rainlove schrieb:Paulides zeigt Fälle, die mysteriös sind, was ist bitte daran verkehrt? Ne man muss schließlich jeden schlecht machen, der die Wahrheit zeigen will...
Das Projekt „Missing 411“ von David Paulides gilt in wissenschaftlichen Kreisen, unter Such- und Rettungsexperten sowie bei investigativen Journalisten als unseriös und manipulativ.
Obwohl Paulides das Verschwinden von Menschen in US-Nationalparks als unlösbares, potenziell übernatürliches Mysterium darstellt, basiert seine Arbeit auf schweren methodischen Mängeln und bewussten Auslassungen.
Paulides lässt systematisch Fakten weg, die eine logische, natürliche Erklärung für einen Vermisstenfall liefern.
In vielen der von ihm beschriebenen Fälle verschweigt er in seinen Büchern, dass die vermisste Person eine bekannte psychische Erkrankung hatte, suizidgefährdet war oder nachweislich von einem Raubtier angegriffen wurde.
Einige der von ihm als „mysteriös verschwunden“ geführten Personen wurden in der Realität längst lebend aufgefunden oder ihre Leichen wurden mit klaren medizinischen Todesursachen (wie Ersticken oder Absturz) geborgen. Paulides korrigiert diese Fehler in seinen Büchern jedoch nicht.
Paulides betont oft als mysteriöses Indiz, dass Opfer ohne Kleidung oder Schuhe gefunden wurden. In der Rechtsmedizin ist jedoch das sogenannte Kälteidiotismus extrem gut erforscht: Menschen, die kurz vor dem Erfrieren stehen, erleiden eine Fehlregulation der Blutgefäße, empfinden plötzlich unerträgliche Hitze und ziehen sich im Wahn selbst aus.
Paulides behauptet offiziell zwar oft, er stelle „nur Fragen“ und habe keine feste Theorie. Allerdings bewegt er sich primär in der UFO-, Bigfoot- und Verschwörungs-Community. Vor seiner Arbeit an „Missing 411“ war er als Bigfoot-Forscher aktiv. Er deutet durch seine gezielte narrative Gestaltung permanent an, dass Regierungen etwas verheimlichen oder außerirdische/kryptozoologische Kräfte am Werk seien.
„Missing 411“ ist kein wissenschaftliches oder kriminologisches Werk, sondern eine kommerziell erfolgreiche Grusel-Anthologie. Sie nimmt reale menschliche Tragödien und schlachtet sie durch das Weglassen von Fakten zu einem vermeintlichen Mystery-Phänomen aus.
In seinen Büchern stellt David Paulides die Nähe von Gewässern (Seen, Flüsse, Bäche) als einen seiner wichtigsten „Profilpunkte“ dar. Er behauptet, mysteriös, dass ein Großteil der Vermissten in der Nähe von Wasser verschwindet, in Gewässern gefunden wird oder dass Suchhunde die Spur exakt am Uferrand verlieren. Er deutet damit an, dass eine unbekannte Kraft die Menschen ins Wasser zieht oder Gewässer als Transportwege nutzt.
Gewässer sind die primären Anziehungspunkte in jedem Nationalpark.
Viele Wanderwege verlaufen parallel zu Flüssen oder führen zu malerischen Bergseen.
Wanderer machen fast immer am Wasser Pause, um zu trinken, sich abzukühlen oder Fotos zu machen.
Verirrte Personen suchen instinktiv nach Wasserläufen, weil sie hoffen, dass diese sie zurück in die Zivilisation führen (was oft ein fataler Fehler ist, da Flüsse in Schluchten oder Wasserfälle führen können).
Paulides wundert sich oft darüber, dass Leichen in Bereichen gefunden werden, die vorher bereits von Rettungsteams abgesucht wurden. Wenn eine Person ertrinkt, sinkt der Körper zunächst auf den Grund (besonders in kaltem Bergwasser). Erst wenn durch Verwesungsprozesse Gase im Körper entstehen, bekommt die Leiche Auftrieb und treibt an die Oberfläche. Dieser Prozess kann Tage oder Wochen dauern. Leichen werden unter Baumstämmen, in Unterwasserhöhlen oder zwischen Steinen eingeklemmt. Sie sind für Taucher oft tagelang unsichtbar, bis sich die Strömung ändert.
Paulides nutzt das Argument „Die Hunde verloren am Ufer abrupt die Fährte“ Wenn eine Person freiwillig ins Wasser gegangen ist (um zu schwimmen, zu trinken oder weil sie hineingestürzt ist), endet die Bodenfährte für den Hund exakt am Ufer. Das ist kein Mysterium, sondern Physik..