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Doppelmord Babenhausen

26.883 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, 2009, Nachbar ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Doppelmord Babenhausen

Doppelmord Babenhausen

um 09:13
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:Es bedarf nur eine winzige Ergänzung: wer Tatmittel, die mit hoher Sicherheit zum Tode führen können, gegen sein Opfer einsetzt, ist ein Mörder, wenn das Opfer bei der Tat verstirbt
Das stimmt nicht. Man kann auch eine bewusste Tötung via Panzerfaust, Ak47 o.ä. durchführen und wegen Totschlags verurteilt werden, wenn keines der abschließend aufgezählten Mordmerkmale verwirklicht ist.

Edit: Verstehe jetzt erst, dass du es als Gesetzesvorschlag meintest, sorry.


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Doppelmord Babenhausen

um 09:14
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:machen wir uns nichts vor. Deutschland hat eine falsche juristische Definition von Mord. Dein Toni ist ein klassischer Mörder. Klassischer geht es nicht.
Ich weiss nicht, ob man hier von richtig oder falsch reden kann. Tatsache ist, dass Deutschland eine recht einzigartige juristische Definition von Mord hat.

Das zu ändern wäre Sache des Parlaments. Das hat sich schon oft damit beschäftgt, aber hat noch keine Lösung gefunden.


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Doppelmord Babenhausen

um 09:30
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Kleines Beispiel: Toni plant seit Wochen die Abrechnung mit seinem Rivalen Ottokar. Er hat sich alles fein ausgemalt: er wird ihn konfrontieren und ihm sein elendiges Dasein vorhalten, er wird ihm klar sagen, dass nun die Stunde seines Ablebens nahegekommen ist, er wird sich an der Todesangst des Ottokar weiden, der ihn so lange gequält hat. Nach einer Stunde erschiesst er den Ottokar.
Bedeutet, wäre AD ins Haus der Nachbarn - hätte dem hr toll gesagt, Du -Lärm. Deshalb ist dein Ableben nun heute an der Reihe.

Hätte er dann nur Totschlag bekommen?


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Doppelmord Babenhausen

um 09:41
Zitat von HeribertHeribert schrieb:Bedeutet, wäre AD ins Haus der Nachbarn - hätte dem hr toll gesagt, Du -Lärm. Deshalb ist dein Ableben nun heute an der Reihe.

Hätte er dann nur Totschlag bekommen?
Das muss nicht zwingend sein, bzw. halte ich auch für nicht wahrscheinlich.

Nur weil bspw. das Mordmerkmal der Heimtücke dann zumindest bei Herr Toll nicht erfüllt wäre, ist die Möglichkeit zur Verurteilung der Tat als Mord durch das Erfüllen des Merkmals der niedrigen Beweggründe immer noch gegeben.


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Doppelmord Babenhausen

um 09:49
Zitat von IuraNovitCuriaIuraNovitCuria schrieb:Nur weil bspw. das Mordmerkmal der Heimtücke dann zumindest bei Herr Toll nicht erfüllt wäre, ist die Möglichkeit zur Verurteilung der Tat als Mord durch das Erfüllen des Merkmals der niedrigen Beweggründe immer noch gegeben.
Jahrelange Lärmbelastung ist nicht niedrig zu werten. Das ist zumindest für mich ein echter Beweggrund um etwas zu tun! (Aber nicht zu töten)


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Doppelmord Babenhausen

um 10:18
Zitat von HeribertHeribert schrieb:Jahrelange Lärmbelastung ist nicht niedrig zu werten. Das ist zumindest für mich ein echter Beweggrund um etwas zu tun! (Aber nicht zu töten)
Dass das extrem belastend sein kann, ist irgendwo menschlich verständlich.
Es ist wichtig sich hier zu keiner Bagatellisierung der Tat hinleiten zu lassen.

Eine Lärmbelästigung, egal welcher Form und in welchem Ausmaß rechtfertigt keine solche extreme Gewalttat.
Der BGH als höchste zivile Instanz in Deutschland vertritt die Leitauffassung, dass ein Beweggrund niedrig ist, wenn er nach allgemeiner sittlicher Würdigung auf tiefster Stufe steht und deshalb besonders verachtenswert ist. (Nachzulesen bspw. in BGH 5 StR 479/22 Rn.3)

Gerade für solche Einschätzungen nach allgemeiner sittlicher Würdigung gelten nicht das persönliche Empfinden des AD, oder auch der subjektiven Empfindung einzelner anderer Personen, egal ob hier oder anderswo.
Maßgeblich sind da die Anschauungen und die moralischen Vorstellungen der demokratischen Rechtsgesellschaft.
Aus einer solchen Perspektive heraus urteilt das Gericht.

Kurzgesagt, die Reaktion stand hier in krassem Missverhältnis zum Anlass und wurde körperlicher Ausdruck einer rücksichtslosen, egoistischen Gesinnung.


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