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Was ist mit Hilal E. geschehen?

1.811 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Mädchen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Was ist mit Hilal E. geschehen?

18.05.2026 um 21:39
Ich finde das oben verlinkte YT-Video von dem Zeugen, je länger und intensiver ich mich damit befasse, immer interessanter.

Allerdings hat nicht jeder Lust, oder die Möglichkeit, den Film anzuschauen. Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht, den Film von Hand zu transkribieren. Gerade, weil es anstrengend ist, bestimmte Stellen im Video zu wiederholen, wenn man eine bestimmte Aussage sucht, kann ein Transkript hilfreich sein.

Ich habe das Gesagte so wortgetreu wie möglich wiedergegeben, da man auch aus manchem Versprecher, oder unvollständigen Satz, vielleicht eine interessante Aussage herauslesen kann. Ich habe sorgfältig gearbeitet, kann aber für die Fehlerfreiheit des Transkripts nicht garantieren.

Kurze Einschübe in Klammern bedeuten, dass der eine Gesprächspartner dem anderen ins Wort gefallen ist.

Zum Lesen bitte auf "Spoiler" klicken.

Spoiler
Transkript des YouTube-Videos von @sallomaeander

Bezeichnung und Adresse des Videos:

hilal ercan almanca.mpg
sedat acikbas
www.youtube.com/watch?v=dN7WQ-Ns8NE

A.C: Ja, ich heiße Ali Cicik, bin 42 Jahre alt, ich komme aus St.. Sindelfingen, und... naja..

Interviewer: Du bist in Deutschland geboren.

A.C: ..in Deutschland..

I.: Ja, wie ist denn zu der Tat gekommen, Hilal Ercans Entführung? An dem Tag wart ihr, warst du in Hamburg mit mehreren Freuden. Kannst du uns den Tag mal erzählen, also was da passiert ist?

A.C.: Also ich bin mit drei weiteren Freunden übers Wochendende nach Hamburg gefahren, um... also,.. Party zu machen. Wir sind dann für den Rückweg noch mal in die Einkaufspassage gefahren, um uns mit Getränekn und Zigaretten einzudecken für die Rückfahrt.

Da ist uns ein ca. 35, 40 Jahre alter Mann, also älterer Mann aufgefallen, also 'ne Person, er ist da also mit 'ner Bierdose in der Hand, wie soll ich sagen, ja, hin- und hergelaufen und hat halt Passanten belästigt, und hat dort Streit gesucht, ist auch zu uns gekommen, hat uns provoziert, wir haben ihn halt mit den Worten "geh, besser, es ist besser für dich, wenn's du, also, weitergehst", und so, daraufhin ist er weitergegangen, hat sein Bier fertig getrunken, ist gegangen, hat sich noch eine Dose gekauft, ist wiedergekommen, in der Zeit ist auch Hilal an uns vorbeigekommen, ist in die Passage reingegangen, ist zurückgekommen, und als Hilal zurückgekommen ist, hat der sie in ein Gespräch verwickelt, das Mädchen ist dann an ihn rangegangen, ähm, ...

I.: Wie weit war Euer Abstand?

A.C.: ja, circa, ich würde sagen, fünfundzwanzig Meter. Ja, 20, 25 Meter.

I.: Das Gespräch könnt Ihr nicht mithören?

A.C.: Nein, wir haben zwar nicht mitbekommen, aber..., äh...

I.: ...sehen konntet.

a.C.: Wir konnten es sehen. Aber es - uns ist auch natürlich des, wie soll ich sagen, jetzt, äh, als das Mädchen an mir vorbeigegangen ist, habe ich natürlich auch bißchen so Bedenken gehabt, jetzt des sie jetzt an dem Mann vorbeigehen muss und so , und hab extra nochmal bißchen verstärkt halt , äh, also ihren Weg also mit meinem Blick überwacht. Und, ähm, genauso ist es auch gekommen, wie gesagt, als sie rausgekommen is aus der Passage, hat er sie angesprochen, das Mädchen ist hin, ich hab daraufhin meinen Freund, zu meinem Freund gesagt, ja, äh, pass' mal auf, lass uns mal da gucken was da los ist und so äh also jetzt genau zu der Zeit ist dann ein ältere Frau dazu gekommen, sie ist zu dem Mann hin, hat ihn angesprochen, und, also es kam zu einer lautstarken Auseinandersetzung. Also woraufhin die Frau ihn angeschrien hat: "Was willst du denn von den kleinen Mädchen? Lass das Mädchen in Ruhe!" Äh, daraufhin ist die Frau zu uns herangetreten, hat uns auch nochmal daraufhin angesprochen, äh, pass mal, guck mal da, was ist da los und so. Was will denn dieser Mann mit dem kleinen Mädchen und so? Äh, hat uns um Hilfe gebeten.

In dem Moment ist der Mann aufgestanden, ist mit dem Mädchen, also, hat das Mädchen am, an der Hand oder am Arm gepackt, noch besser gesagt, hinter sich hergezogen, ähm, das Mädcehn hat zwar nicht geschrien, oder so, also...

I: Sie hat keine Reaktion...

A.C.: ..keine Reaktion , ja, also, nicht geschrien, nicht, also nicht "nein" oder "lass mich los" oder

I: ...oder "ja" oder...

A.C.: ...oder "ja", oder garnichts, ja, also nichts, ja , garnichts gesagt, ja, auf jeden Fall , äh, hat sich die Frau sofort, also ist wieder auf ihn losgerannt, hat sich sofort vor ihn gestellt, äh, er hat sie daraufhin, also körperlich,also so kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, wo die Frau dann um Hilfe gerufen hat, und wir sind dann der Frau zu Hilf.. also der Frau, und Hilal, zu Hilfe gekommen. In dem Moment, wo wir, also gekommen sind, haben wir sie erstmal getrennt, der Mann hatte immer noch Hilal am Arm, also gegriffen, ich hab darauhin ihm, zu ihm gesagt, er soll das Mädchen loslassen, er ist meinen Aufforderungen nicht nachgekommen, daraufhin kam es, also, zu einer Handgreiflichkeit, also, ich hab ihm halt eine Ohrfeige gegeben. Daraufhin hat er sie losgelassen, und ist weinend zusammengebrochen. Also hat halt plötzlich gesagt, ja, meine Frau hat mich verlassen, meine, ich hab Streit mit meinem Chef, und also so...

I.: Ja. Plötzlich ist er Opfer geworden,

A.C.: Ja, plötzlich ist er Opfer geworden. Auf jeden Fall, genau zu dem Zeitpunkt kamen halt andere Passanten, haben Polizei angerufen...

I.: M-hm. Also dass der Mann, äh, von jemandem, oder von den "Ausländern" zusammengeschlagen wurde?

A.C.: Ja genau

I.: So wurde angerufen.

A.C.: Ja.

I.: Und? Weiter, bitte.

A.C.: Ja, auf jeden Fall, ich hab halt nochmal mit der Polizei geredet, Polizei wollte nicht kommen, also, ähm, ich hab halt unsere S...

I.: Zuerst hattest du angerufen bei der Polizei, oder was hat der gesagt?

A.C.: Ja, also als erstes, wir haben Polizei angerufen, und haben halt unsere S...., unsere Sichtweise erkl..., erzählt, also, wie wir die Sache gesehen haben. Und daraufhin wollte er mit dem Mann reden, ja und dann das Handy ihm gegeben,

I.: .. der das Kind entführen wollte?

A.C.: Ja, genau,

I.: Mit dem wollte er sprechen?

A.C.: Ja, er hat dann so seine Sachlage erklärt, äh, wir haben natürlich auch unsere Personalien angegeben, daraufhin, äh, habe ich wieder das Handy bekommen, als ich das Handy bekommen hab hat der Beamte zu mir gesagt, ich soll das Mädchen ihm übergeben, und ihn gehen lassen.

I.: In Ruhe lassen, also.

A.C.: Ja.

I.: Und dann?

A.C:: Ja, wir haben dann das Gespräch mit der Polizei beendet, aber wir haben den natürlich nicht gehen lassen.

I.: M-hm.

A.C.: Ich habe zu ihm gesagt, er kann zwar gehen, aber nicht mit dem Mädchen. Also, wenn er gehen will, ich lasse ihn gehen, aber nicht mit dem Mädchen. Daraufhin kam es wieder zu einer Auseinandersetzung, wo wieder, also, er geschlagen wurde, Also er ist.. besser gesagt, er hat uns angegriffen, und dann...

I.: Ihr habt zurückgeschlagen.

A.C.: Also wir haben zurückgeschlagen. Ähm, auf jeden Fall, er war halt wieder das "Opfer", andere Passanten haben wieder Polizei angerufen, und wir waren dann wieder die "Schuldigen". Auf jeden Fall,...

I.: Wollten die von der Polizei, äh, dass du das Telefon nimmst? (Rest nicht verständlich, da A.C. spricht)

A.C.: Ja, so ist ein anderer Zeuge zu mir rangekommen, hat mir die..., zu mir gesagt, ja, sie heißen doch Cicek, Hab ich gesagt, ja, hat mir das Telefon in die Hand gegeben, hab ich, ja also, geredet, hab ich gesagt, "Hallo",....

I.: Mit dem selben Polizisten?

A.C.: Ja genau, genau der selbe Beamte war das. Der hat dann zu mir gesagt, also auch: "Herr Cicek Sie sind ja immer noch da. Was machen Sie da? Und ich hab ihnen doch gesagt, Sie sollen das Mädchen dem..., ihm übergeben. Und von dort... also ihn gehen lassen, und ähm, wieso hören Sie nicht auf mich!" Also hat natürlich auch 'n paar Drohungen, also,...

I.: Muss man viel drohen?

A.C.: Also mit Gewahrsam und, dings, also krieg'n Platzverweis und, also s'is.., würd' nur sagen, er hat mir mindestens ein paarmal Platzverweis erteilt, also nach dem ersten Telefonat, also schon beim zweiten Telefonat hat er mir Platzverweis erteilt.

I.: M-Hm, also Wenn du das Mädchen und den Mann nicht in Ruhe lässt, nimmt er dich in Gewahrsam? Hat er so gedroht?

A.C.: Ja,

I.: Ja, sag bitte.

A.C.: Ja, er hat zu mir gesagt, Du übergibst das Mädchen dem Mann, und naja, und lässt, lässt sie gehen, also lässt, besser gesagt, den Mann das Mädchen zu ihrer Mutter bringen, so hat er's gesagt.

I.: M-Hm. Sonst?

A.C.: Sonst sind, äh, also nehme ich dich in Gewahrsam.

I.: M-hm. Und dann, da waren noch weitere Gespräche, glaube ich, hattest du noch erzählt. Irgendwas mit, äh, Gäste und so weiter, ihr seid Gäste hier und so...

A.C.: Ja, ja aber das war ich weiß nicht mehr ganz genau, also, bei welchem Gespräch. Auf jeden Fall hat der Beamte, hat zu mir auch gesagt "ihr seid Gäste in diesem Land - verhaltet euch also auch als Gäste.

I.: Das hat er auch noch gesagt?

A.C.: Ja.

I.: Ja, und dann, was passierte dann? Seid Ihr zurück gezogen?

A.C.: Wie?

I.: Nach dem Gespräch? Seid Ihr zurück gezogen, oder? .

A.C.: Nein, äh, wir haben das Telefonat wieder beendet, aber haben des Mädchen immer noch nicht ihm ausgehändigt. Ja. Auf jeden Fall ist es noch paar Mal hin und her gegangen, also so, als ob es immer wieder die selbe Situation wieder abspielt, wir haben halt versucht, ähm, irgendjemanden zu finden, der wo das Mädchen kennt, wie Verwandte, oder Bruder, Schwester, Eltern, und so, weil, es war ja ein kleines Mädchen, also. wir haben es nicht verstanden, also wie ein kleines Mädchen so lange Zeit also, unbeaufsichtigt...

I,: Ja, ne, ...

A.C.: ...da ist, ne, auf jeden Fall, wir ha'm zum Gemüsehändler, weil die alte Frau, die hat halt gesagt, ja, äh, beim Gemüsehändler, sie hat gesehen wie sie ihn grüßt, wir sind zum Gemüsehändler gegangen, also haben halt versucht, in der Umgebung andere Leute darauf aufmerksam zu machen, um, wie soll ich sagen, also, dass irgendjemand kommt, und halt das Mädchen kennt und halt, ähm, Licht in die Sache bringen kann. Aber leider ist da ja, also ich muss leider so sagen, die Leute die wo helfen konnten, haben nicht geholfen, und die wo helfen konnten, die...

I.: Ja, es ist irgendwie ein Schloss, ne

A.C.: Ja...

I.: ...kriegt man nicht auf... Und warum nach 12 Jahren?

A.C.: Also ich hab schon paar Mal die Polizei angerufen. Auch nach der Tat. Beim ersten Anruf, ich hab auch gesagt, also die ganze Geschichte erzählt, ich hab äh - sowohl... also die... auch ges..., also auch des gesagt, dass nicht nur die Geschichte erzählt, wir haben auch, dings, äh, das Kennzeichen, den Namen vom Mann, den Namen vom Mädchen, also auf jeden Fall Ercan, dann den Täter sein Namen, seine Autokennzeichen, Auto beschr... äh das Auto beschrieben und so, sein Kleidung und so, unsere Personalien, alles angegeben, danach sind wir zu nächster Polizeiwache gegangen, ha'm dort nochmal, ähm, also die ganzen Ang... alles nochmal erzählt, ha'm nochmal des Kennezeichen, nochmal das Mädchen sein Name und alles also nochmal dort zu Protokoll gegeben, sind dann nach Sindelfingen gefahren, also nach paar Tagen, is' dann bei, also ziemlich schnell, sach ich mal, so ein zwei Wochen, ist dann in Aktenzeichen XY, ich glaub' das war der letzte Fall, also, ähm, dass Hilal Ercan vermisst wird, wir haben daraufhin, also ich hab nochmal daraufhin meine Freunde nochmal geredet, hab versucht, sie... äh, dazu zu bewegen, dass sie mit mir zusammen anzurufen, sie wollten das nicht, daraufhin habe ich alleine angerufen, so wie ich schon gesagt, bei der Familie, und danach gleich im Anschluss zur Polizei, hab' zu ihnen gesagt, also, äh, das, was wir da erlebt haben, und was wir alles gemacht haben, und sowohl auch dass ich auch der Notruzfentrale also diese Angaben gegegeben habe und auch der nächsten Polizeiwache. Daraufhin wurde mir gesagt, dass sie gerade den Fall bearbeiten, und wenn ich also jetzt, also die Angaben der Notrufzentrale oder der nächsten Polizeiwache übergeben habe, ähm, dass es nur eine Zeitfrage ist, bis sie das aufgearbeitet haben. Ähm, daraufhin habe ich nochmal meine Telefonnummer gegeben und hab' halt gessagt, also, falls was ist, also dass ich halt als Zeuge immer noch zur Verfügung stehe. Daraufhin haben wir das Telefonat beendet, und seitdem habe ich nix mehr gehört.

Nach mehreren Jahren habe ich dann bei.., ich weiß nicht mehr bei welcher Sendung das war, nochmal eine Vermisstenanzeige gesehen, also von Hilal Ercan, daraufhin habe ich nochmal angerufen, und.... oder öfters angerufen, besser gesagt, und äh, und bei meinem letzten Telefonat, das war, äh also ich glaub, sechs, 2006, war das glaube ich, da wurde mir gesagt, dass der Täter verha.. sich selber gestellt hat und jetzt verhaftet ist, und er ein Geständnis abgelegt hat. Und... Also dass es jetzt geklärt wär', und damit also habe ich dann, war die Sache erledigt für mich.

I.: Und dann?

A.C.: Jetzt nach mehreren Jahren, also kann man schon sagen 12 Jahre, habe ich jetzt nochmal in RTL2 die Sendung "Ungeklärte Morde"..., also wurde ich nochmal aufmerksam auf den Fall, und hab' mich dann nochmal also bei der angegeben Telefonnummer nochmal gemeldet, und hab' jetzt nach 12 Jahren also meine Zeugenaussage gemacht.

I.: Erst jetzt, (Ja) nach 12 Jahren? Erst nach 12 Jahren wurden Sie eingeladen zur Aussage, Aussage zu machen?

A.C.: Ja..

I.: Vorher nicht?

A.C.: Nee, früher nicht.

I.: M-hm. Äh.. Haben sie Schuldgefühle? (Ja) Obwohl Sie gar nicht schuldig sind?

A.C.: Doch, ich fühle mich schuldig.

I.: Und warum?

A.C.: Ja, weil wir es...

I.: ... nicht verhindern konnten...

A.C.: ...nicht verhindern konnt'. (M-hm.) Weil ich quasi, also es ist genauso, als ob wir ihm, also mit unseren Händen, das Mädchen übergeben hätten.

I.: Ja, das kann ich mir auch vorstellen, das tut weh. M-Hm. Und hast du 'n Appell an, an Entführer, Polizei, oder Eltern, oder egal, sonst jemand?

A.C.: Ja, ich weiß nicht, was man den Eltern sagen kann, weil es so eine Sache... man kann ihnen nur...

I.: Geduld....

A.C.: Ja, also ich weiß nicht, was... was also ich wünsche es niemandem, dass er ein Kind also so mmm... also des durchmachen muss was die Eltern jetzt durchjachen, nur sie wissen das, also was es für Schmerzen sind. Und ich wünsche es keiner....
Quelle: YT-Video, s.o.




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Was ist mit Hilal E. geschehen?

18.05.2026 um 22:04
@sallomaeander
Danke, hab mir alles durchgelesen, seltsame Sache. Wenn das so passiert ist, muss es doch eine Dokumentation bei der Polizei darüber geben. Und die Frau, der Gemüsehändler, die müssen doch befragt worden sein bzw sich gemeldet haben. Und warum hat die Polizei gesagt, sie sollen dem Mann das Mädchen übergeben? Hat der denn nachweisen können, dass es sein Kind ist? War es dann doch nicht Hilal? Fragen über Fragen. Aber sicherlich wert, dass man dem nachgeht.
Weiß man den, ob die Polizei reagiert hat drauf?


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

18.05.2026 um 22:16
Zitat von FritzPhantomFritzPhantom schrieb:Wenn das so passiert ist, muss es doch eine Dokumentation bei der Polizei darüber geben. Und die Frau, der Gemüsehändler, die müssen doch befragt worden sein bzw sich gemeldet haben.
Richtig. Ich höre von diesem Zeugen hier und jetzt auch zum ersten Mal.

Was mich ein wenig stutzig macht: Herr C. und seine drei Freunde waren auf einem Wochenendtrip nach HH, um Party zu machen.

Wenn ich richtig nachgeschaut habe, war der 27.01.1999 aber ein Mittwoch. Nun haben in der Zeit "zwischen den Jahren" viele Leute frei, aber dann wäre "Kurztrip" nach Hamburg ggf. der passendere Ausdruck für die HH-Reise der jungen Leute, wenn deren Beobachtung tatsächlich etwas mit dem Verschwinden von Hilal zu tun hat.

Vielleicht haben sie aber an das Wochenende noch ein paar Tage angehängt, um bei der mehrere hundert Kilometer langen Heimfahrt nach Sindelfingen nicht am Steuer einzuschlafen. Falls sie mit dem Pkw unterwegs waren.


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18.05.2026 um 23:32
Man merkt in dem türkischen Beitrag eigentlich ziemlich deutlich, dass er mit Türkisch Probleme hat und sich auf Deutsch viel wohler fühlt. Dazu kommt wohl noch ein Sprachfehler, wodurch er vielleicht unsicher rüberkommt. Das wird leider oft falsch eingeschätzt. Könnte mir vorstellen, dass seine Aussagen damals deswegen vielleicht nicht ganz so ernst genommen wurden, wie sie hätten genommen werden sollen, auch von der Polizei.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

19.05.2026 um 00:52
Zitat von dertüvmandertüvman schrieb:Man merkt in dem türkischen Beitrag eigentlich ziemlich deutlich, dass er mit Türkisch Probleme hat und sich auf Deutsch viel wohler fühlt.
Ich kann das nicht so gut einschätzen, aber der Gedanke, dass es sich so verhalten könnte, hatte mich auch schon einmal beschlichen.

Natürlich werden solche Interviews häufig vorher abgesprochen, so dass dann beim Take auf Stichworte reagiert, und das Interview entsprechend gelenkt wird. Das heißt übrigens nicht, dass der Journalist inhaltlich manipuliert, sondern hilft dem Interviewten, bei seinen Antworten den Faden zu behalten.

Ein wenig lautet bei Fragen und Antworten ja die Erfahrung eines latenten Alltagsrassismus bei vielen türkischstämmigen Menschen an.

Da sind die Passanten, die den "Ausländern", möglicherweise ohne Kenntnis der Zusammenhänge, die Schuld an der Auseinandersetzung zwischen dem Mann mit der Bierdose und den vier Freunden geben.

Da ist der paternalistisch klingende Satz des Polizisten, sich als "Gäste im Land" auch als solche aufzuführen, und nicht zuletzt die Weigerung der Polizei, die Situation vor Ort in Augenschein zu nehmen und stattdessen dem Herrn C. aus der Ferne Platzverweise auszusprechen, und ihm gleich auch noch eine Ingewahrsamnahme anzudrohen.

Das alles mag überzogen klingen und kann z.T. auch auf Missverständnissen beruhen, aber vor einem Vierteljahrhundert gab es vermutlich weit weniger Hamburger Polizisten mit Migrationshintergrund, und insoweit klingt das Geschilderte für mich nicht völlig abwegig.

Es lässt sich gerade auch in diesem Fall mit der anfänglichen Fahndungsrichtung der Hamburger Polizei in Einklang bringen, die die Gründe für Hilals Verschwinden zunächst in deren Familie finden wollte.

Dass man Herrn C. damit beruhigte, dass seine Angaben gegenüber Notrufzentrale und Polizeiwache schon die nötige Beachtung finden würden, kann ich mir sogar gut vorstellen - so mancher Hinweis von Bürgern landet wohl wenig beachtet in den Akten, davon bin ich mittlerweile überzeugt. Gerade dann, wenn die Meldung, oder die Aussage, in Widerspruch zur aktuellen Tathergangshypothese steht.

Eigentlich, und das wurde hier ja schon gesagt, müsste man die Schilderungen des Herrn C. auch heute noch objektiv überprüfen können.

Die "ältere Frau", der Gemüsehândler, der damals beteiligte Polizist am Telefon - sie alle müsste man heute befragen. Inwieweit die Protokolle von Herrn C.s Aussagen heute noch erhalten sind, kann ich nicht einschätzen.

Es wurde übrigens nicht explizit gesagt, aber der Mann mit der Bierdose war wohl "autochthoner Deutscher" und ließe sich möglicherweise mit der Figur des "Wikingers" in anderen Zeugenaussagen in Deckung bringen, wenn er ein entsprechendes Erscheinungsbild aufwies.

Ich bin gespannt, ob man zu den Aussagen des Herrn C. noch eine Stellungnahme der Ermittler erhält.

Warum sollte der Mann eine solche Geschichte erfinden?


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

19.05.2026 um 01:02
Zitat von dertüvmandertüvman schrieb:Das Video ist von vor 13 Jahren. Ein Zeuge, der gesehen haben soll, wie die Hilal entführt wurde.
Allein die Aufmachung des Videos spricht nicht gerade für einen seriösen Journalismus. Interessant, dass das Interview auch zweisprachig geführt wurde. Aus welchem Grund? Es fiel der dem Interviewer sichtlich schwer, ihn zweimal auf die gleiche Linie zu bringen, weshalb wohl auch immer wieder in das Gespräch eingegriffen wurde.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:war er mit zwei Freunden von Sindelfingen nach HH gereis
Über die Begleiter fällt im Rahmen des Interviews ja relativ wenig. Wäre das nicht als Journalist mein erstes Streben, besagte Geschichte zu bestätigen.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Beim Einkauf von Getränken und Zigaretten für die Rückreise will er mit seinen Freunden beobachtet haben, wie ein Mann mit Bierdose, vermutlich angetrunken, sich des Mädchens (Hilal) bemächtigen wollte.

Er spricht von einem "älteren" Mann, 35-40 Jahre alt, älter also vermutlich aus seiner Sicht damals. Der Mann hat wohl noch weiteres Bier gekauft, auch eine "ältere" Frau ist dabei gewesen, und, um das Mädchen von dem Mann zu trennen, will unser Filmzeuge dem Mann eine Ohrfeige gegeben haben, woraufhin sich der Mann als Opfer inszeniert habe, seine Frau habe ihn verlassen und so weiter.

Es gab demnach Anrufe bei der Polizei, in deren Verlauf die Polizei sowohl mit unserem Zeugen, als auch mit dem Entführer gesprochen haben soll.

Der Name des Mannes, sein Autokennzeichen sowie die Personalien des Zeugen sollen der Polizei bekannt sein, sie soll dem Zeugen (per Telefon) wiederholt einen Platzverweis erteilt haben, wohingegen dieser sich um Personen bemüht habe (Gemüsehändler), die das Mädchen gekannt haben. Er will sich gewundert haben, dass das Mädchen (Hilal) so lange unbeaufsichtigt war.
@sallomaeander Ich habe deinen Beitrag nur hergenommen, da der Inhalt des Interviews kurz und bündig dargestellt wurde und ich so meine Schlussfolgerungen daraus besser wiedergeben kann.

Aus meiner Sicht stellt der vermeintliche Zeuge eine Situation dar, die genau gegenläufig der Annahme ist, dass ein Täter eine günstige Gelegenheit nutzte und Hilal innerhalb von wenigen Sekunden und möglichst unauffällig aus dem Sichtbereich möglicher Zeugen zu bringen.

Das hier im Interview dargestellte Szenario dürfte wohl niemanden entgangen sein, der sich nur annähernd im Umfeld der beschriebenen Situation befand. Irgendein Zeuge, vermutlich wohl nicht nur einer, hätte sich definitiv im Zuge der Öffentlichkeitsfahndung diesbezüglich bei der Polizei gemeldet.

Auch der mögliche Polizeieinsatz wäre mit Sicherheit dokumentiert worden. Deshalb, in welchem Rahmen, wenn überhaupt und vor allem wo genau, dieser Vorfall auch geschah, einen Zusammenhang mit dem Verschwinden sehe ich hier nicht.


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19.05.2026 um 01:37
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Ich bin gespannt, ob man zu den Aussagen des Herrn C. noch eine Stellungnahme der Ermittler erhält.
Das Interview ist über 10 Jahre alt. Warum sollten die Ermittler:innen jetzt dazu Stellung nehmen? Wenn da wirklich etwas dran gewesen wäre, hätte es sicherlich längst eine Stellungnahme gegeben.
Im Fall Hilal war eine Zeit lang der Leiter der Cold Case Unit sehr aktiv. Mir fällt sein Name gerade nicht ein, kann ich gegebenenfalls morgen nachliefern. Er wurde später von dem Fall abgezogen (das ist eine andere Geschichte), aber solange er in dem Fall tätig war, war er wirklich sehr engagiert. Er war auch sehr dicht an der Familie dran und ich glaube, dass sie sich von ihm wirklich unterstützt gefühlt haben. Er hat sicherlich jede Spur aufgegriffen und jeden Stein umgedreht. Vermutlich hat er auch diese Spur überprüft und die hat einfach nichts ergeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er irgendein relevanten Hinweis liegen gelassen hat.
Daher bin ich mir total sicher, dass diese Zeugenaussage eine Sackgasse ist.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Warum sollte der Mann eine solche Geschichte erfinden?
Die Geschichte muss nicht erfunden sein. Sie kann ja tatsächlich so oder so ähnlich stattgefunden haben, nur hat es sich eben nicht um Hilal gehandelt.
Vielleicht ist da etwas mit den Daten durcheinander gekommen oder vielleicht auch mit den Örtlichkeiten.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

19.05.2026 um 08:16
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Sie kann ja tatsächlich so oder so ähnlich stattgefunden haben, nur hat es sich eben nicht um Hilal gehandelt.
Ja. Aber was mich irritiert, warum sagte die Polizei, sie wollen dem offensichtlich verwahrlosten deutschen Mann das türkische Kind überlassen? Die müssen doch überprüft haben, wer das Kind ist, ob sie zu dem Mann gehört oder nicht. Auch wenn es gut möglich ist, dass sie der türkischen Männergruppe gegenüber voreingenommen waren bzw sie nicht richtig verstanden haben, aber unabhängig davon müssen sie doch geschaut haben, was mit dem Kind ist.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

19.05.2026 um 11:23
Was mich bei dem Bericht von Herrn C. wundert, ist die Tatsache, dass sich das Mädchen, bei dem es sich um Hilal gehandelt haben soll, praktisch nicht durch eigene Äußerungen in Erscheinung getreten ist.

Sie soll sich gegen den Mann nicht verbal gewehrt haben:
A.C.: ..keine Reaktion , ja, also, nicht geschrien, nicht, also nicht "nein" oder "lass mich los" oder
Quelle: YT-Video Transkript

Ich frage mich warum man nicht einfach das Mädchen selbst gefragt hat, wie es heißt, wo es wohnt, ob die Eltern zu Hause sind:
wir haben halt versucht, ähm, irgendjemanden zu finden, der wo das Mädchen kennt, wie Verwandte, oder Bruder, Schwester, Eltern, und so, weil, es war ja ein kleines Mädchen, also. wir haben es nicht verstanden, also wie ein kleines Mädchen so lange Zeit also, unbeaufsichtigt...
Warum musste man den Gemüsehändler befragen?
A.C.: ...da ist, ne, auf jeden Fall, wir ha'm zum Gemüsehändler, weil die alte Frau, die hat halt gesagt, ja, äh, beim Gemüsehändler, sie hat gesehen wie sie ihn grüßt, wir sind zum Gemüsehändler gegangen, also haben halt versucht, in der Umgebung andere Leute darauf aufmerksam zu machen, um, wie soll ich sagen, also, dass irgendjemand kommt, und halt das Mädchen kennt und halt, ähm, Licht in die Sache bringen kann.
Alle Quellen: YT Video Transkript

War das Mädchen komplett verängstigt, eingeschüchtert? Warum hat sie nicht gesagt, ich will nach Hause zu meinen Eltern?

Warum musste man "Licht in die Sache bringen", wo es doch relativ klar war, dass der Mann kein Recht dazu hatte, das Mädchen festzuhalten und mitzunehmen?


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

19.05.2026 um 15:05
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Was mich bei dem Bericht von Herrn C. wundert, ist die Tatsache, dass sich das Mädchen, bei dem es sich um Hilal gehandelt haben soll, praktisch nicht durch eigene Äußerungen in Erscheinung getreten ist.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Ich frage mich warum man nicht einfach das Mädchen selbst gefragt hat, wie es heißt, wo es wohnt, ob die Eltern zu Hause sind:
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Warum musste man den Gemüsehändler befragen?
Ja, die Fragen drängen sich auf. Insgesamt wirft der Beitrag des Zeugen eine Menge Fragen auf.
So wie er den Vorfall schildert, hat er sich über mindestens mehrere Minuten hingezogen. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das nicht von weiteren Zeug:innen beobachtet/ wahrgenommen wurde.
Das macht es noch viel unwahrscheinlicher, dass es sich um Hilal gehandelt haben könnte. Die Fahndung nach Hilal und die Suche nach möglichen Zeugen erfolgte sehr zügig.
Warum sollte sich nicht zumindest der Gemüsehändler, der von dem Zeugen genannt wurde gemeldet haben?
Auch die Frage des Zeugen, warum das Mädchen "so lange unbeaufsichtigt" war, legt meiner Meinung nach nahe, dass es sich um ein anderes deutlich jüngeres Mädchen gehandelt haben müsste. Zehnjährige sind im Allgemeinen nicht mehr unter Daueraufsicht. Der Vorfall mag einige Minuten gedauert haben, mehr nicht.
Für mich klingt das alles so, als hätte es sich um einen komplett anderen Vorfall gehandelt.
Die oben verlinkte Aussage erfolgte mehrere Jahre nach der Entführung von Hilal. Da kann in der Erinnerung schon mal etwas durcheinander purzeln.
Zitat von FritzPhantomFritzPhantom schrieb:Aber was mich irritiert, warum sagte die Polizei, sie wollen dem offensichtlich verwahrlosten deutschen Mann das türkische Kind überlassen?
Ja, die ganze Geschichte ist in sich nicht wirklich stimmig. Vielleicht fehlen einzelne Teile oder es wurde über die Zeit etwas dazu fantasiert.


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19.05.2026 um 22:19
Je länger man darüber nachdenkt, desto merkwürdiger wirkt die ganze Geschichte. Vieles an seiner Aussage passt einfach nicht richtig zusammen. Der angebliche Vorfall soll mehrere Minuten gedauert haben, mitten am Tag, und trotzdem gibt es offenbar keine weiteren Zeugen oder klare Hinweise. Auch einige Details seiner Erzählung wirken eher konstruiert als wie eine echte Erinnerung.

Dazu kommt, dass er sich erst Jahre später öffentlich äußert und dabei teilweise Fragen stellt oder Dinge anspricht, die fast so wirken, als wolle er wissen, wie weit die Ermittlungen damals eigentlich waren.

Natürlich ist das nur ein persönlicher Eindruck, aber für mich wirkt es mittlerweile eher so, als könnte er deutlich mehr mit der Sache zu tun haben, als er selbst vorgibt.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

19.05.2026 um 23:02
Zitat von dertüvmandertüvman schrieb:Dazu kommt, dass er sich erst Jahre später öffentlich äußert und dabei teilweise Fragen stellt oder Dinge anspricht, die fast so wirken, als wolle er wissen, wie weit die Ermittlungen damals eigentlich waren.

Natürlich ist das nur ein persönlicher Eindruck, aber für mich wirkt es mittlerweile eher so, als könnte er deutlich mehr mit der Sache zu tun haben, als er selbst vorgibt.
Sagen wir einmal so, wenn ich Ermittler wäre, und mit dem Fall Hilal befasst, würde ich mit dem Herrn C. auf jeden Fall einmal sprechen wollen. Einfach, um mir selbst einen Eindruck von seiner Person, seiner Geschichte, und wie er sie erzählt, zu verschaffen. Zuvor würde ich mir die entsprechenden Akten kommen lassen.

Es ist ja bei einigen Fällen so, die hier im Forum diskutiert werden, dass Personen auftauchen, die sich in Verbindung mit einem Fall auf irgendeine Weise öffentlich ins Spiel bringen, und dabei nehmen sie verschiedene Rollen ein: Blogger, Profiler, Hellseher, Wahrsager, Detektive, ehemalige Gefängnisinsassen, Angehörige einer Drückerkolonne, Freund/Freundin eines Opfers und so weiter.

Die Motivation ist dabei sehr unterschiedlich: Die einen werben nebenbei für ihr neuestes Buch, die anderen wollen sich und ihre vorgeblichen übersinnlichen Kräfte ins Spiel bringen, wieder andere betreiben einen florierenden YT-Kanal, und es gibt natürlich auch die Wichtigtuer, Spinner, Verrückten, Psychopathen, und nicht zuletzt Leute, die die Verzweiflung der Angehörigen für ihre Zwecke missbrauchen und ihre Not teils sogar finanziell ausnutzen.

Hier will ein Mann sogar bei der Entführung Hilals zugegen gewesen sein, und er behauptet ferner, dass er sich mehrmals proaktiv bei der Polizei gemeldet hat, um seine Geschichte zu erzählen.

Er spricht sogar von Schuldgefühlen, die er hat, weil er glaubt, auf Anweisung der Polizei unfreiwillig an der Tat mitgewirkt zu haben.

Ich finde das alles sehr rätselhaft.

Wenn man dem Mann nicht glaubt, könnte man auch auf den Gedanken kommen, er wolle von etwas ablenken, oder eine falsche Spur legen.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

23.05.2026 um 01:29
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb am 19.05.2026:Hier will ein Mann sogar bei der Entführung Hilals zugegen gewesen sein, und er behauptet ferner, dass er sich mehrmals proaktiv bei der Polizei gemeldet hat, um seine Geschichte zu erzählen.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb am 19.05.2026:Wenn man dem Mann nicht glaubt, könnte man auch auf den Gedanken kommen, er wolle von etwas ablenken, oder eine falsche Spur legen.
Wie du schon richtig angemerkt hast, tauchen entsprechende Zeugen in fast jeden Vermisstenfall auf. So unwahrscheinlich die Geschichte, wie in diesem Fall, auch klingt, du wirst als Ermittler der Sache nachgehen müssen.

Ohne die Fallakten gesehen zu haben, bin ich mir sicher, dass sowohl das Interview, wie auch die Person selbst, schon längst bekannt sind und die Angaben, die ja an Details kaum zu überbieten waren, überprüft wurden.

Hier noch einmal ein Auszug aus dem Interview, der auf den Fall "Hilal" zutreffen soll.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb am 18.05.2026:Er spricht von einem "älteren" Mann, 35-40 Jahre alt, älter also vermutlich aus seiner Sicht damals. Der Mann hat wohl noch weiteres Bier gekauft, auch eine "ältere" Frau ist dabei gewesen, und, um das Mädchen von dem Mann zu trennen, will unser Filmzeuge dem Mann eine Ohrfeige gegeben haben, woraufhin sich der Mann als Opfer inszeniert habe, seine Frau habe ihn verlassen und so weiter.

Es gab demnach Anrufe bei der Polizei, in deren Verlauf die Polizei sowohl mit unserem Zeugen, als auch mit dem Entführer gesprochen haben soll.

Der Name des Mannes, sein Autokennzeichen sowie die Personalien des Zeugen sollen der Polizei bekannt sein, sie soll dem Zeugen (per Telefon) wiederholt einen Platzverweis erteilt haben, wohingegen dieser sich um Personen bemüht habe (Gemüsehändler), die das Mädchen gekannt haben. Er will sich gewundert haben, dass das Mädchen (Hilal) so lange unbeaufsichtigt war.
Wer glaubt, dass die Polizei so in Deutschland arbeitet und im weiterem Verlauf ein 10-jähriges Mädchen, ohne deren genaue Personalien zu kennen, einfach so stehen lässt oder gar mit fremden Personen mitgehen lässt, ohne die wirklichen Erziehungsberechtigten zu eruieren und befragen, liegt aus meiner Sicht völlig falsch. Würde so ein Einsatz am Tag des Verschwindens von Hilal an der besagten Örtlichkeit stattgefunden haben, so wäre dies dokumentiert und alle Personen erfasst. Irgendeiner müsste ja die Polizei telefonisch verständigt haben und somit wurde auch ein entsprechender Einsatz angelegt. Da die Suche nach Hilal unvervzüglich anlief, wäre doch das der erste Aufhänger gewesen, an dem man hätte ansetzen müssen.

Ebenso, sollte es diesen Vorfall tatsächlich gegeben haben und keine Personalien bekannt sein bzw. zeitnah nicht zu ermitteln gewesen sein, so würde diesbezüglich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Presseaufruf gestartet werden. Das wäre doch der Ansatz schlechthin gewesen und zudem gleich zu Beginn der Ermittlungen.

Deshalb ist das ganze Interview aus meiner Sicht ein kompletter Hoax oder zumindest eine Wahrnehmung, die sich zu einem völlig anderen Zeitpunkt und an einer anderen Örtlichkeit zugetragen hat.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

23.05.2026 um 07:43
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Deshalb ist das ganze Interview aus meiner Sicht ein kompletter Hoax oder zumindest eine Wahrnehmung, die sich zu einem völlig anderen Zeitpunkt und an einer anderen Örtlichkeit zugetragen hat.
Das Interview erinnert mich ein wenig an die Vorgänge im Vermisstenfall Tanja M., wo ein gewisser Patrick O. auftauchte und vorgab, die Vermisste in einer Drückerkolonne kennengelernt zu haben und sogar unfreiwilliger Zeuge des Mordes an der jungen Frau gewesen zu sein. Den Vorgängen um den falschen Zeugen widmet der WDR sogar eine eigene Fernsehsendung:
Die Doku thematisiert unter anderem am Beispiel des Vermisstenfalles der 15-Jährigen wie Außenstehende versuchen, den Angehörigen durch vermeintliches Insider-Wissen um den Aufenthalt ihrer vermissten Verwandten oder Freunde Hoffnung zu machen und diese Hoffnung aus Geltungsdrang oder Boshaftigkeit dann schamlos auszunutzen. Kurz nach der Ausstrahlung des Falles bei XY im Jahre 2011 meldete sich Patrick O., der angab, Tanja etwa 1999 in einer Drückerkolonne kennengelernt zu haben. In einer 74-seitigen Aussage beschreibt Patrick O. sein Leben in der Frankfurter Drückerkolonne und sein Zusammentreffen mit Tanja. Dabei wies sein 74-seitiges Schreiben teilweise Insider-Wissen auf, welches zuvor nicht medial aufbereitet worden war. Auf den letzten Seiten schildert Patrick O., wie er gefesselt hätte mit ansehen müssen, wie der Chef der Drückerkolonne auf Tanja schoss. Dennoch habe er Tanja nicht explizit tot auf dem Boden liegen sehen.
Quelle: https://www.wikixy.de/index.php?title=Spezial_%E2%80%93_Wo_ist_mein_Kind%3F_(2)_vom_02.11.2011&mobileaction=toggle_view_desktop

Der Fall Tanja M. hat hier einen eigenen Thread, und soll nicht weiter vertieft werden. Er wird von mir hier nur angeführt, um zu illustrieren, wie Geltungsdrang oder Boshaftigkeit als Motive infrage kommen, wenn falsche Zeugen in einem Vermisstenfall ihren Auftritt haben.
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Würde so ein Einsatz am Tag des Verschwindens von Hilal an der besagten Örtlichkeit stattgefunden haben, so wäre dies dokumentiert und alle Personen erfasst.
Genau. Hier wird zwar gerade behauptet, dass die Polizei die Angelegenheit per Telefon und aus der Ferne geregelt habe - aber auch informelle Telefonate mit Bürgern werden mWn in Einsatzprotokollen, heute auch elektronisch, festgehalten.

Und wer nicht irgendeiner VT anhängt, dass hier etwas verschleiert oder verschwiegen worden wäre, kann eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass die Behauptungen des Herrn C. bei der Aufklärung des Schicksals von Hilal E., vorsichtig ausgedrückt, nicht hilfreich sind.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

23.05.2026 um 15:50
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Und wer nicht irgendeiner VT anhängt, dass hier etwas verschleiert oder verschwiegen worden wäre, kann eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass die Behauptungen des Herrn C. bei der Aufklärung des Schicksals von Hilal E., vorsichtig ausgedrückt, nicht hilfreich sind.
Genauso ist es.

Es gab diese ganze Diskussion vor Jahren schon einmal (und ich dachte hier), so dass es mich doch sehr wundert, dass diese nun wieder hervorgeholt wird.

Die Aussagen des "Zeugen" sind frei erfunden; es gibt keine merkwürdig verschwommenene "ältere Frau" und keine "beiden Freunde", die das Geschehen begleitet haben. Die "Kampfsporterfahrung", der sich Herr C. auch noch rühmte, ist diesem nun wirklich so gar nicht anzusehen.

Jedenfalls hatte seinerzeit der Bruder der verschwundenen Hilal Herrn C. sehr nachdrücklich darum gebeten, mit diesen erfundenen Geschichten aufzuhören - weil es natürlich nur zusätzlich Salz in die Wunden streut, wenn sich jemand auf dem Rücken des Kindes und dem Leid der Angehörigen breit und wichtig macht.

Deswegen denke ich, dass man dies zu respektieren hat und es dabei belassen sollte.


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Was ist mit Hilal E. geschehen?

24.05.2026 um 07:16
Zitat von DonKalliDonKalli schrieb:Es gab diese ganze Diskussion vor Jahren schon einmal (und ich dachte hier), so dass es mich doch sehr wundert, dass diese nun wieder hervorgeholt wird.
Ja, da muss ich um Verzeihung bitten. Das war weit vor meiner Zeit bei Allmy; derjenige hat ja offenbar seinerzeit selbst hier mitgeschrieben:

Beitrag von Berlin55 (Seite 9)

Insofern bedauere ich, dass ich das nicht besser recherchiert habe. Die Sache wurde bereits vor längerer Zeit hier diskutiert.

Ich kann nur nochmals sagen, dass es mir Leid tut, auf die Sache hier eingegangen zu sein.


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