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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

216 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schule, Vergangenheit, Lehrer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

22.01.2023 um 17:50
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:gab es irgendeinen Zettel mit.
Aber ich glaube nicht, dass es kontrolliert wurde, ob man beim ZA war.
Dieser Zettel musste bei uns von einem Elternteil unterschrieben und in der Schule wieder abgegeben werden. So war man sicher, dass die Eltern darüber informiert waren, dass es an den Zähnen etwas zu bemängeln gab. Was die Eltern dann mit diesem Wissen machten, und ob sie ihr Kind dann zum Zahnarzt schickten, war deren Entscheidung und wurde nicht kontrolliert.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

23.01.2023 um 05:37
Zitat von EnyaVanBranEnyaVanBran schrieb:Gab es das denn irgendwann? Ich erinnere mich noch dran, dass wir im Gymnasium gegen Röteln geimpft wurden. Ich frag mich gerade, ob da die Eltern einwilligen mussten, aber ich denke schon.
Schuluntersuchungen gab es z.B. in den 90er Jahren - nicht komplett nackig ausziehen, aber z.B. Oberteil ausziehen, Hose anbehalten und dann orthopädische Untersuchungen ("Beine gleich lang", Reflexe, Füße angeschaut) sowie Abhören. Das fand in der Grundschule statt, eindeutig im Beisein anderer.
Ob auch die Zähne angeschaut wurden kann ich nicht sagen, weiß aber obiges sicher da der Arzt bei mir herumzugrübeln begann und ich danach zum Orthopäden geschickt wurde.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

23.01.2023 um 17:26
@Ozeanwind

Wir bekamen damals den Befund des Schulzahnarztes mit und mussten damit zum Zahnarzt. Der hat den Zettel dann abgearbeitet und wir mussten ihn in der Schule mit "Erledigt" abgeben. Meines Wissens nach (über ein halbes Jahrhundert her) ging der dann weiter an den Schulzahnarzt.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

21.09.2026 um 16:52
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Was habt ihr erlebt?
Puuh, so einiges. Unter anderem auch Mobbing einiger Klassenkameraden, weil ich im Gegensatz zu den meisten anderen Klassenkameraden etwas lernen wollte.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Lieblingsfächer - Hassfächer?
Meine Lieblingsfächer waren :Y: :ok: :
- Deutsch
- Englisch
- Informatik
- Wirtschaft

Meine Hassfächer waren :N: :no::
- Sport
- Kunst
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Habt ihr noch Kontakt zu MitschülerInnen?
Zu einigen Mitschülern, mit denen ich mich gut verstanden habe oder ich befreundet bin, habe ich heute natürlich noch Kontakt.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Geht ihr zu Klassentreffen?
Es gab bis jetzt noch kein Klassentreffen. Zu einem Klassentreffen meiner letzten Klasse würde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit schon gehen.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Waren die Noten von damals wichtig und wie wichtig sind sie heute noch?
Meine Noten von damals sind eigentlich nur noch von der Abschlussklasse und von der Ausbildung wichtig. Zum Beispiel bei Bewerbungen.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Und könnt ihr manche Aktionen von Lehrern heute besser verstehen?
Einige Aktionen verstehe ich jetzt schon besser, jetzt, wo ich Erwachsen bin.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

21.09.2026 um 17:10
Zitat von Jules20Jules20 schrieb:
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Was habt ihr erlebt?
Puuh, so einiges. Unter anderem auch Mobbing einiger Klassenkameraden, weil ich im Gegensatz zu den meisten anderen Klassenkameraden etwas lernen wollte.
Noch ein kleiner Zusatz:

Positiv erinnere ich mich auch an die Abschlussfahrt nach Berlin zurück. Da war ich in einer anderen Schule aufgrund eines Umzugs.


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22.09.2026 um 07:03
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Was habt ihr erlebt?
Lieblingsfächer - Hassfächer?
Lieblingslehrer - Hasslehrer?
Habt ihr noch Kontakt zu MitschülerInnen?
Geht ihr zu Klassentreffen?
Waren die Noten von damals wichtig und wie wichtig sind sie heute noch?
Und könnt ihr manche Aktionen von Lehrern heute besser verstehen?
Was habe ich erlebt?
Meine Zeit war kompliziert.
Auf der Grundschule habe ich kein gutes Standing gehabt, man hat mich nicht erreicht und irgendwann wurde ich denen ein Dorn im Auge was ich auch zu spüren bekam.
Wenn es in einer Gruppe laut war wurde ich bestraft, durfte dann nicht mit zum Schwimmen etc.

In der dritten Klasse hat mein Klassenlehrer mich unter Druck gesetzt und mich morgens vor der Schule abgefangen und mich dumm angepöbelt.
Mein Vater hat es mal zufällig mitbekommen, als er mich zur Schule gebracht hatte.
Als wir zur Mittagspause raus gingen, stand mein Vater dann überraschend vor der Tür.
Er ging wortlos ins Klassenzimmer, schloss die Tür hinter sich und der Klassenlehrer erfuhr dann seine Konsequenzen aus seinem Handeln.

Dafür bin ich mein Vater ewig dankbar gewesen denn danach kam der Klassenlehrer mir niemals wieder dumm und war außerordentlich freundlich.

Ich hatte auch den Verdacht, dass ich nicht objektiv bewertet wurde.
Die Institution nach der Grundschule meinte zu meinen Eltern gemäß meiner Schulakte von der Grundschule wäre ich ein starker Problemfall.
Das konnte dort in keinsterweise bestätigt werden und auch meine Noten wechselten von 5/6 zu 2 und ich wurde Klassenbester sowie Klassensprecher.
Natürlich gab es auch trotzdem hin und wieder eine Prügelei aber das wurde auf der Schule nicht so dramatisiert. In den 90ern hatte man die Schüler sowas lieber unter sich regeln lassen.

Meine Lieblingsfächer waren Geschichte und Politik sowie Erdkunde.
Meine Hassfächer waren Chemie, Physik und Sport.

Sport aber nur weil immer nur Fussball gespielt wurde.

"Kontakt zu Mitschülern?"
Jaein. Das hat sich nach dem Abschluss schnell aufgelöst.
Habe den einen oder anderen mal Zufällig gesehen.

Zwei Mitschüler sind im Knast gelandet. Eine Mitschülerin ist früh Mutter geworden.

Was mich sehr überrascht hatte:
Ein Mitschüler aus der Parallelklasse war in der Schulzeit Nazi und da ich einen Migrationshintergrund habe, hatten wir ab und zu mal Konflikte.

Ich hatte ihn Jahre nach dem Schulabschluss zufällig im Bus getroffen und er kam auf mich zu, gab mir die Hand und entschuldigte sich für seine Ansichten, welche er damals hatte.
Das fandi ch sehr stark von ihm. sehe ihn ab und zu auch zufällig in der Stadt, man tauscht ein paar Worte.

"Geht ihr zu Klassentreffen?"
Nein, es gibt auch keine.
Klassentreffen sind glaub ich eher ein Ding von Abiturienten etc.

"Waren die Noten von damals wichtig und wie wichtig sind sie heute noch?"
Gar nicht. Genauso wie der Schulabschluss.
Halte das Konzept der Noten und dass man nur mit bestimmten Schulabschlüssen bestimmte Berufe erreichen kann für antiquiert.

"Und könnt ihr manche Aktionen von Lehrern heute besser verstehen?"
Nein.
Gerade die Aktionen der Lehrer aus der Grundschule nicht.

Eine Lehrerin, welche signifikant für meinen Downfall in der Grundschulzeit verantwortlich ist, arbeitet wohl noch dort.
Überlege letzte Zeit häufiger mal vorbeizufahren.

Aber was würde das bringen?


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

22.09.2026 um 13:20
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Meine Hassfächer waren Chemie, Physik und Sport.

Sport aber nur weil immer nur Fussball gespielt wurde.
Sport war auch eines meiner Hassfächer.

Unter anderem einfach darum, weil es ja Leute gibt, denen Sport liegt und da einfach mega talentiert sind. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen und ich habe zwei linke Hände und zwei linke Füße. Ich hab mich immer mega angestrengt und konnte leider nicht die Leistung bringen, die ich mir gewünscht habe.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

22.09.2026 um 13:26
@Jules20
Das finde ich im Schulsystem sehr bedauerlich.
Sport ist so vielfältig und es gibt auch Personen, denen Sport einfach nicht liegt.

Wenn man diese Leute dann aber mit einer vier oder fünf abwatscht dann könnten manche Menschen den Eindruck bekommen, man wäre unsportlich.

Ich hatte auf meinem Abschluss Zeugnis eine Vier in Sport.
Dabei bin ich ein sportlicher Mensch da ich seit meinem 17 Lebensjahr Boxe.

Nur der Schulsport hat nie meinen Interessen entsprochen.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

22.09.2026 um 13:47
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:@Jules20
Das finde ich im Schulsystem sehr bedauerlich.
Sport ist so vielfältig und es gibt auch Personen, denen Sport einfach nicht liegt.

Wenn man diese Leute dann aber mit einer vier oder fünf abwatscht dann könnten manche Menschen den Eindruck bekommen, man wäre unsportlich.
Das stimmt leider :X!

Die Sportarten, die wir im Schulsport gemacht haben, liegen mir größtenteils leider nicht.


Bei Kunst ist es das gleiche meiner Meinung nach.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

26.09.2026 um 17:14
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Lieblingsfächer - Hassfächer?
Meine Lieblingsfächer waren Englisch, Biologie und Deutsch. Entsprechend habe ich diese Leistungskurse gewählt.
Mathematik, Physik, Chemie haben mir nicht so gelegen. Physik und Chemie konnte ich sogar abwählen.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Lieblingslehrer - Hasslehrer?
Natürlich kam man mit manchen Lehrer:innen besser zurecht als mit anderen.
Manche Lehrpersonen hätten besser einen anderen Beruf ausüben sollen und man hätte sie nicht auf Schüler:innen loslassen sollen.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Habt ihr noch Kontakt zu MitschülerInnen?
Nur lockeren, ich war auf insgesamt 3 Schulen.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Geht ihr zu Klassentreffen?
Ja, das habe ich gemacht. Im Mai hatten wir eine Feier anlässlich unseres Abis vor 40 🫣
Jahren. Das war auch sehr schön.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Waren die Noten von damals wichtig und wie wichtig sind sie heute noch?
Für mich ist das heute nicht mehr wichtig, aber ich denke schon, dass ein relativ gutes Zeugnis wichtig im Bewerbungsprozess war.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb am 04.12.2022:Handarbeitslehrerin
In der Grundschule (3. oder 4. Klasse) haben wir mal gehäkelt. Topflappen und so Untersetzer. Das hat mir eigentlich auch Spaß gemacht.
Zitat von Jules20Jules20 schrieb am 22.09.2026:Die Sportarten, die wir im Schulsport gemacht haben, liegen mir größtenteils leider nicht.
Das ging mir auch so. Volleyball mochte ich ganz gern. Handball, das sehr oft gespielt wurde, nicht so.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

27.09.2026 um 21:06
Zitat von KangarooKangaroo schrieb am 22.09.2026:Das finde ich im Schulsystem sehr bedauerlich.
Sport ist so vielfältig und es gibt auch Personen, denen Sport einfach nicht liegt.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb am 22.09.2026:Wenn man diese Leute dann aber mit einer vier oder fünf abwatscht dann könnten manche Menschen den Eindruck bekommen, man wäre unsportlich.
Ich bin einfach nicht sportlich. Ich war schon immer (obwohl in der Schule normalgewichtig) langsamer als andere Leute, das ist heute noch so, ob beim Laufen, Radfahren, Schwimmen ... Ich habe auch keinen guten Sinn für Balance und konnte z.B. nie selbstständig in den Handstand kommen und mich dann abrollen, weil ich immer zu viel oder zu wenig Schwung hatte. Der schulische Sportunterricht hat mich echt überfordert, ich war auch immer das Kind, das bei den Bundesjugendspielen komplett leer ausging und noch viele Punkte zur Urkunde gefehlt haben. Glücklicherweise war ich in meiner Klasse gut integriert ... aber ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn nicht. Ich wäre vermutlich jede Stunde absolute Mobbing-Opfer-Zielscheibe gewesen.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

27.09.2026 um 21:28
Bin auch alles andere als Sportlich, habe das Fach immer über alles gehasst. Zum einen Kaninchen das ganze ja verstehen, genau wie in allen anderen Fächer werden hier Noten gemacht um später ein Abbild zu bekommen, in welcher körperlichen Verfssung ein Bewerber ist. Zum anderen ist es schon arg oberflächlich und lückenhaft. Wie auch unser gesamtes Schulsystem in Gänze

Wie es besser geht? Kein Ahnung, nicht mein Job, haben wir dafür nicht ein Bildungsministerium ?


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

27.09.2026 um 21:45
Wenn ich auf meine zehn Schuljahre zurückblicke, fühlt sich das rückblickend an wie eine eigene TV-Staffel mit Höhen und Tiefen.

Die ersten Jahre verliefen noch völlig normal und entspannt. Ich war weder der Klassenclown noch der Anführer, weder Mobber noch Gemobbter – einfach ein ruhiger Mitläufer im soliden Mittelfeld. Besonders an diese unbeschwerte Anfangszeit denke ich heute noch extrem gerne zurück.

Mit der Wende änderte sich dann schlagartig fast alles. Die plötzliche Arbeitslosigkeit der Eltern – etwas, das man als DDR-Familie so gar nicht kannte – und die Scheidung meiner Eltern brachten viel Unruhe ins private Leben. Das spiegelte sich natürlich auch in der Schule wider und führte zu einem krassen Leistungsabfall.

Durch die Schulreform folgte dann auch noch ein Schulwechsel. Plötzlich war ich „der Neue“ in der Klasse und musste mich erst einmal beweisen und neuen Anschluss finden. Aber ich habe mich durchgekämpft. Die letzten Schuljahre verliefen dann wieder in ruhigeren Bahnen – zwar meistens knapp an der Versetzungsgrenze entlang, aber am Ende immer sicher geschafft.

Insgesamt war es trotz aller Umbrüche eine schöne und prägende Zeit. Der Kontakt zu den ehemaligen Mitschülernbeschränkt sich heute zwar im Grunde nur noch auf sporadische Lebenszeichen über Facebook, aber die Erinnerungen bleiben.


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

27.09.2026 um 21:45
Zitat von ArkhamKnightArkhamKnight schrieb:Zum einen Kaninchen das ganze ja verstehen,
Autokorrektur? 😉


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

28.09.2026 um 07:42
Ich war in der Schule sehr sportlich. Konnte alles mitmachen.
Außer Schwimmen. Ich habe panische Angst vorm tauchen, tiefem Wasser usw.
Hat die gute Lehrerin nie verstanden. Meine Mutter musste dann auch zum Gespräch. Sie hat mir dann eine 3 gegeben im Turnen. 🙄


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Schulgeschichten und wie die Schule das Leben beeinflusst

28.09.2026 um 16:47
Leistungsmäßig lief es bei mir in der Schule gut - keinerlei Probleme.
Lieblingsfächer: alles im naturwissenschaftlichen Bereich; bis auf Sport gab es aber keine Fächer, mit denen ich Probleme hatte.
Werken machte und macht mir mehr Spaß als Handarbeiten (und ich habe noch heutzutage einige Hobbies die grob in die Richtung "Werken" gehen, während ich mir nicht z.B. aus Spaß an der Freude etwas häkeln, stricken, nähen würde), aber geht es um den praktischen Nutzen (z.B.: Kleidung ausbessern und ändern, ein Geschenk anfertigen), mache ich auch Handarbeiten und bin froh um die Kenntnisse.
Ich entschied mich für einen technischen Ausbildungsberuf und danach für Abitur auf dem 2. Bildungsweg an der Berufsoberschule im Zweig Technik, danach ein Physikstudium und bin nachwievor (sehr gerne) in dem Bereich beruflich tätig.

Schwieriger war es oft mit Mitschülern, teils auch Lehrern:
Mobbing zog sich durch einen Großteil meiner Schullaufbahn. Ich habe körperliche Einschränkungen, war früher auch sehr still, bin (wurde erst im Erwachsenenalter diagnostiziert) Autistin.
Lehrer kannten damals Autismus bzw. was Hinweise auf Neurodivergenz sind nicht, und haben oft Nachfragen meinerseits (wie etwas gemeint ist, was ich falsch gemacht hätte etc.), Verwechslung von Personen etc. als Frechheit meinerseits interpretiert.
Es gab damals (80er, 90er Jahre) auch noch reichlich Lehrer, die "alle sind gleich" im negativen Sinne umsetzten, sprich: Lehrer die trotz Attest bzgl. meiner körperlichen Behinderung nicht einsahen dass z.B. das Hinaufstellen eines Stuhls auf den Tisch (zu Unterrichtsende), Tafelwischen oder Klassenzimmerumräumen nicht für mich machbar waren, oder dass ich für Schullandheimaufenthalte eine Reisetasche zum Tragen nicht sinnvoll nutzen kann. Es gab da Lehrer die mich das deutlich spüren ließen, obwohl vieles einfach lösbar gewesen wäre (z.B.: Banknachbarin stellt den Stuhl mit hoch, jemand anderes trägt die Reisetasche mit oder man erlaubt einen Rollkoffer). Es kamen damals auch viele falsche "gutgemeinte Ratschläge" bzgl. Behinderung von Lehrerseite, etwa, Milch trinken und alles mitmachen würde den Knochen helfen :(
Es gab jedoch auch, gerade an der Realschule, sehr hilfsbereite, nette Lehrer die sogar extra fragten ob ich noch etwas brauche, ob sie mir bei etwas behilflich sein können.
(Für mich waren keine größeren Änderungen/Anpassungen im Schulablauf nötig bzgl. meiner körperlichen Behinderung. Lediglich Schulsportbefreiung, zeitweise ein Stehtisch im Klassenzimmer, ggf. mal eine Hilfe wenn es galt etwas zu heben, zu tragen. Keine Umbaumaßnahmen nötig gewesen, keine Assistenz o.ä. Es war bei mir auch nicht mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für einen medizinischen Notfall während der Schulzeit zu rechnen.)

Das Abitur habe ich nach einem sehr guten Realschulabschluss auf dem 2. Bildungsweg gemacht.
Zitat von nairobinairobi schrieb:Für mich ist das heute nicht mehr wichtig, aber ich denke schon, dass ein relativ gutes Zeugnis wichtig im Bewerbungsprozess war.
Das sehe ich ganz genauso: Ein (sehr) gutes Abschlusszeugnis hat mir sehr geholfen, insbesondere jenes von der Realschule. *
Im Zeugnis (mehreren Zeugnissen, und die wurden bei einer Bewerbung für einen Ausbildungsplatz verlangt: die letzten zwei bis drei) eine Befreiung vom Sportunterricht sowie eine lange entschuldigte Fehlzeit in einem der Zeugnisse (mehrere Monate) werden einfach nicht so gerne gesehen, sie deuten auf eine Erkrankung oder Behinderung hin, (dem war ja auch so), und Betriebe vermuten da natürlich, man könnte erneut lange ausfallen. Mit selbst under den Umständen immer sehr guten Noten konnte ich das wahrscheinlich bzgl. des Findens eines Ausbildungsplatzes kompensieren. Die Ausbildung habe ich auch erfolgreich durchlaufen (hat mir auch viel Spaß gemacht) mit nur noch sehr geringen Fehlzeiten aus üblicheren Gründen (mal ein Tag wegen Erklältung etc., aber nicht mehr monatelange mit Krankenhausaufenthalten). Dieser Ausbildungsbetrieb hat im Ausbildungsjahr zuvor einen Azubi mit ähnlicher Schulbiografie - sehr guter Realschüler mit krankheitsbedingt hohen Fehlzeiten während der letzten Schuljahre - genommen.

*Das Abiturzeugnis, wennauch für meine spätere berufliche Laufbahn sehr wichtig, war da etwas weniger relevant, da ich lediglich die Zulassung für meinen Wunschstudiengang schaffen musste, und dies für mich locker machbar war. Physik und Mathematik haben keine hohen Zulassungshürden; ausgesiebt wird im Studium.
Was mir zugute kam: Im 2. Bildungsweg wurde kein Sportunterricht angeboten, sodass diese Zeugnisse keinen Eintrag bzgl. einer Sportbefreiung haben.

Bei Klassentreffen war ich nie.
Insgesamt besuchte ich 7 Schulen (klingt schlimmer als es ist - ergibt sich einfach durch 2. Bildungsweg, Ausbildung; bei mir war auch die 12. und 13. Klasse jeweils an verschiedenen Schulen, alleinig durch die Zusammenlegung von zwei Standorten), Klassentreffen der Berufsschulklasse und der Abi-Klasse hätte ich besucht, jedoch war ich zu dem Zeitpunkt zu dem sie stattfanden bereits im Ausland (USA, Chile) und es war auch kein Aufenthalt in Deutschland rund um die Zeit geplant.
Btw.: Mein Mann und ich haben uns in der 12. Klasse, im 2. Bildungsweg, kennengelernt. Sind ein Paar seit den Ferien zwischen der 12. und 13. Klasse.


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