Ich bin sprachlos , was diese Regierung wieder vorhat .Ab 2027 soll die Pflege komplett umgebaut werden. Viele Leistungen, die es heute noch einzeln gibt, sollen dann in neue Budgets gepackt werden.
Das klingt erstmal harmlos, ist es aber nicht unbedingt. Denn wenn etwas in ein Budget verschoben wird, heißt das oft: Es sieht auf dem Papier nach mehr aus, muss aber am Ende viel mehr bezahlen.
Geplant sind vor allem diese neuen Budgets:
Entlastungsbudget
Sachleistungsbudget
Sozialraumbudget
Überbrückungsbudget
Das Problem ist: Leistungen, die heute zusätzlich da sind, sollen dann teilweise aus diesen neuen Budgets bezahlt werden.
Pflegegeld wird zum Entlastungsbudget
Das normale Pflegegeld soll ab 2027 nicht mehr so heißen, sondern als Entlastungsbudget laufen.
Geplant sind monatlich:
Pflegegrad 2: 386 €
Pflegegrad 3: 638 €
Pflegegrad 4: 889 €
Pflegegrad 5: 1.079 €
Das klingt erstmal nach mehr Geld. Aber genau da muss man aufpassen. Aus diesem Geld sollen künftig auch Sachen bezahlt werden, die bisher extra liefen. Zum Beispiel selbst organisierte Ersatzpflege oder Pflegehilfsmittel.
Also: Es wird nicht einfach nur mehr Geld gezahlt. Das Budget muss dann auch mehr Aufgaben übernehmen.
Pflegehilfsmittel sollen nicht mehr extra bezahlt werden
Bisher gibt es Pflegehilfsmittel zum Verbrauch extra, also bis zu 42 € im Monat. Das sind 504 € im Jahr.
Nach dem Entwurf soll dieser eigene Anspruch in der jetzigen Form wegfallen und im Entlastungsbudget aufgehen.
Heißt auf Deutsch: Was bisher zusätzlich bezahlt wurde, muss dann aus dem neuen Budget mitbezahlt werden. Das ist keine echte Verbesserung, sondern eine Verschiebung.
Verhinderungspflege fällt in der bisherigen Form weg
Das ist für mich einer der schlimmsten Punkte.
Die bisherige Verhinderungspflege und der gemeinsame Jahresbetrag für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege sollen laut Entwurf zum 01.01.2027 entfallen.
Heute gibt es dafür ab Pflegegrad 2 bis zu 3.539 € im Jahr.
Dieses Geld ist wichtig, wenn die Pflegeperson krank ist, zum Arzt muss, mal Urlaub braucht oder einfach mal vertreten werden muss. Dann kann zum Beispiel ein Nachbar, ein Freund oder ein Angehöriger einspringen.
Künftig soll das alles auf verschiedene Budgets verteilt werden:
professionelle Ersatzpflege aus dem Sachleistungsbudget
selbst organisierte Ersatzpflege aus dem Entlastungsbudget
Nachbarschaftshilfe aus dem Sozialraumbudget
Kurzzeitpflege oder Akutfälle aus dem Überbrückungsbudget
Das klingt auf dem Papier geordnet, ist aber im echten Leben ein riesiges Problem.
Denn wenn ich als pflegender Angehöriger mal ausfalle, brauche ich nicht irgendein kompliziertes System. Ich brauche jemanden, der kurzfristig einspringen kann. Wenn das nur noch über Budgets, professionelle Anbieter oder Einrichtungen laufen soll, ist das im Alltag kaum realistisch.
Es gibt jetzt schon zu wenig Pflegedienste, zu wenig Kurzzeitpflegeplätze und zu wenig Heimplätze. Wie soll das dann praktisch funktionieren?
Überbrückungsbudget ersetzt die heutige Verhinderungspflege nicht wirklich
Geplant sind beim Überbrückungsbudget:
Pflegegrad 2 und 3: bis zu 1.855 € im Jahr
Pflegegrad 4 und 5: bis zu 2.285 € im Jahr
Heute gibt es aber bis zu 3.539 € im Jahr.
Bei Pflegegrad 4 und 5 wären das also im Vergleich 1.254 € weniger.
Und dazu kommt: Das Überbrückungsbudget ist eher für Krisen, Übergänge oder Kurzzeitpflege gedacht. Es ist nicht dasselbe wie die bisherige flexible Verhinderungspflege, bei der man auch für Urlaub, Arzttermine oder Entlastung jemanden einsetzen konnte.
Für pflegende Angehörige ist das deshalb keine Kleinigkeit, sondern eine echte Verschlechterung.
Entlastungsbetrag wird zum Sozialraumbudget
Der heutige Entlastungsbetrag liegt bei 131 € im Monat.
Künftig soll daraus ein Sozialraumbudget werden.
Geplant sind:
ab 25 Jahren: 175 € im Monat
unter 25 Jahren: 300 € im Monat
Auch das klingt erstmal nach mehr. Aber auch hier kommt es darauf an, wofür es genutzt werden darf.
Das Sozialraumbudget soll vor allem für anerkannte Angebote und Nachbarschaftshilfe genutzt werden. Ob man es weiterhin so flexibel ansparen kann wie bisher, ist im Entwurf nicht klar erkennbar.
Pflegegrad 1 verliert Geld
Menschen mit Pflegegrad 1 sollen den heutigen Entlastungsbetrag verlieren.
Bisher sind das 131 € im Monat, also 1.572 € im Jahr.
Nach dem Entwurf soll es für Pflegegrad 1 kein Sozialraumbudget geben. Stattdessen soll es vor allem Beratung geben und später ab 2028 Pflegebegleitung.
Für viele Menschen mit Pflegegrad 1 wäre das ganz klar eine Verschlechterung.
Neue Pflegegrade 2 und 3 bekommen erstmal weniger
Wer ab 2027 neu Pflegegrad 2 oder 3 bekommt, soll in den ersten drei Monaten nur die Hälfte des Entlastungsbudgets bekommen.
Das wären:
Pflegegrad 2: statt 386 € nur 193 € im Monat
Pflegegrad 3: statt 638 € nur 319 € im Monat
Das ist besonders kritisch, weil gerade am Anfang oft viel organisiert werden muss. Und genau dann soll weniger Geld da sein.
Die neue Pflegebegleitung soll aber erst 2028 richtig starten. Das heißt: 2027 gäbe es schon Kürzungen, bevor die neue Hilfe überhaupt richtig da ist.
Rentenpunkte für pflegende Angehörige sollen sinken
Auch bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige soll gekürzt werden.
Das bedeutet: Wer wegen der Pflege nicht oder kaum arbeiten kann, bekommt langfristig weniger Rentenansprüche.
Das trifft genau die Menschen, die zu Hause Angehörige pflegen und damit dem Staat und den Pflegekassen eigentlich enorme Kosten ersparen.
Für mich ist das einer der ungerechtesten Punkte an der Reform.
Mein Fazit
Auf dem Papier klingt vieles nach neuen Budgets und moderner Struktur. In der Realität kann es aber bedeuten, dass pflegende Angehörige weniger flexibel entlastet werden.
Besonders kritisch sind:
Verhinderungspflege fällt in der bisherigen Form weg
der bisherige Jahresbetrag von 3.539 € soll entfallen
Pflegehilfsmittel laufen nicht mehr extra
Ersatzpflege durch Nachbarn, Freunde oder Angehörige wird komplizierter
Pflegegrad 1 verliert den Entlastungsbetrag
neue Pflegegrade 2 und 3 bekommen am Anfang weniger
pflegende Angehörige bekommen weniger Rentenabsicherung
Für mich ist das keine echte Stärkung der häuslichen Pflege. Wenn man will, dass Menschen ihre Angehörigen zu Hause pflegen, dann darf man ihnen nicht genau die flexible Hilfe wegnehmen, die sie im Alltag brauchen.
Denn Pflege zu Hause funktioniert nicht nur mit schönen Begriffen und neuen Budgets. Sie funktioniert nur, wenn Angehörige auch mal ausfallen dürfen, zum Arzt können, krank sein dürfen oder ein paar Tage Entlastung bekommen.
Wenn das wegbricht, wird private Pflege für viele Familien nicht mehr realistisch machbar.
Bevor wieder der klassiker kommt pflege ist teuer und irgendwoher müsste das Geld ja her kommen. Ja klar, aber wir haben kein Einnahmen Problem sondern ein Verteilung Problem. Wenn es wichtiger ist Gelder in Krieg und Politker Diäten (Verwaltung ) zu stecken dann stimmt was nicht.
Wenn es wichtiger ist in Kriesen Zeiten zweckentfremdet Geld aus der Pflegekasse zu nehmen und dies nie mehr wieder Einzuzahlen und dann so getan wird pflege ist teuer kein Geld mehr da dann stimmt was nicht.
Die Bundesregierung hat während der Corona-Pandemie erhebliche Summen aus dem Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung entnommen, die als zweckentfremdet gelten. Diese Summen wurden für gesamtgesellschaftliche Ausgaben, wie z.B. für COVID-Tests und Boni für Pflegekräfte, verwendet. Die DAK kritisiert diese Zweckentfremdung und fordert eine Rückzahlung von 5,9 Milliarden Euro. Quellen:
https://www.hallo-wippingen.de/wp/2025/08/vdk-prueft-musterklagen-gegen-bundesregierung-wegen-zweckentfremdung-von-beitragsgeldern-der-pflegeversicherung/https://pflege-dschungel.de/referentenentwurf-2027/