahrlich nicht benötige
Was es alles gibt^^ Dank Allmy wieder mal was dazu gelernt. :)


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 19:56
Schneeweissche schrieb:Was es alles gibt^^ Dank Allmy wieder mal was dazu gelernt.
Sehr gerne. Wenn du mir einen Ratschlag gestattest: Ziehe bei deinen Expositionsübungen nach Möglichkeit eine(n) erfahrenen Schwimmer(in) / Taucher(in) hinzu, der oder die auf dich aufpasst und dich nötigenfalls retten kann.

Bei meinem Training zum Industrietaucher haben 28 von 30 Teilnehmern schon beim vorbereitenden Pool-Training das Handtuch geworfen. Ein großes Hindernis war z. B. das Tauchen mit verbundenen Augen und/oder gefesselt, damit kamen nur die Wenigsten klar.

Der Punkt ist: Diese Leute sind nicht nur nicht mit den Übungen klargekommen, sondern sie wären jämmerlich ersoffen, wenn unsere Trainer sie nicht rechtzeitig gerettet hätten.

Solche Übungen nicht abzukönnen, ist kein Zeichen von Schwäche. Gib dir Zeit und gib dir Raum, halte dein eigenes Tempo, aber achte stets darauf, dass da jemand ist, der dich notfalls aus der Brühe fischen kann.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 20:45
@VanDusen

Interessantes Hobby! Ich hatte dafür auch immer eine Faszination. Habe dies allerdings nie wirklich weiterverfolgt, weil ich Tauchen für ein sehr teueres Hobby halte. Da ist die Ausrüstung nur die eine Sache. Die andere, viel bedeutendere, wären da wohl die Reisen. Schließlich will man ja nicht jedes Wochenende in irgendeinem piefigen Badesee abtauchen, sondern sucht sich durchaus die etwas exotischeren Orte aus. ;) Mit Haien (und Kettenhemd).^^ Btw, wie bewaffnet man sich unter Wasser eigentlich? Mir nur ein Begriff die Harpune. Aber die ist ja für die Jagd und dient nicht der Abwehr oder?


Aber wir gleiten ab...Ist es dann nicht eher bei Dir die Angst vor gefährlichen Meerestieren denn vor dem Meer an sich?


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 20:47
@VanDusen
Es freut mich, dass dich das Erlebnis nicht so sehr einschränkt, dass du dich gar nicht mehr aufs Meer traust.
Ich frage mich nur die ganze Zeit, warum niemand von den Freunden wusste wofür diese Boje verwendet wird? Es war also vielleicht irgendwie gut, dass du die Bootstour gemacht hast :)


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05.08.2019 um 20:48
@Ford

Als Kind hatte ich Angst vor dem Badesee.
So grosse Angst, dass mein Vater mir extra eine Kuhle in den Sand machte, und mit Wasser füllte.
Ich also im Modderloch und Happy.

Heute bin ich ein guter Schwimmer und habe null Angst im Gewässer.
Soweit!
Ich kann sogar reglos auf der Oberfläche liegen und Entspannen, Meditativ in den Himmel schauen.
Angst vor dem Ertrinken habe ich nicht.

ABER:

Und damit komme ich zu deinem Bild:
Wenn ich mir dann vorstelle, ein U-Boot (ja, klingt verrückt) oder ein alter Dampfer taucht unter mir auf,
(Hebt die Titanik...!)
bekomme ich noch heute Panik.
Stell dir vor, um dich herum taucht ein rostiger alter Schornstein eines Dampfers auf, und du im Zentrum.
Horror.
Auch habe ich Ekel und Angst, an einer Boje zu hängen, und mit den Beinen die glitschige Unterseite und die Kette zu berühren.

Ich hatte als Kind auch Alpträume: ich schwimme im Meer und blicke mich um, und 5 Meter hinter mir sehe ich die riesige Bugwulst einen Ozanriesen.
Auch unter ein Boot durchzutauchen fällt mir schwer. Je oller der Kahn und je grösser, desto schlimmer.

Es ist wohl die Urangst vor dem Unbekannten.
Man ist fast nackt und kann den Ort nicht schnell verlassen.
Wenn mich mal diese Panik im See überkommt, lasse ich die Fantasie einfach zu.
Denn das geht vorbei. (Meist ;))

Also ich kann es sehr gut nachvollziehen.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 21:09
VanDusen schrieb:Bei meinem Training zum Industrietaucher haben 28 von 30 Teilnehmern schon beim vorbereitenden Pool-Training das Handtuch geworfen. Ein großes Hindernis war z. B. das Tauchen mit verbundenen Augen und/oder gefesselt, damit kamen nur die Wenigsten klar.
Ja, ich fand schon Videos dieser Übungen beklemmend.
VanDusen schrieb:Der Punkt ist: Diese Leute sind nicht nur nicht mit den Übungen klargekommen, sondern sie wären jämmerlich ersoffen, wenn unsere Trainer sie nicht rechtzeitig gerettet hätten.
Spoiler Und ich nehme an, das Scheitern der Teilnehmer lag hauptsächlich an der psychischen Belastung und weniger an einer körperlichen Untauglichkeit.?
Bei Panik steigt der Sauerstoffverbrauch/die Sauerstoffenorm an. Der Titel des Film "Bis dass das Blut gefriert" wird hier zum Programm.
Mit dem Wissen und der Übung lässt sich das aber gut verhindern.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 21:13
Hyperborea schrieb:dass mein Vater mir extra eine Kuhle in den Sand machte, und mit Wasser füllte.
Ich also im Modderloch und Happy.
Ein toller Papa!!!
Hyperborea schrieb:Wenn ich mir dann vorstelle, ein U-Boot (ja, klingt verrückt) oder ein alter Dampfer taucht unter mir auf,
(Hebt die Titanik...!)
bekomme ich noch heute Panik.
Ich hab noch nie über sowas nachgedacht. Wie kommt eigentlich auf sowas? :ask:
Hast du auch Angst auf Booten oder Schiffen mitzufahren?


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

05.08.2019 um 21:23
Myon-Neutrino schrieb:Btw, wie bewaffnet man sich unter Wasser eigentlich? Mir nur ein Begriff die Harpune. Aber die ist ja für die Jagd und dient nicht der Abwehr oder?
Mit C02-Waffen. Haie haben eine Schwimmblase, welche ihnen die Tarierung ermöglicht. Injiziert man dort CO2 hinein, erleben sie einen ganz schlechten Tag, sehr wahrscheinlich ihren letzten.
Wikipedia: Wasp_Knife

Als Taucherspeere gibt es diese Waffen schon länger. Ich glaube, das Team um Jacques Cousteau hat diese erfunden.
Areela schrieb:Ich frage mich nur die ganze Zeit, warum niemand von den Freunden wusste wofür diese Boje verwendet wird?
Die Eigentümer des Hauses waren alte Leute. Die wären niemals auf den Gedanken gekommen, direkt vor ihrer Haustür Schwimmen zu gehen.
Schneeweissche schrieb:Und ich nehme an, das Scheitern der Teilnehmer lag hauptsächlich an der psychischen Belastung und weniger an einer körperlichen Untauglichkeit.?
Exakt, 100%. Viele von denen waren fitter als ich, aber ich hatte eben mehr Erfahrung / Zuversicht im Wasser. Zum Beispiel bin ich schon als Kind auch im Herbst und Frühjahr in unserem Outdoor-Pool Tauchen gegangen, auch wenn die Schutz-Jalousie noch drauf lag und man nur an einigen wenigen Quadratzentimetern um die Leiter herum Luft ziehen konnte. Unter der Jalousie war es a*schkalt und dunkel, aber das war mir egal.


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Thalassophobie - Angst vor dem offenen Meer und Meeresreisen

06.08.2019 um 00:04
Areela schrieb:Hast du auch Angst auf Booten oder Schiffen mitzufahren?
Nein.
Da hast du ja das Schiff unter dir.

Es ist eher die Angst, dass etwas aus der Tiefe autaucht.

Ich glaube aber, jeder hätte Panik, wenn dir jemand beim Schwimmen z.B. an die Füsse packt.


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