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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

31 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Psychologie, Wissenschaft

Vollständige Heilung der Psyche möglich?

28.07.2020 um 23:14
Thaddeus
schrieb:
Hier ist doch die lustige frage, die mir Betroffene im Allgemeinen nicht erklären können, weil's der Arzt auch nicht tut. Das chemische Ungleichgewicht, woher kommt das im Einzelfall? Ist das immer angeboren und mußte so kommen, unausweichlich? Oder wurde da jahrelang vielleicht Druck ausgeübt und deshalb hat sich das Gehirn da was angewöhnt?
Bei meinem Kumpel ist es vererbt. Sein Vater hatte es, und bei seinem älteren Bruder ging es vor meinem Kumpel schon los, sogar viel heftiger als bei meinem Kumpel. Sein Bruder kann nur betreut wohnen.
Thaddeus
schrieb:
Wenn ich komplett am Rad drehe Mit zittern etc., dann hab ich wahrscheinlich auch grad ein chemisches Ungleichgewicht. Nur weiß ich genau, warum ich da so dünnhäutig bin und warum ich einfach auf den Felgen schleife.
Das ist vielleicht der Unterschied. Entweder wird die Psyche durch ein biochemisches Ungleichgewicht gestört, oder die Biochemie durch die Psyche in gewissem Maße.
Thaddeus
schrieb:
Das chemische Ungleichgewicht wird halt immer so totschlagsargumentativ benutzt, als wäre das eine Naturgewalt und braucht keine Gründe, keine begünstigenden Faktoren und sonst nix. Wenn ich mit Betroffenen rede, die ihre Situation komplett an das Ungleichgewicht delegieren, dann sehe ich da einen teil Opfermentalität. Und als Opfer darf man nicht handlungsfähig sein, sonst ist der emotionale Bonus flöten.
Naja, es zeigt sich doch eben dasss es ein chemisches Ungleichgewicht ist, wenn dann Medikamente helfen.
Mein Kumpel ist mit entsprechenden Medikamenten "normal" für seine Verhältnisse, bis auf das mit der Angst. Und die Angst kann er mit Training zumindest unter Schach halten, oder eher austricksen wie ich es immer nenne. Aber die Psychosen, das glaube mir, die sind dann alles andere als durch gutes Zureden behandelbar.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

28.07.2020 um 23:39
OK, da fangen dann die ganzen Fragen an, die das so kompliziert machen.

Wenn's vererbt war, gab es dann Faktoren, die das Ausbrechen begünstigt haben?
Wie effektiv ist das Training?
Wenn es um Ängste geht, wie sehr und auf welche Art trainert derjenige, sich Sicherheit/Gewißheit im Leben anzuhäufen? Passiert das strategisch oder taktisch?
Wieviel Unsicherheit kommt von außen?
Gibt es Ernährungsweisen (Zeug weglassen, Zeug essen, die die Produktion beeinflussen?)
Alles nur Fragen. Und jetzt gar nicht direkt auf Deinen Kumpel bezogen. Ich mein das ganz allgemein. Aber eben Fragen, die unter Umständen darüber entscheiden, wieviel man so schlucken muß, um aufm Teppich zu bleiben. Und in manchen Fällen, ob überhaupt.

"Gutes Zureden" ist jetzt wirklich nicht die Hochwassermarke, was man beim Stand heutigen Wissens mit dem Gehirn machen kann.
Und wie gesagt, ich hab kein Problem mit echten Fällen. Ich hab eher ein Problem, wo Leute zu den echten Fällen gesteckt werden, weil es schneller vom Tisch ist.

Ich bin ziemlich sicher, daß auch bei mir Medikamente was bewirken würden. Irgendwas halt. Psychiater möchten die besonders gern loswerden. Nur behaupte ich, daß es mit simpler (nur eben intelligent ausgewählter) Menschlichkeit auch ginge.

Das Gehirn ist ne verdammt flexible Maschine. Nur ist das zuträgliche Futter dünn gesäht. Ich zum Beispiel lebe jetzt seit ewigen Zeiten ohne jegliche Ermutigung. Praktisch jedem Menschen in meinem Leben war es unterm Strich egal, was ich mache oder was aus mir wird oder ob ich ein Ziel auch erreiche. Das hat sich niedergeschlagen und ich behaupte, das war nicht so ganz artgerecht. Da bringt auch der plumpdumme "das mußt Du selber können" Totschläger nix.

Wär ich ein Krokodil, hätte ich damit kein Problem.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

29.07.2020 um 00:22
Thaddeus
schrieb:
Wenn's vererbt war, gab es dann Faktoren, die das Ausbrechen begünstigt haben?
Wahrscheinlich drogenindiziert.
Thaddeus
schrieb:
Wie effektiv ist das Training?
Training im Sinne von Beschäftigung und Gewohnheiten einpflegen. Effektiv so lange es nicht gestört wird.
Und dies geschieht strategisch, mehr oder weniger.
Thaddeus
schrieb:
Wieviel Unsicherheit kommt von außen?
Ich kann hier nur explizit von meinem Kumpel schreiben. Es kann ihn schon eine Baustelle vor seiner Tür verunsichern.
Thaddeus
schrieb:
Gibt es Ernährungsweisen (Zeug weglassen, Zeug essen, die die Produktion beeinflussen?)
Nope, nicht das wir wüssten. Es gibt nichts das er nicht essen darf. Lediglich Alkohol- und Drogenkonsum können im Übermaß etwas auslösen...höchstwahrscheinlich.
Thaddeus
schrieb:
Aber eben Fragen, die unter Umständen darüber entscheiden, wieviel man so schlucken muß, um aufm Teppich zu bleiben. Und in manchen Fällen, ob überhaupt.
Nun ja, bei meinem Kumpel war es so: Hat Drogen (also Kiff) konsumiert, hatte Psychosen. Hat keine Drogen konsumiert, hatte trotzdem Psychosen. Bei ihm ist das wie eine sich alle paar Jahre wiederholende Phase, aber mit dem Alter immer weniger.
Thaddeus
schrieb:
Ich bin ziemlich sicher, daß auch bei mir Medikamente was bewirken würden. Irgendwas halt. Psychiater möchten die besonders gern loswerden. Nur behaupte ich, daß es mit simpler (nur eben intelligent ausgewählter) Menschlichkeit auch ginge
Denn hast Du aber nicht sowas wie mein Kumpel hat.
Thaddeus
schrieb:
Das Gehirn ist ne verdammt flexible Maschine. Nur ist das zuträgliche Futter dünn gesäht. Ich zum Beispiel lebe jetzt seit ewigen Zeiten ohne jegliche Ermutigung. Praktisch jedem Menschen in meinem Leben war es unterm Strich egal, was ich mache oder was aus mir wird oder ob ich ein Ziel auch erreiche. Das hat sich niedergeschlagen und ich behaupte, das war nicht so ganz artgerecht. Da bringt auch der plumpdumme "das mußt Du selber können" Totschläger nix.
Tja, das ist denn wohl auch die Frage, ob ein Serienkiller so wird oder so schon geboren ist.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

29.07.2020 um 00:37
skagerak
schrieb:
Denn hast Du aber nicht sowas wie mein Kumpel hat.
Das ist absolut sicher. Ich hab nur'n Scheißleben, das mir bis zur Vernichtung das Selbstvertrauen gekillt hat und meinem Hirn geht rapide jetzt der Puffer aus. Vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe.

Hätte ich Selbstvertrauen, ich wär gar nicht hier im Forum.


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29.07.2020 um 01:37
Thaddeus
schrieb:
Wenn's vererbt war, gab es dann Faktoren, die das Ausbrechen begünstigt haben?
Wie effektiv ist das Training?
Wenn es um Ängste geht, wie sehr und auf welche Art trainert derjenige, sich Sicherheit/Gewißheit im Leben anzuhäufen? Passiert das strategisch oder taktisch?
Wieviel Unsicherheit kommt von außen?
Gibt es Ernährungsweisen (Zeug weglassen, Zeug essen, die die Produktion beeinflussen?)
Alles nur Fragen. Und jetzt gar nicht direkt auf Deinen Kumpel bezogen. Ich mein das ganz allgemein. Aber eben Fragen, die unter Umständen darüber entscheiden, wieviel man so schlucken muß, um aufm Teppich zu bleiben. Und in manchen Fällen, ob überhaupt.

"Gutes Zureden" ist jetzt wirklich nicht die Hochwassermarke, was man beim Stand heutigen Wissens mit dem Gehirn machen kann.
Und wie gesagt, ich hab kein Problem mit echten Fällen. Ich hab eher ein Problem, wo Leute zu den echten Fällen gesteckt werden, weil es schneller vom Tisch ist.

Ich bin ziemlich sicher, daß auch bei mir Medikamente was bewirken würden. Irgendwas halt. Psychiater möchten die besonders gern loswerden. Nur behaupte ich, daß es mit simpler (nur eben intelligent ausgewählter) Menschlichkeit auch ginge.
Es gibt modelle, die versuchen es gut zu beschreiben.
Das Diathese-Stress-Modell (auch: Vulnerabilitäts-Stress-Modell) ist ein Paradigma der klinischen Psychologie und der Gesundheitspsychologie. Es beschreibt die Wechselwirkungen zwischen Diathese (Krankheitsneigung) und Stress. Zentral ist dabei die Annahme, dass zur Entwicklung einer psychischen Störung beide Faktoren nötig sind. Das Modell ist nicht auf eine bestimmte Schule festgelegt und verbindet biologische und psychologische Faktoren mit Umwelteinflüssen
Quelle:
Wikipedia: Diathese-Stress-Modell
Zu alles anderen, schreibe ich später mehr, weil ich die Thematik breiter ansprechen möchte.
Es gibt da einige Probleme, die mit den Medikation einhergehen und auch dem Verständnis darüber, wie man psychisch kranken menschen hilft bzw die Klassifikation dieser.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

02.08.2020 um 00:08
@Thaddeus
Thaddeus
schrieb am 29.07.2020:
Das ist absolut sicher. Ich hab nur'n Scheißleben, das mir bis zur Vernichtung das Selbstvertrauen gekillt hat und meinem Hirn geht rapide jetzt der Puffer aus. Vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe.

Hätte ich Selbstvertrauen, ich wär gar nicht hier im Forum.
Aber was hat das Schreiben im Forum mit zu wenig Selbstvertrauen zu tun? Du hast doch Selbstvertrauen sonst würdest du hier nicht schreiben. Tausende Menschen lesen hier nur.
Es ist schwer psychische Erkrankungen zu heilen. In einigen Fällen fühlt sich derjenige, der psychisch erkrankt ist, irgenwie zum Teil unbewusst, wohl mit der Erkrankung. Er ist sozusagen davon überzeugt die Anderen würden falsch liegen.

Einen guten Rat gibt auch Taddäus Koroma
Hast du dich vielleicht nach dem Thaddäus Tentakel von Sponge Bob so benannt?


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

02.08.2020 um 00:16
@skagerak
Du bist ein guter Kumpel. Es ist nicht so leicht mti einem psychisch kranken Freund.
Wenn ein psychisch Kranker in seiner Psychose Leichen sieht wo keine sind, dann kannst du dem eine runterhauen und er ist immer noch davon überzeugt Leichen zu sehen. Da steht man ziemlich dämlich davor.
Das tut deinem Kumpel bestimmt gut wie du ihn akzeptierst.
Panikattacken sind ziemlich schlimm. Die Medikamente dagegen machen oft abhängig.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

02.08.2020 um 00:29
Subtex
schrieb am 16.07.2020:
Wäre es dann auch vielleicht möglich mit Hypnose, NLP und Psychotherapie auch schwere als chronisch geltende Psychische Krankheiten, die nicht organisch sind auch effektiv heilen?

Wie sieht eure Meinung zu diesen Thema aus? Was haltet ihr für möglich und welche Erfahrungen habt ihr schon zu diesem Thema gemacht?
Effektiv heilen was heißt das?
Gibt es überhaupt Menschen die "psychisch geheilt" sind?

Deinem Freund wurde durch Hypnose das Rauchen abgewöhnt. Aber ist es denn wirklich eine Heilung? Schließlich erbricht er jedesmal wenn er rauchen möchte.
Die hypnotische Suggestion eines Anderen hat starke Macht über deinen Freund. Das wird ihn auf die Dauer möglicherweise stören.
Sicher kann man psychische Erkrankungen durch Pychotherapie etc. bedingt heilen. Ansonsten wäre eine Behandlung völlig sinnlos.
Die einen erkranken nie mehr. Andere immer wieder.
Es ist wie in der Medizin auch. Ein Patient bekommt eine Bronchitis aber danach nie mehr wieder. Ein anderer bekommt vielleicht jeden Winter eine Bronchitis.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

02.08.2020 um 00:42
Phhu
schrieb:
Aber was hat das Schreiben im Forum mit zu wenig Selbstvertrauen zu tun? Du hast doch Selbstvertrauen sonst würdest du hier nicht schreiben. Tausende Menschen lesen hier nur.
Feinfein, wieder einer, der mich nach zwei Zeilen besser kennt als ich mich selbst nach Jahrzehnten.
Diesen Spongebobmutant habe ich noch nie gesehen. Schreibt sich auch anders, aber was solls.


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

02.08.2020 um 07:15
Wenn einer Medikamente nimmt gegen seine Psychose, ist er dann geheilt ?
Ist jemand geheilt, wenn er täglich Insulin spritzen muss ?


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Vollständige Heilung der Psyche möglich?

02.08.2020 um 09:55
Thaddeus
schrieb:
Feinfein, wieder einer, der mich nach zwei Zeilen besser kennt als ich mich selbst nach Jahrzehnten.
Diesen Spongebobmutant habe ich noch nie gesehen. Schreibt sich auch anders, aber was solls.
Was fühlst Du dich denn gleich so angegriffen?
Könntest ja lieber mal erklären was du damit meinst, dass wenn Du Selbstvertrauen hättest, dann wärest Du nicht in diesem Forum 💁🏼‍♂️
Natürlich nur wenn Du das möchtest, sollst ja hier nicht das Thema sein.

An was leidest Du denn? Ein scheiß Leben ist keine Diagnose mMn 😉
Mangelndes Selbstvertrauen bindet Dich an das Forum? Inwiefern?


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