Bundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Was habt ihr erlebt?
Lieblingsfächer - Hassfächer?
Lieblingslehrer - Hasslehrer?
Habt ihr noch Kontakt zu MitschülerInnen?
Geht ihr zu Klassentreffen?
Waren die Noten von damals wichtig und wie wichtig sind sie heute noch?
Und könnt ihr manche Aktionen von Lehrern heute besser verstehen?
Was habe ich erlebt?
Meine Zeit war kompliziert.
Auf der Grundschule habe ich kein gutes Standing gehabt, man hat mich nicht erreicht und irgendwann wurde ich denen ein Dorn im Auge was ich auch zu spüren bekam.
Wenn es in einer Gruppe laut war wurde ich bestraft, durfte dann nicht mit zum Schwimmen etc.
In der dritten Klasse hat mein Klassenlehrer mich unter Druck gesetzt und mich morgens vor der Schule abgefangen und mich dumm angepöbelt.
Mein Vater hat es mal zufällig mitbekommen, als er mich zur Schule gebracht hatte.
Als wir zur Mittagspause raus gingen, stand mein Vater dann überraschend vor der Tür.
Er ging wortlos ins Klassenzimmer, schloss die Tür hinter sich und der Klassenlehrer erfuhr dann seine Konsequenzen aus seinem Handeln.
Dafür bin ich mein Vater ewig dankbar gewesen denn danach kam der Klassenlehrer mir niemals wieder dumm und war außerordentlich freundlich.
Ich hatte auch den Verdacht, dass ich nicht objektiv bewertet wurde.
Die Institution nach der Grundschule meinte zu meinen Eltern gemäß meiner Schulakte von der Grundschule wäre ich ein starker Problemfall.
Das konnte dort in keinsterweise bestätigt werden und auch meine Noten wechselten von 5/6 zu 2 und ich wurde Klassenbester sowie Klassensprecher.
Natürlich gab es auch trotzdem hin und wieder eine Prügelei aber das wurde auf der Schule nicht so dramatisiert. In den 90ern hatte man die Schüler sowas lieber unter sich regeln lassen.
Meine Lieblingsfächer waren Geschichte und Politik sowie Erdkunde.
Meine Hassfächer waren Chemie, Physik und Sport.
Sport aber nur weil immer nur Fussball gespielt wurde.
"Kontakt zu Mitschülern?"
Jaein. Das hat sich nach dem Abschluss schnell aufgelöst.
Habe den einen oder anderen mal Zufällig gesehen.
Zwei Mitschüler sind im Knast gelandet. Eine Mitschülerin ist früh Mutter geworden.
Was mich sehr überrascht hatte:
Ein Mitschüler aus der Parallelklasse war in der Schulzeit Nazi und da ich einen Migrationshintergrund habe, hatten wir ab und zu mal Konflikte.
Ich hatte ihn Jahre nach dem Schulabschluss zufällig im Bus getroffen und er kam auf mich zu, gab mir die Hand und entschuldigte sich für seine Ansichten, welche er damals hatte.
Das fandi ch sehr stark von ihm. sehe ihn ab und zu auch zufällig in der Stadt, man tauscht ein paar Worte.
"Geht ihr zu Klassentreffen?"
Nein, es gibt auch keine.
Klassentreffen sind glaub ich eher ein Ding von Abiturienten etc.
"Waren die Noten von damals wichtig und wie wichtig sind sie heute noch?"
Gar nicht. Genauso wie der Schulabschluss.
Halte das Konzept der Noten und dass man nur mit bestimmten Schulabschlüssen bestimmte Berufe erreichen kann für antiquiert.
"Und könnt ihr manche Aktionen von Lehrern heute besser verstehen?"
Nein.
Gerade die Aktionen der Lehrer aus der Grundschule nicht.
Eine Lehrerin, welche signifikant für meinen Downfall in der Grundschulzeit verantwortlich ist, arbeitet wohl noch dort.
Überlege letzte Zeit häufiger mal vorbeizufahren.
Aber was würde das bringen?