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Ist es in der Türkei so schlimm?

29 Beiträge, Schlüsselwörter: Türkei, Heimat, Emigration
Herbstblume
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Ist es in der Türkei so schlimm?

19.12.2014 um 16:58
BlackPearl schrieb:Die meisten Türken sind deutsche Türken und hier geboren da die Eltern/Großeltern schon seit der Nachkriegszeit hier leben.
Seit der Nachkriegszeit? Hmm...
1945 lebten 79 Türken in Deutschland und der Zuzug nach Deutschland begann erst 1961 mit dem Anwerbeabkommen.


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Ist es in der Türkei so schlimm?

19.12.2014 um 19:19
@Herbstblume

Ja gut dann hab ich mich eben falsch ausgedrückt. Jedenfalls meine ich türkische Gastarbeiter die damals hierher gezogen sind und nun halt Kinder und Enkel hier haben.


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Ist es in der Türkei so schlimm?

21.12.2014 um 01:56
TristramShandy schrieb:. Die Westtürkei ist schon seit jeher wirtschaftlich höher entwickelt und fortschrittlicher. Deshalb gibt es in Deutschland weniger Einwanderer aus der westlichen Türkei.
Es gibt in Deutschland zwar weniger Westtürken aber es gibt nicht wenige Westtürken.


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Ist es in der Türkei so schlimm?

21.12.2014 um 02:30
Ich bin auch Türkin, allerdings, in Deutschland geboren, aufgewachsen und lebe hier. Alle Schwarzköpfe sind nicht gleich türkischer abstammung... Vor 40-50 Jahren sind die sogenannten Gastarbeiter hier her gekommen um zu arbeiten. Zu dem Zeitpunkt war die Wirtschaftslage nicht so gut für die Menschen aus Anatolien. Viel Landwirtschaft und spartanische Dörfer. Da ergab es die Chance, ein besseres Leben hier zu führen und Geld an die Heimat zu schicken... Natürlich, haben unsere eltern auch Familien hier gegründet und wir sind hier geboren und haben unsere Heimat nun hier von der Geburt an. Also, ich kann für meine Freunde und Bekannte und selbstverständlich für mich sagen, dass Deutschland mein zu Hause ist und ich mir nicht vorstellen kann in der Türkei zu leben. Aber nicht weil es in der Türkei schlimm ist, sondern weil es eine Frage der Gewohnheit und Erlebnisse, Umgebung und man kennt es hier ist. Das System, die Sprache, alles was man sich aufgebaut hat, Freunde, Job, Politik etc.
Inzwischen hat sich in der Türkei auch sehr vieles geändert (positiv) Wirtschaftslage.. Aber, es ist fremd. Das ist Fakt. Allerdings, habe ich paar bekannte, die wieder zurückgezogen sind und alles ist gut. Also, so schlimm ist es in der Türkei nicht;)
Sorry, wenn ich Rechtschreibfehler mit eingebaut habe...:/


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raupsi-ya
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Ist es in der Türkei so schlimm?

21.12.2014 um 02:43
july84 schrieb:Ich bin auch Türkin, allerdings, in Deutschland geboren
da du hier geboren bist, bedeutet das doch eig du bist deutsche


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Ist es in der Türkei so schlimm?

21.12.2014 um 02:48
@raupsi-ya
Mir egal, bin Mensch! Daran halte ich mich nicht fest!


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illik
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Ist es in der Türkei so schlimm?

21.12.2014 um 12:28
Im Jahre 1961 wurde das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnet. Die Initiative zur Anwerbung türkischer Arbeitskräfte in Deutschland ging hierbei von der Türkei aus. Dem Abkommen vorausgegangen waren bereits Anwerbevereinbarungen Deutschlands mit Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960). Die Republik Türkei verband mit diesem Abkommen zur Arbeitsmigration mehrere Ziele. Zum einen wollte sie damit ihr Außenhandelsdefizit (Heimatüberweisungen zur Verbesserung der Zahlungsbilanz) reduzieren, und zum anderen sollten die sozialen und ökonomischen Probleme in der Türkei abgemildert werden. Zunächst war nicht daran gedacht, dass die als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitskräfte dauerhaft in Deutschland bleiben sollten. Im Laufe der folgenden Jahre zogen Frauen und Kinder nach. Inzwischen gibt es Urenkel der ersten Migrantengeneration, die türkische Staatsbürger sind, obwohl bereits ihre Eltern in Deutschland geboren wurden.
Wikipedia: Türkeistämmige_in_Deutschland

Gut gibt es Menschen, die mit Google umzugehen wissen...

Seit ihr immer so faul kurz die Suchmaschine anzuschmeissen oder einfach zu dumm dafür?!


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Fabs
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Ist es in der Türkei so schlimm?

14.07.2015 um 22:23
Heftige Geschichte!
Was dem türkischen Transsexuellen Kemal Ördek letztes Wochenende in Ankara passiere, ist eine solch endlose Liste schockierender Ereignisse, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll. Ördek wurde in seinem Haus von einer Gruppe Einbrechern ausgeraubt, vergewaltigt, dann von der Polizei verlacht und schließlich mit den Tätern nach Hause geschickt – obwohl ihm angedroht worden war, dass man ihn umbringen würde.

Weil die Situation ein sehr grelles Licht auf die Staatsgewalt in der Türkei wirft – ein Licht, das zu den Aktionen rund um den Gay Pride unlängst passt – ist es wichtig, sich die Geschichte von Kemal Ördek Punkt für Punkt anzuschauen. Er schildert sie selbst in einem offenen Brief, der erst auf Türkisch, dann in englischer Übersetzung veröffentlicht wurde. Darin erzählt der Mitbegründer der Red Umbrella Sexual Health and Human Rights Association (Kırmızı Şemsiye), die sich besonders für die Rechte von transsexuellen Sexarbeitern einsetzt, wie letzten Sonntag erst zwei Männer zu Ördeks Haus kamen, dann Bekannte dazu holten, Ördek vergewaltigten, sein Handy raubten und ihn anschließend zwangen, gemeinsam zum Bankautomaten zu gehen, um Geld abzuheben – weil Ördek kein Bargeld im Haus hatte.

Unterwegs sah Ördek eine Polizeistreife und rannte zum Auto, um Hilfe zu bekommen. Doch was geschah? Seine Peiniger standen daneben und sagten zur Polizei: „Glaubt doch nicht dieser Schwuchtel! Wir sind echte Männer, ihr versteht uns, oder?“ Als Ördek etwas sagen wollte, bekam er von den Polizisten zu hören: „Sei ruhig. Sprich nicht, außer wenn du angesprochen wirst!“ Die Männer erzählten der Polizei, sie seien von Ördek ins Haus eingeladen worden. („Sie wissen doch, wie diese Typen sind.“)

Die Polizei durchsuchte die Männer, konnte aber das geraubte Telefon nicht finden. Anschließend wurden alle auf die Wache mitgenommen. Die Räuber saßen auf der Rückbank, Ördek wurde in den vergitterten „Käfig“ hinten im Wagen gesteckt, obwohl er protestierte („I feel nauseous, officer, I think I will puke, why I am in here, I’m not well“). Das interessierte die Polizei nicht, die ihm stattdessen vorwarf, er bringe ihnen nur Scherereien („Look at the trouble we found ourselves in”).

Auf der Wache nahm die Polizei zwar die Aussagen der Räuber auf, aber nicht die Ördeks. Schon im Wagen hatten die Männer zu den Polizisten gesagt: „Lass uns nicht leiden wegen dieser Schwuppe. Ihr und wir, wir verstehen uns, habe ich Recht, Brüder?“ Die Männer bedrängten Ördek, seine Anschuldigungen zurückzunehmen: „Wir bringen dich um, indem wir dich immer wieder durchficken. Wage es ja nicht, Anzeige zu erstatten. Wir reißen dir den Kopf ab, wir bringen dich um.“ All dies geschah direkt vor den Augen (und Ohren) der Polizei. Sie fügten hinzu, dass sie ja wüssten, wo Ördek wohne und ihn finden würden, wenn er Probleme machen sollte.

Inzwischen hatte die Polizei das gestohlene Handy tatsächlich gefunden und bot an, es Ördek zurückzugeben, wenn er seine Anschuldigungen zurücknehmen würde. Er weigerte sich, das zu tun, und hatte inzwischen seinen Rechtsbeistand vor Ort. Man betonte, das Ganze sei doch „keine große Sache“. Einer der umstehenden Polizisten sagte laut: „Und diese Leute haben sich gegen die Regierung erhoben im Gezi-Park!“ Ördek fing an vor Wut zu zittern.

Man ließ ihn und sein „Fräulein Anwalt“ im Garten der Polizeiwache für sieben Stunden sitzen. Endlich legte man ihm ein Protokoll zum Unterschreiben vor, in dem nur die Aussagen der anderen Männer festgehalten waren. Ördek bestand darauf, dass seine Aussagen ebenfalls eingefügt werden. Man drängte ihn nun, sich kurz zu fassen, obwohl der Rechtsbeistand betonte, dass es wichtig sei, so viele Details wie möglich festzuhalten.

Schließlich setzte man alle vor die Tür, wo noch ein Polizist abfällig rief: „Das ist einer von diesem ‚Geschlecht des Lot‘!“ Deren Angehörige umzubringen, dazu hatte die türkische Gruppe „Young Islamic Defense“ mit Postern in Ankara aufgerufen.

Wie sich am nächsten Tag herausstellte, wurden die „echten“ Männer einfach laufen gelassen. Ördek ist bei Freunden untergetaucht. Er kann nicht mehr nach Hause, weil seine Peiniger dort auf ihn warten, sie rufen täglich mehrmals auf seinem Handy an. Zur Arbeit kann er auch nicht gehen, weil man ihn dort aufspüren könnte. Von der Polizei hat er keine Hilfe zu erwarten. In seiner Verzweiflung („All I want to do is scream. I want people to hear me and then I want to hide in a corner, break away from this world“) hat er nun den langen öffentlichen Brief geschrieben, der den Tatverlauf aus seiner Perspektive haargenau schildert, auch das unfassbare Verhalten der türkischen Staatsgewalt.

Er fordert die LGBT-Community auf, ihm zu helfen. Er erwähnt aber auch, dass viele aus dieser Community ihn inzwischen gefragt haben, wieso er denn die Männer ins Haus gelassen habe – und sie damit quasi „eingeladen“ habe, ihn zu vergewaltigen? „Wenn ihr immer noch sowas fragen könnt, nach all meinen furchtbaren Erfahrungen, wenn ihr immer noch behauptet, ich hätte selbst einen Fehler gemacht, wenn ihr mir nicht mal gute Besserung wünschen könnt, dann brauche ich euch nicht mehr in meinem Umfeld.“

Das sind harte Worte, die u.a. dazu führten, dass „LGBTI News Turkey“ den Brief übersetzt und ins Internet gestellt haben, damit auch ausländische Medien und Aktivisten von der Geschichte erfahren. Dies ist die deutsche Zusammenfassung, um auf die schwere Menschenrechtsverletzung in der Türkei hinzuweisen, die vermutlich niemanden überrascht, die aber nicht stillschweigend hingenommen werden sollte.
http://m-maenner.de/2015/07/wir-ficken-dich-durch-wenn-du-anzeige-erstattest/


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Ist es in der Türkei so schlimm?

14.07.2015 um 22:25
Unglaublich.

Das ist echt unfassbar.


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