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Kinder & Eltern

16 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kinder, Eltern, Erziehung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Seite 1 von 1

Kinder & Eltern

06.12.2020 um 18:18
Wir alle kennen sie.
Bis zum 18. Lebensjahr, erscheinen viele Verbote, Auseinandersetzungen mit den Eltern und ihre Konsequenzen als Unrecht (aus Sicht des Kindes).

Nun aber frage ich die Gemeinde:
Was habt ihr während der Erziehung Eurer eigenen Kinder von Euren Eltern übernommen? Strenge Erziehung, solltet ihr jene durchlebt haben, ja oder nein?
-> Was habt ihr anders gemacht?
Seid ihr teilweise immer noch der Meinung, dass Mutter/Vater unrecht gehandelt hat?


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Kinder & Eltern

07.12.2020 um 00:04
Ich habe übernommen, aus Bequemlichkeit zu schnell nachzugeben. Hatte also eine weniger strenge Erziehung mit viel Vertrauen.

Meine Eltern haben ihrerseits eine strenge Erziehung gehabt und (wahrscheinlich daher) auf jegliches Weitergegeben von gesellschaftlichen Verhaltensweisen verzichtet. Es ist echt albern, aber mir war es jahrelang unangenehm jemanden zum Geburtstag zu gratulieren und Geschenke zu machen. (Meine Eltern erlebten solche Dinge als gesellschaftlichen Zwang).

Jetzt versuche ich meiner Tochter bitte und danke beizubringen und spüre das Unbehagen meiner Eltern im Nacken 😀


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 10:28
Ich orientiere mich nicht an den Verhaltensweisen anderer.
Bei der Kindererziehung würde ich immer mit maximaler Empathie und klarem Verstand vorgehen.
Ich kann auch gar nicht begreifen, warum das vielen Leuten so schwer fällt.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 10:46
Die Erziehung von Kindern ist ja eher das kleine Einmaleins, das von Jugendlichen ist dann das große Einmaleins.
Zitat von silberhauchsilberhauch schrieb:Bei der Kindererziehung würde ich immer mit maximaler Empathie und klarem Verstand vorgehen.
@silberhauch

Das kann man ja auf alles im Leben anwenden, ohne dass man daneben haut, es sagt nur für konkrete Situationen erst mal nichts. Und das Thema ist auch nicht so leicht, dass man es mit einem Einzeiler umfassend behandeln könnte.

Ich habe tatsächlich von meinen Eltern etwas übernommen, was ich sehr wichtig finde:

Erziehung zur Selbständigkeit. Ich kenne Elternteile von 13jährigen, die die Hausaufgaben 1:1 begleiten, teilweise deren Anfertigung übernehmen. Da finde ich wichtig, dass Jugendliche wissen: Schule ist mein Job, nicht der meiner Eltern. Denn in letzter Konsequenz muss Mami sonst auch mit zur Uni.

Auch bei größeren Wünschen finde ich es gut, wenn Jugendliche nicht 'Gib mir' als Lösung im Kopf haben, sondern 'Wie kann ich das schaffen?'. Dass man als Eltern hilft, ist eine Sache, aber einfach nur die Zahlung übernehmen bringt Jugendliche oft nicht recht weiter.

Auch beim Thema 'Ich will dahin' finde ich es gut, wenn Jugendliche erst mal selbst überlegen und man dann vielleicht einmal den Helikopter spielt, aber nicht automatisch das 24 / 7 Taxi.

In dem Alter sollte man als Eltern da sein, wenn was ist, nicht automatisch jede Überlegung vorwegnehmen.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 11:04
Zitat von -MsEiskalt--MsEiskalt- schrieb:Seid ihr teilweise immer noch der Meinung, dass Mutter/Vater unrecht gehandelt hat?
Ich kann vieles verstehen, was meine Eltern warum gemacht haben, seitdem ich Kinder habe. Manche Dinge mache ich aber sehr bewusst anders. Ich würde behaupten, dass ich weniger streng bin, dafür transparenter. Meine Eltern haben mir selten erklärt, warum ich was nicht machen darf. Das versuche ich anders zu machen. Auch die Grenzen sind für meine Kinder weiter gefasst.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 11:11
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das kann man ja auf alles im Leben anwenden, ohne dass man daneben haut
Das ist richtig. Leider krankt es auch im Zwischenmenschlichen sehr, mal von der Erziehung abgesehen.
Da stellt sich natürlich die Frage, welche Ansichten wirklich vernünftig sind.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und das Thema ist auch nicht so leicht, dass man es mit einem Einzeiler umfassend behandeln könnte.
Im Prinzip ticken doch alle Menschen gleich. Selbst der unerzogenste Rüpel, der durch sein Umfeld so geworden ist, sehnt sich nach Harmonie.
Grundsätzlich wirken intelligente und vernünftig/sachlich handelnde Menschen wie Magnete.
Leider sind die Menschen, die genau das Gegenteil darstellen, nie, oder nur unter falschen Umständen, mit solchen Leuten in Kontakt getreten.

Deswegen halte ich das für essentiell:
Zitat von silberhauchsilberhauch schrieb:Bei der Kindererziehung würde ich immer mit maximaler Empathie und klarem Verstand vorgehen
...denn damit fängt alles an.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich habe tatsächlich von meinen Eltern etwas übernommen, was ich sehr wichtig finde
Das ist leider auch so ein Problem, denn sobald es um die eigene Familie geht, stellen die meisten Leute auf Durchzug.
Man sollte auch im familiären Umfeld in der Lage sein, das Handeln der eigenen Eltern vernünftig zu reflektieren.
Man muss sich da nicht unbedingt dran orientieren, nur weil es die eigenen Eltern sind.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Da finde ich wichtig, dass Jugendliche wissen: Schule ist mein Job, nicht der meiner Eltern
Klar, seine Kinder in Watte zu packen ist ja auch grundverkehrt.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 11:19
Zitat von silberhauchsilberhauch schrieb:Grundsätzlich wirken intelligente und vernünftig/sachlich handelnde Menschen wie Magnete.
@silberhauch

Leider wirken auch manchmal genau die anderen wie Magnete, besonder gelegentlich auf Jugendliche. Das kann man zumindest an den Chart Notierungen mancher Rüpelrapper ablesen.

Und einen Jugendlichen, den viele Mädchen als 'süß' bezeichnen würden, würde man mit mehr Lebenserfahrung als 'dümmlich und brutal wirkend' ansehen. Jungs sind da nicht anders, die sabbern eher der egomanischen Drama Queen hinterher als dem netten Mädchen, und das obwohl sie lieber mit den netten Mädchen etwas unternehmen.

Um die Pubertät herum wirken halt oft gerade diejenigen faszinierend, die die vermeintliche Langweiligkeit von Vernunft und kontinuierlicher Empathie in Frage stellen.
Bei Kindern vor der Pubertät und bei Erwachsenen, die ihre Bauchlandungen im Leben hinter sich haben, hast Du glaube ich recht. Kleine Kinder haben oft ein gutes Gespür für Menschen, das dann leider in der Pubertät erst manchmal eingefroren wird.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 11:28
Ich wurde locker erzogen, das handhabe ich ebenso. Dennoch gibt es klare Regeln. Hin und wieder versuche ich auch neue Dinge einzubringen, die es bei mir nicht gab. Leider klappt das auch nicht immer.

Generell versuche ich aber das gesunde Mittelmaß zu finden, wie viele Eltern. Das gelingt mir nicht immer, das weiß ich.

Ganz klar versuche ich ebenso die Kinder zur Selbständigkeit und zu gesundem Selbstbewusstsein zu erziehen. Ich halte das für wichtig. Selbstständig musste ich auch sehr früh sein und es half mir später.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 11:33
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Leider wirken auch manchmal genau die anderen wie Magnete, besonder gelegentlich auf Jugendliche. Das kann man zumindest an den Chart Notierungen mancher Rüpelrapper ablesen
Da hast du natürlich recht.
Aber ich denke mal, wenn man sein Kind von Grund auf in eine richtige Bahn gelenkt hat, dann wird es den Rüpelrapper später auch als einen solchen empfinden.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und einen Jugendlichen, den viele Mädchen als 'süß' bezeichnen würden, würde man mit mehr Lebenserfahrung als 'dümmlich und brutal wirkend' ansehen. Jungs sind da nicht anders, die sabbern eher der egomanischen Drama Queen hinterher als dem netten Mädchen, und das obwohl sie lieber mit den netten Mädchen etwas unternehmen
Leider hat man als Eltern nicht fortwährend Einfluss auf die Erziehung, vieles geschieht auch im sonstigen Umfeld.
Gegen "verliebt sein" ist eh kein Kraut gewachsen.

Es gibt da aber so einen tollen Spruch:

Kinder von 1-7 Jahren sind davon überzeugt, das Mama und Papa alles wissen.
Danach merken viele, dass Mama und Papa doch nicht alles wissen.
In der Pubertät sagen sie dann "meine Eltern haben doch überhaupt keine Ahnung"
Und mit 30 sagen sie dann "sollen wir da nicht lieber Mama und Papa fragen?".
😄
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Um die Pubertät herum wirken halt oft gerade diejenigen faszinierend, die die vermeintliche Langweiligkeit von Vernunft und kontinuierlicher Empathie in Frage stellen.
Davon gibt es leider mehr als genug. Naja, man soll sich ja auch selber finden, solange man später die Kurve wieder kriegt.
Die meisten entwickeln sich dann leider in diese Richtung:
Zitat von silberhauchsilberhauch schrieb:Leider krankt es auch im Zwischenmenschlichen sehr...
Kann man wohl nichts machen.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 11:51
@silberhauch

Als Elternteil ist es jedenfalls auch nicht einfach, wenn sich Dein fröhliches, begeisterungsfähiges empathische Kind plötzlich in ein zrückgezogenes mürrisches Pubertier verwandelt, dem wirklich alles außer zocken und chillen zu viel ist.

Das ist natürlich ganz normal, aber ich sage von mir aus: Das war nicht einfach, das so zu akzeptieren.
Und ich als getrennter Vater, bei dem Kinder dann nur einen Teil der Zeit verbringen, erlebte das auch noch in einem extremeren Zeitraffer, als Eltern das tun, die ihr Kind jeden Tag sehen.

Das ist dann ein Zeitpunkt, an dem man Kindern gar nicht mehr viel mitgeben kann außer kontinuierlicher Empathie, Interesse und angenehmen Umgebungsparametern.

Darüber hinaus finde ich es auch wichtig, Kindern Rüstzeug fürs Leben zu zeigen, das auch in praktischen Dingen besteht. Das fängt beim gemeinsamen Einkaufen an, wo man mal erwähnen kann, worauf man dabei achtet oder auch Kindern immer mal nebenbei zu erklären, was Urlaubsplanung bedeutet, nämlich nicht nur an den Volleyball zu denken, sondern auch Geld dafür angespart zu haben, das Auto vorzubereiten. So kann man ihnen vielleicht ersparen, als Erwachsene vom Dispo in Urlaub zu fahren. Transparenz in finanziellen Dingen finde ich altersgerecht wichtig. So ein reines 'Papa hat ja' führt ja eventuell später beim ersten eigenen Job zu 'ich hab ja', was dann oft nicht dauerhaft gut geht.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 12:25
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:... zrückgezogenes mürrisches Pubertier verwandelt, dem wirklich alles außer zocken und chillen zu viel ist
Das darf man aber auch nicht zu schwarz sehen.

Videospiele sehe ich jetzt nicht als Sündenfall an, eher als gelungene Freizeitbeschäftigung.
Es macht aber auch einen Unterschied, ob man ein Mädchen, oder einen Jungen beschäftigen muss/soll, gerade bei einem Einzelkind.

Das mit dem "chillen" wird auch meist nur verzerrt wahrgenommen, da beim "zocken" unheimlich schnell die Zeit vergeht und das Elternteil diese Zeit ganz anders wahr nimmt.
Wenn dann noch zwischendurch der Müll runter gebracht werden muss und der "Zocker" dann dafür gerade keine Zeit hat, verstärkt sich dieser Effekt noch.
Dabei kann man nicht mal ebenso das Spiel pausieren, besonders nicht, wenn man das Spiel online spielt.
Praktisch ein Mißverständnis.
Da ich mir dessen mehr bewußt bin, als z.B. der Mutter meiner Tochter, gibt es bei mir diesbezüglich auch gar keine Reibereien.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das ist dann ein Zeitpunkt, an dem man Kindern gar nicht mehr viel mitgeben kann außer kontinuierlicher Empathie, Interesse und angenehmen Umgebungsparametern
So alt ist meine Tochter noch nicht, aber die Tendenz zur Abnabelung findet schon statt.
Gut ist auf jeden Fall, wenn man viele Freizeitgestaltungsmöglichkeiten im Angebot hat, aber die Entscheidung, was gemacht wird, überlasse ich ihr.
Ich finde, auch wenn das "zocken" übermäßig stattfindet, dass ihr Beschäftigungsreichtum im Allgemeinen einigermaßen ausgeglichen ist.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:...Urlaubsplanung bedeutet, nämlich nicht nur an den Volleyball zu denken, sondern auch Geld dafür angespart zu haben, das Auto vorzubereiten. So kann man ihnen vielleicht ersparen, als Erwachsene vom Dispo in Urlaub zu fahren
Da sehe ich aber auch die Schule in der Verantwortung.
Da wird z.B. ein Gedicht von Schiller in all seine Bestandteile zerlegt, aber was eine Lohnsteuererklärung ist...großes Fragezeichen.
Schlimm!


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 13:01
Zitat von silberhauchsilberhauch schrieb:sehe ich aber auch die Schule in der Verantwortung.
Da wird z.B. ein Gedicht von Schiller in all seine Bestandteile zerlegt, aber was eine Lohnsteuererklärung ist...großes Fragezeichen.
Schlimm!
@silberhauch

Wir werden nur die Lehrinhalte erst mal nicht ändern können, also bleibt es an uns hängen.

In meiner Kindheit war es wohl noch unüblich mit Kindern über die finanzielle Situation der Familie zu sprechen, aber das handhabe ich anders. Natürlich sollte man Kindern keine gravierenden Probleme auftischen, damit sie nachts in ihr Kopfkissen weinen. Aber so die Basics incl Sparen und Ansparen für Anschaffungen und Abwägung von Anschaffungen und Kompromisse bei der Anschaffung und solche Sachen können wir ja vermitteln.

Als zB mein jüngerer Sohn mal einen neuen Kleiderschrank brauchte, haben wir nicht einfach den erstbesten gekauft. Wir haben uns mal ein Angebot von Poco angesehen (ohne Kaufabsicht meinerseits, zur Abschreckung), einen weiteren und haben dann aus der Nachbarschaft einen sehr hochwertigen Schrank gebraucht gekauft. Und die dahinterliegenden Ideen haben wir dann gemeinsam 'entwickelt', nicht zuletzt Auswirkungen auf die Umwelt, die bei Gebrauchtkauf von hochwertig anders sind als bei Neukauf von Billigstware. Und bei Poco konnten wir auch schön die häufige Sinnlosigkit von 0% Fianzierung über 84 Monate thematisieren.

Tatsächlich verstehe ich die Prioritäten der Lerninhalte der Schule oft nicht so ganz. Andererseits soll sie halt auch einen letzten Hauch von 'studium generale' haben und wenn auch nur 2 von 30 Kindern hinterher Freude an Poesie oder Oper haben, ist vielleicht auch etwas gewonnen.


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Kinder & Eltern

08.12.2020 um 16:02
Erst mal ein Dank an alle, die eine Antwort dagelassen haben :)
Zitat von AtroxAtrox schrieb:Ich würde behaupten, dass ich weniger streng bin, dafür transparenter. Meine Eltern haben mir selten erklärt, warum ich was nicht machen darf. Das versuche ich anders zu machen. Auch die Grenzen sind für meine Kinder weiter gefasst.
Ja, Tatsache ist, dass Kinder, welche Grund & Intension zB. eines Verbotes kennen, viel besser damit umgehen können als wenn dieses lediglich ausgesprochen wird.

Obwohl ich eine sehr strenge Erziehung genossen habe, denke ich, dass auch meine Kinder die Phase durchleben müssen. Selbstverständlich nicht im selben Maße, wie meine Eltern es vorzogen, sondern die gesunde Mitte aus Strenge & Behüten.
Die Helicopter Art werde ich meinen Kindern nicht zumuten. Sicherheit und gewisse Kontrolle ist gut, Unterdrückung nicht.


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Kinder & Eltern

09.12.2020 um 18:23
Zitat von -MsEiskalt--MsEiskalt- schrieb am 06.12.2020: Was habt ihr während der Erziehung Eurer eigenen Kinder von Euren Eltern übernommen? Strenge Erziehung, solltet ihr jene durchlebt haben, ja oder nein?
-> Was habt ihr anders gemacht?
Seid ihr teilweise immer noch der Meinung, dass Mutter/Vater unrecht gehandelt hat?
Meine Eltern waren eher "kalt", uninteressiert, extrem sparsam und unfassbar streng. Regeln konnten nicht verhandelt werden und waren oft sehr sehr streng - und das, obwohl ich wirklich ein vernünftiges Kind/ Jugendliche war. Meine Eltern waren selbst sehr autoritär erzogen worden. Ich fühlte mich als Jugendliche nicht nur ungerecht behandelt, sondern so eingeschränkt, dass ich mit 16 auszog (wie mein Bruder vor mir). Ich hätte für mein Leben gerne Klavier gespielt und durfte nicht. Ich wollte unbedingt aufs Gymnasium, aber da mein Bruder damals Schwierigkeiten hatte, wurde ich, trotz Grundschulschnitt von 1,3 auf eine Realschule gesteckt.

Was habe ich gleich gemacht? - Struktur und Regeln, aber angepasst und die Kinder dürfen mitbestimmen. Fahren wir z.B. für eine Woche in die Großstadt, darf sich jeder einen Tag aussuchen, den er plant. Da kommen ganz witzige Sachen raus - Lasertag hätte ich zum Beispiel nie probiert, fand es dann aber doch gut :-)). Die Kinder haben sich dieses Jahr für Heiligabend gewünscht, dass es vegetarische Pizza gibt - sie wollen die backen ... dann mal los.

Ich begründe Regeln, wenn sie mir wichtig sind. Ich versuche da auch transparent und gerecht zu sein. Ich höre zu. Wir müssen sehr selten was verbieten - ich glaube, wir haben mit unseren Kids auch einfach Glück gehabt :-).

Sachen, die mir wichtig sind, drücke ich durch - z.B. Schule, gesundes Essen, vernünftige Hobbys. Wenn die Kinder mittags heimkommen, gibt es 4x die Woche warmes Mittagessen, wir essen zumindest mit einem Kind (das G8 sorgt davor, dass der Rest erst später kommt) und wir reden über den Schultag. Bei Hobbys durften die Kinder das selbst aussuchen, aber wenn mal eine Entscheidung gefallen war, mussten sie dabei bleiben (z.B. ein Instrument erst zur 1. möglichen Kündigungsfrist aufhören). Je älter sie wurden, umso mehr haben sie sich selbst orientiert und dann auch Sachen aufgehört, neue angefangen.

Nach dem Mittagessen werden Hausaufgaben gemacht und gelernt - da wir das aber von klein auf so gemacht haben, haben wir eine Struktur gelegt, die die Kids gar nicht mehr hinterfragt haben. Es gibt bei uns immer den gleichen Ablauf: Mittagessen - Hausaufgaben - Ranzen packen - Instrument lernen. Ausnahmen gibt es nur, wenn z.B. Regenwolken aufziehen und man noch eine halbe Stunde auf den Bolzplatz möchte oder so. Dafür ist dann erst mal Freizeit - wenn man dann zwei Stunden zockt oder vor dem Handy sitzt, ist es so und ich halte das aus (hätten meine Eltern nie gemacht).

Wenn ich merke, es läuft, dann ziehe ich mich zurück - also Hausaufgaben, in der Grundschule saß ich erst daneben, dann spülte ich und schaute den Kindern über die Schulter, dann ließ ich sie mir regelmäßig zeigen, dann stichprobenmäßig und nun bei den beiden großen Kids gar nicht mehr.

Schulsachen dürfen die Kinder selbst entscheiden, wenn sie die Tragweite verstehen. Also z.B. als die Entscheidung Latein oder Französisch anstand. Oder die Leistungskurse. Das habe ich blanko unterschrieben. Auch Taschengeld darf selbst ausgegeben werden.

Ich selbst bin religiös, das würde ich aber nicht "erzwingen". Klar, als die Kinder klein waren, kamen sie mit in den Gottesdienst. Nun kommen sie so ca. drei von vier Sonntagen mit und engagieren sich auch in der Gemeinde.
Das freut mich, ich weiß aber nicht, ob sie das mir zu liebe oder aus eigenem Antrieb tun.

Jetzt im Sommer waren die Kids coronabedingt sehr im Chillmodus. Da haben wir schon ab und an einen "verpflichtenden" Familientag gemacht und sind z.B. Wandern gegangen. Dass es erträglicher war, durften sie die Strecke mit aussuchen, einen Freund mitnehmen und wir haben dann noch was Witziges gemacht, z.B. eine Maislabyrinth besucht oder so. Oft sagten sie dann abends "heute Morgen hatte ich keine Lust, aber es war echt ganz gut!".

Kurz gesagt: Wir haben schon Leitlinien vorgegeben, die die Kids kennen und befolgen. Das geht aber (auch bei den Teenagern) ohne große Streitpunkte und Theater.


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Kinder & Eltern

10.12.2020 um 10:34
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Jetzt im Sommer waren die Kids coronabedingt sehr im Chillmodus. Da haben wir schon ab und an einen "verpflichtenden" Familientag gemacht und sind z.B. Wandern gegangen. Dass es erträglicher war, durften sie die Strecke mit aussuchen, einen Freund mitnehmen und wir haben dann noch was Witziges gemacht, z.B. eine Maislabyrinth besucht oder so. Oft sagten sie dann abends "heute Morgen hatte ich keine Lust, aber es war echt ganz gut!".
@MissMary

Das klingt so, als hätten wir den Urlaub zusammen verbracht. Wir hatten jeden Tag einen Bestimmer, der die grundsätzliche Ausrichtung des Tages bestimmen durfte. Wir hatten eine schöne Wanderung gemacht und mein 13jähriger hat den Hinweg geradezu als Passionsfestspiele inszeniert - kein Bock. Aber als wir dann unterwegs waren und viel Interessantes gesehen hatten, war er ganz begeistert. Auf dem Rückweg wurde die Kreugswegsandacht dann gegen milde Nachsicht ausgetauscht nach dem Motto: na gut, ich hab Euch einen Gefallen getan.

PS Ich wollte als Kind Gitarre spielen und was kam raus? Akkordeon, weil der Unterricht so billig war. Hm, ich habs auch überlebt.


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Kinder & Eltern

10.12.2020 um 11:49
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das klingt so, als hätten wir den Urlaub zusammen verbracht. Wir hatten jeden Tag einen Bestimmer, der die grundsätzliche Ausrichtung des Tages bestimmen durfte. Wir hatten eine schöne Wanderung gemacht und mein 13jähriger hat den Hinweg geradezu als Passionsfestspiele inszeniert - kein Bock. Aber als wir dann unterwegs waren und viel Interessantes gesehen hatten, war er ganz begeistert. Auf dem Rückweg wurde die Kreugswegsandacht dann gegen milde Nachsicht ausgetauscht nach dem Motto: na gut, ich hab Euch einen Gefallen getan.
Ja, so ist das :-)) Ich denke, ganz kann man sie als Teenis nicht ihren Stimmungen überlassen. Sonst bewegen sie sich wochenlang nicht vom Sofa. Wir waren z.B. in Frankfurt auch lange im Städelmuseum und haben argumentiert, dass es einfach auch zur Grundbildung gehört, dass man sich Kunst anschaut. War dann später im Kunstunterricht auch sehr praktisch :-)).
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Quelle: PS Ich wollte als Kind Gitarre spielen und was kam raus? Akkordeon, weil der Unterricht so billig war. Hm, ich habs auch überlebt.
LOL, wenn ich mal mehr Zeit habe, werde ich noch Klavierunterricht nehmen. Es war als Kind nur so Schade - man durfte nichts mitbestimmen, wir waren immer komplett fremdbestimmt, was Kleidung, Schule und Hobbys anging. Das war echt schlimm und daher wollte ich das auf keinen Fall so machen.


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